Tourismus-Rekordsommer 2025: Chancen fĂĽr KMU

KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden••By 3L3C

Österreich erlebt einen Tourismus-Rekordsommer. Wie KMU mit besserer Planung, KI und gezielten Angeboten vor allem in der Nebensaison davon profitieren können.

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Tourismus-Rekordsommer 2025: Was das für österreichische KMU bedeutet

Der Sommer 2025 hat eine klare Botschaft gesendet: Österreich ist als Urlaubsland so gefragt wie nie zuvor. 83,4 Millionen Nächtigungen zwischen Mai und Oktober, ein Plus von 2,2 % gegenüber dem bisherigen Rekordjahr – und die Hälfte davon bereits in Vor- und Nachsaison. Das ist kein Betriebsunfall, das ist ein Strukturwandel.

Für kleine und mittlere Betriebe in Tourismus, Industrie und Zulieferbranchen ist das enorm relevant. Mehr Gäste, längere Saison, andere Nachfrage – und gleichzeitig steigender Kostendruck, Fachkräftemangel und höhere Erwartungen an Qualität, Nachhaltigkeit und digitale Services.

Die gute Nachricht: Wer diese Trends versteht und konsequent mit Daten, Prozessen und – ja – Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitet, kann daraus planbares Wachstum machen, statt nur “ausgebucht” zu sein.


1. Was steckt hinter dem Tourismusrekord 2025?

Österreich hat im Sommerhalbjahr 2025 (Mai–Oktober) laut Statistik Austria 83,4 Millionen Nächtigungen verzeichnet – 2,2 % mehr als 2024 und damit ein neues Rekordniveau. Besonders auffällig:

  • Rund 50 % der Nächtigungen fallen inzwischen auf die Nebensaison (Mai, Juni, September, Oktober).
  • Seit Mitte der 1970er Jahre ist der Anteil der Neben­saison von etwa 35 % auf aktuell 50 % gestiegen.
  • Die Nachsaison (September, Oktober) liegt leicht vor der Vorsaison.

Auslandsgäste treiben das Wachstum

Der Rekord wird vor allem von internationalen Gästen getragen:

  • 59,5 Millionen Ăśbernachtungen stammen von Gästen aus dem Ausland (+2,9 %).
  • Deutschland bleibt mit 32 Millionen Nächtigungen der wichtigste Markt (+1,2 %).
  • Inländische Nachfrage wächst nur minimal: 23,9 Millionen Ăśbernachtungen (+0,3 %).
  • Im Oktober 2025 legten Nächtigungen insgesamt um 1,5 % auf 9,22 Millionen zu – getragen von +2,8 % bei Auslandsgästen und leichtem RĂĽckgang bei Inlandsbuchungen.

Die Kernbotschaft: Der österreichische Tourismus ist stark internationalisiert und entkoppelt sich saisonal von der klassischen „Juli-August-Spitze“. Das verändert die Spielregeln für Hotels, Gastronomie, Freizeitbetriebe – und für alle KMU, die direkt oder indirekt vom Tourismus leben.


2. Warum der Boom fĂĽr KMU eine strategische Chance ist

Der Rekordsommer ist mehr als eine schöne Schlagzeile. Er zeigt, wo die Nachfrage in den nächsten Jahren hingeht – und welche Betriebe davon profitieren.

Drei zentrale Verschiebungen, die KMU verstehen sollten:

  1. Von kurzer Hochsaison zu langem Sommerhalbjahr
    Wer sein Geschäftsmodell nur auf Juli und August optimiert, verschenkt inzwischen die Hälfte des Potenzials.

  2. Von „Stammgast Österreich“ zu internationalen Zielgruppen
    Mehr Gäste aus Deutschland, Benelux, Tschechien, aber auch aus weiter entfernten Märkten bedeuten neue Erwartungen an Sprache, Service, Online-Information und Buchbarkeit.

  3. Von BauchgefĂĽhl zu datengetriebenen Entscheidungen
    Bei dieser Nachfrage lässt sich Auslastung, Preisgestaltung und Personalplanung kaum noch effizient mit Excel und Routine steuern – hier wird KI plötzlich betriebswirtschaftlich interessant.

Welche Branchen besonders profitieren können

Nicht nur Hotels und Pensionen haben hier Chancen. Der verlängerte und internationale Sommerhalbjahr-Boom wirkt in viele Bereiche hinein:

  • Industrie & Produktion: Hersteller von Lebensmitteln, Getränken, Einrichtung, Haustechnik, Wellness- und SportausrĂĽstung.
  • Handwerk & Bau: Modernisierung von Tourismusimmobilien, Energieeffizienz, Outdoor-Infrastruktur.
  • IT- und Dienstleistungs-KMU: Buchungssysteme, digitale Gästemappen, Ăśbersetzungs- und Marketingservices, Datenanalyse.
  • Mobilität & Logistik: Shuttle-Services, Mietwagen, Radverleih, regionale Transportlösungen.

