Google testet KI-Zusammenfassungen in News. Was für Publisher zum Risiko wird, kann Ihren Marketing-ROI und Lead-Funnel deutlich stärken – wenn Sie jetzt umsteuern.
Google testet KI-Zusammenfassungen – und Ihr Funnel hängt direkt mit dran
Noch vor zwei Jahren kamen über 60–70 % des organischen News-Traffics vieler Publisher klassisch über blaue Links. Heute schrumpfen diese Anteile messbar, weil Google mit AI Overviews, AI Mode und jetzt KI-Zusammenfassungen in Google News immer mehr Antworten direkt in der Suchoberfläche liefert.
Für Publisher ist das ein Albtraum. Für Marketing- und Vertriebsteams ist es ein Warnsignal – aber auch eine Chance. Denn dieselben Mechanismen, die Publishern Traffic wegnehmen, können Ihren Marketing-ROI steigern, wenn Sie Ihre Content- und Lead-Strategie an die neue Google-Logik anpassen.
Dieser Beitrag aus der Reihe „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“ zeigt, was hinter den neuen Google-Features steckt und wie Sie sie strategisch für Markenaufbau, Lead-Generierung und Vertrieb nutzen – statt nur zuzuschauen, wie Ihre Klickraten sinken.
1. Was Google konkret ändert – und warum das Ihren ROI betrifft
Google baut die Suche sichtbar in eine KI-gestützte Content-Plattform um. Das betrifft nicht nur Medienhäuser, sondern jede Firma, die mit Content gefunden werden will.
Die wichtigsten Neuerungen im Ăśberblick:
- KI-Zusammenfassungen in Google News fĂĽr groĂźe Publisher wie Spiegel, Guardian, Washington Post
- AI Overviews und AI Mode in der normalen Suche mit ausfĂĽhrlichen KI-Antworten
- Mehr Inline-Links in den KI-Antworten, inkl. BegrĂĽndung, warum ein Link gezeigt wird
- Web Guide: ThemenbĂĽndelung von Links nach Schwerpunkten
- Preferred Sources: Nutzer wählen ihre bevorzugten Quellen und sehen mehr davon
- Gemini App: Prominente Darstellung von Inhalten abonnierter Publisher und Marken
FĂĽr User bedeutet das: schnelle, kontextreiche Antworten mit weniger Klicks auf externe Seiten.
FĂĽr Marketing bedeutet das:
Die klassische Gleichung „Impressions in Google = Klicks = Website-Besuche = Leads“ gilt immer weniger.
Der Fokus verschiebt sich von Traffic auf sichtbare Präsenz im KI-Antwort-Cluster – und auf hochqualifizierte, „engaged“ Klicks, bei denen Nutzer wirklich tiefer einsteigen.
2. Das neue Nutzerverhalten: weniger Klicks, aber wertvollere Besuche
Google argumentiert seit Monaten mit dem Begriff „engaged clicks“: Also Besuche von Nutzern, die nach einer KI-Vorantwort bewusst tiefer gehen und einen Link anklicken.
Aus Performance-Sicht ist das spannend:
- Die Menge an Klicks sinkt.
- Die Qualität der Klicks steigt: Nutzer sind informierter, haben eine klarere Absicht und sind oft kaufnäher.
FĂĽr Ihren Marketing-Funnel heiĂźt das:
- Top-of-Funnel-Information wandert in die Google-Oberfläche.
- Ihre Website bekommt weniger, dafür wärmere Leads.
- Klassische Metriken wie „Traffic-Wachstum = Erfolg“ taugen immer weniger.
Wer weiterhin nur auf Sitzungen, Seitenaufrufe und durchschnittliche Position schaut, verpasst das eigentliche Bild. Relevanter werden:
- Conversion-Rate pro organischem Besuch
- Leads pro 1.000 Impressions in AI Overviews / News
- Anteil wiederkehrender Nutzer, die ĂĽber KI-Antworten kommen
Das passt perfekt zum Leitgedanken unseres deutschen KI-Leitfadens für Marketing & Vertrieb: KI verschiebt den Fokus von Massenreichweite auf präzise, datengetriebene Kontakte, die wirklich Umsatz bringen.
3. KI-Zusammenfassungen als Blaupause: Wie Sie Content strategisch umbauen
KI-Zusammenfassungen bei Google News zeigen ziemlich klar, in welche Richtung sich Content Discovery entwickelt – auch für Marken, Blogs, Corporate Newsrooms.
