Wenn ChatGPT deine Marke ignoriert, verlierst du Leads. Erfahre, wie Large Language Model Optimization (LLMO) deine Sichtbarkeit in KI-Antworten sichert.
Marken-Sichtbarkeit verschiebt sich: Von Google zu KI-Antworten
2025 passiert in der Suche das, was mobile 2010 im Web ausgelöst hat: Wer jetzt nicht umdenkt, verliert massiv Sichtbarkeit. Nutzer:innen tippen ihre Fragen immer seltener in den klassischen Google-Suchschlitz, sondern direkt in ChatGPT, Perplexity oder den KI-Modus von Google. Die Antwort kommt als fertiger Text – oft ohne einen einzigen Klick auf deine Website.
Für Marketing und Vertrieb heißt das: Deine Marke muss in den Antworten der KI-Modelle vorkommen – nicht nur in den blauen Links. Genau hier setzt Large Language Model Optimization (LLMO) bzw. Generative Engine Optimization (GEO) an.
In dieser Ausgabe unserer Reihe „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“ zeige ich dir, wie du deine Website und deine Inhalte so aufstellst, dass ChatGPT & Co. korrekt über dich sprechen, dich überhaupt erwähnen und dich im Idealfall aktiv empfehlen.
Was ist LLMO – und warum klassisches SEO nicht mehr reicht
LLMO ist die logische Weiterentwicklung von SEO: Statt nur fĂĽr Suchmaschinen zu optimieren, optimierst du fĂĽr Sprachmodelle und KI-Suchmaschinen.
Wo der Bruch mit klassischem SEO liegt
Klassisches SEO folgt einem klaren Muster:
- Keywords recherchieren
- Inhalte fĂĽr SERPs optimieren
- Meta-Daten, interne Links, Backlinks aufbauen
Das Problem: LLMs wie GPT-4, Gemini oder Claude zeigen keine klassische Ergebnisliste, sondern eine zusammenhängende Antwort. Das hat drei Folgen:
- Weniger Klicks auf Websites – die KI fasst Inhalte zusammen und beantwortet die Frage direkt.
- Weniger Kontrolle über die Darstellung deiner Marke – das Modell entscheidet, welche Fakten relevant sind.
- Höheres Risiko für Fehlinformationen – falsche Öffnungszeiten, alte Preise, veraltete Produktnamen usw.
Für Marketing und Vertrieb ist das kritisch: Wenn ChatGPT dein Produkt nicht nennt, existierst du im relevantesten Moment – der Problem- oder Lösungsrecherche – praktisch nicht.
LLMO kurz auf den Punkt gebracht
LLMO bedeutet: Du strukturierst und publizierst Inhalte so, dass Sprachmodelle sie leicht finden, verstehen und korrekt wiedergeben können.
Es geht weniger um Tricks, sondern um saubere Daten, klare Positionierung und konsistente Signale über alle Kanäle hinweg.
Wie KI-Modelle Informationen ĂĽber deine Marke finden
Um effektiv optimieren zu können, musst du grob verstehen, wie Sprachmodelle an deine Informationen kommen.
Drei Hauptquellen fĂĽr Markeninformationen
-
Ă–ffentlich indexierte Websites
- deine Corporate-Website
- Fachartikel, Interviews, Studien
- Branchenverzeichnisse und Bewertungsportale
-
Strukturierte Daten und APIs
- Schema.org-Markup (Organisation, Produkt, FAQ, Event etc.)
- Unternehmensprofile (z.B. Branchenverzeichnisse, App-Stores)
-
Nutzerinteraktionen und Prompts
- Fragen und Feedback der Nutzer:innen
- veröffentlichte Prompts und Beispieldialoge in Communities
- Erwähnungen in Social Media, Foren, Fachgruppen
Der entscheidende Punkt: LLMs mögen Klarheit und Redundanz. Wenn dieselbe Information konsistent an mehreren Stellen auftaucht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie in Antworten verwendet wird.
5 zentrale Hebel, um deine Marke in KI-Antworten zu bringen
Die Realität ist: Die meisten Unternehmen machen gar nichts für LLMO – und wundern sich, warum sie in Antworten nicht auftauchen. Hier sind die fünf Hebel, mit denen du sofort anfangen kannst.
1. Brand-Basis korrigieren: Fakten, die zu 100 % stimmen mĂĽssen
Bevor du an „sichtbar“ denkst, musst du „korrekt“ absichern. KI-Modelle greifen auf öffentlich verfügbare Informationen zurück. Wenn diese falsch oder widersprüchlich sind, produziert das Modell Fehlinformationen.
Checke systematisch:
- Unternehmensname, Schreibweise, Rechtsform
- Adresse(n), Telefonnummer, Kontaktkanäle
- Ă–ffnungszeiten, Supportzeiten, Servicelevel
- Kernprodukte, Hauptleistungen, Preismodelle (zumindest grob)
- Gründungsjahr, Größe, Standorte – überall konsistent
Praxis-Tipp: Erstelle eine Public-„About“-Seite, die alle Kernfakten gebündelt und gut strukturiert enthält, am besten mit Schema.org-Markup für Organization.