Wer hier als österreichisches KMU intelligent plant, kann seinen Umsatz deutlich entkoppeln von saisonalen Schwankungen.


3. Vom Rekord zur Planung: Wie KI bei Prognosen und Auslastung hilft

Der wichtigste Hebel im Tourismusboom ist Planbarkeit: Auslastung, Personal, Einkauf, Preise. Genau hier sind KI-gestützte Systeme für KMU spannend – und längst nicht mehr nur für große Hotelketten.

Konkrete Einsatzfelder fĂĽr KI in Tourismus-KMU

1. Nachfrageprognosen fĂĽr Saisonplanung
KI-Modelle können historische Buchungsdaten, Wetter, Ferienkalender, Events und Preisentwicklung analysieren und Prognosen erstellen, z.B.:

  • Wie entwickelt sich die Auslastung im Oktober bei bestimmten Preisniveaus?
  • Wann lohnt sich ein FrĂĽhbucherrabatt, wann nicht?
  • Wie viele Mitarbeiter:innen brauche ich realistisch in bestimmten Wochen?

Praxisbeispiel:
Ein Mittelklassehotel in Salzburg speist seine Daten der letzten fĂĽnf Jahre, Wetterdaten und Veranstaltungsdaten in ein Prognosemodell. Ergebnis: Die Hotelleitung erkennt, dass der Oktober an Wochenenden bei gutem Wetter fast an Augustwerte herankommt und passt

  • Personalplanung,
  • FrĂĽhstĂĽckskapazitäten,
  • und Restaurantöffnungszeiten

gezielt an – ohne teure Überbesetzung unter der Woche.

2. Dynamische Preisgestaltung (Revenue Management)
KI-gestützte Tools können Zimmerpreise oder Ticketpreise automatisch an Nachfrage und Buchungszeitpunkt anpassen:

  • Höhere Preise an stark nachgefragten Wochenenden in der Nachsaison.
  • Attraktive Angebote in schwächeren Zeiträumen, um die Auslastung zu glätten.

Gerade im Kontext Rekordsommer + starke Nachsaison ist das ein massiver Gewinn: Weniger Leerstände in „Zwischenwochen“, stabilere Marge über das ganze Sommerhalbjahr.

3. Personaleinsatz und Schichtplanung
Mit KI lassen sich Dienstpläne so optimieren, dass sie

  • StoĂźzeiten besser abdecken,
  • Ăśberstunden reduzieren,
  • und dabei gesetzliche Vorgaben einhalten.

Für viele Tourismusbetriebe, die unter Fachkräftemangel leiden, ist das Gold wert: weniger Stress, bessere Planbarkeit, weniger Fluktuation.


4. Internationaler Gästezuwachs: Wie KI Kundenerlebnis und Marketing verbessert

Wenn der Großteil der Nächtigungen aus dem Ausland kommt, wird Kommunikation zum Engpass – und genau hier ist KI extrem stark.

Mehrsprachiger Service ohne riesiges Team

Viele KMU haben nicht die Ressourcen für ein eigenes internationales Service-Team. KI-gestützte Tools können helfen, Lücken zu schließen:

  • Automatische Ăśbersetzung von Webseiten, Speisekarten, Hausordnungen, AGB in mehrere Sprachen.
  • Chatbots auf der Hotel- oder Regionsseite, die Standardfragen auf Deutsch, Englisch, Italienisch, Tschechisch usw. beantworten.
  • Personalisierte E-Mails vor Anreise, während des Aufenthalts und nach Abreise – in der Sprache der Gäste.

Das Resultat:

Auslandsgäste fühlen sich abgeholt, obwohl das Team vor Ort klein bleibt.

Intelligentes, datenbasiertes Marketing

Mehr Nächtigungen sind nur dann ein Vorteil, wenn Sie sichtbar sind. KI kann helfen, Marketingbudgets effizienter einzusetzen:

  • Analyse, aus welchen Ländern und Regionen Ihre Gäste wirklich kommen.
  • Erkennung, ĂĽber welche Kanäle (Suchmaschinen, Plattformen, Social Media) diese Gäste buchen.
  • Optimierung von Kampagnenbudgets nach Performance statt „BauchgefĂĽhl“.

Für ein KMU im Tourismus heißt das: Statt „ein bisschen Werbung überall“ zu machen, wird klar, wo jeder Euro tatsächlich Buchungen bringt.


5. Nebensaison als Wachstumsmotor: Angebote gezielt entwickeln

Wenn die Hälfte der Sommernächtigungen bereits in Mai, Juni, September und Oktober stattfindet, reicht das klassische Sommerbild „See + Sonne + Juli/August“ nicht mehr.

