ChatGPT, Perplexity & Google AI Overviews verändern die Suche. So machen Handwerksbetriebe ihr lokales SEO und ihre Inhalte fit für KI – ohne Technik-Overkill.
SEO für KI: So bleiben Handwerksbetriebe sichtbar – auch in ChatGPT & Co.
Die spannendste Zahl zuerst: In internen Auswertungen großer Agenturen liegt der Anteil von Suchanfragen, die schon heute über KI-Assistenten statt direkt über Google laufen, je nach Zielgruppe bei 10–20 %. Der Trend zeigt klar nach oben – auch im Handwerk.
Während viele Betriebe noch am klassischen Google-Ranking feilen, fragt ein Teil der Kunden ihre Heizung, ihr Smartphone oder direkt ChatGPT: „Welcher Sanitärbetrieb in Zürich ist zuverlässig?“ oder „Was kostet eine Terrassenüberdachung in Bern?“.
Das betrifft direkt, worum es in unserer Serie „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“ geht: Wer Marketingbudget sinnvoll einsetzen will, muss da sichtbar sein, wo Entscheidungen vorbereitet werden – inzwischen eben auch in KI-Suchsystemen. Die gute Nachricht: Wer SEO schon ernst nimmt, hat viel von dem, was für Generative Engine Optimization (GEO) nötig ist, bereits im Gepäck.
In diesem Beitrag zeige ich, wie Handwerksbetriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre lokale Sichtbarkeit so ausbauen, dass sie bei Google, Bing, ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews vorkommen – ohne technischen Overkill, aber mit klarem Fokus auf mehr Anfragen und besseren Marketing‑ROI.
1. Was sich wirklich ändert: Von „Seite 1“ zu „beste Antwort“
Für KI-Suchen zählt nicht mehr, ob die Website auf Platz 3 oder 7 steht, sondern ob sie als verlässliche Grundlage für eine Antwort taugt.
ChatGPT, Perplexity und Googles AI Overviews funktionieren anders als die klassische Liste aus zehn blauen Links:
- Die Systeme erstellen fertige Antworten und ziehen sich Inhalte aus mehreren Quellen.
- Der Nutzer klickt seltener auf Websites, weil er viele Infos schon im KI-Antwortfeld liest.
- Die Kaufabsicht bleibt, auch wenn der Klick fehlt – der Entscheidungsprozess verlagert sich nur nach vorne, in die Antwort der KI.
Das bedeutet fĂĽr Handwerksbetriebe:
Sichtbarkeit heißt nicht mehr nur „ich werde angeklickt“, sondern „ich werde als Quelle verwendet“.
Wer also heute an SEO fĂĽr Handwerk denkt, sollte sein Ziel neu definieren:
- FrĂĽher: Traffic auf die Website bringen.
- Jetzt: Mit klaren, verlässlichen Inhalten zur Entscheidungsgrundlage werden.
Genau hier setzt SEO fĂĽr KI bzw. GEO (Generative Engine Optimization) an.
2. Warum lokales SEO jetzt doppelt zählt – für Google und KI
FĂĽr Handwerksbetriebe ist lokale Relevanz der entscheidende Hebel, um in KI-Antworten aufzutauchen.
So nutzen KI-Systeme lokale Daten
- ChatGPT greift im Web-Modus auf den Index von Bing zu – inklusive Bing Places.
- Google AI Overviews stĂĽtzen sich auf den bestehenden Google-Index und Local Pack Daten.
- Perplexity kombiniert einen eigenen Index mit externen Quellen und zeigt systematisch Quellen an.
Alle drei Systeme bevorzugen Quellen, die klar signalisieren:
- Wer ist der Betrieb?
- Wo ist er tätig (Ort, Region, Einzugsgebiet)?
- WofĂĽr ist er Experte (Leistungsbereiche, Spezialisierungen)?
Wer nur eine generische Startseite mit „Wir sind Ihr zuverlässiger Partner rund ums Handwerk“ hat, wird in dieser Welt unsichtbar. Was dagegen funktioniert:
- „Dachdecker in Winterthur für Flachdachsanierung“
- „Fensterbauer in München mit Fokus auf Energiesanierung“
- „Elektroinstallateur in Basel für Photovoltaik-Anlagen“
Pflichtprogramm fĂĽr lokales SEO im KI-Zeitalter
Damit KI-Systeme einen Betrieb sicher erkennen, braucht es ein sauberes Fundament:
- Google Business Profile vollständig ausfüllen und aktuell halten.
- Bing Places anlegen (oder synchronisieren) – oft vergessen, aber für ChatGPT essenziell.
- Konsistente NAP-Daten (Name, Adresse, Telefonnummer) auf Website, Verzeichnissen und Profilen.
- Standortseiten für wichtige Städte/Regionen, z. B. „Badrenovierung in Freiburg“.
