KI-Content ist oft austauschbar. Julia Rosada zeigt, wie Marken mit KI markengerechten, performance-starken Content entwickeln – und was Teams jetzt tun sollten.
Warum KI-Content 2025 fĂĽr Marken zur ZerreiĂźprobe wird
Die Zahl ist brutal: Laut verschiedenen Branchenstudien wird 2026 voraussichtlich über 80 % des Online-Contents KI-unterstützt entstehen. Viele Marketing-Teams spüren das längst – Feeds, Suchergebnisse und Ads sehen sich immer ähnlicher. Austauschbare Bilder, generische Texte, generative KI auf Autopilot.
Genau hier setzt die Geschichte von Julia Rosada an, GrĂĽnderin von Kalydo und frisch promoviert zur transformativen Kraft von KĂĽnstlicher Intelligenz im Marketing. Ihr Ansatz ist ein perfektes Beispiel dafĂĽr, wie KI fĂĽr Marketing & Vertrieb funktionieren kann, wenn man sie nicht nur als Effizienzmaschine versteht, sondern als Brand- und Performance-Booster.
Dieser Beitrag gehört zur Serie „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“. Er zeigt anhand von Julia Rosada sehr konkret:
- warum KI-Content so oft generisch wirkt
- wie markenspezifische Muster den Unterschied machen
- wie Sie KI-Content so aufsetzen, dass er Markenidentität UND Performance stärkt
- was deutsche Marketing- und Vertriebs-Teams daraus praktisch mitnehmen können
Wer ist Julia Rosada – und warum lohnt es sich, ihr zuzuhören?
Julia Rosada steht fĂĽr etwas, das vielen deutschen Unternehmen noch fehlt: eine BrĂĽcke zwischen tiefer Datenkompetenz, KI-Forschung und praktischer Marketing-Umsetzung.
- Geboren in Essen, heute in Hamburg zuhause
- BWL-Bachelor, Gap Year mit Praktika u. a. bei Otto Group und Unilever
- Master und anschließend Promotion an der Universität Hamburg
- Promotionsthema: Wie KI Marketing auf Unternehmens- und Konsumentenseite verändert – Chancen, Risiken, neue Geschäftsmodelle
- 2025: GrĂĽndung des Start-ups Kalydo, spezialisiert auf KI-gestĂĽtzte Content-Produktion fĂĽr Marken
Spannend ist vor allem, wie sie zu ihrem Fokus kam: Das entscheidende Praktikum bei der Otto Group war gar nicht ihre erste Wahl. Statt klassischem Marketing landete sie im Bereich Business Intelligence. Aus der vermeintlichen „Notlösung“ wurde ihr Leitmotiv:
„Big Data zu analysieren, hat meinen gesamten Karriereweg bis hierhin geprägt.“
Seitdem denkt sie Marketing strikt datengetrieben. Und genau das macht ihren Blick auf KI so wertvoll fĂĽr alle, die in Deutschland Marketing und Vertrieb verantworten.
Das eigentliche Problem: KI als Content-Fabrik statt Markenverstärker
Rosada bringt es ziemlich direkt auf den Punkt: KI ist im Marketing ein Effizienzbooster, aber in der Content-Produktion bleibt vieles StĂĽckwerk. Die meisten KI-Assets wirken:
- generisch
- austauschbar
- wie „leere Hüllen“, die zwar formal korrekt, aber emotional kalt sind
Warum passiert das?
-
Standard-Prompts fĂĽhren zu Standard-Ergebnissen
Wer ChatGPT, Midjourney & Co. mit denselben Eingaben fĂĽttert wie alle anderen, bekommt logischerweise denselben Output. -
Markenkern wird nicht in Daten ĂĽbersetzt
Marken haben klare Tonalitäten, Werte, visuelle Codes. In KI-Setups werden diese aber selten systematisch als Muster hinterlegt. -
Performance-Daten bleiben isoliert
Wie Content in Zielgruppen wirklich performt, flieĂźt nur selten automatisiert zurĂĽck ins System. Es fehlt der Lernkreislauf zwischen Kampagnen-Ergebnissen und kĂĽnftiger Content-Erstellung.
Genau hier setzt Kalydo an – und damit ein Stück weit auch die Zukunft von KI-gestützter Kundenanalyse und personalisierten Kampagnen im deutschen Markt.
Kalydo: Wie aus Marken-DNA skalierbare KI-Content-Muster werden
Rosadas Versprechen ist ambitioniert und praxisnah zugleich:
„Wir entwickeln einen skalierbaren Prozess, der markenspezifische Muster automatisch erkennt und zuverlässig reproduziert, sodass der Content die Markenidentität widerspiegelt und zugleich in der jeweiligen Zielgruppe messbar besser performt.“
Übersetzt für Ihren Alltag in Marketing & Vertrieb bedeutet das: KI-Content darf nie „neutral“ sein – er muss messbar markentypisch und performance-optimiert sein.
