Patentierte Radial-Zugverbinder von Rothoblaas verkürzen Montagezeiten im Holzbau, verbessern Brandschutz und Rückbau – ein Schlüsselbaustein für die Baustelle 4.0.
Schneller Holzbau: Wie Radial-Verbindungen Zeit sparen
2025 sind Montagezeiten im Holzbau zu einem harten Wirtschaftsfaktor geworden. Fachkräfte fehlen, Bauherren erwarten kurze Bauzeiten und die Kalkulationen sind extrem eng. Jede Stunde, die ein Kran länger auf der Baustelle steht, frisst Marge.
Genau hier setzt das patentierte Verbindungssystem Radial von Rothoblaas an: ein modularer Zugverbinder, der Holzbauteile mit nur einem Bolzen lösbar verbindet – unsichtbar, brandschutztechnisch günstig und mit hoher Toleranz bei der Montage. Klingt nach einem Detail? In der Praxis entscheidet so ein Detail oft darüber, ob ein Projekt wirtschaftlich läuft oder nicht.
In diesem Beitrag geht es darum, wie solche Verbindungssysteme die Baustelle 4.0 konkret nach vorne bringen – und warum vor allem Planer, ausführende Holzbauunternehmen und Projektentwickler das Thema gerade jetzt ernst nehmen sollten.
Warum Montagezeit im modernen Holzbau der kritische Hebel ist
Montagezeit ist im Holzbau längst nicht mehr nur ein organisatorisches Thema, sondern ein strategischer Stellhebel.
Drei Gründe, warum Zeit auf der Baustelle so teuer ist:
- Fachkräftemangel: Jeder zusätzliche Monteurtag ist schwer zu besetzen – und teuer.
- Geräte- und Logistikkosten: Kran, Bühne, Transport – alles läuft im Tagessatz.
- Termin- und Vertragsrisiken: Vertragsstrafen bei Verzögerungen sind inzwischen Standard.
Gerade im mehrgeschossigen Holzbau, in Aufstockungen und im seriellen Bauen spüren Unternehmen den Druck. Dort zählt, wie viele Elemente pro Tag sicher und fehlerfrei montiert werden können. Ein Verbindungssystem, das Zeit spart, ist deshalb kein „Nice-to-have“, sondern wird zum Produktivitätswerkzeug.
Rothoblaas setzt mit dem Radial-Zugverbinder genau hier an: Er reduziert die Anzahl der Arbeitsschritte auf der Baustelle und verschiebt Komplexität in die digitale Planung und die Vorfertigung – also dahin, wo Prozesse besser beherrschbar sind.
Wie das Radial-System funktioniert – und was es im Alltag bringt
Der Kern des Systems ist einfach: Holzbauteile werden über einen Bolzen verbunden, der jederzeit wieder lösbar ist. Die benötigten Aussparungen werden schon bei der Bearbeitung der Holzelemente eingefräst.
Wesentliche Eigenschaften des Radial-Systems
- Modularer Zugverbinder: Die Verbindung erfolgt über einen Bolzen, der Zugkräfte sicher abträgt.
- Demontierbar: Bauteile lassen sich wieder lösen, ohne zerstört zu werden.
- Unsichtbare Verbindung: Die Verbindung liegt verdeckt in eingefrästen Aussparungen.
- Hohe Montagetoleranz: Kleine Maßabweichungen und Bauungenaulichkeiten werden besser verziehen.
Was sich dadurch auf der Baustelle ändert
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Weniger Justierzeit: Statt aufwendiger Verschraubungen mit begrenzter Toleranz reicht das Einpassen der Elemente in vorbereitete Aussparungen und das Setzen des Bolzens. Das senkt die Zeit pro Anschluss deutlich.
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Mehr Sicherheit beim Fügen:
- Bauteile werden geführt und fixiert, bevor die eigentliche Verbindung hergestellt wird.
- Das reduziert riskante Situationen mit schwebenden Lasten und aufwendigen Zwischenabstützungen.
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Klarere Abläufe in der Vorfertigung:
- Die Fräsungen für das Radialkit werden bereits im Werk exakt eingebracht.
- Montagepersonal vor Ort muss kaum noch messen, ausrichten oder nacharbeiten.
Die Realität: Die Baustelle ist nie perfekt. Elemente sind minimal verzogen, Toleranzen summieren sich, der Bauherr ändert im letzten Moment etwas. Systeme mit hoher Montagetoleranz sind deshalb kein Luxus, sondern eine Form von Risikomanagement.
Unsichtbare Verbindung: Ästhetik, Brandschutz und Rückbau im Blick
Eine Verbindung, die man nicht sieht, ist weit mehr als ein optischer Bonus. Sie spielt eine Rolle bei Architektur, Brandschutz und Zirkularität.
