Nachhaltig planen mit BIM: Vom Buzzword zur Praxis

KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche LeitfadenBy 3L3C

Nachhaltig planen mit BIM: Wie Allplans neuer Leitfaden Büros hilft, CO₂, Kosten und Qualität über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden im Griff zu behalten.

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Nachhaltig planen mit BIM: Vom Buzzword zur Praxis

Die deutsche Bauindustrie steht unter massivem Druck: Gebäude verursachen rund 30–40 % der CO₂-Emissionen, Baustoffpreise schwanken, Fachkräfte fehlen – und gleichzeitig steigen die Anforderungen aus GEG, EU-Taxonomie und ESG-Reporting. Viele Büros reagieren darauf mit mehr Excel-Tabellen, Ad-hoc-Tools und manuellen Checks. Meist mit begrenztem Erfolg.

Hier kommt Building Information Modeling (BIM) ins Spiel – nicht als Trendbegriff, sondern als Arbeitsmethode, mit der sich Nachhaltigkeit messbar, prüfbar und steuerbar machen lässt. Genau an diesem Punkt setzt das neue E-Book von Allplan „Nachhaltig planen mit BIM: Das Erfolgsrezept“ an. Es bündelt Strategien, Workflows und Checklisten, mit denen Planungsteams ihre Projekte konsequent auf Klimaschutz trimmen können.

In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie nachhaltiges Planen mit BIM konkret funktioniert, was der Leitfaden von Allplan dazu beiträgt – und wie Sie die Inhalte direkt in Ihren Alltag als Architekt:in, Ingenieur:in oder Projektleiter:in auf der Baustelle 4.0 übertragen können.

Warum nachhaltiges Planen ohne BIM kaum noch funktioniert

Nachhaltigkeit im Bau ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein knallharter Wettbewerbs- und Wirtschaftsfaktor. Wer das ignoriert, verliert Aufträge, Förderungen und langfristig den Anschluss.

Der Kernpunkt: Nachhaltige Gebäude lassen sich nur dann seriös planen, wenn deren gesamter Lebenszyklus digital abgebildet und ausgewertet werden kann. Genau das leistet BIM.

Typische Probleme in der Praxis

Ohne digitale, modellbasierte Arbeitsweise entstehen immer wieder dieselben Stolpersteine:

  • Ökobilanz und CO₂-Berechnung starten viel zu spät – meist erst in der Ausführungsplanung.
  • Materialentscheidungen werden nach Bauchgefühl getroffen, nicht datenbasiert.
  • Variantenvergleiche dauern ewig, weil jede Änderung manuell nachgerechnet werden muss.
  • Kommunikation zwischen Architektur, TGA, Tragwerk und Bauherrschaft ist fragmentiert.

Die Folge: Nachhaltigkeitsziele werden im Projektverlauf weichgespült oder ganz fallengelassen, weil „die Zeit nicht reicht“ oder „die Daten fehlen“.

Was BIM hier anders macht

BIM bringt zwei Dinge zusammen, die für nachhaltiges Bauen entscheidend sind:

  1. Zentrale Datenbasis: Alle relevanten Bauteile, Materialien und Mengen liegen im Modell vor.
  2. Standardisierte Workflows: Auswertungen, Simulationen und Checks können automatisiert werden.

Wenn diese Basis steht, können Planer:innen frühzeitig:

  • CO₂-Emissionen verschiedener Entwurfsvarianten vergleichen
  • Rückbau- und Recyclingfähigkeit berücksichtigen
  • Betriebskosten und Energiebedarf realistisch abschätzen
  • Förderkriterien, DGNB/BNB, EU-Taxonomie etc. besser adressieren

Genau hier setzt der Allplan-Leitfaden an und zeigt, wie sich diese Potenziale strukturiert nutzen lassen.

Lebenszyklusbasierte Nachhaltigkeitsstrategien: Was wirklich zählt

Nachhaltig planen mit BIM heißt in erster Linie: über den gesamten Lebenszyklus denken – von der Idee bis zum Rückbau. Der Leitfaden von Allplan strukturiert diesen Ansatz und liefert passende Checklisten für jede Phase.

Von der frühen Phase bis zum Rückbau

Für eine lebenszyklusorientierte Strategie braucht es klare Fragen in jeder Projektstufe:

  • Vor- und Entwurfsplanung
    Welche Grundsatzentscheidungen (Standort, Kubatur, Tragwerkssystem, Bauweise) bestimmen 80 % der späteren Umweltauswirkungen?

  • Genehmigungs- und Ausführungsplanung
    Wie werden konkrete Materialien ausgewählt, optimiert und mit Ökobilanzdaten verknüpft?

  • Bauausführung und Übergabe
    Wie wird sichergestellt, dass das gebaute Objekt den geplanten Nachhaltigkeitskennzahlen tatsächlich entspricht?