Wer das umsetzt, erhöht seine Chancen erheblich, in Antworten wie „Empfohlene Malerbetriebe in Köln“ aufzutauchen – egal ob die Frage bei Google, per Sprachassistent oder in einer KI-App gestellt wird.
3. GEO in der Praxis: So schreiben Sie Inhalte, die KI zitiert
GEO klingt nach Buzzword, ist aber im Kern simpel: Sie erstellen Inhalte, die KI-Systeme gerne als Antwort-Bausteine nutzen, weil sie klar, strukturiert und vertrauenswĂĽrdig sind.
3.1 Antwort zuerst, dann Details
KI-Systeme suchen nach prägnanten Antwortsätzen. Strukturieren Sie Inhalte daher nach dem Motto „Answer First“:
- Starten Sie eine Seite mit einer klaren, vollständigen Antwort.
- Danach kommen die Details, Beispiele, Preisfaktoren, Abläufe.
Beispiel für eine Unterseite „Was kostet eine Badsanierung in Zürich?“:
„Eine Badsanierung in Zürich kostet bei unseren Kunden im Durchschnitt zwischen 18.000 und 35.000 CHF, je nach Größe, Ausstattung und Zustand der bestehenden Leitungen.“
Danach folgen Erklärungen zu Preisfaktoren, Beispielrechnungen, Fördermöglichkeiten etc.
Solche Sätze sind perfekt, damit ChatGPT & Co. sie wortwörtlich oder inhaltlich übernehmen.
3.2 Struktur, die Maschinen lieben – und Kunden verstehen
Maschinenlesbare Inhalte sind kein Hexenwerk. Sie entstehen durch:
- klare Ăśberschriften (H2/H3) mit konkreten Themen
- FAQ-Bereiche mit echten Kundenfragen, z. B.:
- „Wie lange dauert eine Heizungsmodernisierung?“
- „Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Terrassenüberdachung?“
- Listen und Aufzählungen, wo sinnvoll (z. B. Schritte, Kostenbestandteile, Vorteile)
Aus Marketing-Sicht zahlt sich das doppelt aus:
- Menschen finden schneller, was sie suchen.
- KI kann Antworten leichter erkennen, extrahieren und korrekt wiedergeben.
3.3 Inhalte entlang der Kundenreise – statt nur „Leistungen“
Die meisten Handwerksseiten bestehen aus:
- Startseite
- Ăśber uns
- Leistungen
- Kontakt
FĂĽr klassische Suchmaschinen und KI ist das zu dĂĽnn. Besser ist es, Inhalte entlang der Customer Journey aufzubauen:
- Problem erkennen
- „Schimmel im Bad: Ursachen, Risiken und Lösungen“
- Optionen vergleichen
- „Fußbodenheizung vs. Heizkörper: Was lohnt sich in Bestandsgebäuden?“
- Kaufentscheidung vorbereiten
- „Heizungsbauer in Nürnberg: So wählen Sie den richtigen Partner“
- Einwände klären
- „Wie sicher sind Luft-Wasser-Wärmepumpen bei Minusgraden?“
Genau solche Ratgeber- und Vergleichsseiten werden gerne in KI-Antworten und AI Overviews zitiert – und sie liefern zugleich exzellentes Material für Newsletter, Social Media und Vertriebsunterlagen.
4. Schnelle MaĂźnahmen: SEO fĂĽr KI ohne technischen Overkill
Nicht jeder Betrieb hat eine Marketingabteilung. Trotzdem lassen sich in 4–6 Wochen ein paar Schritte umsetzen, die klar Wirkung zeigen.
Schritt 1: Website aufräumen und präzisieren
- Jede Leistung bekommt eine eigene Seite (z. B. „Photovoltaik-Anlagen installieren in Luzern“).
- Pro Seite klar: Was wird gemacht, fĂĽr wen, wo, mit welchem Nutzen.
- Vollständige Kontaktdaten im Footer und eine saubere „Kontakt“-Seite.
Schritt 2: Lokale Signale stärken
- Ortsnamen nicht nur in der Ăśberschrift, sondern im Text sinnvoll einbauen.
- Beispiele aus der Region nennen („Projekt in Dietikon, EFH mit 140 m² Dachfläche“).
- Wenn relevant: Einsatzgebiet klar beschreiben (z. B. „Region Zürichsee, Stadt und Bezirke X/Y/Z“).
Schritt 3: Unternehmensprofile pflegen
- Google Business Profile mit:
- korrekter Kategorie (z. B. „Sanitärinstallateur“, nicht nur „Dienstleister“)
- aussagekräftiger Beschreibung mit Ortsbezug
- aktuellen Ă–ffnungszeiten, Fotos, Leistungen
- Bing Places analog einrichten.
