„Dear Algo“ auf Threads: Was Marketer jetzt nutzen sollten

KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche LeitfadenBy 3L3C

Threads macht aus dem „Dear Algo“-Trend ein echtes Steuerungsfeature. Erfahre, wie Marketer das nutzen können – für mehr Relevanz, Leads und bessere Ads.

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„Dear Algo“ auf Threads: Was Marketer jetzt nutzen sollten

Aus einem ironischen Community-Gag wird plötzlich ein echtes Steuerungsinstrument: Mit „Dear Algo“ testet Threads gerade eine Funktion, bei der Nutzer:innen den Algorithmus direkt ansprechen – und die Plattform passt den Feed bis zu drei Tage lang daran an. Für Social-Media-Teams ist das weit mehr als ein nettes Feature. Es ist ein Blick in die Zukunft von KI-kuratierten Feeds.

Dieses Feature kommt genau zu dem Zeitpunkt, an dem viele Brands genervt sind von intransparenten Algorithmen, sinkender organischer Reichweite und unvorhersehbaren Peaks. „Dear Algo“ zeigt einen anderen Weg: Nutzer:innen formulieren ihren Wunsch, eine KI erkennt das Signal, der Feed reagiert – und Marken können dieses Signal lesen.

In diesem Artikel geht es darum, wie „Dear Algo“ funktioniert, warum es strategisch relevant für Marketing und Vertrieb ist und wie du das Feature konkret für Content-Strategie, Community-Building und Social Selling auf Threads nutzen kannst.


Wie das „Dear Algo“-Feature auf Threads funktioniert

Das „Dear Algo“-Feature ist im Kern eine KI-gestützte Steuerung des persönlichen Feeds auf Threads, ausgelöst durch ein bestimmtes Posting-Muster der Nutzer:innen.

Der Mechanismus in Kürze

  • Nutzer:innen veröffentlichen einen öffentlichen Post, der mit „Dear Algo …“ beginnt.
  • Eine KI von Threads erkennt diesen Typ Post automatisch.
  • Der Algorithmus passt den persönlichen Feed für bis zu drei Tage an die im Post formulierten Wünsche an.
  • Die Funktion wird aktuell mit einer kleineren Usergruppe getestet und soll bei stabilen Ergebnissen ausgerollt werden.

Meta-CEO Mark Zuckerberg und Connor Hayes, Head of Threads, haben die Tests bereits öffentlich bestätigt. Entscheidender Punkt: Die Steuerung basiert nicht auf versteckten Einstellungen in irgendeinem Menü, sondern auf einem natürlichen Kommunikationsmuster der Community.

Das wirkt zunächst verspielt, ist aber hochstrategisch: Threads nutzt einen organisch entstandenen Trend als Interface zwischen Mensch und Algorithmus.


Warum „Dear Algo“ ein Wendepunkt für KI-Feeds ist

„Dear Algo“ ist mehr als ein charmantes Social-Feature. Es ist ein Testballon für die Frage: Wie viel Kontrolle wollen Menschen über KI-kuratierte Feeds – und wie kann man sie nutzerfreundlich gestalten?

Vom Blackbox-Feed zur dialogischen Kuratierung

Bisher liefen Algorithmen überwiegend so:

  1. Plattform sammelt Interaktionsdaten.
  2. KI optimiert auf Retention, Klicks, Verweildauer.
  3. Nutzer:innen haben kaum direkte Eingriffsmöglichkeiten.

Mit „Dear Algo“ kommt eine neue Ebene dazu:

„Dear Algo“-Posts sind eine explizite, menschliche Präferenz – kein abgeleitetes Signal.

Das ändert drei Dinge:

  • Transparenz: Nutzer:innen erleben, dass ein konkret formulierter Wunsch kurzfristig sichtbare Auswirkungen im Feed hat.
  • Agency: Statt nur zu scrollen und zu reagieren, definieren sie aktiv, was sie sehen möchten.
  • Lernbasis für KI: Threads bekommt extrem wertvolle Daten, wie Nutzer:innen ihre idealen Feeds beschreiben – in natürlicher Sprache.

Für Marketer, die mit KI-gestütztem Marketing arbeiten, ist das ein wichtiges Signal: Die Zukunft gehört Interfaces, in denen Menschen KI direkt briefen – im Feed, im Ads Manager, im CRM. „Dear Algo“ ist im Social-Bereich genau so ein Interface.

Warum das für Marketing & Vertrieb relevant ist

  • Bessere Personalisierung: Je klarer Meta Nutzerinteressen versteht, desto präziser können Ads ausgespielt werden.
  • Weniger Streuverluste: Wer zielgruppengerechte Inhalte produziert, landet häufiger in Feeds, die aktiv nach genau diesen Themen „rufen“.
  • Neues Research-Instrument: „Dear Algo“-Posts sind ein Live-Feedbackkanal, der zeigt, welche Inhalte Menschen sich wirklich wünschen.

Für alle, die an „KI für Marketing & Vertrieb“ arbeiten, ist das ein praktisches Beispiel dafür, wie Mensch und Algorithmus sinnvoll zusammenspielen können.