2. Inhalte AI-fähig machen: Struktur vor Schnickschnack
Sprachmodelle lieben:
- klare Ăśberschriften und ZwischenĂĽberschriften
- prägnante Definitionen in ein bis zwei Sätzen
- Listen und Schritt-fĂĽr-Schritt-Anleitungen
Wenn du möchtest, dass ein Modell deine Lösung nennt, musst du genau die Fragen beantworten, die Nutzer:innen an eine KI stellen – nicht nur an Google.
Typische KI-Fragen im B2B-Kontext:
- „Welche Software eignet sich für …?“
- „Was sind Alternativen zu …?“
- „Wie berechne ich …?“
- „Wie setze ich … im Mittelstand um?“
Ăśbertrage diese Fragen 1:1 in deine Content-Strategie:
- FAQ-Bereiche zu deinen wichtigsten Themen
- Ratgeber-Artikel mit klarer Problem-Lösungs-Struktur
- Vergleichsseiten (z.B. „Tool A vs. Tool B vs. wir“ – sachlich, nicht plump werblich)
3. Schema.org & strukturierte Daten gezielt einsetzen
Strukturierte Daten sind fĂĽr LLMO das, was Meta-Tags frĂĽher fĂĽr SEO waren: klein im Umfang, groĂź in der Wirkung.
Relevante Markups fĂĽr KI-Suche:
OrganizationoderLocalBusinessfür BasisdatenProductfür wichtige Produkte/PläneFAQPagefür häufige FragenHowTofür Schritt-für-Schritt-AnleitungenArticlemit sauber gepflegten Author- und Date-Angaben
Der Vorteil: Strukturierte Daten sind leicht maschinell lesbar – genau das, was generative Modelle brauchen, um verlässliche Fakten zu extrahieren.
4. „AI-Awareness“-Content für deine Marke aufbauen
Die härteste Realität: LLMs empfehlen bevorzugt Marken, die bereits Autorität in einem Themenfeld haben. Das heißt für Marketing & Vertrieb: Thought Leadership zahlt direkt auf dein KI-Ranking ein.
Konkrete MaĂźnahmen:
- Fachartikel, die Probleme deiner Zielgruppe tief und praxisnah lösen
- Branchenstudien oder Reports mit eigenen Daten
- Whitepaper und E-Books, die häufig verlinkt werden
- Vorträge, Podcasts, Webinare – mit begleitenden Transkripten auf deiner Seite
Wenn andere Websites dich zitieren, steigt deine Chance, als Referenz in KI-Antworten aufzutauchen.
5. AI-Ranking aktiv messen und iterativ verbessern
Wer LLMO ernst nimmt, misst seine Sichtbarkeit – genau wie beim klassischen SEO.
Typische Kennzahlen fĂĽr KI-Sichtbarkeit:
- Anteil der Antworten, in denen deine Marke erwähnt wird
(z.B. bei 100 relevanten Prompts: in wie vielen bist du drin?) - Position in der Antwort
wirst du als erste, zweite oder fĂĽnfte Option genannt? - Kontext der Nennung
wirst du als „geeignete Lösung für KMU“ oder als „Nischenanbieter“ beschrieben?
Einige Unternehmen nutzen bereits spezialisierte GEO-Tools, die:
- Prompts ĂĽber verschiedene KI-Suchmaschinen testen (ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews)
- tagesaktuell die Sichtbarkeit und Position tracken
- konkrete „Content Actions“ vorschlagen, um das AI-Ranking zu verbessern
Wichtig ist weniger das Tool, sondern: Du brauchst einen wiederkehrenden Prozess. Ohne Monitoring fliegst du blind.
Typische LLMO-Fehler – und wie du sie vermeidest
Viele Unternehmen starten hektisch und schießen am Ziel vorbei. Drei Fehler sehe ich ständig.
Fehler 1: „Wir schreiben jetzt einfach mehr Content“
Masse löst das Problem nicht. KI-Modelle filtern aggressiv nach Relevanz und Autorität. Zehn mittelmäßige Ratgeber-Artikel bringen weniger als ein wirklich gutes, tiefes Stück Content, das regelmäßig verlinkt wird.
Fokussiere dich auf:
- die wichtigsten 5–10 Probleme deiner Zielgruppe
- einen klaren, differenzierenden Blickwinkel deiner Marke
- Qualität vor Frequenz
Fehler 2: Nur auf die eigene Website schauen
Deine Website ist wichtig, aber LLMs lesen das gesamte Web. Wenn Branchenportale, Vergleichsseiten oder Bewertungsplattformen andere Informationen über dich haben als du selbst, gewinnt häufig die Mehrheit.