Ästhetik: Sichtoberflächen ohne Kompromisse
Gerade im hochwertigen Holzbau – Büros, Schulen, Wohnprojekte oder Hybridbauten – sollen Sichtoberflächen ruhig, klar und technisch „aufgeräumt“ wirken.
Mit verdeckt liegenden Verbindern wie dem Radial-System lassen sich:
- hochwertige Sichtdecken und -wände ohne störende Stahlteile realisieren,
- Anschlüsse in Atrien, Auskragungen oder Galeriebereichen sauber lösen,
- Architektenwünsche nach „monolithischen“ Holzflächen besser erfüllen.
Brandschutz: Verdeckte Bauweise als technischer Vorteil
Verdeckte Verbindungsmittel haben im Holzbau beim Brandschutz einen handfesten Vorteil:
- Stahlteile sind im Brandfall geschützt, liegen nicht direkt in der heißen Luftschicht und werden von der Holzkohleschicht länger abgeschirmt.
- Das Tragverhalten bleibt länger erhalten, was bei mehrgeschossigen Gebäuden entscheidend ist.
In Genehmigungsprozessen punktet ein System, das tragende Verbindungen verdeckt und damit nachweislich länger funktionsfähig hält.
Rückbau und Kreislaufwirtschaft: Holzbau 2030 denken
Die deutsche und europäische Baupolitik schiebt das Thema zirkuläres Bauen spürbar an. Für den Holzbau ist das eine große Chance – vorausgesetzt, die Konstruktion lässt sich trennen, ohne zerstört zu werden.
Demontierbare Verbinder wie Radial unterstützen:
- sortenreinen Rückbau von Bauteilen,
- Wiederverwendung von Trägern, Stützen oder Wänden,
- flexible Umnutzung von Gebäuden (z.B. Umbau von Büros zu Wohnungen).
Wer heute plant, sollte ehrlich sein: Ein Gebäude, das sich nicht zerstörungsarm zurückbauen lässt, wird in 20–30 Jahren ein Kostenrisiko. Lösbare Verbindungen sind deshalb ein Baustein für zukunftssichere Gebäude.
Einsatzbereiche: Von BSP-Wand bis Holz-Stahl-Gerberträger
Das Radial-System ist nicht auf einen einzigen Anwendungsfall beschränkt. Es wurde ausdrücklich für unterschiedliche Holz- und Hybridkonstruktionen entwickelt.
Kompatible Holzwerkstoffe
Laut Produktbeschreibung eignet sich das System für:
- BSP (Brettsperrholz / CLT)
- LVL (Laminated Veneer Lumber)
- Brettschichtholz (BSH)
- Massivholz
Damit deckt es den Großteil der tragenden Holzbausysteme im modernen Hoch- und Ingenieurholzbau ab.
Typische Anwendungsfälle auf der Baustelle
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Wand-zu-Wand- und Wand-zu-Decke-Verbindungen
- Geschossweise Montage von BSP-Elementen
- Aussteifende Wandscheiben mit lösbaren Anschlüssen
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Träger- und Pfostenverbindungen
- Anschluss von BSH-Trägern an Stützen
- Rahmenkonstruktionen im Hallenbau oder Gewerbebau
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Holz-Stahl-Konstruktionen
- Gerberträger mit definiertem Gelenk- oder Momentenverhalten
- gelenkige Verbindungen in hybriden Tragwerken
Gerade Hybridlösungen – Holz-Stahl oder Holz-Beton – profitieren stark von klar definierten, industriell erprobten Verbindersystemen. Sie reduzieren den Planungsaufwand im Detail und erleichtern die Berechnung und Bemessung.
Praxisnutzen für unterschiedliche Zielgruppen im Bauprozess
Nicht jeder auf dem Projekt hat die gleiche Brille auf. Radial-Verbindungen spielen für Planer, ausführende Unternehmen und Projektentwickler eine jeweils etwas andere Rolle.
Für Planer und Tragwerksplaner
- Standardisierbarkeit: Wiederkehrende Anschlussdetails mit einem System.
- Integrationsfähigkeit: Gute Anbindung an BIM-Modelle und CNC-Fertigung.
- Nachweisführung: Klare Kennwerte und Bemessungsgrundlagen erleichtern die statische Berechnung.
Tragwerksplaner können damit saubere, wiederholbare Anschlussfamilien definieren, was die Planungsqualität erhöht und Fehlerquellen reduziert.
Für Holzbauunternehmen und Montagekolonnen
- Weniger Improvisation auf der Baustelle: Die Fräsungen kommen bereits aus dem Werk, der Anschluss ist klar definiert.