Was steckt konzeptionell dahinter?
Auch wenn Kalydo im Detail proprietär arbeitet, lässt sich der Kernansatz in vier Schritten nachzeichnen, die Sie für Ihr Unternehmen adaptieren können:
-
Markenprofil in Daten ĂĽbersetzen
- Analyse bestehender Top-Performer (Texte, Ads, Social-Posts, Landingpages, Videoskripte)
- Extraktion von Mustern: Tonalität, Struktur, Bildsprache, Erzählperspektiven
- Definition von Marken-Guidelines für KI: „So schreibt unsere Marke“, „So sieht unsere Marke aus“
-
Muster technisch operationalisieren
- Erstellung von Prompt-Vorlagen, die Markendaten fest verankern
- Nutzung von KI-Modellen, die sich mit internen Beispielen feinjustieren lassen
- Aufbau einer Art „Brand-Layer“ über generativen Modellen
-
Performance-Daten zurĂĽckspiegeln
- VerknĂĽpfung mit Tracking & Analytics (Klickrate, Conversion, Engagement, Verweildauer, Reply-Rate im Vertrieb)
- Identifikation von Mustern: Welche Tonalitäten funktionieren in welcher Zielgruppe, in welchem Kanal, zu welcher Tageszeit?
-
Skalierbarer Workflow fĂĽr Marketing & Vertrieb
- Integration in bestehende Tools: CRM, E-Mail-Automation, Social Media, Vertriebs-Playbooks
- Freigabeprozesse definieren: Mensch entscheidet, KI produziert, Daten optimieren
Das Entscheidende: KI produziert nicht „irgendeinen“ Content schneller, sondern markenspezifischen Content, der durch Performance-Daten ständig nachgeschärft wird.
Was Marketing- und Vertriebsteams konkret von Rosada lernen können
Für die Serie „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“ ist Julia Rosada ein Musterfall dafür, wie moderne Marketing-Führung aussehen kann. Drei Dinge stechen besonders heraus.
1. Data-Driven-Marketing ist eine Haltung, kein Tool
Rosadas Begeisterung für datengetriebene Geschäftsmodelle entstand nicht im fancy KI-Labor, sondern im BI-Alltag bei Otto: große Datenmengen, reale Business-Fragen, klare Erfolgskennzahlen.
FĂĽr Ihr Unternehmen heiĂźt das:
- Starten Sie nicht mit Tools, sondern mit Fragen.
Beispiel: „Wie unterscheiden sich unsere profitabelsten Kundensegmente wirklich im Verhalten?“ ist besser als „Welches KI-Tool sollen wir kaufen?“
-
Verzahnen Sie Marketing- und Vertriebsdaten.
Ein Lead ist nicht im MQL-Status „erfolgreich“, wenn er später im Vertrieb reihenweise abspringt. KI-gestützte Kundenanalyse wird nur stark, wenn sie beide Welten verbindet. -
Legen Sie vorab fest, was „Erfolg“ bedeutet.
Ist es die Klickrate? Die Demo-Buchung? Der Warenkorbwert? Ohne klare Zielgröße wird jede KI-Optimierung zum Blindflug.
2. KI-Content braucht ein klares MarkengerĂĽst
Viele Teams arbeiten inzwischen mit generativen KI-Tools, aber ohne Markenleitplanken fĂĽr KI. Das fĂĽhrt direkt in den Einheitsbrei.
Ein besserer Ansatz orientiert sich an Rosadas Denkweise:
-
Erstellen Sie ein „Brand Prompt Book“ – eine interne Sammlung von:
- Tonalitätsregeln („Wir duzen, wir sind direkt, nie ironisch“)
- Beispieltexten, die wirklich „on brand“ sind
- Do’s & Don’ts für Bildwelten und Claims
-
Halten Sie fest, wie KI mit Sensibilitätsthemen umgehen soll (Datenschutz, Pricing, Diversität, Nachhaltigkeit). Das ist besonders im deutschen Markt entscheidend.
-
Testen Sie bewusst A/B-Varianten, in denen nur einzelne Markenelemente variieren – so identifizieren Sie Muster, die sich später automatisieren lassen.
3. Neugier schlägt Angst vor KI
Rosadas stärkster Antrieb: „Neugier, Freude, die Lust, Zukunft aktiv mitzugestalten.“ Sie ist damit ein Gegenentwurf zur in Deutschland verbreiteten KI-Skepsis.
Für Führungskräfte in Marketing & Vertrieb bedeutet das:
-
Sie müssen keine KI-Expert:innen sein. Aber Sie sollten den Rahmen setzen: „Wir testen systematisch, lernen schnell und skalieren, was funktioniert.“
-
Bauen Sie kleine, risikoarme Experimente:
- pilotierte KI-Content-Strecken fĂĽr einzelne Segmente
- automatisierte Follow-up-Mails im Vertrieb
- KI-gestĂĽtzte Themencluster fĂĽr den Redaktionsplan
-
Fördern Sie Menschen im Team, die – wie Rosada – mit Herz und Verstand anpacken und Verantwortung für neue Themen übernehmen.
