etracker + JustRelate: Was Marketer jetzt gewinnen

KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche LeitfadenBy 3L3C

Die Übernahme von etracker durch die JustRelate Group zeigt, wie KI-Analytics, DXP und Datenschutz zusammenspielen – und wie Marketing-Teams ihren ROI steigern können.

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etracker + JustRelate: Was Marketer jetzt wirklich gewinnen

Die meisten Marketing-Teams sitzen 2025 auf einem Datenberg – und nutzen trotzdem nur einen Bruchteil davon. Der Rest geht in Silos, komplizierten Tool-Landschaften und Datenschutz-Frust verloren. Genau an dieser Stelle wird die Übernahme von etracker durch die JustRelate Group spannend: Sie ist mehr als eine Unternehmensmeldung, sie ist ein Signal, wohin sich KI-gestütztes Marketing und Vertrieb im DACH-Raum entwickeln.

Dieser Beitrag aus der Reihe „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“ zeigt, was hinter dem Deal steckt, warum eine integrierte europäische Digital-Experience-Plattform (DXP) strategisch wichtig ist – und wie Marketing- und Sales-Teams jetzt konkret davon profitieren können.


1. Was der etracker-Deal strategisch für Marketing & Vertrieb bedeutet

Die Essenz des Deals: etracker bleibt als eigenständige, datenschutzkonforme Analytics-Lösung bestehen, wird aber Teil einer größeren DXP-Welt von JustRelate. Für Unternehmen heißt das: weniger Reibung zwischen Analytics, Content, CRM und Kampagnensteuerung – und mehr Raum für KI-gestützte Optimierung.

Drei Punkte sind besonders relevant:

  • Kontinuität + Zukunftssicherheit: Produkte, Services und Ansprechpartner von etracker bleiben erhalten. Bestehende Set-ups müssen nicht neu aufgesetzt werden.
  • DXP-Perspektive: Analytics ist künftig nicht mehr „nur ein Tool“, sondern Teil einer ganzheitlichen Customer-Experience-Plattform.
  • Europäische Compliance: Fokus auf DSGVO, TDDDG und cookieless Tracking – ein Wettbewerbsvorteil für den deutschen Markt.

Gerade für Unternehmen, die sich bewusst gegen US-Tools wie Google Analytics positionieren oder deren Einsatz kritisch geprüft wird, ist das ein wichtiges Signal: Es entsteht eine starke europäische Alternative, die Analytics, KI und Customer Experience enger zusammenführt.


2. Von Analytics zu Digital Experience: Warum integrierte DXPs die Zukunft sind

Wer heute noch mit separaten Insellösungen für Webanalyse, E-Mail, CRM, CMS und Kampagnenmanagement arbeitet, zahlt einen hohen Preis: Datenbrüche, Medienbrüche, Zeitverlust – und eine schlechtere Customer Experience.

Die Integration von etracker in die JustRelate Group zahlt genau auf dieses Problem ein.

2.1. Weniger Integrationsaufwand, mehr Wirkung

Die Ankündigung ist klar: technologische Harmonisierung und enge Verzahnung mit den bestehenden JustRelate-Lösungen. Für Marketing- und Vertriebsteams bedeutet das:

  • Web-Analytics-Daten stehen direkt in CMS, Portal oder CRM zur Verfügung
  • Kampagnensteuerung kann auf tatsächliches Nutzerverhalten reagieren – in Echtzeit oder nahezu Echtzeit
  • Reports müssen nicht mehr mühsam aus fünf Tools zusammengeklickt werden

Die Realität in vielen deutschen Unternehmen: Das Reporting einer einfachen Kampagne dauert länger als die Kampagne selbst. Eine integrierte DXP mit eingebettetem Analytics reduziert genau diesen Overhead.

2.2. KI wirkt erst richtig, wenn die Daten verbunden sind

Generative KI, Predictive Analytics, Personalisierung – alles hängt an einem Punkt: saubere, verbundene Daten. Genau hier wird die strategische Bedeutung des Deals sichtbar.

