Nachhaltigkeitsberichterstattung 2025: Was Unternehmen jetzt in Hamburg erwartet

KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche LeitfadenBy 3L3C

CSRD, CSDDD und EU-Taxonomie verändern 2025 die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Was die Omnibus-Verordnung bedeutet und wie Sie Ihr Unternehmen jetzt vorbereiten.

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Nachhaltigkeitsberichterstattung 2025: Was Unternehmen jetzt in Hamburg erwartet

Am 03.04.2025 treffen sich in Hamburg Entscheider:innen aus Unternehmen, Finanzwelt und Beratung, um über ein Thema zu sprechen, das vielen längst den Schlaf raubt: Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD, CSDDD und EU-Taxonomie. Die neue Omnibus-Verordnung bündelt diese Regelwerke – und macht Nachhaltigkeit endgültig zum Pflichtprogramm statt zur Imagefrage.

Die meisten Unternehmen merken es gerade sehr konkret: Excel-Listen, Einzelprojekte und „Nebenbei-Reporting“ reichen nicht mehr. Wer 2025 und 2026 erstmalig nach CSRD berichtet, steht unter massivem Zeit- und Qualitätsdruck. Genau hier setzt der exklusive ESG-Talk in der PwC-Niederlassung Hamburg mit Prof. Alexander Bassen an – und genau darum geht es in diesem Beitrag: Was bedeutet die neue Regulatorik praktisch, wo liegen die größten Fallstricke und wie bereiten Sie Ihr Unternehmen sinnvoll vor?

Dieser Artikel fasst nicht nur den Anlass der Veranstaltung zusammen, sondern bietet einen praxisnahen Überblick: von der Omnibus-Verordnung über konkrete Umsetzungsschritte bis hin zu Chancen für Strategie, Finanzierung – und für Branchen wie die deutsche Modeindustrie.

1. Warum die Omnibus-Verordnung ein Wendepunkt ist

Die Omnibus-Verordnung ist mehr als ein weiteres EU-Regelwerk. Sie bündelt zentrale Nachhaltigkeitsanforderungen, die direkt in das Geschäftsmodell eingreifen:

  • CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) – Pflicht zur erweiterten, standardisierten Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) – Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Wertschöpfungskette
  • EU-Taxonomie-Verordnung – Klassifizierung, was als ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeit gilt

Für viele Unternehmen in Deutschland, insbesondere im Mittelstand, bedeutet das:

Nachhaltigkeit wird zur Prüfungs- und Berichtspflicht auf Augenhöhe mit der Finanzberichterstattung.

Was ändert sich konkret?

Kurz gesagt: Umfang, Tiefe und Verbindlichkeit.

  • Berichtsumfang steigt deutlich, inklusive ESRS-Standards (European Sustainability Reporting Standards)
  • Doppelte Wesentlichkeit wird Pflicht: finanzielle und Impact-Perspektive
  • Nachhaltigkeitsinformationen werden prüfpflichtig
  • Daten müssen systematisch, nachvollziehbar und auditierbar sein

Wer bisher ein schlankes NFRD- bzw. nichtfinanzielles Reporting hatte, erlebt 2025/2026 einen Realitätsschock, wenn diese Anforderungen nicht frühzeitig organisatorisch, prozessual und technisch verankert werden.

2. CSRD-Praxis: Was Unternehmen aus der ersten Berichtswelle lernen

Die ersten Unternehmen, die 2025 nach CSRD berichten, liefern etwas sehr Wertvolles: Lessons Learned aus der Praxis. Genau solche Einblicke sind Thema beim ESG-Talk in Hamburg.

Aus Projekten und ersten Erfahrungsberichten zeichnen sich fünf wiederkehrende Muster ab:

2.1 Die doppelte Wesentlichkeit wird unterschätzt

Viele starten zu spät oder zu oberflächlich in die Wesentlichkeitsanalyse. Die Folge:

  • Themen werden zu breit oder zu eng definiert
  • Relevante Stakeholder werden nicht einbezogen
  • Später in der Prüfung gibt es Diskussionen über Herleitung und Methodik

Besser ist ein klar strukturierter Ansatz:

  1. Stakeholder-Landkarte erstellen
  2. Wirkungs- und Finanzperspektive getrennt analysieren
  3. Quantitative und qualitative Kriterien kombinieren
  4. Dokumentation so anlegen, dass sie prüfbar ist

2.2 Datenqualität ist der Engpass

Der schwierigste Teil ist selten die Strategie. Der Engpass sind Daten:

  • Scope-3-Emissionen beruhen auf Schätzungen statt belastbaren Daten
  • Lieferantendaten fehlen oder sind in unterschiedlichen Formaten vorhanden
  • Systeme für Finanz- und Nachhaltigkeitsdaten sind nicht integriert

Wer hier nur manuell arbeitet, scheitert ab einer gewissen Komplexität. Unternehmen, die früh auf zentrale ESG-Datenplattformen und automatisierte Schnittstellen setzen, sind deutlich schneller berichtsfähig – und reduzieren Prüfungsaufwände.