  • Nutzung, Sanierung, Rückbau
    Sind Informationen für Betrieb, Instandhaltung und spätere Demontage digital verfügbar?

Mit BIM lassen sich diese Fragestellungen nicht nur theoretisch beantworten, sondern im Modell abbilden und regelmäßig überprüfen.

Konkrete Strategien, die BIM unterstützt

In vielen Büros funktionieren vor allem diese Ansätze gut:

  • Materialwahl mit CO₂-Fokus:
    Bauteile im BIM-Modell werden mit Umweltproduktdeklarationen (EPD) verknüpft. So sehen Sie direkt, wie sich das Austauschen eines Materials auf die Gesamtbilanz auswirkt.

  • Graue Energie transparent machen:
    BIM-basierte Mengen als Grundlage für Ökobilanz-Rechner nutzen – nicht erst am Ende, sondern iterativ im Entwurf.

  • Sanierung statt Abriss:
    Bestandsmodelle (Scan-to-BIM) helfen, die Potenziale für Renovierung und Umnutzung sauber zu quantifizieren – ein echter Hebel für Ressourcenschonung.

  • Zirkuläres Bauen:
    Informationen über Demontierbarkeit, Wiederverwendung und Recyclingfähigkeit werden als Eigenschaften im Bauteil gespeichert und bleiben über Jahrzehnte verfügbar.

Der Leitfaden „Nachhaltig planen mit BIM“ beschreibt genau solche lebenszyklusorientierten Strategien – und gibt Checklisten an die Hand, damit kein Aspekt untergeht.

Digitale Tools und BIM in der Praxis: So entsteht ökologischer und wirtschaftlicher Mehrwert

Der Satz von Allplan-Manager Eduardo Lazzarotto bringt es auf den Punkt:

„Dieses E-Book gibt Fachleuten eine fundierte Grundlage an die Hand, um digitale Prozesse gezielt zu optimieren – und so ökologischen wie wirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen.“

Nachhaltigkeit wird oft nur mit Mehrkosten verbunden. In der Praxis zeigen BIM-Projekte aber, dass sich ökologische Qualität und Wirtschaftlichkeit sehr gut verbinden lassen – wenn Prozesse klug digitalisiert werden.

Wo digitale Tools den Unterschied machen

In BIM-basierten Projekten entstehen messbare Vorteile vor allem in diesen Bereichen:

  • Effizientere Planung:
    Wiederholbare Workflows, Vorlagen und automatisierte Auswertungen reduzieren Planungsaufwand und Fehlerrisiken.
  • Reduzierte Nachträge und Konflikte:
    Kollisionsprüfungen, konsistente Daten und transparente Modelle senken das Risiko teurer Planungsfehler.

  • Besser kalkulierbare Kosten:
    Mengen aus dem Modell sind aktueller und genauer als manuelle Listen. Das stabilisiert Budgets und unterstützt ESG-konforme Investitionsentscheidungen.

  • Nachweisfähige Nachhaltigkeit:
    Kennzahlen für CO₂, Energie, Materialien und Flächen lassen sich sauber dokumentieren – Grundlage für Zertifizierungen und Berichtspflichten.

Wer an Baustelle 4.0 denkt, muss deshalb beides zusammendenken: BIM als digitale Planungsbasis und intelligente Tools, Plattformen und Apps, die Baustelle und Büro verbinden.

Praxisnahe Workflows aus dem Allplan-Leitfaden

Das E-Book von Allplan liefert laut Ankündigung:

  • praxisnahe Fallstudien – also konkrete Projekte, bei denen BIM für Nachhaltigkeit genutzt wurde
  • bewährte Arbeitsabläufe – etwa für Variantenvergleiche, Mengenermittlung oder Ökobilanz-Auswertungen
  • Schritt-für-Schritt-Anleitungen – hilfreich für Büros, die BIM strukturiert einführen oder ausbauen wollen

Ich habe über die Jahre gesehen: Teams, die klare Workflows und Vorlagen nutzen, bringen BIM-Projekte deutlich ruhiger und planbarer über die Bühne als Teams, die „irgendwie modellbasiert“ arbeiten. Genau dieser Übergang von „BIM als Software“ zu „BIM als Methode“ macht den Unterschied.

Checklisten für jede Phase: So setzen Sie nachhaltiges BIM sofort um

Theorie ist das eine – der Druck im Alltag eines Planungsbüros das andere. Checklisten helfen, den Überblick zu behalten und Routinen zu etablieren. Der Leitfaden von Allplan stellt solche Listen für alle Lebenszyklusphasen bereit; Sie können das Konzept leicht auf Ihre eigenen Projekte übertragen.