Was Google aus Publisher-Artikeln macht
Gemini 3 und verwandte Modelle ziehen aus Artikeln:
- Kernaussagen
- Kontext (z. B. Vorgeschichte, Beteiligte, Zeithorizont)
- Handlungsrelevante Infos
- Optional: Audio-Briefings als Kurz-Hörversion
Der Nutzer muss den Originalartikel oft gar nicht mehr lesen, um „informiert genug“ zu sein.
Was das fĂĽr Ihre Content-Strategie bedeutet
Sie sollten Inhalte kĂĽnftig so denken, dass sie zweifach funktionieren:
- FĂĽr Menschen, die Artikel, Landingpages oder Whitepaper komplett lesen.
- Für KI-Systeme, die Zusammenfassungen bilden, Quellen auswählen und Antworten komponieren.
Daraus ergibt sich eine klare Content-Architektur:
- Klare, explizite Kernaussagen am Anfang von Texten (die KI kann sie leichter greifen).
- Saubere, strukturierte ZwischenĂĽberschriften, die Themen klar trennen.
- Fakten, Zahlen, Zitate, die sich gut in KI-Antworten wiedergeben lassen.
- Eindeutige Markensignale (Brand, Autorität, Expertise), die Google als Qualitätsindikator nutzen kann.
Praktisch heiĂźt das:
Schreiben Sie nicht nur „SEO-optimiert“, sondern „KI-interpretierbar“.
Im Kontext von „KI für Marketing & Vertrieb“ ist das kein Extra, sondern Pflicht. Wer KI bei Google mit klaren, strukturierten Inhalten „füttert“, erhöht die Chance, in AI Overviews, News-Briefings und Gemini-Antworten prominent aufzutauchen.
4. Konkrete MaĂźnahmen: So passen Sie Marketing & Vertrieb an Googles KI-Landschaft an
Jetzt wird es operativ. Hier sind die wichtigsten Stellschrauben, an denen Marketing- und Vertriebsteams 2026 drehen sollten.
4.1 Content-Formate neu priorisieren
Besser performen in einer Welt mit KI-Zusammenfassungen vor allem:
- Meinungsstarke Inhalte (Analysen, Einschätzungen, Benchmarks), die über reine Fakten hinausgehen
- Proprietäre Daten & Studien, die KI nicht einfach von überall anders ziehen kann
- Use Cases & Cases Studies, die konkrete Umsetzung zeigen
- Vertiefende Guides und Leitfäden (wie dieser), die tiefer gehen als Short-Form-Content
Standard-News oder generische Ratgebertexte werden deutlich häufiger von KI zusammengefasst, ohne dass Nutzer noch klicken müssen.
4.2 KI-gestĂĽtzte Zusammenfassungen selbst einsetzen
Was Google vormacht, können Sie im Marketing direkt nutzen:
- KI-Zusammenfassungen auf Landingpages: Oben kurz „Das lernst du hier in 30 Sekunden“, darunter der Volltext.
- TL;DR-Blöcke in Blogposts: Perfekt für Entscheider, die nur die Quintessenz brauchen.
- Automatisierte Executive Summaries fĂĽr Whitepaper, E-Books oder Studien.
- Sales-Briefings: Ihr Vertrieb erhält KI-generierte 1‑Seiter zu komplexen Inhalten, um schneller ins Kundengespräch zu gehen.
Das erhöht Content-Nutzungsrate, Verständnis und am Ende Konversionswahrscheinlichkeit – exakt der Kern des ROI-Versprechens von KI im Marketing.
4.3 Preferred Sources & „Content Bubbles“ bewusst nutzen
Googles Feature Preferred Sources zeigt: Nutzer bauen sich ihre eigenen Content-Bubbles. Das ist riskant fĂĽr gesellschaftliche Debatten, aber extrem relevant fĂĽr Marken.
Ihr Ziel: In genau diesen „Preferred Source“-Listen vorkommen – nicht nur journalistisch, sondern auch als Fachquelle.
Ansätze dafür:
- Konsequenter Aufbau von Newsletter- und Abonnenten-Beziehungen (Google bevorzugt Quellen, die Nutzer aktiv wählen).
- Serien-Content mit klarer Wiedererkennbarkeit (z. B. „Monatlicher KI-Report für den deutschen Mittelstand“).
- Plattformübergreifende Präsenz (Website, Podcast, YouTube, Fachportale), um als „verlässliche Quelle“ wahrgenommen zu werden.
Je öfter Nutzer Ihre Marke aktiv auswählen, desto eher tauchen Sie in Gemini-Karussellen, AI Overviews und personalisierten News-Bereichen auf.
4.4 KPI-Set fĂĽr die KI-Suche neu definieren
Marketer sollten ihre Reporting-Logik anpassen. Sinnvolle KPIs in der KI-Suchwelt:
- Impressions in KI-Ansichten (so weit messbar ĂĽber Search Console- und Experiment-Daten)
- CTR der „engaged clicks“: Wie oft wird wirklich geklickt?
