Nachhaltig planen mit BIM wird 2026 zur Pflicht. Der Beitrag zeigt, wie der Allplan-Leitfaden mit Checklisten, Workflows und Lebenszyklusstrategien dabei hilft.
Warum nachhaltiges Planen mit BIM jetzt zur Pflicht wird
2040 sollen in Deutschland laut Klimaschutzgesetz nahezu alle Gebäude klimaneutral betrieben werden. Gleichzeitig ächzt die Bauindustrie unter Fachkräftemangel, Termin- und Kostendruck. Genau an dieser Stelle setzt das neue E-Book von Allplan „Nachhaltig planen mit BIM: Das Erfolgsrezept“ an – und trifft den Nerv der Zeit.
Hier geht es nicht nur um ein weiteres Marketing-PDF, sondern um eine konkrete Antwort auf drei sehr deutsche Fragen:
- Wie schaffe ich ESG- und Taxonomie-Konformität, ohne mein Büro lahmzulegen?
- Wie halte ich Termine und Budgets bei komplexen Nachhaltigkeitsanforderungen?
- Wie nutze ich BIM und digitale Tools so, dass es sich wirtschaftlich rechnet?
In diesem Beitrag zeige ich, was hinter dem Allplan-Leitfaden steckt, welche Strategien wirklich tragen – und wie Sie 2026 ganz pragmatisch nachhaltiger planen können, ohne Ihr komplettes Büro umzubauen.
1. Nachhaltigkeit im Lebenszyklus denken – nicht nur im Energieausweis
Der Kern des E-Books ist eine einfache, aber oft ignorierte Wahrheit: Nachhaltigkeit entscheidet sich im gesamten Lebenszyklus, nicht nur in der Energiebilanz des fertigen Gebäudes.
Vom Entwurf bis zum RĂĽckbau: Wo die groĂźen Hebel liegen
Wer nur den Primärenergiebedarf im Blick hat, übersieht die größten Stellschrauben. BIM-gestützte Planung öffnet vier Hebel, die sich direkt in CO₂ und Euro bemerkbar machen:
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Materialwahl und graue Energie
- Vergleich von Bauteilvarianten direkt im Modell (z.B. Massivbau vs. Holz-Hybrid).
- CO₂-Äquivalente pro m² BGF lassen sich früh kalkulieren, statt erst im Nachgang zu dokumentieren.
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Flächeneffizienz und Kompaktheit
- BIM-Modelle machen ungünstige Hüllform / A/V-Verhältnis sofort sichtbar.
- 5–10 % effizientere Flächennutzung reduziert Materialeinsatz, Haustechnik und Betriebskosten.
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Betriebsphase und technische Anlagen
- Simulationen zu Tageslicht, Verschattung, LĂĽftung und Haustechnik auf Basis des BIM-Modells.
- Iterationen werden schneller und belastbarer als mit klassischen 2D-Plänen.
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Rückbau und Zirkularität
- Digitale Bauteilpässe direkt im Modell.
- Dokumentation von Materialarten, Herstellern und Verbindungen fĂĽr kĂĽnftige Demontage.
Genau an diesen Punkten setzt der Allplan-Leitfaden an: Er strukturiert den Lebenszyklus und zeigt, welche Informationen in welcher Phase im BIM-Modell vorhanden sein sollten.
2. Digitale Tools richtig nutzen: Von „mehr Aufwand“ zu „mehr Ertrag“
Viele BĂĽros empfinden BIM und Nachhaltigkeit als Doppelbelastung. Die Wahrheit: Wenn Prozesse klar definiert sind, reduziert BIM den Aufwand fĂĽr nachhaltige Planung.
Welche Vorteile bringen BIM und digitale Werkzeuge konkret?
Das E-Book benennt vier zentrale Nutzenbereiche, die ich aus Projekten in Deutschland absolut bestätigen kann:
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Transparente Datengrundlage
- Mengen, Bauteile, Qualitäten kommen direkt aus dem Modell.
- Grundlage fĂĽr Ă–kobilanz, Kosten, Ausschreibung und Zertifizierung (DGNB, BNB, LEED usw.).
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Schnelle Variantenvergleiche
- Alternative Fassadenaufbauten, Tragwerkskonzepte oder Haustechnikkonzepte lassen sich als Modellvarianten abbilden.
- Auswirkungen auf CO₂, Kosten und Bauzeit können parallel bewertet werden.
