Cloud, Sicherheit, Anwendungen, Transformation und Energie: Wie der DIGITAL FUTUREcongress Schweizer KMU hilft, ihre Digitalisierung pragmatisch voranzutreiben.
DIGITAL FUTUREcongress: Was Schweizer KMU jetzt brauchen
2023 wurden in der Schweiz laut BFS rund 99,7 % aller Firmen als KMU klassifiziert – und genau diese Betriebe spüren den Digitalisierungsdruck am stärksten. Gleichzeitig fehlen Zeit, Know-how und Personal, um «mal eben» Cloud, KI oder Cybersecurity aufzubauen.
Hier setzt der DIGITAL FUTUREcongress (DFC) als Initiative für eine «smarte Schweiz» an. Spannend ist weniger die Messefläche als der dahinterliegende Ansatz: Unternehmen bekommen einen kompakten Überblick über fünf zentrale Bausteine der digitalen Zukunft – Cloud Computing, Sicherheit & Datenschutz, Anwendungen, digitale Transformation und Energie.
In diesem Beitrag zeige ich, wie Sie diese fünf Themen konkret für Ihren Betrieb nutzen – mit Fokus auf Schweizer KMU und Handwerksbetriebe, die 2025 nicht mehr zuschauen, sondern handeln wollen.
1. Cloud Computing – die technische Basis für digitales Arbeiten
Wer Digitalisierung ernst meint, kommt an Cloud Computing nicht vorbei. Cloud ist die Infrastruktur, auf der fast alle modernen digitalen Lösungen laufen – von der Offerte per Tablet auf der Baustelle bis zur KI-gestützten Planung im Büro.
Warum Cloud gerade fĂĽr KMU in der Schweiz Sinn ergibt
FĂĽr kleinere und mittlere Unternehmen ist die Cloud oft der pragmatischste Weg, professionelle IT zu nutzen:
- Keine hohen Anfangsinvestitionen: Statt Server zu kaufen, zahlen Sie monatliche GebĂĽhren.
- Skalierbarkeit: Wächst Ihr Betrieb, wächst die IT mit – ohne lange Projektzeiten.
- Aktuelle Software: Updates, Patches und neue Funktionen kommen automatisch.
- Standortunabhängiges Arbeiten: Ideal für Aussendienst, Baustelle oder Homeoffice.
Gerade Schweizer Handwerksbetriebe profitieren enorm: Offerten können vor Ort erstellt, Fotos direkt abgelegt und Rapportierungen digital unterschrieben werden. Fehler durch Zettelwirtschaft und Medienbrüche gehen massiv zurück.
Typische Einstiegsprojekte in die Cloud
Wenn Sie noch am Anfang stehen, haben sich folgende Schritte bewährt:
- E-Mail und Kalender in die Cloud (z.B. M365, Google Workspace)
- Dateiablage zentralisieren (statt USB-Sticks und lokalen Laufwerken)
- Branchensoftware oder ERP als Cloud-Lösung einführen
- Backup- und Archiv-Lösungen in der Cloud nutzen
Der DIGITAL FUTUREcongress zeigt dazu Marktübersichten und Anbieterlandschaften – für Schweizer Firmen ist vor allem wichtig, auf Schweizer Rechenzentren und Datenschutzkonformität zu achten.
Cloud ist kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung, damit alles andere – Anwendungen, KI, Automation – überhaupt sinnvoll laufen kann.
2. Sicherheit und Datenschutz – ohne Vertrauen kein digitales Geschäft
Je digitaler Ihr Betrieb arbeitet, desto stärker hängt Ihr Erfolg von IT-Sicherheit und Datenschutz ab. Ein verschlüsselter Server, eine gehackte Kundenkartei oder ein Ransomware-Angriff können einen KMU-Betrieb im schlimmsten Fall lahmlegen.
Schweizer Besonderheiten: nDSG, E-ID & Co.
Seit 01.09.2023 ist das neue Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG) in Kraft. FĂĽr Betriebe bedeutet das:
- Transparenzpflicht: Kunden mĂĽssen wissen, welche Daten Sie wofĂĽr nutzen.
- Datensparsamkeit: Nur erheben, was Sie wirklich brauchen.
- Auftragsverarbeiter prĂĽfen: Cloud-Anbieter, Newsletter-Tools etc. mĂĽssen vertraglich und technisch sauber sein.
Parallel baut die Schweiz mit Initiativen wie Cyber-Defence der Armee und E-Government-Projekten eine sicherere digitale Infrastruktur auf. Der DFC verknüpft solche staatlichen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure – für KMU ist das Gold wert, weil Sie nicht jeden Fehler selbst machen müssen.