Produkte fĂĽr FrĂĽhling und Herbst

Nebensaison-Gäste ticken häufig anders:

  • Mehr Paare und Freundesgruppen, weniger Familien.
  • Höheres Interesse an Kulinarik, Kultur, Wellness, Aktivurlaub.
  • Oft höhere Kaufkraft und längere Aufenthaltsdauer.

KI kann helfen, Gästeprofile zu bilden und passende Angebote zu entwickeln:

  • Analyse von Buchungsdaten: Welche Altersgruppen kommen wann? Aus welchen Ländern? Wie lange bleiben sie?
  • Auswertung von Bewertungen: Was loben Gäste im September besonders? Was kritisieren sie im Mai?
  • Kombi-Angebote testen: z.B. „Herbst-Wanderpaket mit Kulinarikabend“ oder „Oktober-Kurztrip mit Thermenbesuch“.

Industrie & Zulieferer: Nachfrage glätten

Auch für Industrie-KMU, die den Tourismus beliefern, ist die stärkere Nebensaison ein Vorteil:

  • Glattere Auftragslage statt brutaler Peaks im FrĂĽhsommer.
  • Bessere Planung von Produktion und Lagerbeständen.
  • Möglichkeit, gemeinsam mit Tourismusbetrieben neue Produkte zu entwickeln (z.B. Herbst-Ausstattung, Indoor-Angebote, Beleuchtung, Energieeffizienzlösungen fĂĽr verlängerte Saison).

Mit KI-gestützter Absatzplanung können Produktionskapazitäten besser an die realen saisonalen Muster angepasst werden – das reduziert Kosten und Ausschuss.


6. Wie KMU jetzt konkret starten können – pragmatisch und bezahlbar

Viele österreichische KMU sind skeptisch, wenn sie „KI“ hören – verständlich, wenn man an teure Großprojekte denkt. In der Praxis funktioniert es anders: kleine, klar umrissene Projekte mit direktem Nutzen.

Schritt-fĂĽr-Schritt-Vorgehen

  1. Datenbasis sichern

    • Buchungsdaten, Auslastung, Preise, Stornoraten,
    • Personalstunden, Umsatz nach Segmenten,
    • Gästebewertungen und Herkunftsländer.

    Ohne saubere Daten keine sinnvolle KI. Es reicht aber oft, die letzten 3–5 Jahre strukturiert zu erfassen.

  2. Konkretes Ziel definieren
    Beispiele:

    • Auslastung im September/Oktober um 5 % steigern.
    • Personalkostenquote um 2 Prozentpunkte senken.
    • Anfragen aus Deutschland um 20 % erhöhen.
  3. Ein fokussiertes KI-Pilotprojekt starten

    • Prognosemodell fĂĽr Auslastung je Monat.
    • Automatisierte, mehrsprachige Gästekommunikation.
    • Dynamische Preisempfehlungen fĂĽr Zimmer oder Tickets.
  4. Ergebnisse messen und dann ausbauen

    • Hat sich die Auslastung verbessert?
    • Konnte Ăśberstunden reduziert werden?
    • Sind Bewertungen und Weiterempfehlungen gestiegen?

Wann lohnt sich externe UnterstĂĽtzung?

Sobald mehrere Systeme (Buchungssoftware, Kassa, Personalprogramm) eingebunden werden sollen oder Prozessänderungen im Betrieb anstehen, wird es sinnvoll, mit spezialisierten Partnern für KI in der österreichischen Industrie und im Tourismus zu arbeiten.

Der Vorteil:

  • kĂĽrzere Projektlaufzeiten,
  • praxiserprobte Lösungsbausteine,
  • und kein „Herumprobieren“ im Blindflug.

Fazit: Rekordsommer nutzen – statt nur mitzuschwimmen

Der Rekordsommer 2025 zeigt klar: Die Nachfrage ist da. Mehr Gäste, längere Saison, stärkeres Auslandsgeschäft. Die eigentliche Frage für österreichische KMU ist nicht, ob der Tourismus wächst, sondern wer diesen Boom wirtschaftlich klug für sich nutzt.

Betriebe, die jetzt

  • ihre Daten ernst nehmen,
  • KI gezielt fĂĽr Prognosen, Preise, Personal und Marketing einsetzen,
  • und Angebote speziell fĂĽr Vor- und Nachsaison entwickeln,

werden in den nächsten Jahren deutlich stabilere Umsätze und bessere Margen sehen als jene, die weiter nur „den Sommer abwarten“.

Wer das Sommerhalbjahr 2026 nicht dem Zufall überlassen will, sollte genau jetzt – im Winter 2025/2026 – seine Daten sortieren, Ziele definieren und erste KI-Projekte planen.

Der Tourismusboom ist da. Die Frage ist: Nutzen Sie ihn – oder lassen Sie ihn an Ihrem Betrieb vorbeiziehen?