Googles neue Suche mit Preferred Sources und AI Mode stellt SEO auf den Kopf. So machst du deine Marke 2025 sichtbar – trotz KI-Zusammenfassungen und AI Slop.
Googles neue Suche: Was Marketer jetzt wirklich wissen mĂĽssen
2025 wird die Google-Suche sichtbar umgebaut. Preferred Sources, AI Mode, Web Guide, KI-Zusammenfassungen – hinter diesen Buzzwords steckt ein klarer Kurs: mehr Personalisierung, mehr KI, mehr Kontrolle über Quellen. Und damit ändert sich auch, wie wir Sichtbarkeit, Reichweite und Leads planen.
Die Realität: Wer die neuen Mechanismen nicht versteht, verliert mittelfristig organischen Traffic und zahlt mehr für Klicks. Wer sie aktiv nutzt, kann sich in einem von KI-Müll überfluteten Web als vertrauenswürdige Marke positionieren – gerade im B2B und im deutschen Mittelstand ein massiver Vorteil.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, was Google konkret verändert, was das für SEO, Content und Leadgenerierung bedeutet und wie du dein Marketing jetzt pragmatisch anpasst.
1. Preferred Sources: Die Suche wird zu deinem persönlichen News-Feed
Preferred Sources machen Google-Suchergebnisse persönlicher – und geben starken Marken einen doppelten Sichtbarkeitsvorteil.
Google führt „preferred Sources“ ein – also bevorzugte Quellen, die Nutzer selbst festlegen können. Wer angemeldet ist, sagt Google damit sinngemäß: „Zeig mir Inhalte von diesen Seiten häufiger.“
Erste Tests: Rund 90.000 unterschiedliche Websites wurden bereits als bevorzugt markiert. Nutzer, die eine Seite als Preferred Source setzen, klicken etwa doppelt so häufig auf deren Ergebnisse.
Was heiĂźt das fĂĽr Marketing & Vertrieb?
FĂĽr dich ist das eine klare Botschaft:
- Markenbindung wird ein Rankingfaktor – nicht offiziell, aber faktisch.
- Wer es in die Liste der bevorzugten Quellen schafft, bekommt mehr Impressionen und mehr Klicks.
- SEO wird stärker mit Branding, Community und CRM verknüpft.
Google entwickelt sich damit ein Stück weit Richtung Social-Media-Feed: Wer seine „Lieblingsquellen“ pflegt, bekommt einen personalisierteren Such-Stream.
Wie du als Unternehmen zur Preferred Source wirst
Du kannst Nutzer nicht direkt zwingen, dich als bevorzugte Quelle zu setzen – aber du kannst es ihnen extrem leicht und attraktiv machen.
Konkrete MaĂźnahmen:
-
Marke in den Vordergrund stellen
- Klarer Markenauftritt in Title, Meta-Description und Snippets
- Konsistente Absenderkennung: gleiches Logo, gleiche Namensgebung auf Website, YouTube, Newsletter, Podcast
-
Owned Audiences aktiv nutzen
- In Newsletter, Kundenportalen oder Mitgliederbereichen kurz erklären, wie Preferred Sources funktionieren – und warum dein Content dort Mehrwert bietet.
- In Produkt- und Onboarding-Mails: „Fügen Sie uns als bevorzugte Quelle in der Google-Suche hinzu, um Updates schneller zu finden.“
-
Such-intensiven Content aufbauen
- FAQ-Bereiche, Wissenshub, Whitepaper-Landingpages, Tool-Vergleiche
- Je stärker Nutzer deine Inhalte in der Suche schätzen, desto eher markieren sie dich als bevorzugte Quelle.
-
Echte inhaltliche Tiefe statt KI-Flachware
- Detaillierte Anwendungsbeispiele, Zahlen aus eigenen Projekten, klare Standpunkte
- Wer nur generische KI-Texte publiziert, wird nicht zur Lieblingsquelle.
2. AI Mode und AI Overviews: Mehr KI, mehr Links – aber andere Klickpfade
Der AI Mode in der Google-Suche bündelt KI-Antworten und Quellenangaben – und verändert, wo Nutzer klicken.
Google baut die KI-Ebene weiter aus:
- AI Mode: eine Ansicht, in der KI-Antworten im Zentrum stehen
- AI Overviews: KI-Zusammenfassungen klassischer Suchergebnisse
- Mehr Quellen im AI Mode inklusive kurzer BegrĂĽndung, warum diese Quellen relevant sind
Gute Nachricht: Im AI Mode sollen mehr Links angezeigt werden, nicht weniger. Schlechte Nachricht: Es wird härter, dort hineinzukommen – und die Konkurrenz um den Klick verschiebt sich von Position 1–3 hin zu: „Welche Quellen vertraut die KI am meisten?“
Wie beeinflusst das deine SEO-Strategie?