- Leads / Anfragen pro organischem Besuch
- Anteil der Nutzer, die nach dem ersten Besuch zurĂĽckkehren
- Content-Nutzung durch den Vertrieb (z. B. wie oft Sales-Teams KI-gestĂĽtzte Zusammenfassungen einsetzen)
Das passt nahtlos zu Predictive Analytics im Marketing: Sie bewerten nicht nur, wie viele Menschen Sie erreichen, sondern wie wahrscheinlich diese mit hoher Abschlussneigung in Ihren Funnel eintreten.
5. Risiken für Publisher – Chancen für Marken
Viele Medienhäuser sprechen von „illegaler Journalismusausbeutung“, weil Google Inhalte nutzt, um KI-Antworten zu bauen, ohne dass immer ein Klick auf den Originalartikel erfolgt. Kartellbeschwerden und Klagen sind die logische Folge.
Als Marke stehen Sie in einer etwas anderen Situation:
- Sie leben weniger von Anzeigen-Traffic, sondern von Leads, Deals und Kundenbeziehungen.
- Wenn KI-Antworten Ihre Inhalte sichtbar machen und nur 10 % der Nutzer klicken, diese 10 % aber überdurchschnittlich häufig konvertieren, haben Sie gewonnen.
NatĂĽrlich gibt es auch Risiken:
- Ihre Marke verschwindet hinter generischen KI-Antworten.
- Ihre Fachinhalte werden von KI „verkocht“, ohne dass die Quelle erkennbar ist.
Deshalb lohnt sich ein strategischer Mittelweg:
- Inhalte so strukturieren, dass sie gut zitierbar sind (klare Quellenangaben, starke Aussagen, Datenpunkte).
- Parallel eigene Owned Channels (Newsletter, Community, Events, Webinare) ausbauen, auf die KI nur begrenzt zugreifen kann.
- KI-Tools in Ihrer eigenen Marketing-Automatisierung nutzen, um schneller, präziser und personalisierter zu kommunizieren als Ihre Wettbewerber.
In der Logik unseres deutschen KI-Leitfadens heißt das: Nutzen Sie KI sowohl als Distributions- als auch als Produktionshilfe, statt sie primär als Bedrohung zu sehen.
6. Was Marketing- und Vertriebsteams jetzt konkret tun sollten
Zum Abschluss ein klarer Aktionsplan, damit Sie nicht nur beobachten, wie Google die Spielregeln ändert, sondern aktiv davon profitieren.
-
Content-Audit durchfĂĽhren
PrĂĽfen Sie, welche Inhalte- rein informativ und leicht durch KI ersetzbar sind,
- wo Sie echte Differenzierung (Meinung, Daten, Cases) bieten.
-
„KI-lesbare“ Struktur einführen
Arbeiten Sie mit klaren H2/H3-Strukturen, Summary-Blöcken, Bulletpoints und expliziten Kernaussagen. -
KI-Zusammenfassungen ins eigene Ă–kosystem holen
Nutzen Sie interne oder externe KI, um Kurzfassungen fĂĽr Landingpages, Blogposts, Whitepaper und Sales-Unterlagen zu erstellen. -
Sales enablement mit KI
Geben Sie Ihrem Vertrieb gut aufbereitete, KI-verdichtete Inhalte zu Ihren wichtigsten Themen. So führen sie fundiertere Gespräche, gerade bei komplexen Lösungen. -
Predictive Analytics etablieren
VerknĂĽpfen Sie Nutzersignale aus Suche, Website und CRM, um zu erkennen, welche Content-Typen mit welchen KI-Einstiegspunkten zu AbschlĂĽssen fĂĽhren. -
Langfristig: Marke als vertrauenswĂĽrdige Quelle positionieren
Fachserien, Studien, klare Standpunkte, Sichtbarkeit von Expert:innen – je stärker Ihre Marke als „Preferred Source“ wahrgenommen wird, desto leichter tun sich KI-Systeme damit, Sie regelmäßig zu zitieren.
Die Realität ist: Google wird sich weiter hin zu einer KI-getriebenen Aggregationsplattform für Inhalte entwickeln. Das können wir nicht ändern. Was wir sehr wohl steuern können: Wie sichtbar, relevant und abschlusstark unsere Inhalte in dieser neuen Umgebung sind.
Wenn Sie Ihre Marketing- und Vertriebsstrategie entlang dieser Punkte ausrichten, wird KI nicht zum Traffic-Killer, sondern zum Beschleuniger Ihres Lead-Funnels.