Schritt 4: Bewertungen aktiv aufbauen
Bewertungen sind für KI-Assistenten ein wichtiger Vertrauensindikator. Ein bewährter Ablauf:
- Nach Abschluss eines Projekts persönlich um Feedback bitten.
- Direkt im Anschluss eine E-Mail oder SMS mit Bewertungslink senden.
- Jede Bewertung kurz beantworten – auch die positiven.
So entsteht ein Signal-Mix, der sowohl Google als auch KI-Suchsysteme ĂĽberzeugt: echte, aktuelle Kundenzufriedenheit.
Schritt 5: Typische Kundenfragen als eigene Seiten ausbauen
Anstatt alle Fragen auf einer FAQ-Seite zu stapeln, lohnt sich:
- pro wichtiger Frage eine eigene Unterseite mit guter, ausfĂĽhrlicher Antwort
- inkl. Preisrahmen, Praxisbeispielen, Bildern und klaren Empfehlungen
Beispiele:
- „Wie lange dauert eine Badsanierung in Stuttgart?“
- „Was kostet ein Carport aus Holz in Hamburg?“
- „Welche Förderungen gibt es für Wärmepumpen im Kanton Aargau?“
Diese Seiten sind ideal fĂĽr KI-Zitate und holen Nutzer genau dort ab, wo sie im Entscheidungsprozess stehen.
5. Weniger Klicks, aber mehr Einfluss: neue Denkweise fĂĽr Marketing & Vertrieb
Viele Betriebe machen sich Sorgen: „Wenn KI die Antworten direkt anzeigt, kommt doch niemand mehr auf meine Website.“ Ja, die Klickzahlen auf einzelne Seiten werden sinken. Doch aus Marketing- und Vertriebssicht ist das nicht automatisch ein Nachteil.
Was wirklich zählt: Entscheidungen beeinflussen
Die Kundensicht ist entscheidend:
- Ein Hausbesitzer informiert sich per KI, wer in seiner Region geeignete Betriebe sind.
- In der Antwort taucht Ihr Betrieb mitsamt Bewertungen, Spezialisierung und Standort auf.
- Er ruft direkt an, schreibt eine E-Mail oder fragt über das Profil an – ohne Ihre Website überhaupt besucht zu haben.
Der Kontakt ist trotzdem entstanden – nur einen Schritt früher in der Reise.
Für den Marketing‑ROI bedeutet das:
- Erfolg misst sich weniger an Seitenaufrufen, sondern an Anfragen und Aufträgen.
- GEO und SEO fĂĽr KI sorgen dafĂĽr, dass die eigenen Inhalte in diesen frĂĽhen Antworten stecken.
Wie Vertrieb die neue Sichtbarkeit nutzen kann
- Im Erstgespräch auf Inhalte verweisen: „Zu den typischen Kostenfragen haben wir einen ausführlichen Ratgeber auf unserer Website.“
- Standardfragen des Vertriebs als Content-Input nutzen: Was wird immer wieder gefragt? Das gehört auf die Website – sauber beantwortet.
- Erfolgreiche Projekte als Fallstudien dokumentieren, die sowohl Menschen als auch KI gutes Material liefern.
So entsteht ein Kreislauf: Vertrieb liefert Themen, Marketing macht daraus GEO‑taugliche Inhalte, KI greift sie auf – und bringt wieder Anfragen in den Vertrieb.
6. Fazit: SEO fĂĽr KI ist kein Neustart, sondern ein Update der Perspektive
Die großen Linien sind klar: ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews verändern, wie Menschen nach Handwerksbetrieben suchen. Seite‑1‑Rankings verlieren etwas an Bedeutung, dafür gewinnt die Frage: „Taucht mein Betrieb in den Antworten der KI auf – als vertrauenswürdige Quelle?“
FĂĽr Betriebe in Deutschland, Ă–sterreich und der Schweiz heiĂźt das:
- Lokale Sichtbarkeit ĂĽber Google Business Profile, Bing Places und klare Standortseiten ist Pflicht.
- Inhalte mit Substanz, die echte Kundenfragen präzise beantworten, werden zur Währung in KI-Antworten.
- GEO ist weniger Technik, mehr klare Kommunikation und saubere Struktur.
Im Rahmen unserer Serie „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“ ist GEO ein zentraler Baustein, um den Marketing‑ROI zu steigern: Wer seine Inhalte so aufbereitet, dass Menschen und KI gleichermaßen etwas damit anfangen können, gewinnt mehr qualifizierte Anfragen – ganz ohne teure Kampagnen.
Wenn Sie sich nur eine Frage stellen, dann diese: Wären meine Texte auf der Website gut genug, dass eine KI sie als Erklärung jemandem weitergeben könnte, der keine Fachkenntnisse hat? Wenn die Antwort „noch nicht ganz“ lautet, wissen Sie, wo Sie anfangen sollten.