Praktische Sicherheits-Massnahmen fĂĽr KMU
Was heisst «digitale Sicherheit» in der Praxis? Aus meiner Sicht sollten Sie in dieser Reihenfolge vorgehen:
-
Basis-Hygiene umsetzen
- Starke Passwörter + Passwortmanager
- Aktiviertes Multi-Faktor-Login (MFA) bei allen wichtigen Tools
- Regelmässige Updates von Betriebssystemen und Programmen
-
Backup-Strategie aufbauen
- Automatisierte tägliche Backups in ein getrenntes System
- Mindestens ein Backup ausserhalb des eigenen Standorts
-
Mitarbeitende schulen
- Phishing-Mails erkennen
- Umgang mit Kundendaten klären
- Klare Regeln für private Geräte im Firmennetz
-
Notfallplan definieren
- Wer ist im Cybervorfall zuständig?
- Welche Systeme haben Priorität?
- Welche externen Partner werden im Ernstfall angerufen?
Der Security-Teil des DIGITAL FUTUREcongress bündelt dazu Anbieter, Beratungen und Wissensquellen – von technischen Lösungen bis hin zu Schulungskonzepten.
3. Anwendungen: Von CRM bis ERP – ohne Prozesse ist jede Cloud wertlos
Cloud-Infrastruktur alleine bringt wenig, wenn Ihre Anwendungen und Prozesse weiter im Papierzeitalter stecken bleiben. Genau hier setzen CRM-, ERP- und spezialisierte Branchenlösungen an.
Die drei wichtigsten Anwendungstypen fĂĽr KMU
1. CRM (Customer Relationship Management)
Zentrale Kunden- und Kontaktverwaltung statt Excel-WĂĽsten und Outlook-Chaos:
- Alle Offerten, Aufträge und Kontakte an einem Ort
- Nachvollziehbare Historie: Wer hat wann was besprochen?
- Grundlage fĂĽr professionelles Nachfassen und Service
2. ERP / Auftragsabwicklung
FĂĽr Handwerk, Produktion und Dienstleistung sind ERP-Systeme das RĂĽckgrat:
- Material- und Lagerverwaltung
- Zeiterfassung und Projektsteuerung
- Rechnungsstellung und Auswertung
3. Spezialisierte Anwendungen
Zum Beispiel:
- Terminplanung mit Online-Buchung
- Mobile Rapportierung auf dem Smartphone
- Service-Apps fĂĽr Monteure mit Checklisten und Fotodokumentation
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Aus Projekten mit Schweizer KMU habe ich drei Erfolgsfaktoren immer wieder gesehen:
- Branchenfit statt Hochglanz: Besser eine Lösung, die 90 % Ihres Alltags abdeckt, als ein «Schweizer Taschenmesser», das niemand bedient.
- Einfachheit schlägt Features: Wenn Mitarbeitende die Lösung nicht mögen, bleibt sie ungenutzt – egal, wie mächtig sie ist.
- Integration: Anwendungen sollten Daten untereinander austauschen können (z.B. CRM mit Buchhaltung, ERP mit Zeiterfassung).
Der DIGITAL FUTUREcongress zeigt auf seiner Marktplattform, welche CRM-, ERP- und Speziallösungen am Markt sind – inklusive Experten, die aus Projekten berichten, was tatsächlich funktioniert.
4. Digitale Transformation: Vom Einzelprojekt zur unternehmensweiten Veränderung
Die meisten Firmen starten mit Inselprojekten: eine Cloud-Lösung hier, ein CRM dort, vielleicht ein neuer Webshop. Das ist ein Anfang, aber Transformation passiert erst, wenn sich Arbeitsweise, Kultur und Organisation mitverändern.
Warum viele Digitalprojekte in KMU stocken
Viele Schweizer Unternehmen kennen das Muster:
- Software wird eingefĂĽhrt.
- Ein Teil der Belegschaft macht mit, ein Teil bleibt bei alten Wegen.
- Nach einem Jahr ist die Lösung «da», aber niemand ist begeistert.
Der Grund: Es wurde Technik eingefĂĽhrt, aber das Unternehmen wurde nicht mitgenommen.
Erfolgreiche digitale Transformation basiert auf vier Pfeilern:
- Klare Ziele: Welche Probleme sollen gelöst werden (z.B. weniger Papier, schnellere Offerten, bessere Auswertungen)?
- Einbindung der Mitarbeitenden: Menschen, die täglich mit Prozessen arbeiten, wissen genau, wo es klemmt.
- Schrittweiser Ausbau: Kleine, sichtbare Erfolge statt jahrelange Mammutprojekte.
- Führung, die vorlebt: Geschäftsleitung und Inhaber müssen die neuen Tools nutzen – sonst tut es niemand.
Wie Initiativen wie der DIGITAL FUTUREcongress helfen
Der DFC ist mehr als eine Messe – er ist eine Plattform:
- Regierung und Verwaltung bringen Themen wie E-Government und Rahmenbedingungen ein.