Praxis: So setzen Sie einen KI-Content-Prozess Ă la Kalydo auf
Wer das Prinzip von Kalydo adaptieren will, braucht kein eigenes Start-up und keine fertige Plattform. Ein pragmatischer Einstieg in Ihrem Unternehmen könnte so aussehen:
Schritt 1: Datenbasis der Marke schaffen
- Sammeln Sie 50–200 der erfolgreichsten Inhalte der letzten 12–24 Monate (E-Mails, Ads, Social Posts, Blogartikel, Landingpages).
- Analysieren Sie:
- Welche Themen treiben Umsatz oder qualitativ hochwertige Leads?
- Welche Formate funktionieren in welchem Kanal am besten?
- Wie ist die Sprache? Kurz, lang, technisch, emotional?
Dokumentieren Sie diese Erkenntnisse bewusst – das ist Ihr Rohmaterial für Markenmuster.
Schritt 2: Markenmuster in Prompts ĂĽbersetzen
Erstellen Sie fĂĽr KI-Tools wiederverwendbare Prompt-Templates, zum Beispiel:
- fĂĽr Newsletter-Betreffzeilen
- fĂĽr LinkedIn-Posts aus Case Studies
- fĂĽr personalisierte Follow-ups im Vertrieb
Jede Vorlage enthält neben der Aufgabe immer auch:
- Kurzbeschreibung der Marke
- Zielgruppe und Kommunikationsziel
- Tonalität (z. B. „kompetent, klar, geradeaus, kein Marketing-Sprech“)
Schritt 3: Performance messen und zurĂĽckfĂĽhren
Definieren Sie pro Format klare KPI, z. B.:
- Ă–ffnungsrate / Klickrate im E-Mail-Marketing
- Antwortquote im Vertrieb
- Conversionrate von Landingpages
FĂĽhren Sie diese KPIs in einem einfachen Dashboard zusammen und werten Sie monatlich aus:
- Welche KI-generierten Inhalte schlagen die menschlichen Benchmarks?
- Wo ist die KI klar unterlegen – und warum?
- Welche Muster tauchen in den Top-Performern immer wieder auf?
Diese Muster nehmen Sie wiederum zurĂĽck in Ihre Prompt-Templates. Damit entsteht der Lernkreis, den Rosada in ihrem Ansatz beschreibt.
Warum Persönlichkeiten wie Rosada die Zukunft der Marketing-Führung prägen
Die Serie „Future Marketing Leaders“ zeigt sehr gut, wohin Marketing-Führung in Deutschland tendiert: weg vom Bauchgefühl, hin zu datengetriebener, KI-kompetenter, gleichzeitig sehr menschenzentrierter Führung.
Julia Rosada steht exemplarisch fĂĽr drei Eigenschaften, die ich in erfolgreichen Marketing- und Vertriebsorganisationen immer wieder sehe:
- Tiefes Verständnis für Daten und KI, ohne sich in Technik zu verlieren
- Klares Bewusstsein für Marke und Identität, auch in hochautomatisierten Setups
- Persönliche Neugier und Mut, neue Wege tatsächlich zu gehen, nicht nur auf Konferenzen darüber zu sprechen
Gerade im deutschen Markt, der oft von Vorsicht und Regulierungsfragen geprägt ist, braucht es diese Haltung. Sonst ziehen internationale Wettbewerber an uns vorbei – mit KI-optimierten Kampagnen, die unsere Zielgruppen besser verstehen als wir selbst.
Nächste Schritte: KI im Marketing nicht nur testen, sondern strategisch verankern
Wer KI im Marketing und Vertrieb nutzen will wie Julia Rosada – als Hebel für Markenstärke UND Performance – sollte drei Dinge zeitnah angehen:
-
KI-Kompetenz ins FĂĽhrungsteam holen oder entwickeln
Nicht unbedingt als eigene Rolle, aber als klar definierte Verantwortung. -
Markenleitplanken fĂĽr KI-Content festlegen
Damit generative Modelle nicht beliebig schreiben, sondern Ihre Marken-DNA tragen. -
Minimale, aber saubere Datenbasis schaffen
Ohne nutzbare Kampagnen- und Vertriebsdaten bleibt KI im Blindflug.
Die gute Nachricht: Der Weg dahin ist weniger kompliziert, als viele denken – wenn man ihn, wie Rosada, mit Neugier und Klarheit angeht.
Im Rahmen unseres „Deutschen Leitfadens für KI in Marketing & Vertrieb“ werden wir in weiteren Beiträgen noch tiefer in Themen wie Predictive Analytics, KI-gestützte Kundenanalyse und automatisierte Personalisierung einsteigen. Wer jetzt damit beginnt, markenspezifische KI-Content-Prozesse aufzubauen, verschafft sich für 2026 und darüber hinaus einen deutlichen Vorsprung.