KI und Recht 2025: Was Kanzleien jetzt wirklich brauchen

KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche LeitfadenBy 3L3C

Wie österreichische Kanzleien 2025 KI rechtssicher nutzen können – und wie das neue Handbuch „KI und Recht“ zu Quick Wins und neuen Beratungsfeldern führt.

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KI und Recht 2025: Was Kanzleien jetzt wirklich brauchen

2025 ist das Jahr, in dem KI in österreichischen Kanzleien vom Experiment zum Alltag wird. Während Mandanten längst ChatGPT & Co. nutzen, ringen viele Rechtsanwält:innen noch mit ganz praktischen Fragen: Welche Daten darf ich in ein KI-Tool eingeben? Wer haftet, wenn ein KI-Vorschlag falsch ist? Und wie bringe ich AI Act, DSGVO und Urheberrecht unter einen Hut?

Genau an dieser Stelle setzt das neue Handbuch „KI und Recht – Grundlagen der Künstlichen Intelligenz“ (Linde Verlag, Wien 2025) an. Es ist kein weiteres Theoriewerk über „Chancen und Risiken“, sondern ein interdisziplinischer Werkzeugkasten mit klaren To-dos für die Praxis – von der kleinen Boutique-Kanzlei bis zur Rechtsabteilung eines Konzerns.

In diesem Beitrag zeige ich, warum dieses Buch für österreichische Rechtsanwält:innen und Unternehmensjurist:innen zur Pflichtlektüre gehört, wie Sie es in den ersten 30 Tagen konkret nutzen können und welche strategischen Entscheidungen rund um LegalTech und KI jetzt anstehen.


1. Warum „KI und Recht“ gerade jetzt zum Pflichtstoff wird

Der Kernpunkt: KI ist keine Spezialmaterie mehr, sondern Querschnittsmaterie. Wer heute Vertragsrecht macht, berührt automatisch Datenschutz, Urheberrecht, Geheimnisschutz und Haftung im KI-Kontext.

Aktueller Druck aus drei Richtungen

Drei Entwicklungen sorgen dafür, dass Kanzleien nicht mehr abwarten können:

  1. Regulatorik

    • AI Act, DSGVO, Urheberrecht, Geschäftsgeheimnisschutz – KI-relevante Normen häufen sich.
    • Mandanten erwarten konkrete Antworten, nicht abstrakte Risikoaufsätze.
  2. Mandantenerwartung

    • Unternehmen experimentieren mit KI im Vertragsmanagement, in HR, im Marketing.
    • Wer hier nicht kompetent berät, verliert Mandate an technologisch fittere Mitbewerber.
  3. Eigenes Kanzlei-Setup

    • KI-Assistenten für Recherche, Vertragserstellung oder Due Diligence werden wirtschaftlich attraktiv.
    • Ohne rechtlichen Rahmen (Policies, Geheimnisschutz, Haftung) entsteht Wildwuchs.

Das Handbuch „KI und Recht – Grundlagen der Künstlichen Intelligenz“ adressiert genau diese Schnittstellen und richtet sich ausdrücklich an Anwält:innen, Justiz, Verwaltung und Unternehmensjurist:innen. Herausgeber Dr. Ermano Geuer bringt es gut auf den Punkt: Es geht darum, Rechtsanwender:innen Orientierung zu geben – nicht aus einer Einzelperspektive, sondern breit, interdisziplinär und mit Praxisfokus.


2. Was das Handbuch wirklich abdeckt – und warum das wichtig ist

Die Stärke des Buchs liegt darin, dass es technische, regulatorische und dogmatische Ebenen konsequent miteinander verbindet.

Technische Grundlagen – damit Sie Mandantenfragen präzise beantworten können

Der erste Teil führt in Grundlagen der Künstlichen Intelligenz ein:

  • Wie funktionieren Machine Learning und generative Modelle grob technisch?
  • Was unterscheidet regelbasierte Systeme von lernenden Systemen?
  • Warum sind Trainingsdaten, Parameter und Modelle rechtlich relevant?

Für Jurist:innen reicht ein solides „Arbeitswissen“. Sie müssen kein Data Scientist werden, aber:

Ohne minimales Technikverständnis können Sie weder Risiken noch Pflichten überzeugend einordnen.

Wer versteht, wie KI-Systeme typischerweise aufgebaut sind, kann anschließend viel treffsicherer zu Themen wie Datenverarbeitung, Haftung, IP und Beweiswert beraten.

Regulatorik & Governance – vom AI Act bis KI-Compliance

Der zweite Block widmet sich Regulatorik und Governance:

  • Einordnung des AI Act und seiner Risikoklassen
  • Anforderungen an KI-Compliance in Unternehmen
  • Risiko- und Kontrollrahmen für den Einsatz von KI-Systemen

Für Kanzleien ergeben sich daraus drei konkrete Handlungsfelder:

  1. Beratung von Unternehmen beim Aufbau von KI-Governance (Policies, Prozesse, Verantwortlichkeiten).
  2. Vertragsgestaltung (z. B. KI-Klauseln in Lieferverträgen, Auftragsverarbeitung, Haftung).
  3. Eigener Kanzlei-Einsatz von KI-Tools mit dokumentiertem Risikomanagement.