Die alte Logik „Platz 1 oder nichts“ bricht auf. Wichtiger wird:
- Themenautorität: Publizierst du kontinuierlich und tief zu einem Themenfeld?
- Quellenvertrauen: Bist du in einem Kontext verlinkt, zitiert, erwähnt?
- Qualität der Struktur: Liefert deine Seite klar gegliederte Inhalte, die KI-Systeme gut „verstehen“ können?
Pragmatische Schritte:
-
AI-Overview-optimierte Inhalte schreiben
- Klare, knappe Abschnitte mit direkten Antworten.
- Wichtige Begriffe definieren, Zahlen nennen, Ursachen/Folgen beschreiben.
- Zwischenüberschriften mit konkreten Fragen oder Nutzen („Wie…?“, „Wann…?“, „Vorteile von…“ – als Aussage formuliert).
-
Daten und Beispiele einbauen
- Eigene Studien, interne Auswertungen, Case-Studies
- Konkrete Zahlen („47 % Conversion-Steigerung“ statt „deutlich besser“)
- Solche Sätze sind ideal für KI-Zusammenfassungen.
-
Technische Basis sauber halten
- Schnelle Ladezeiten, klare Seitenstruktur, saubere Headings
- Strukturierte Daten, wo sinnvoll (FAQ, Produkte, Events usw.)
Wer hier früh nachzieht, kann von der nächsten Welle der KI-Suche profitieren, während andere sich noch wundern, warum der Traffic aus „früher sicheren“ Rankings wegbricht.
3. KI-Müll („AI Slop“), Web Guide und Qualitätsvorsprung
Das Netz wird mit KI-generierten Inhalten überschwemmt – und Google reagiert mit Personalisierung und Hilfsfunktionen wie dem Web Guide.
Der Begriff „AI Slop“ beschreibt KI-generierten Inhalt, der nur dafür existiert, Seiten zu füllen und Werbeeinnahmen einzusammeln. Genau das erleben wir gerade: austauschbare Texte, generische Ratgeber, automatisch generierte Pseudo-News.
Google versucht gegenzusteuern:
- Web Guide: ein experimentelles Feature, das Informationen zu einem Thema strukturiert und sortiert anzeigt und vertiefende Links anbietet.
- Personalisierung & Preferred Sources: sollen helfen, vertrauenswĂĽrdige Quellen nach oben zu ziehen.
Chance für Qualitätsanbieter – vor allem in Nischen
FĂĽr saubere B2B- und Fach-Content-Strategien ist das eine echte Steilvorlage:
- In engen Branchen (z.B. Maschinenbau, Medizintechnik, SaaS-Nischen) gibt es ohnehin wenige glaubwĂĽrdige Player.
- Wer hier konsequent hochwertigen, belegbaren Content bietet, kann sich als „Gegenmittel“ zum KI-Müll positionieren.
Konkrete Content-Formate, die jetzt an Gewicht gewinnen:
- Deep-Dive-Fachartikel mit Diagrammen, Berechnungen, Normen
- Use-Cases aus echten Projekten inkl. Zahlen, Screenshots, Zitaten
- Vergleichsartikel (z.B. „Lösung A vs. B im Mittelstandseinsatz“) mit klarer Bewertungsmatrix
- Guides und Checklisten, die sich direkt in Entscheider-Workflows integrieren lassen
Im Kern: Wer mehr Aufwand in Recherche, Datensammlung und echte Expertise steckt als in „KI-Texte in 5 Minuten“, baut sich einen Vorsprung, den KI-Anbieter nicht einfach wegkopieren können.
4. Bezahlte Inhalte, Partnerschaften & die neue Content-Ă–konomie
Google und andere KI-Anbieter schließen massenhaft Content-Deals – das verschiebt die Machtverhältnisse zwischen Plattformen, Verlagen und Unternehmen.
Google spricht offen von „kommerziellen Partnerschaften“, bei denen für erweiterte Nutzungsrechte und API-basierte Inhaltsbereitstellung bezahlt wird. Über 3000 Partnerschaften mit Publishern, Plattformen und Creators seien bereits geschlossen worden. In Deutschland kooperiert Google u.a. mit großen Medienhäusern.
Parallel dazu schließen andere KI-Anbieter teure Einzeldeals mit Verlagen. Die EU-Kommission untersucht bereits, ob das Verhältnis zwischen Suchmaschine, KI-Antworten und Verlagen wettbewerbsrechtlich sauber ist.