Wenn etracker-Daten künftig nahtlos in:

  • Personalisierungslogiken,
  • Content-Ausspielung,
  • Lead-Scoring

integriert werden, entsteht eine Basis, auf der KI nicht nur Texte generiert, sondern Entscheidungen verbessert. Das ist der Unterschied zwischen „wir nutzen KI-Tools“ und „wir steuern unser Marketing mit KI-gestützten Erkenntnissen“.


3. Datenschutz als Wettbewerbsvorteil: DSGVO, TDDDG und cookieless Tracking

Der vielleicht wichtigste Differenzierungsfaktor von etracker war immer: konsequente Datenschutz-Orientierung. Das bleibt – und wird sogar gestärkt.

3.1. Einwilligungs- und blocking-freies Analytics

Zielbild der JustRelate Group zusammen mit etracker: einwilligungs- sowie blocking-freies Analytics-Angebot für Unternehmen in Europa.

Das ist aus drei Gründen spannend:

  1. Cookie-Banner-Abhängigkeit sinkt: Wenn Daten rechtssicher auch ohne Einwilligung erhoben werden können, steigt die Datenbasis massiv.
  2. Mehr statistische Stabilität: Statt 30–50 % Datenverlust durch Cookie-Blocker und Banner-Ablehnungen stehen wieder Näherungen zur Gesamt-Nutzerschaft zur Verfügung.
  3. Rechtliche Sicherheit im deutschen Markt: Ein Setup, das DSGVO- und TDDDG-konform konstruiert ist, nimmt Druck von Legal & Datenschutz.

Wer ernsthaft Marketing-ROI messen will, braucht eine robuste Datengrundlage. Consent-only-Analytics führt spätestens seit verstärktem Tracking-Schutz der Browser oft zu verzerrten Bildern. Genau hier können etracker & JustRelate punkten.

3.2. Europäische Datenhaltung als Vertrauensfaktor

Im B2B-Vertrieb, im öffentlichen Sektor und in regulierten Branchen (Finanzen, Gesundheit, Energie) ist die Frage „Wo liegen unsere Daten?“ längst ein Vertriebsargument.

Ein europäischer Anbieter, der Analytics, DXP und KI-Dienste anbietet und sich klar an europäischen Regularien orientiert, ist für viele Unternehmen deutlich einfacher durch Datenschutz- und IT-Governance-Prüfungen zu bringen als ein Sammelsurium globaler SaaS-Tools.


4. Geplante Produkt-Ausbaustufen: Was Marketing-Teams konkret erwartet

Die Roadmap, die im Zuge der Übernahme skizziert wurde, zeigt klar, wohin die Reise geht: zu mehr Kanälen, mehr Integrationen und mehr KI in der Analyse.

4.1. Erweiterung des Trackings – vom Web zur Journey

Geplant sind unter anderem:

  • E-Mail-Tracking: Öffnungen, Klicks, Bounces verknüpft mit Onsite-Verhalten
  • Weitere Kanäle und Ländervarianten, inkl. zusätzlicher Sprachen für internationale Teams

Damit wird aus reiner Webanalyse eine Journey-Perspektive:

  • Welche Kampagne bringt nicht nur Traffic, sondern Leads?
  • Welche E-Mail sorgt tatsächlich für Produkt-Demo-Anfragen?
  • Welche Inhalte zahlen auf den Abschluss im Vertrieb ein?

4.2. Tiefere Integrationen in externe Systeme

Angekündigt sind umfassendere Integrationen mit externen Systemen und Plattformen. Für die Praxis heißt das:

  • Daten aus etracker fließen direkt in Marketing-Automation-Tools oder CRM
  • Kampagnen können auf Event-Trigger reagieren (z. B. Abbruch im Checkout, wiederkehrender Besuch einer Produktseite)
  • Reporting lässt sich in bestehende BI-Landschaften einbetten

Wer seine Marketing-ROI-Steuerung ernst meint, braucht genau diese Verknüpfungen. Nur so lässt sich eine Linie vom ersten Klick bis zum Umsatz im ERP ziehen.