- Wissenschaft liefert Studien, Trends und Technologieeinschätzungen.
- Wirtschaft und Anbieter zeigen Lösungen, Praxisbeispiele und Umsetzungswege.
Für KMU ist das spannend, weil Sie auf einen Blick sehen, wo die Reise hingeht und welche Partner Sie auf Ihrem Weg unterstützen können – vom Strategieberater bis zum lokalen IT-Dienstleister.
5. Energie als digitale Grundlage – warum Effizienz zum Wettbewerbsvorteil wird
Energie taucht selten als Digitalisierungsthema auf, ist aber ein entscheidender Faktor. Rechenzentren, Server, Netzwerke, Workstations – alles braucht Strom. Gleichzeitig stehen Unternehmen in der Schweiz unter Druck, Energie zu sparen und nachhaltiger zu wirtschaften.
Was Energie mit digitaler Zukunft zu tun hat
Digitalisierung kann Energieverbrauch senken, wenn sie richtig umgesetzt wird:
- Intelligente Steuerungen in Gebäuden, Produktion oder Werkstätten
- Monitoring von Maschinen zur Erkennung von Leerlauf und Verschleiss
- Optimierte Tourenplanung fĂĽr Aussendienst und Lieferungen
Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von stabiler Energieversorgung:
- Ohne Strom kein Zugriff auf Cloud-Systeme und Daten
- Unterbrechungen treffen digitalisierte Betriebe stärker
Deshalb gehört Energiethema aus meiner Sicht fest in jede Digitalstrategie. Der DFC greift dieses Thema als eigenen Bereich auf – mit Technologien, Anbietern und Experten.
Konkrete Schritte fĂĽr KMU in der Schweiz
Pragmatisch gesehen, können Sie heute schon viel bewegen:
- Altgeräte prüfen: Veraltete Server und PCs sind Stromfresser – Cloud und moderne Hardware sparen oft 20–40 % Energie.
- Lastspitzen analysieren: Mit einfachen Messsystemen sehen Sie, wann Ihr Verbrauch hochläuft.
- Energie in Projekten mitdenken: Bei jeder neuen Anwendung fragen: Wie wirkt sich das auf Energiebedarf und COâ‚‚-Fussabdruck aus?
Wer diese Fragen frĂĽh stellt, spart nicht nur Kosten, sondern ist gegenĂĽber Kunden und Partnern auch glaubwĂĽrdiger beim Thema Nachhaltigkeit.
6. Wie Sie jetzt konkret starten – und den DFC für sich nutzen
Der Weg zur «smarten Schweiz» beginnt im Kleinen – in jeder einzelnen Schreinerei, Agentur, Arztpraxis oder Produktionshalle. Sie müssen nicht alles auf einmal umsetzen, aber Sie sollten gezielt anfangen.
Ein möglicher 6-Monats-Fahrplan für KMU
-
Bestandsaufnahme (Woche 1–2)
- Welche Systeme nutzen Sie heute?
- Wo entstehen MedienbrĂĽche, Doppelarbeit, Papierflut?
-
Prioritäten festlegen (Woche 3–4)
- 3–5 konkrete Ziele definieren (z.B. Offerten in 24h, weniger Papier, durchgängige Kundenhistorie).
-
Cloud-Basis schaffen (Monat 2–3)
- E-Mail, Dateiablage und Backups professionalisieren.
-
Kernanwendung auswählen (Monat 3–4)
- CRM oder ERP/Branchenlösung evaluieren und mit Pilotteam einführen.
-
Sicherheit & Datenschutz anziehen (Monat 4–5)
- MFA, Backups, Schulungen, Datenschutz-Dokumentation.
-
Energie & Effizienz einbeziehen (Monat 5–6)
- Erste Messpunkte setzen, Altgeräte- und Serverstrategie prüfen.
Warum sich ein Blick auf den DIGITAL FUTUREcongress lohnt
Der DFC bĂĽndelt genau die Themen, die Sie fĂĽr diesen Fahrplan brauchen:
- Cloud Computing als technisches Fundament
- Security & Datenschutz als Vertrauensbasis
- Anwendungen (CRM, ERP, eCommerce) fĂĽr produktives Arbeiten
- Digitale Transformation mit Experten, die Stolpersteine kennen
- Energie als Querschnittsthema fĂĽr Kosten und Nachhaltigkeit
Wenn Sie 2025 ernst machen wollen mit Digitalisierung – besonders als Schweizer KMU oder Handwerksbetrieb – ist der wichtigste Schritt: nicht länger warten. Suchen Sie sich ein erstes, überschaubares Projekt, holen Sie sich gezielt Unterstützung und bauen Sie von dort aus weiter.
Die smarte Schweiz entsteht nicht in Bern oder Zürich auf Kongressen, sondern bei Ihnen im Betrieb – jeden Tag, mit jedem digitalen Schritt.