2.3 Zusammenarbeit von Finance, Nachhaltigkeit und IT ist Pflicht

CSRD-Projekte, die bei einer Einzelperson oder einem kleinen Nachhaltigkeitsteam hängenbleiben, laufen fest. Erfolgreiche Unternehmen setzen auf:

  • ein interdisziplinäres Kernteam (Finance, Nachhaltigkeit, Controlling, Recht, Einkauf, IT)
  • einen klaren Projektplan mit Meilensteinen
  • Management-Sponsoring auf Vorstandsebene

Die Realität: Unternehmen, die das Thema strukturiert wie eine IFRS-Umstellung behandeln, sind im Vorteil.

3. Strategische Chancen statt reiner Compliance-Pflicht

Ja, die neue Nachhaltigkeitsberichterstattung ist aufwändig. Aber wer sie nur als lästige Pflichterfüllung sieht, verschenkt Potenzial. CSRD, CSDDD und EU-Taxonomie zwingen zu einer Klarheit, die strategisch wertvoll ist.

3.1 Besserer Zugang zu Kapital und Kunden

Banken, Investoren und Großkunden orientieren sich zunehmend an ESG-Kennzahlen:

  • Kreditkonditionen hängen verstärkt an Nachhaltigkeitsratings
  • Investoren fordern belastbare ESG-Daten und Taxonomie-Quoten
  • Große Auftraggeber verlangen von Lieferanten konkrete Nachhaltigkeitsnachweise

Ein robustes Reporting ist damit direkt geschäftsrelevant – wer hier überzeugt, verbessert seine Position im Wettbewerb.

3.2 Effizienzgewinne im operativen Geschäft

Im Zuge der Berichterstattung werden Datenströme, Prozesse und Zuständigkeiten neu geordnet. Unternehmen, die das konsequent nutzen, profitieren von:

  • klareren Verantwortlichkeiten entlang der Wertschöpfungskette
  • Identifikation von Ressourcen- und Energieeinsparpotenzialen
  • besserem Risikomanagement, z.B. bei Lieferkettenunterbrechungen

Diese Effekte sind messbar – viele Unternehmen berichten bereits von sinkenden Energie- und Materialkosten, sobald Nachhaltigkeitskennzahlen regelmäßig gesteuert werden.

3.3 Spezieller Blick auf die deutsche Modebranche

Gerade in der deutschen Mode- und Textilbranche treffen CSRD und CSDDD empfindliche Punkte:

  • komplexe, internationale Lieferketten
  • hohe soziale Risiken (Arbeitsbedingungen, Löhne, Arbeitssicherheit)
  • Umweltbelastung durch Materialien, Chemikalien und Logistik

Die gute Nachricht: Nachhaltigkeitsberichterstattung kann hier zum echten Differenzierungsmerkmal werden.

Beispiele, wo sich Nachhaltigkeit und Innovation sinnvoll verbinden:

  • Einsatz von KI zur Transparenz in Lieferketten (Lieferantendaten, Auditberichte, Zertifikate)
  • Produktpass mit Informationen zu Material, Herkunft und Recyclingfähigkeit
  • datenbasierte Sortimentssteuerung, um Überproduktion und Retouren zu verringern

Unternehmen, die heute saubere ESG-Daten und klare Geschichten zu People & Planet vorweisen können, sind für Handelspartner, Plattformen und Kund:innen hoch attraktiv.

4. So bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die Berichtspflichten vor

Wer 2025/2026 berichtspflichtig ist, braucht jetzt kein weiteres Whitepaper, sondern einen klaren Fahrplan. Im Kern geht es um fünf Schritte.

4.1 Reifegradanalyse: Wo stehen Sie wirklich?

Bevor Sie neue Tools einkaufen, brauchen Sie ein ehrliches Bild:

  • Welche Berichte und Kennzahlen existieren schon?
  • Welche Datenquellen nutzen Sie derzeit (ERP, HR, Energiemanagement, Einkauf)?
  • Wo gibt es bereits Governance-Strukturen (Richtlinien, Gremien, Freigabeprozesse)?

Ein kompakter Reifegradcheck spart später Monate an Nacharbeit.

4.2 Wesentlichkeitsanalyse professionell aufsetzen

Nutzen Sie die doppelte Wesentlichkeit nicht als Pflichtübung, sondern als Kompass:

  • Machen Sie die Geschäftsstrategie zum Ausgangspunkt – welche Nachhaltigkeitsthemen sind dafür entscheidend?
  • Binden Sie zentrale Stakeholder ein: Mitarbeitende, Lieferanten, Investoren, Kund:innen
  • Dokumentieren Sie Methoden, Kriterien und Entscheidungen prüfungssicher

Das Ergebnis sollte nicht nur eine schöne Matrix sein, sondern klare Prioritäten für Ziele, Kennzahlen und Maßnahmen liefern.