Für mittelständische Unternehmen ist die Frage weniger politisch, sondern sehr operativ:
Wo investierst du deine begrenzten Ressourcen – in eigene Inhalte, in Plattform-Reichweite oder in Paid?
Was heiĂźt das fĂĽr deine Content-Strategie?
-
Eigene Kanäle zuerst stärken
- Solide, gut strukturierte Website mit Content-Hub
- Newsletter-Listen, Webinare, eigene Events
- Ziel: Unabhängigkeit von einzelnen Plattformen erhöhen.
-
Partnerschaften gezielt auswählen
- Kooperationen mit Fachmedien, Branchenverbänden, Podcasts
- Ziel: Backlinks, Erwähnungen, Co-Branding, die deine Themenautorität stärken.
-
KI-Distribution bewusst nutzen
- Inhalte so aufbereiten, dass KI-Systeme sie gut zitieren können (klare Definitionen, Antworten, Zahlen).
- Gleichzeitig: sensibel mit vertraulichen Informationen umgehen, die nicht im Modell-Futter landen sollen.
-
Leadgenerierung mit KI-Antworten denken
- Viele Nutzer bekommen eine Kurzantwort direkt in der Suche.
- Dein Ziel: Dort als Quelle auftauchen und auf eine Seite führen, auf der sie etwas Konkretes tun können (Checkliste herunterladen, Demo buchen, Konfigurator ausfüllen).
5. Praktische To-do-Liste: So machst du deine Marke fit fĂĽr die neue Google-Suche
Wer 2026 noch organisch sichtbar sein will, sollte 2025 mit klaren Schritten starten.
Hier eine kompakte To-do-Liste, fokussiert auf Marketing und Vertrieb:
1. Content-Audit durchführen (4–6 Wochen)
- Welche Seiten erzeugen heute echte Leads und Sales?
- Wo bist du bereits Themenführer – wo nur Mitläufer?
- Welche Inhalte sind KI-ersetzbar (einfacher Ratgeber) und wo brauchst du menschliche Expertise?
2. Themenautorität ausbauen (laufend)
- Pro Kernprodukt oder Kernproblem einen Themenhub aufbauen
- 5–10 hochwertige Unterseiten je Hub: How-Tos, Praxisbeispiele, Vergleiche, Checklisten
- Interne Verlinkung sauber strukturieren – damit Google erkennt: „Hier ist eine Quellenautorität.“
3. Snippet- & AI-Overview-Optimierung (1–3 Monate)
- Wichtige Seiten inhaltlich so umbauen, dass sie in KI-Zusammenfassungen gut zitiert werden können:
- Prägnante Einleitung mit direkter Antwort
- Kurze Absätze, klare Listen, Bulletpoints
- Aussagen, die „Zitat-Potenzial“ haben
4. Preferred Sources aktiv kommunizieren (laufend)
- In Newsletter, Portalen, Kunden-Communities erklären, wie Nutzer dich als bevorzugte Quelle setzen können.
- Deine Marke in allen Online-Formaten konsistent darstellen – Wiedererkennungswert ist entscheidend.
5. Lead-Strecken testen, die nach KI-Antworten funktionieren
- Typische Informationssuchen identifizieren, bei denen AI Overviews erscheinen.
- Passende Landingpages bauen, die ĂĽber die KI-Kurzantwort hinaus echten Mehrwert bieten:
- interaktive Rechner
- individuelle Audits
- Templates, die per E-Mail verschickt werden
So machst du aus der KI-Suche keinen Traffic-Killer, sondern einen qualifizierten Zubringer fĂĽr deine Pipeline.
Fazit: Wer Qualität, Marke und KI-Logik kombiniert, gewinnt
Googles neue Suche mit Preferred Sources, AI Mode, Web Guide und KI-Zusammenfassungen ist keine kosmetische Änderung. Sie ist ein klares Signal:
- Weg von generischen SEO-Texten,
- hin zu markenstarkem, fachlich belastbarem Content,
- der sowohl Menschen als auch KI-Systeme ĂĽberzeugt.
Wenn du jetzt in drei Dinge investierst – Themenautorität, markenstarken Content und KI-taugliche Struktur, sicherst du dir Sichtbarkeit in einem Suchumfeld, das gerade kräftig durchgerüttelt wird.
Die eigentliche Frage lautet also: Willst du abwarten, bis dein organischer Traffic sinkt – oder nutzt du 2025, um deine Marke bewusst als bevorzugte Quelle in den Köpfen deiner Zielkunden und in der KI-gestützten Google-Suche zu verankern?