SEO fĂĽr KI: So bleiben Handwerksbetriebe sichtbar

KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden••By 3L3C

KI-Suche verändert, wie Kunden Handwerksbetriebe finden. So machen Sie Ihr lokales SEO fit für ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews – praxisnah und ohne Overkill.

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SEO fĂĽr KI: So bleiben Handwerksbetriebe sichtbar

2025 suchen Kundinnen und Kunden nicht mehr nur bei Google nach einem Sanitärbetrieb in Zürich oder einem Dachdecker in Bern. Sie fragen ChatGPT, Perplexity oder bekommen bei Google direkt eine KI-Antwort eingeblendet. Wer als Handwerksbetrieb in der Schweiz, in Deutschland oder in Österreich weiter Anfragen über das Netz gewinnen will, muss darauf reagieren – aber nicht mit Panik, sondern mit System.

Hier ist die gute Nachricht: Wer sauberes, lokales SEO betreibt, ist für KI-Suche bereits halb gewonnen. Der Rest ist ein Perspektivwechsel – weg von „Seite 1 bei Google“ hin zu „die beste verwertbare Antwort liefern“.

Dieser Beitrag gehört zur Reihe „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“ und zeigt konkret, wie Sie Ihr lokales SEO so ausrichten, dass Sie sowohl in Google als auch in ChatGPT, Perplexity und den neuen Google AI Overviews sichtbar bleiben.


1. Was sich wirklich ändert: Von der Suchergebnisliste zur KI-Antwort

KI-Suchsysteme ersetzen die klassische Linkliste durch direkte Antworten – und nutzen dafür vorhandene Webinhalte.

Früher: Ein Kunde gibt „Badsanierung Basel Kosten“ ein, klickt auf ein oder zwei Links und vergleicht Angebote.

Heute: Dieselbe Person schreibt in ChatGPT oder Perplexity: „Was kostet eine Badsanierung in Basel bei einem seriösen Betrieb?“ und bekommt eine konkrete Preisspanne, Hinweise zu Faktoren wie Quadratmeter, Material, Barrierefreiheit – oft inklusive Beispielbetrieben aus der Region.

Der Mechanismus dahinter:

  • ChatGPT nutzt u. a. Bing als Datenquelle und greift auf aktuelle Websites, Branchenverzeichnisse und Bewertungen zu.
  • Perplexity arbeitet mit einem eigenen Suchindex und zeigt Quellen sehr prominent an.
  • Google AI Overviews zieht Informationen aus dem bestehenden Google-Index und blendet darĂĽber eine zusammenfassende Antwort ein.

Die Folge fĂĽr Handwerksbetriebe:

Es geht nicht mehr nur darum, angeklickt zu werden, sondern darum, als verlässliche Informationsquelle in KI-Antworten zu erscheinen.

Das ist ein Unterschied im Denken, nicht komplett neue Technik.


2. GEO – Generative Engine Optimization für lokale Betriebe

Generative Engine Optimization (GEO) bedeutet: Inhalte so gestalten, dass sie von KI-Systemen gut verstanden, zitiert und genutzt werden können. Für lokale Handwerksbetriebe lässt sich das pragmatisch herunterbrechen.

2.1 Drei Grundprinzipien von GEO

  1. Lokaler Bezug ist Pflicht, nicht KĂĽr
    KI-Systeme wollen konkrete Antworten. „Wir sind ein moderner Meisterbetrieb für Heizung und Sanitär“ ist austauschbar.
    Besser: „Heizungsbau und Badsanierung in Luzern und Umgebung, spezialisiert auf Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern.“

  2. Klare Struktur statt Marketing-Blabla
    KI-Modelle „lesen“ strukturiert: Überschriften, Absätze, Listen, FAQ. Je klarer Sie Inhalte aufbereiten, desto einfacher lassen sie sich extrahieren.

  3. Echte Nutzerfragen beantworten
    GEO funktioniert nur, wenn Ihre Inhalte reale Fragen lösen, z. B.:

    • „Was kostet eine komplette Badsanierung in ZĂĽrich?“
    • „Wann lohnt sich der Austausch einer Gasheizung gegen eine Wärmepumpe?“
    • „Wie lange dauern Malerarbeiten fĂĽr eine 4‑Zimmer‑Wohnung in Bern?“

2.2 Konkretes Beispiel aus dem Handwerk

Nehmen wir einen fiktiven Betrieb: „Müller Dachtechnik GmbH, Winterthur“.

Statt einer einzigen Seite „Leistungen“ braucht der Betrieb:

  • eine eigene Seite „Dachsanierung in Winterthur und Umgebung“
  • Unterseiten wie „Flachdachsanierung Winterthur“, „Ziegeldach reparieren Kanton ZĂĽrich“
  • FAQ-Bereiche mit Fragen wie: „Wie viel kostet eine Dachsanierung pro m² im Kanton ZĂĽrich?“

Wenn nun jemand ChatGPT fragt: „Welcher Dachdecker in der Region Winterthur ist empfehlenswert, der sich mit Flachdachsanierung auskennt?“, steigen die Chancen, dass die Inhalte von Müller Dachtechnik in die Antwort einfließen – weil sie genau dieses Problem klar und lokal verortet beschreiben.