- Geringerer Werkzeug- und Schraubenaufwand: Ein Bolzen statt eines „Schraubenwaldes“.
- Schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeiter: Standardisierte Abläufe statt komplexer Sonderlösungen.
In der Praxis heißt das: Kolonnen schaffen mehr Anschlüsse pro Tag, die Fehlerquote sinkt und der Koordinationsaufwand mit der Planung wird kleiner.
Für Projektentwickler und Bauherren
- Planbare Bauzeiten: Höhere Vorfertigungstiefe und verlässliche Montageabläufe.
- Höhere Wertstabilität: Gebäude sind anpassungsfähiger und rückbaubar.
- Besseres ESG-Storytelling: Lösbare Verbindungen zahlen auf Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz ein.
Wer Holzbauprojekte finanziert oder vermarktet, kann dem Kapitalmarkt klarer vermitteln, warum das Gebäude technisch und ökologisch zukunftsfähig ist.
Integration in die „Baustelle 4.0“: Verbindungssysteme und KI
Die Kampagne „KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0“ zielt darauf, digitale und physische Innovationen zusammenzuführen. Verbindungssysteme wie Radial sind dafür erstaunlich gut geeignet.
Wie passt das zusammen?
- Digitale Detailbibliotheken: Radial-Details lassen sich als BIM-Objekte hinterlegen und durch KI-gestützte Tools automatisch an wiederkehrenden Stellen im Modell platzieren.
- Montageoptimierung mit KI: Algorithmen können Montageabfolgen simulieren und so die Position und Art der Verbinder optimieren, z.B. für Kranstandorte oder Taktplanung.
- Qualitätssicherung: KI-gestützte Baustellen-Apps (Bild- oder Punktwolkenanalyse) können prüfen, ob die vorgesehenen Verbinder an den richtigen Stellen sitzen.
Die Realität ist: Ohne physische Systeme, die standardisiert, digital abbildbar und industriell verfügbar sind, bleibt KI im Bau vage. Verbindungsmittel wie der Radial-Zugverbinder schaffen die Grundlage, damit digitale Werkzeuge überhaupt präzise arbeiten können.
Wie Sie Radial & Co. sinnvoll im eigenen Unternehmen einführen
Wer von klassischen Schraub- und Stahlwinkel-Lösungen auf ein System wie Radial umsteigen möchte, sollte strukturiert vorgehen.
Pragmatischer 5-Schritte-Ansatz:
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Pilotprojekt auswählen
- überschaubare Gebäudegröße
- klar definierte Tragstruktur
- motiviertes Planungsteam
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Standarddetails definieren
- zusammen mit Tragwerksplaner, Fertigung und Montage
- maximale Wiederholung der Anschlüsse im Projekt anstreben
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Digitale Vorlagen anlegen
- BIM-Familien / CAD-Details erstellen
- CNC-Programme für die Fräsungen prüfen und freigeben
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Montage-Teams schulen
- kurze, praxisnahe Einweisung direkt am Pilotprojekt
- Checklisten für Anschlüsse erstellen
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Projekt auswerten
- Montagezeiten messen und dokumentieren
- Feedback von Baustelle und Planung auswerten
- Standard für weitere Projekte ableiten
Wer diesen Weg geht, wird schnell merken: Der größte Hebel liegt nicht im Einzelprodukt, sondern in der Konsequenz der Standardisierung.
Fazit: Verbindungssysteme als stiller Motor der Baustelle 4.0
Rothoblaas zeigt mit dem Radial-Zugverbinder, wie ein scheinbar kleines Bauteil gleich mehrere große Themen adressiert: Montagegeschwindigkeit, Sicherheit, Ästhetik, Brandschutz und Rückbau. Genau diese Kombination macht das System für den modernen Holzbau spannend.
Die deutsche Bauindustrie steht vor der Aufgabe, schneller, ressourcenschonender und digitaler zu bauen. KI, BIM und automatisierte Fertigung sind nur dann wirklich wirksam, wenn die physische Bauweise dazu passt. Standardisierte, demontierbare Verbindungen wie Radial sind dafür ein wichtiger Baustein.
Wer jetzt beginnt, solche Systeme konsequent in Planung, Vorfertigung und Montage einzubauen, verschafft sich einen realen Wettbewerbsvorteil – nicht nur bei den Bauzeiten, sondern auch bei ESG, Zirkularität und der Vermarktung moderner Holzbauprojekte.
Die Frage ist weniger, ob der Holzbau in Richtung lösbarer, standardisierter Verbinder gehen wird – sondern wer früh genug lernt, sie produktiv einzusetzen.