Beispiel: Checkliste für die frühe Entwurfsphase

Eine praxistaugliche BIM-Nachhaltigkeits-Checkliste für die Entwurfsphase könnte u.a. enthalten:

  • Zieldefinition mit Auftraggeber: Welche Nachhaltigkeitsziele sind verbindlich?
  • Festlegen der Kennzahlen (CO₂/m², Energiebedarf, A/V-Verhältnis, Materialmix etc.)
  • BIM-Abwicklungsplan (BAP) um Nachhaltigkeitsthemen erweitern
  • Variantenmodellierung mit Fokus auf:
    • Kubatur und Kompaktheit
    • Tragwerkssystem (Holz, Hybrid, Stahl-Beton)
    • Fassadenaufbau und Fensteranteile
  • Frühzeitige Abschätzung von:
    • grauer Energie
    • Betriebsenergie
    • Rückbau- und Recyclingpotenzial

Mit einem sauberen BIM-Modell können diese Punkte nicht nur abgehakt, sondern quantitativ belegt werden.

Wie Sie den Allplan-Leitfaden gezielt nutzen können

Wenn Sie das E-Book einsetzen, lohnt sich ein strukturierter Ansatz:

  1. Pilotprojekt auswählen
    Nicht mit dem komplexesten Großprojekt starten, sondern mit einem überschaubaren Bauvorhaben, z.B. einem Mehrfamilienhaus oder Bürogebäude mittlerer Größe.

  2. Team einbinden
    Leitfaden kurz im Team vorstellen, Rollen und Verantwortlichkeiten festlegen. Wer kümmert sich um Modellstruktur, wer um Ökobilanz, wer um Dokumentation?

  3. Checklisten anpassen
    Die im E-Book enthaltenen Listen auf die eigenen Standards und CAD/BIM-Richtlinien zuschneiden. Nichts 1:1 übernehmen, sondern bewusst vereinfachen oder ergänzen.

  4. Lessons Learned dokumentieren
    Nach dem Pilotprojekt festhalten, welche Schritte gut funktioniert haben und wo nachgeschärft werden muss.

So wird aus einem E-Book kein weiteres PDF im Dateiablage-Friedhof, sondern ein echter Baustein Ihrer BIM- und Nachhaltigkeitsstrategie.

Baustelle 4.0: Wie KI und BIM Nachhaltigkeit zusammenbringen

Die Kampagne „KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0“ zielt genau auf diesen Punkt: Daten, die im BIM-Modell entstehen, sind die Grundlage für künstliche Intelligenz im Bau.

Wer sauber modelliert und Nachhaltigkeitsdaten strukturiert erfasst, kann KI nutzen, um zum Beispiel:

  • Materialvarianten hinsichtlich CO₂, Kosten und Verfügbarkeit automatisch zu vergleichen
  • Risiken für Kostenüberschreitungen oder Terminverzug früh zu erkennen
  • Wartungs- und Instandhaltungsstrategien datenbasiert zu optimieren

Der Allplan-Leitfaden ist damit mehr als ein Sustainability-How-to. Er ist ein Einstieg in eine datengestützte, KI-fähige Planungskultur, in der Nachhaltigkeit nicht mehr zusätzlich „draufgesattelt“ wird, sondern integraler Bestandteil jedes Projekts ist.

Wer heute beginnt, BIM-Strukturen und Nachhaltigkeits-Workflows konsequent aufzubauen, legt damit die Basis für echte Baustelle 4.0 – statt nur über digitale Transformation zu reden.

Fazit: Nachhaltig planen mit BIM – jetzt den nächsten Schritt gehen

Nachhaltig planen mit BIM ist kein Zukunftsprojekt mehr, sondern eine direkte Antwort auf die aktuellen Anforderungen von Gesetzgeber, Bauherrschaft und Gesellschaft. Der neue Allplan-Leitfaden „Nachhaltig planen mit BIM: Das Erfolgsrezept“ bietet dafür eine strukturierte Grundlage: lebenszyklusbasierte Strategien, digitale Workflows, praxisnahe Beispiele und Checklisten für jede Projektphase.

Wer BIM bereits einsetzt, kann mit den Inhalten gezielt die Nachhaltigkeitsdimension nachschärfen. Wer noch am Anfang steht, bekommt eine klare Orientierung, wie Modellaufbau, Datenstruktur und Prozessdesign aussehen sollten, um ökologische und wirtschaftliche Ziele gleichzeitig zu erreichen.

Mein Rat: Suchen Sie sich ein konkretes Projekt, definieren Sie ambitionierte, aber realistische Nachhaltigkeitsziele – und nutzen Sie den Leitfaden als Werkzeugkasten. Die Frage ist nicht mehr, ob BIM für nachhaltiges Bauen nötig ist, sondern nur noch, wie schnell Sie Ihr Büro und Ihre Projekte darauf ausrichten.

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