Wer hier frühzeitig Know-how aufbaut, positioniert sich als Ansprechpartner:in für LegalTech-Strategie – ein Beratungsfeld, das in Österreich gerade erst richtig Fahrt aufnimmt.

Zentrale Rechtsgebiete – KI ist überall

Das Handbuch behandelt die wesentlichen Rechtsgebiete, die durch KI besonders stark tangiert sind:

  • Datenschutzrecht: DSGVO, DPIA (Datenschutz-Folgenabschätzung), Verarbeitung von Trainingsdaten, Betroffenenrechte.
  • Zivilrecht & Haftung: Fehlerhafte Entscheidungen von KI-Systemen, Sorgfaltsmaßstäbe, vertragliche Risikoallokation.
  • Immaterialgüterrecht & Urheberrecht: Schutzfähigkeit von KI-generierten Werken, Nutzung fremder Inhalte im Training, Lizenzfragen.
  • Persönlichkeitsrechte & Geheimnisschutz: Einsatz von KI bei Bewerbungen, Monitoring, Auswertung von Kommunikationsdaten.
  • Arbeitsrecht: KI im HR-Bereich, algorithmische Entscheidungssysteme, Mitbestimmung, Transparenzpflichten.
  • Strafrecht: Einsatz von KI in Ermittlungen, Beweiswürdigung, Verantwortung für autonome Entscheidungen.

Das Entscheidende: Der Band bleibt nicht in der Theorie stehen, sondern arbeitet mit Praxisbezügen und klaren To-dos. Genau das fehlt in vielen bisherigen KI-Publikationen, die sich oft nur auf ein Teilgebiet (z. B. Datenschutz oder AI Act) konzentrieren.

Ethik als Praxisfaktor, nicht als Feigenblatt

Spannend für die Praxis ist auch der ethische Abschluss des Buchs. Ethik klingt für viele nach „Nice-to-have“, ist aber in der Beratung längst ein Wettbewerbsfaktor:

  • Unternehmen müssen Reputationsrisiken steuern.
  • Öffentliche Stellen und Justiz unterliegen besonders strengen Anforderungen in Sachen Fairness und Transparenz.
  • Mandant:innen erwarten, dass KI-Empfehlungen nicht nur „legal“, sondern auch gesellschaftlich vertretbar sind.

Wer hier argumentationsstark ist, gewinnt Vertrauen – intern wie extern.


3. Konkrete Quick Wins für Kanzleien in den ersten 30 Tagen

Die Herausgeber betonen, dass das Handbuch für eine breite Zielgruppe geschrieben ist: Anwält:innen, Justiz, Verwaltung, Unternehmensrecht. Für Kanzleien in Österreich lassen sich daraus sehr konkrete Schritte ableiten.

Schritt 1: KI-Status-Check in der Kanzlei

Nutzen Sie das Buch, um innerhalb eines Monats einen strukturierten KI-Status-Check durchzuführen:

  1. Bestandsaufnahme

    • Welche KI-Tools werden bereits genutzt (offiziell oder „unter der Hand“)?
    • Wo werden Mandanten- oder Mitarbeiter:innendaten eingegeben?
  2. Rechts-Assessment anhand der Kapitel zu Datenschutz, Geheimnisschutz, Haftung:

    • Entsprechen die eingesetzten Tools DSGVO-Anforderungen?
    • Sind Vertraulichkeit und Berufsgeheimnis gewahrt?
    • Gibt es vertragliche Regelungen mit Tool-Anbietern?
  3. Risikomatrix anlegen:

    • Niedriges Risiko (z. B. interne Wissensorganisation ohne Personenbezug)
    • Mittleres Risiko (z. B. Entwürfe ohne sensible Daten)
    • Hohes Risiko (z. B. Mandatsdaten, Gesundheitsdaten, strafrechtliche Sachverhalte)

Schritt 2: Kanzlei-interne KI-Policy aufsetzen

Auf Basis der Governance- und Datenschutz-Kapitel können Sie eine Kanzlei-KI-Policy entwerfen, etwa mit folgenden Bausteinen:

  • Welche Arten von Daten dürfen in welche Systeme eingegeben werden?
  • Wie werden Mandant:innen über den Einsatz von KI informiert?
  • Wer ist intern für KI-Compliance verantwortlich?
  • Wie werden Ergebnisse von KI-Tools juristisch geprüft und dokumentiert?

Mit einer klaren Policy schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe:
Sie schützen Kanzlei und Mandanten – und können gleichzeitig nach außen kommunizieren, dass Sie KI kompetent und kontrolliert einsetzen.