3. Klassisches SEO bleibt die Basis – nur das Ziel verschiebt sich

Wer schon heute sauberes SEO macht, ist fĂĽr SEO fĂĽr KI gut aufgestellt. Die Systeme greifen auf bestehende Indizes zurĂĽck.

  • ChatGPT: Bing-Index + Bing Places
  • Google AI Overviews: Google-Index + lokale Signale
  • Perplexity: eigener Index, aber ähnliche Logik

SEO-Grundpfeiler, die jetzt besonders wichtig sind:

3.1 Lokale Signale sauber aufbauen

Ohne lokales Fundament gibt es keine lokale Sichtbarkeit – weder bei Google noch in KI-Antworten. Mindest-Setup:

  • Vollständig ausgefĂĽlltes Google-Unternehmensprofil (Name, Kategorie, Ă–ffnungszeiten, Leistungen, Fotos, häufige Fragen)
  • Bing Places-Eintrag mit identischen Stammdaten (Name, Adresse, Telefon)
  • Konsistente Adressangaben (NAP: Name, Address, Phone) auf Website und in Branchenverzeichnissen

Für Schweizer Betriebe lohnt sich zusätzlich ein einheitlicher Auftritt in gängigen regionalen Verzeichnissen, z. B. lokalen Gewerbevereinen oder Branchenportalen.

3.2 Website-Struktur vereinfachen

KI mag Ordnung. Je klarer Ihre Website aufgebaut ist, desto eher wird sie als Quelle verstanden.

PrĂĽfen Sie:

  • Gibt es pro Kernleistung eine eindeutige Seite („Heizungsbau in Zug“, „Solarstrom fĂĽr Einfamilienhäuser in Aargau“)?
  • Sind Ihre Leistungsseiten mit klaren Ăśberschriften (H2/H3), kurzen Absätzen und Listen aufgebaut?
  • Nutzen Sie strukturierte Daten (z. B. LocalBusiness, Service, FAQPage), damit Maschinen besser verstehen, worum es geht?

3.3 Bewertungen und Vertrauen

KI-Systeme gewichten Vertrauenssignale wie Bewertungen deutlich höher als früher.

Praxisnaher Standard fĂĽr kleine Betriebe:

  • Ziel: mindestens 30–50 echte Bewertungen im Google-Unternehmensprofil
  • Durchschnitt: ≥ 4,5 Sterne
  • Jede Bewertung wird kurz beantwortet – auch kritische

Das wirkt nicht nur auf Menschen, sondern wird auch von KI-Suchen als „seriöser, gut bewerteter Betrieb in Region X“ erkannt.


4. FĂĽnf praktische Schritte: GEO fĂĽr Ihren Handwerksbetrieb

Mit fünf fokussierten Maßnahmen machen Sie Ihren Betrieb in wenigen Wochen KI-fähig – ohne technischen Overkill.

Schritt 1: Startseite und Leistungsseiten entrĂĽmpeln

  • Klarer Claim: Wer sind Sie, fĂĽr welche Region, mit welchen Schwerpunkten?
  • Jede Hauptleistung bekommt eine eigene Seite mit Ortsbezug („Spenglerarbeiten in St. Gallen“ statt allgemeinem „Unsere Leistungen“).
  • Nutzen Sie ZwischenĂĽberschriften wie „Kosten“, „Ablauf“, „Dauer“, „Förderungen“ – genau danach fragen Nutzer in KI-Tools.

Schritt 2: Lokale Landingpages anlegen

Erstellen Sie gezielte Seiten wie:

  • „Badsanierung in ZĂĽrich und Umgebung“
  • „Wärmepumpen-Installation im Kanton Bern“
  • „Fenstersanierung im Raum Luzern“

Jede Seite enthält:

  • eine klare Beschreibung der Leistung in dieser Region
  • Beispiele oder Referenzprojekte aus der Region
  • eine grobe Preisspanne oder Kostenfaktoren
  • FAQ mit 3–7 realen Kundenfragen

Schritt 3: FAQ als KI-Futter nutzen

FAQ sind das ideale Futter fĂĽr generative KI. Sie liefern exakt die strukturierten Frage-Antwort-Paare, die ChatGPT & Co. lieben.

So gehen Sie vor:

  1. Sammeln Sie 20–30 typische Fragen aus E‑Mails, Telefonaten, Offerten.
  2. Clustern Sie nach Themen (z. B. Kosten, Dauer, Technik, Förderung).
  3. Schreiben Sie kurze, klare Antworten (3–6 Sätze) – ohne Werbesprache.
  4. Bauen Sie diese FAQ unten auf relevanten Leistungsseiten ein.