Darum gehören zu LLMO auch:
- Profilpflege auf Verzeichnissen und Marktplätzen
- Monitoring von Bewertungsplattformen
- aktive Klarstellung falscher Informationen (wo möglich)
Fehler 3: Keine Zuständigkeit im Team
LLMO landet gerne irgendwo zwischen SEO, Content, PR und IT – und gehört dann „so ein bisschen zu allen“. In der Praxis heißt das: Niemand fühlt sich wirklich verantwortlich.
Mein Rat:
- LLMO als eigenes Teilprojekt im Bereich „KI für Marketing & Vertrieb“ aufsetzen
- eine klare Owner-Rolle definieren (z.B. „AI Visibility Manager:in“)
- Quartalsziele fĂĽr KI-Sichtbarkeit vereinbaren
Wie LLMO konkret Marketing- und Vertriebs-ROI verbessert
LLMO ist kein Selbstzweck. Richtig umgesetzt, zahlt es direkt auf Umsatz und Pipeline ein – gerade im deutschen B2B-Mittelstand.
Besser qualifizierte Leads durch KI-Suche
Wenn Interessent:innen über ChatGPT nach Lösungen recherchieren und dein Unternehmen mehrfach als Option genannt wird, steigen:
- Vertrauen („Wenn selbst die KI dieses Tool nennt, wird da schon was dran sein.“)
- Conversion-Wahrscheinlichkeit bei Demo-Anfragen und Erstgesprächen
- Abschlussraten, weil Problemverständnis und Erwartung besser passen
Unternehmen, die ihr AI-Ranking aktiv optimieren, berichten bereits von steigenden Demo-Anfragen über KI-Suchwege, erhoben über kurze Post-Sign-up-Umfragen („Über welchen Kanal sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“).
Effizientere Content-Produktion dank klarer AI-Signale
Wenn du LLMO ernst nimmst, arbeitest du automatisch:
- mit klareren Themenclustern
- mit wiederverwendbaren FAQ- und How-to-Bausteinen
- mit datenbasierten Prioritäten statt Bauchgefühl
Das führt dazu, dass dein Content-Team weniger Streuverluste hat – und Marketing-Budgets messbar effizienter eingesetzt werden.
Ein einfacher 30-Tage-Plan fĂĽr deinen Einstieg in LLMO
Um aus diesem Artikel konkrete Schritte zu machen, kannst du die nächsten 30 Tage so nutzen:
Woche 1: Bestandsaufnahme
- Stelle 20–30 typische Kundenfragen in ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews.
- Dokumentiere, wann und wie deine Marke erwähnt wird – oder ob sie fehlt.
- Sammle alle Abweichungen und Fehler in der Darstellung.
Woche 2: Fakten & Struktur korrigieren
- Bereinige Unternehmensdaten auf Website, Profilen und Verzeichnissen.
- Richte eine saubere „Über uns“-Seite mit Schema.org
Organizationein. - Identifiziere 5–10 wichtigste FAQs und bereite sie in klarem Frage-Antwort-Format auf.
Woche 3: Content gezielt fĂĽr KI-Fragen bauen
- Wähle 2–3 Kernprobleme deiner Zielgruppe.
- Erstelle pro Problem einen tiefen, praxisnahen Leitfaden inkl. FAQ-Blöcken.
- Nutze klare ZwischenĂĽberschriften, Listen und Definitionen.
Woche 4: Monitoring & Prozesse aufsetzen
- Lege ein einfaches Tracking für deine wichtigsten Prompts an (z.B. Tabellen- oder Dashboard-Lösung).
- Definiere vierteljährliche Reviews zur KI-Sichtbarkeit.
- Kläre intern Zuständigkeiten und Ziele für LLMO.
So baust du in einem Monat ein Fundament, auf dem du später spezialisierte GEO-Tools, tieferes Prompt-Monitoring und erweiterte Strategien aufsetzen kannst.
Fazit: Wer heute LLMO lernt, hat morgen weniger Vertriebsschmerz
Die Suchwelt rutscht StĂĽck fĂĽr StĂĽck von der Keyword-Liste zur KI-Antwort. FĂĽr Marketing- und Vertriebsteams ist das keine Randnotiz, sondern ein direkter Hebel fĂĽr Leads, Pipeline und Umsatz.
Wenn du die Themen dieses Leitfadens – KI-gestützte Kundenanalyse, Content-Automatisierung, Predictive Analytics – ernst nimmst, solltest du LLMO als viertes Standbein danebenstellen. Denn was bringt dir der beste KI-Content, wenn ChatGPT deine Marke nicht kennt oder falsch beschreibt?
Jetzt ist der Zeitpunkt, deine Marke KI-fit zu machen, bevor sich neue Platzhirsche in den generativen Suchergebnissen festsetzen. Richte deine Fakten, deine Struktur und deine Prozesse aus – dann arbeitest du nicht gegen die KI, sondern mit ihr.