Schritt 3: Beratungsangebot „KI & Recht“ für Mandanten schärfen

Das Handbuch eignet sich hervorragend als Inhaltsbasis für neue Beratungsbausteine, z. B.:

  • KI-Quick-Check für Unternehmen (Verwendung von KI in HR, Marketing, Kundenservice)
  • Überprüfung von Verträgen mit KI-Anbietern (Haftung, IP, Datenschutz)
  • Erstellung oder Review von KI-Richtlinien im Unternehmen
  • Workshops zu AI Act, DSGVO und Urheberrecht im KI-Kontext

Gerade im Dezember und Jänner – wenn viele Unternehmen Budgets und Projekte fürs neue Jahr planen – ist der Zeitpunkt ideal, um solche Angebote zu platzieren.


4. Wie sich KI-Kompetenz in der Kanzlei strategisch aufbauen lässt

Der entscheidende Fehler vieler Kanzleien: KI wird als „Nebenprojekt“ verstanden, das man irgendwann „auch noch“ macht. Das funktioniert nicht.

Drei Rollen, die es in jeder Kanzlei braucht

Aus der Praxis hat sich gezeigt, dass folgende Rollen – je nach Kanzleigröße in Personalunion oder getrennt – sinnvoll sind:

  1. KI-Verantwortliche:r Recht

    • Kennt Inhalt und Schwerpunkte des Handbuchs.
    • Hält Team über neue Entwicklungen im KI-Recht auf dem Laufenden.
    • Ist erste Ansprechperson für komplexe KI-Fragen.
  2. KI-Verantwortliche:r Technik/Tools

    • Testet Tools, spricht mit Anbietern.
    • Prüft, ob Lösungen technisch und sicherheitstechnisch ins Kanzlei-Setup passen.
  3. Practice Owner „KI & LegalTech“

    • Entwickelt marktfähige Produkte (Beratungspakete, Workshops, Audits).
    • Koordiniert Marketing und Kommunikation zum Thema.

Training statt Einzelvortrag

Ein einmaliger Vortrag zu KI bringt wenig. Sinnvoller ist ein mehrstufiges Kanzlei-Programm, z. B.:

  • Modul 1: Grundlagen KI & Recht (anhand des Buches)
  • Modul 2: Datenschutz & Geheimnisschutz bei KI in der Kanzlei
  • Modul 3: Vertragsgestaltung & Haftung im KI-Kontext
  • Modul 4: Praktische Fallstudien aus den eigenen Mandaten

Das Handbuch kann dabei als roter Faden dienen, an dem Sie die Inhalte entlang strukturieren. So wird aus einem Fachbuch ein internes Ausbildungsprogramm.


5. Für wen sich das Handbuch besonders lohnt

Auch wenn das Buch ausdrücklich breit angelegt ist, profitieren bestimmte Zielgruppen besonders stark.

Für Kanzleien & Anwält:innen

  • Vertragliche Leitplanken für den Einsatz von KI – intern und bei Mandanten.
  • Haftungs-Checklisten für Verträge mit KI-Bezug.
  • Vertiefung von IP-, Lizenz- und DSGVO-Fragen im KI-Kontext.
  • Argumentationshilfen gegenüber Gerichten und Behörden.

Für Unternehmensjurist:innen & Compliance

  • Strukturierter Überblick über KI-Governance-Rahmen.
  • Hilfestellung bei der Ausgestaltung von Beschaffungs- und Prüfprozessen für KI-Tools.
  • Konkrete Anknüpfungspunkte für interne Richtlinien und Schulungen.

Für Behörden & Justiz

  • Orientierung zur Nachvollziehbarkeit und Transparenz von KI-gestützten Entscheidungen.
  • Fragen der Beweislast und des Beweiswerts KI-generierter Inhalte.
  • Sensibilisierung für ethische und grundrechtliche Dimensionen.

Für Datenschutzbeauftragte

  • Praxisnahe Hinweise zu DPIA, Trainingsdaten und Betroffenenrechten.
  • Konkrete Prüffragen für eingesetzte KI-Systeme.
  • Bessere Abstimmung mit Rechtsabteilung und IT.

Fazit: KI-Kompetenz ist keine Option mehr – sondern Standortfaktor

Österreichische Rechtsanwält:innen stehen 2025 an einem Wendepunkt: Entweder KI bleibt ein Graubereich, in dem jede:r ein bisschen herumprobiert – oder Kanzleien machen das Thema zu einem klar geregelten, professionell beratenen Rechtsgebiet.

Das Handbuch „KI und Recht – Grundlagen der Künstlichen Intelligenz“ bietet dafür einen soliden, praxisorientierten Rahmen. Wer es klug nutzt, kann innerhalb von wenigen Wochen:

  • den eigenen KI-Einsatz rechtssicherer machen,
  • neue Beratungsfelder rund um LegalTech, AI Act & Co. eröffnen und
  • sich sichtbar als kompetente Anlaufstelle für „KI & Recht“ positionieren.

Wer jetzt investiert, entscheidet mit darüber, ob die Rechtsberatung in Österreich die Entwicklung gestaltet – oder ihr nur hinterherläuft.


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