4.3 Daten- und Systemarchitektur definieren

Die entscheidende Frage lautet: Wo liegen welche ESG-Daten – und wie kommen sie zuverlässig in den Bericht?

Praktische Ansatzpunkte:

  • Datenquellen systematisch erfassen und Verantwortliche benennen
  • „Single Point of Truth“ für ESG-Daten definieren (Datenplattform, Data Warehouse)
  • Automatisierungsgrad schrittweise erhöhen (Schnittstellen statt manueller Exporte)
  • Frühzeitig prüfen, wie Prüfungssicherheit hergestellt wird (Nachvollziehbarkeit, Versionierung)

Gerade in der Modebranche oder anderen Konsumgüterbranchen kann KI helfen, große unstrukturierte Datenmengen (z.B. Lieferantenreports, Zertifikate) zu strukturieren.

4.4 Governance und Rollen klären

CSRD funktioniert nicht als Nebenjob der Nachhaltigkeitsabteilung. Sinnvolle Rollenmodelle sehen z.B. so aus:

  • CSRD-Projektleitung (zentrale Koordination)
  • Themenverantwortliche für Klima, Umwelt, Soziales, Governance
  • Daten-Owner in den Fachbereichen
  • Finance als Sparringspartner für Materialität, Kennzahlen, Prüfungslogik

Je klarer Rollen und Entscheidungswege sind, desto stabiler wird das Reporting – und desto weniger Überraschungen gibt es in der Abschlussprüfung.

4.5 Kommunikation und Change ernst nehmen

Transparenz über Risiken und Defizite gehört zum Kern von ESG-Reporting. Viele Vorstände haben davor Respekt, verständlicherweise. Trotzdem wirkt eine ehrliche, konsistente Kommunikation langfristig vertrauensbildend.

Praktische Tipps:

  • Frühzeitig intern erklären, warum sich Prozesse ändern
  • Führungskräfte inhaltlich befähigen, ESG-Themen zu vertreten
  • Externe Kommunikation nicht nur auf Erfolge, sondern auch auf Fortschritte und Lernkurven ausrichten

5. Warum sich der ESG-Talk in Hamburg besonders lohnt

Der exklusive Talk zur Nachhaltigkeitsberichterstattung am 03.04.2025 um 17:00 Uhr in der PwC-Niederlassung Hamburg ist kein klassisches Frontal-Seminar, sondern eine Gelegenheit, Strategie, Praxis und Regulatorik direkt zusammenzubringen.

Was Teilnehmende konkret mitnehmen können:

  • Aktuelle Einordnung der Omnibus-Verordnung und ihrer Wechselwirkungen mit CSRD, CSDDD und EU-Taxonomie
  • Erfahrungsberichte aus ersten CSRD-Projekten: Was hat funktioniert, was nicht?
  • Praktische Umsetzungsansätze für Prozesse, Governance und IT
  • Austausch mit Fachkolleg:innen und Expert:innen, inkl. Best Practices und Benchmarks

Gerade für Unternehmen aus Norddeutschland – von Logistik bis Handel, von Industrie bis Mode – bietet der Talk die Chance, sich frühzeitig zu vernetzen und voneinander zu lernen, statt jede Hürde allein zu nehmen.

Wer die Berichtspflichten nicht nur erfüllen, sondern für Wachstum, Finanzierung und Markenprofil nutzen will, gewinnt dort wertvolle Impulse.

6. Nächste Schritte: Vom Projekt zur dauerhaften Stärke

Nachhaltigkeitsberichterstattung wird nicht wieder verschwinden. Sie entwickelt sich weiter – mit neuen Detailanforderungen, verschärften Prüfungen und wachsendem Erwartungsdruck von Markt und Gesellschaft.

Das bedeutet für Unternehmen:

  • Einmalige CSRD-Projekte reichen nicht, ESG muss Teil der Unternehmenssteuerung werden.
  • Wer frühzeitig robuste Strukturen schafft, senkt langfristig Kosten und Risiken.
  • Branchen wie die deutsche Modeindustrie können durch Transparenz und Innovation echte Wettbewerbsvorteile aufbauen.

Wenn Sie 2025 oder 2026 berichtspflichtig werden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Weichen zu stellen – fachlich, organisatorisch und technologisch. Der ESG-Talk in Hamburg ist dafür ein sinnvoller Baustein: kompakt, praxisnah und mit direkter Anbindung an aktuelle regulatorische Entwicklungen.

Die Frage ist nicht mehr, ob Sie Nachhaltigkeit berichten. Die Frage ist, wie gut Sie es tun – und ob Ihr Unternehmen aus der Pflicht eine Stärke macht.

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