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Kollisions- und Fehlervermeidung
- Digitale Koordination von Architektur, Tragwerk und TGA reduziert Nachträge auf der Baustelle.
- Weniger Nacharbeit heiĂźt: weniger Materialverschwendung, weniger Zeitverlust.
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Standardisierte Workflows
- Vorlagen, Bauteilbibliotheken und wiederkehrende Abläufe sorgen dafür, dass Nachhaltigkeit nicht jedes Mal neu „erfunden“ werden muss.
- Genau hier liefern die im E-Book beschriebenen Checklisten und Schritt-fĂĽr-Schritt-Anleitungen echten Mehrwert.
Wer BIM nur als „3D-Zeichnen“ versteht, verschenkt Potenzial. Nachhaltigkeit wird erst dann handhabbar, wenn sie als Daten- und Prozess-Thema verstanden wird – und genau das erleichtert moderne Planungssoftware.
3. Lebenszyklusbasierte Strategien fĂĽr Neubau und Sanierung
Der Leitfaden von Allplan unterscheidet sauber zwischen Neubau und Bestand. Das ist wichtig, weil Sanierung in Deutschland 2026 deutlich an Bedeutung gewinnt – getrieben von Wärmewende, Solarpflicht und verschärften Sanierungsanforderungen.
Neubau: Nachhaltigkeit von Anfang an mitdenken
Im Neubau liegt der Fokus klar auf Optimierung von Konzept und Systemwahl:
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Vorentwurf:
- BIM-Modell als Basis für Volumenstudien, A/V-Verhältnis, Belichtung und erste Materialannahmen.
- Checkliste: Welche Nachhaltigkeitsziele gelten? COâ‚‚-Grenzwerte? Zertifizierung ja/nein?
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Entwurfs- und Genehmigungsplanung:
- Bauteilbibliotheken mit hinterlegten Materialkennwerten (z.B. λ-Werte, Ökobilanzdaten).
- FrĂĽhzeitiger Austausch mit Fachplanern zur Haustechnik direkt im gemeinsamen Modell.
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AusfĂĽhrungsplanung:
- Detaillierte Modellierung der Anschlüsse, Verbindungen und Dämmkonzepte.
- Ableitung konsistenter Mengen und Leistungsbeschreibungen.
Neubauprojekte, die BIM konsequent einsetzen, reduzieren heute bereits Planungsänderungen in der Ausführung um 30–50 %. Das spart nicht nur Kosten, sondern auch Ressourcen – und genau das ist gelebte Nachhaltigkeit.
Bestand und Renovierung: Wo BIM besonders stark ist
Im Bestand kämpfen Büros oft mit schlechter Dokumentation und „Überraschungen“ auf der Baustelle. BIM kann hier vom ersten Tag an Risiken reduzieren:
- Bestandsaufnahme mit 3D-Laserscanning und ĂśberfĂĽhrung in ein BIM-Modell.
- Analyse des Ist-Zustands: Bauteilaufbauten, Wärmebrücken, Tragreserven, Schadstoffbelastung.
- Sanierungsszenarien: z.B. Dämmvarianten, Fenstertausch, Techniktausch, Aufstockung.
Der Allplan-Leitfaden zeigt anhand praxisnaher Fallstudien, wie solche Projekte strukturiert werden können. Aus meiner Sicht ist das der Punkt, an dem viele Büros 2026 ihre größten Chancen haben: Mit sauberem, digital gestütztem Bestandswissen werden Sanierungen kalkulierbar – technisch, wirtschaftlich und klimaseitig.
4. BIM fĂĽr Nachhaltigkeit: Vom Buzzword zu klaren Workflows
„Mit BIM wird alles nachhaltiger“ ist als Satz wertlos, solange nicht klar ist, wer was wann im Modell tut. Genau hier setzt der Leitfaden mit konkreten Workflows und Checklisten an.
Welche Informationen mĂĽssen in welcher Phase ins Modell?
Ein pragmatischer Ansatz, der sich bewährt hat und sich auch im aufgebauten Leitfaden wiederfindet:
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FrĂĽhe Phase (Konzept):
- Raum- und Flächenstruktur, Zonen, Grobmaterial (Beton, Mauerwerk, Holz, Glas).
- Zielgrößen für Energie, CO₂ und Kosten.
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Entwurfsphase:
- Bauteilaufbauten mit U-Werten, Materialschichten, Dämmdicken.
- Grobe Haustechnikkonzepte (Wärmepumpe, Fernwärme, PV, Lüftung).