Beispiel-Frage:
„Wie lange dauert eine komplette Badsanierung in einer 4‑Zimmer-Wohnung in Zürich?“
Beispiel-Antwort:
„In den meisten Fällen dauert eine komplette Badsanierung in einer 4‑Zimmer‑Wohnung in Zürich zwischen 10 und 15 Arbeitstagen. Abhängig sind Dauer und Terminplan von Trocknungszeiten, Materialverfügbarkeit, Zusatzarbeiten wie Elektrik und der Koordination mit anderen Gewerken. In einem Vor-Ort-Termin klären wir diese Punkte und planen gemeinsam einen realistischen Zeitplan.“

Das ist exakt die Art von Text, die sich perfekt in KI-Antworten wiederfindet.

Schritt 4: Unternehmensprofile aktualisieren und ausbauen

Gehen Sie Ihr Google- und Bing-Profil durch und ergänzen Sie:

  • ausfĂĽhrliche Leistungsbeschreibung mit Ortsbezug
  • aktuelle Fotos von Baustellen und fertigen Projekten
  • Antworten auf häufige Fragen direkt im Profil
  • kurze Beiträge zu saisonalen Themen (z. B. „Heizungscheck vor dem Winter“, „Dachkontrolle nach starkem Schneefall im Engadin“)

Schritt 5: Bewertungen aktiv einholen

Machen Sie Bewertungen zum festen Teil Ihres Prozesses:

  • Nach jedem erfolgreich abgeschlossenen Projekt eine kurze Mail oder WhatsApp mit Bewertungslink schicken.
  • Auf der Rechnung freundlich auf die Möglichkeit zur Bewertung hinweisen.
  • Im persönlichen Gespräch klar sagen: „Bewertungen helfen uns enorm – ich freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrung kurz teilen.“

Viele Betriebe unterschätzen, wie stark KI-Systeme Sätze wie „sehr zuverlässiger Elektriker in Basel“ oder „Badumbau in Bern professionell umgesetzt“ in Bewertungen nutzen, um Empfehlungen auszusprechen.


5. Weniger Klicks, aber mehr Einfluss: So denken Sie Vertrieb neu

Ja, KI-Suchen werden dafür sorgen, dass weniger Menschen direkt auf Ihrer Website landen. Die Kaufabsicht verschwindet aber nicht – sie verlagert sich.

Ein Beispiel:

  • FrĂĽher: Nutzer klickt drei Websites an, vergleicht und ruft dann beim sympathischsten Betrieb an.
  • Heute: Nutzer bekommt von der KI zwei bis drei konkrete Vorschläge – mit Kurzbeschreibung, Region und Bewertungsniveau.

Wer vorne gelistet ist, hat den ersten Kontakt gewonnen, ohne dass der Kunde je die Website gesehen hat. Ihr Ziel verschiebt sich also von „mehr Sessions“ zu „häufiger als verlässliche Quelle genannt werden“ – egal ob im normalen Suchergebnis oder in KI-Antworten.

FĂĽr Marketing & Vertrieb heiĂźt das:

  • Website bleibt wichtig, aber primär als Fundament fĂĽr vertrauenswĂĽrdige Informationen.
  • Unternehmensprofile, Bewertungen und klar strukturierte Inhalte werden zu Vertriebsunterlagen fĂĽr KI-Systeme.
  • Klassische Kennzahlen wie „Sitzungen pro Monat“ verlieren an Bedeutung, wichtiger werden Anfragen, Offerten und Aufträge pro Monat.

Gerade in der Reihe „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“ sehen wir immer wieder: Betriebe, die früh akzeptieren, dass KI ein zusätzlicher Vertriebskanal ist, nicht nur eine technische Spielerei, gewinnen deutlich mehr qualifizierte Leads.


6. Nächste Schritte für Ihren Betrieb

Wer heute mit GEO bzw. SEO fĂĽr KI beginnt, sichert sich einen Vorsprung in einem Markt, in dem die meisten Handwerksbetriebe noch mit einer veralteten Web-Visitenkarte unterwegs sind.

Die Kernaussage lautet:

Lokale Sichtbarkeit + klare Inhalte + echte Kundenfragen = Relevanz fĂĽr KI-Suchen.

Wenn Sie nur eine kleine To-do-Liste aus diesem Artikel mitnehmen möchten, dann diese:

  1. Leistungsseiten mit Ortsbezug anlegen oder ĂĽberarbeiten.
  2. Mindestens 15–20 echte Kundenfragen als FAQ auf der Website integrieren.
  3. Google- und Bing-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen und aktuell halten.
  4. Aktiv Bewertungen einsammeln und beantworten.

Wer diese vier Punkte konsequent umsetzt, legt die Basis, um auch 2026 und darüber hinaus über Google, ChatGPT, Perplexity und andere KI-Suchsysteme gefunden zu werden – und aus dieser Sichtbarkeit echte Anfragen und Aufträge zu machen.

Die spannende Frage ist: Nutzen Sie KI-Suche als Risiko oder als Chance fĂĽr Ihren Vertrieb? Die Technik ist bereits da. Jetzt entscheidet, wer sie zuerst sinnvoll fĂĽr sein digitales Handwerk einsetzt.