4.3. KI-Technologien für Analyse und Mustererkennung

Spannend für die Serie „KI für Marketing & Vertrieb“ ist vor allem dieser Punkt:

„Einführung von KI-Technologien zur Analyse und Mustererkennung im Tracking“

Was heißt das konkret für Marketing-Teams?

  • Anomalie-Erkennung: KI entdeckt ungewöhnliche Traffic- oder Conversion-Sprünge früher, als es ein Mensch im Dashboard sehen würde.
  • Segmentierung: Besucherverhalten wird automatisch in sinnvolle Cluster gegliedert (z. B. hoher Informationsbedarf vs. kaufbereite Nutzer).
  • Kaufwahrscheinlichkeiten (Predictive Analytics): Leads oder Sessions können mit einer Abschlusswahrscheinlichkeit versehen werden – ideal für Priorisierung in Vertrieb und Retargeting.
  • Content-Empfehlungen: Aus Analyse-Mustern können Empfehlungen für Landingpages, CTAs oder Inhalte abgeleitet werden.

Hier liegt aus meiner Sicht der größte Hebel: Wenn KI nicht nur Berichte verschönert, sondern konkrete Handlungsvorschläge für Kampagnen, Budgets und Inhalte liefert, steigt der ROI spürbar.


5. Praktische Einsatzszenarien: So profitieren Marketing- und Sales-Teams

Wie sieht das im Alltag aus? Drei typische Szenarien aus dem deutschen Markt.

5.1. B2B-SaaS-Anbieter mit komplexem Sales-Funnel

Ausgangslage:

  • Mehrstufiger Funnel: Whitepaper-Download → Webinar → Demo → Angebot
  • Verschiedene Tools für E-Mail, Web, CRM, Events

Mit einer integrierten DXP plus etracker-Analytics kann das Team:

  • Lead-Quellen klar bewerten: Welche Kampagne bringt Leads mit hoher Demo-Quote?
  • Scoring verfeinern: KI-gestützte Mustererkennung bewertet Verhalten (z. B. wiederholte Besuche der Preisseite) höher.
  • Content gezielt personalisieren: Wiederkehrende Nutzer sehen Inhalte, die zur Funnel-Stufe passen.

Ergebnis: Weniger Blindflug, bessere Priorisierung für Vertrieb, höherer Anteil „Sales Qualified Leads“.

5.2. E‑Commerce mit Fokus auf Datenschutz

Ein mittelgroßer deutscher Onlinehändler möchte:

  • sich klar datenschutzfreundlich positionieren,
  • trotzdem Kampagnen effizient steuern,
  • und Cookieless-Szenarien beherrschen.

Mit etracker innerhalb einer DXP-Struktur kann er:

  • Consent-freundliche Analytics nutzen, ohne auf wichtige KPIs zu verzichten
  • KI-basierte Muster erkennen: Welche Produktkombinationen werden häufig gekauft, welche Pfade führen zu Warenkorbabbrüchen?
  • Personalisierung im Rahmen europäischer Vorgaben ausspielen.

Das ist nicht nur rechtlich sauber, sondern wird zunehmend auch zum Markenversprechen gegenüber datensensiblen Kund:innen.

5.3. Öffentlich-rechtliche oder kommunale Institution

Behörden, Hochschulen und kommunale Unternehmen bewegen sich in einem besonders engen regulatorischen Rahmen. Hier punkten europäische Lösungen mit:

  • klarer Datenhaltung in Europa,
  • nachweisbarer DSGVO-Konformität,
  • und reduzierter Abhängigkeit von US-Anbietern.