- Relevante Kennzahlen fĂĽr Zertifizierung.
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AusfĂĽhrung:
- Genaue Produkte, Hersteller, Typen.
- NachweisfĂĽhrung (z.B. Umweltproduktdeklarationen) als Daten im Modell verknĂĽpft.
- Bauteilpässe für Rückbau und Wiederverwendung.
Der Vorteil: Nachhaltigkeits-Reporting wird zur Nebenleistung der normalen Modellierung, nicht zu einer zusätzlichen Fleißaufgabe in Excel.
Wie helfen Checklisten und Anleitungen konkret?
Viele Büros scheitern nicht an der Bereitschaft, sondern an der Struktur. Checklisten pro Projektphase – wie im Allplan-E-Book beschrieben – sorgen für:
- Klarheit, wer welche Informationen wann liefert.
- Wiederholbare Qualität auch bei wechselnden Projektteams.
- Schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
Das klingt banal, ist aber der Unterschied zwischen „BIM als Experiment“ und BIM als produktivem Standard, gerade wenn Nachhaltigkeit mit am Tisch sitzt.
5. Praxis: Wie Sie 2026 konkret starten oder nachschärfen
Theorie ist wertlos, wenn sie nicht ins Tagesgeschäft findet. So kann ein realistischer Fahrplan für Ihr Büro aussehen, egal ob Architekturbüro, Ingenieurbüro oder Bauunternehmen.
Schritt 1: E-Book nutzen, um interne Standards zu definieren
- E-Book nicht nur an die Projektleitung schicken, sondern im Team in einem 60–90-minütigen Workshop besprechen.
- Relevante Checklisten für Ihre typischen Projektarten markieren (Wohnungsbau, Gewerbe, Infrastruktur…).
- 3–5 verbindliche Mindeststandards für alle neuen Projekte definieren (z.B. immer Bauteilbibliothek mit U-Werten, immer BIM-basierte Mengen für LV).
Schritt 2: Ein Pilotprojekt als „Nachhaltigkeitslabor“ wählen
- Kein Prestigeprojekt, sondern ein mittelgroĂźes Vorhaben mit akzeptablem Risiko.
- Ziel: Einen klar dokumentierten Workflow von Vorentwurf bis AusfĂĽhrung mit BIM und Nachhaltigkeitszielen durchziehen.
- Laufend dokumentieren: Was hat funktioniert? Wo hakt es? Welche Tools helfen wirklich?
Schritt 3: Prozesse skalieren und mit KI ergänzen
Der Kampagnenfokus „Baustelle 4.0“ ist kein Buzzword, sondern Realität: KI-gestützte Tools machen bereits heute zum Beispiel folgendes möglich:
- Automatisierte Auswertung von BIM-Modellen auf COâ‚‚-Hotspots.
- KI-gestützte Vorschläge für alternative Bauteilaufbauten.
- Prognosen zu Lebenszykluskosten auf Basis historischer Projektdaten.
Wer 2026 seine BIM- und Nachhaltigkeitsprozesse sauber aufsetzt, schafft die Grundlage, solche KI-Werkzeuge sinnvoll einzubinden – statt sie später mühsam an chaotische Daten anzudocken.
Fazit: Nachhaltig planen mit BIM – jetzt strukturiert vorangehen
Nachhaltiges Planen mit BIM ist kein Nice-to-have mehr, sondern Antwort auf klare gesetzliche und wirtschaftliche Zwänge. Der Allplan-Leitfaden „Nachhaltig planen mit BIM: Das Erfolgsrezept“ liefert dafür ein praxisnahes Gerüst: lebenszyklusbasierte Strategien, klare Workflows, Checklisten und Beispiele aus der AEC-Praxis.
Wer diese Inhalte nutzt, gewinnt drei Dinge gleichzeitig:
- bessere Entscheidungsgrundlagen im Entwurf,
- weniger Risiken auf der Baustelle
- und belastbare Nachweise für ESG, Fördermittel und Zertifizierungen.
Der sinnvollste nächste Schritt? Den Leitfaden im Team durchgehen, ein Pilotprojekt definieren und BIM konsequent als Datendrehscheibe für Nachhaltigkeit etablieren. Die deutsche Bauindustrie steht ohnehin vor einem Umbruch – die Frage ist nur, wer 2026 noch hinterherläuft und wer Baustelle 4.0 aktiv gestaltet.