Die Kombination aus DXP (für Portale, Service-Angebote, Self-Service-Anwendungen) und datenschutzkonformer Analytics ermöglicht bessere UX-Optimierung, ohne die eigene Compliance-Abteilung zu überfordern.


6. Was Marketing-Verantwortliche jetzt konkret tun sollten

Der Deal ist verkündet, die Roadmap skizziert – was heißt das für Ihre nächsten 3–6 Monate?

6.1. Eigene Tool-Landschaft ehrlich prüfen

Fragen, die Sie sich stellen sollten:

  • Wie viele Tools setzen wir entlang der Customer Journey ein?
  • Wo verlieren wir Daten durch fehlende Integrationen oder Cookie-Blocker?
  • Wo entstehen manuelle Excel-Workarounds, weil Systeme nicht miteinander sprechen?

Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, erkennt schnell, ob ein integrierter DXP-Ansatz mit starker Analytics-Komponente sinnvoll ist.

6.2. Datenschutz-Strategie mit Marketing-ROI verzahnen

Statt Datenschutz als „Bremse“ zu sehen, lohnt sich eine andere Perspektive:

  • Welche datenschutzkonformen Tracking-Modelle (inkl. einwilligungsfreier Varianten) sind bei uns möglich?
  • Können wir mit einem europäischen Anbieter mehr valide Daten gewinnen als mit den aktuell genutzten Tools?

Gerade im Kontext des neuen TDDDG ist es sinnvoll, gemeinsam mit Datenschutz, IT und Marketing ein neues Analytics-Zielbild zu definieren.

6.3. KI im Marketing bewusst planen – nicht nur Tools testen

Die Ankündigungen rund um KI in etracker zeigen: KI wird tief in Analytics integriert werden. Damit das für Ihr Unternehmen mehr wird als „wir probieren mal was aus“, helfen drei Leitfragen:

  1. Welche Marketing-Entscheidungen wollen wir in Zukunft daten- und KI-gestützt treffen (Budget-Allokation, Zielgruppen, Inhalte)?
  2. Welche Kennzahlen sind dafür kritisch (z. B. CAC, CLV, Conversion-Rate pro Segment)?
  3. Welche Prozesse müssen angepasst werden, damit Teams KI-Empfehlungen auch wirklich nutzen (z. B. wöchentliche Performance-Reviews mit KI-Insights)?

Wer hier strukturiert vorgeht, macht aus einer Produktnews wie der etracker-Übernahme eine konkrete Chance zur Neuaufstellung des eigenen Marketing-Stack.


Fazit: Ein Deal als Blaupause für KI-gestützte Customer Experience in Europa

Die Übernahme von etracker durch die JustRelate Group ist ein gutes Beispiel dafür, wohin sich der Markt für KI-gestützte Marketing- und Vertriebsplattformen in Europa entwickelt: weg von isolierten Tools, hin zu integrierten DXPs, die Analytics, KI, Content und Kampagnensteuerung zusammenbringen – und das datenschutzkonform.

Für deutsche Unternehmen eröffnet das drei Chancen:

  • Bessere Datengrundlage durch einwilligungs- und blocking-freies Analytics
  • Höherer Marketing-ROI durch KI-gestützte Auswertung und Handlungsempfehlungen
  • Rechts- und Zukunftssicherheit durch europäische Compliance und Datenhaltung

Wenn Sie Ihr Marketing und Ihren Vertrieb für 2026 ausrichten, lohnt es sich, diesen Deal als Impuls für die eigene Roadmap zu nutzen: Weg von Tool-Wildwuchs, hin zu einer klaren Strategie für KI im Marketing, integrierte Customer Journey und eine DXP, die zu deutschen und europäischen Anforderungen passt.

Die zentrale Frage für die nächsten Monate lautet daher nicht: „Welches einzelne KI-Tool testen wir als nächstes?“, sondern: „Wie bauen wir eine europäische, KI-fähige Marketing- und Vertriebsarchitektur, die uns wirklich dichter an unsere Kund:innen bringt?“

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