„Dear Algo“ als Echtzeit-Trendbarometer für Brands und Creator

Für Social-Media-Teams ist „Dear Algo“ vor allem eines: ein frei zugängliches Trendbarometer direkt in der Plattform.

Welche Signale „Dear Algo“-Posts liefern

Jeder öffentliche „Dear Algo“-Post ist im Grunde ein Mini-Briefing der Community. Typische Muster könnten sein:

  • „Dear Algo, mehr fundierte News statt Meme-Spam.“
  • „Dear Algo, bitte wieder mehr Content zu B2B-Sales-Strategien.“
  • „Dear Algo, ich will mehr Beiträge von kleinen, lokalen Marken sehen.“

Aus solchen Posts kannst du direkt ablesen:

  • Welche Formate gefragt sind (Deep Dives, News, Tutorials, Unterhaltung …)
  • Welche Themen gerade ziehen (z. B. KI im Vertrieb, Remote Work, Nachhaltigkeit)
  • Welche Tonalität gewünscht wird (seriös, humorvoll, meinungsstark)

Social- und Content-Teams sollten „Dear Algo“-Posts in ihren Zielgruppen daher gezielt beobachten – man bekommt kostenlos genau das, wofür man sonst teure Social Listening Tools nutzt.

Praxis: So nutzt du „Dear Algo“-Signale systematisch

Ein möglicher Workflow für dein Team:

  1. Monitoring aufsetzen

    • Recherchiere regelmäßig öffentliche „Dear Algo“-Posts in deiner Nische.
    • Sammle Beispiele in einem internen Dokument.
  2. Kategorien definieren
    Sortiere die Wünsche z. B. nach:

    • Thema (z. B. KI-Marketing, E-Commerce, Employer Branding)
    • Format (Karussell, Thread, Video, Infografik)
    • Tiefe (Snackable vs. ausführliche Analysen)
  3. Contentplanung ableiten

    • Plane pro Woche mindestens ein Format, das direkt auf einen wiederkehrenden „Dear Algo“-Wunsch einzahlt.
    • Teste explizit: „Diese Woche bedienen wir den Wunsch nach Praxisbeispielen im B2B-Sales.“
  1. Feedback messen
    • Tracke Interaktionen, Saves, DMs und Profilbesuche.
    • Vergleiche: Performen Inhalte, die an „Dear Algo“-Signale angelehnt sind, besser als dein Standard-Content?

Wer das konsequent umsetzt, verwandelt „Dear Algo“ von einem netten Community-Gag in ein messbares Planungswerkzeug.


Konkrete Chancen für Social Media, Marketing & Vertrieb

Für deutsche Unternehmen – vom Mittelstand bis zum Konzern – öffnet „Dear Algo“ auf Threads mehrere Türen gleichzeitig: Reichweite, Community-Bindung und Umsatznähe.

1. Mehr Relevanz im KI-kuratierten Feed

Wenn Nutzer:innen Threads aktiv bitten, mehr von bestimmten Themen oder Accounts zu zeigen, profitieren vor allem diejenigen Marken, die:

  • klar positioniert sind (z. B. „KI im B2B-Vertrieb“, „Nachhaltiger E-Commerce“),
  • konsequent in einer Nische posten,
  • einen wiedererkennbaren Content-Stil haben.

Die Realität: Die meisten Unternehmensaccounts posten zu breit und zu beliebig. In einem Umfeld, in dem Nutzer:innen explizit formulieren, was sie sehen wollen, gewinnen die, die ein scharfes Profil haben.

Impuls: Schau dir deinen Threads-Feed an und frag dich ehrlich: Würde jemand explizit „mehr von diesem Account“ in einem „Dear Algo“-Post einfordern? Wenn nicht, muss die Positionierung nachgeschärft werden.

2. Social Selling: Vom Feed zur Nachfrage

Threads entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem relevanten Kanal für Social Selling, vor allem in B2B-Nischen und Creator-getriebenen Branchen. „Dear Algo“ verstärkt diesen Effekt:

  • Wer sich z. B. „mehr konkrete Sales-Tipps für Software-Start-ups“ wünscht, öffnet damit eine riesige Tür für Sales-Teams, die hochwertigen, nutzwertigen Content teilen.
  • Serienformate wie „Dear Sales Algo, zeig mir nur noch Deals, die wirklich relevant sind“ können spielerisch an den Trend andocken und Awareness aufbauen.

Dabei geht es nicht darum, das Feature plump auszunutzen. Es geht darum, klarer, fokussierter Mehrwert zu liefern und ihn in eine Sprache zu übersetzen, die zur Community passt.

3. Bessere Werbeergebnisse dank klarerer Signale

Meta hat im Artikelkontext bereits klargemacht: Die Verzahnung von userbasierten Features wie „Dear Algo“ mit dem Meta-Werbeökosystem unterstützt das Wachstum der Werbeumsätze.

Für Werbetreibende bedeutet das:

  • Nutzer:innen, die ihre Wünsche klar formulieren, helfen Meta, Interessenprofile zu schärfen.
  • Ads, die inhaltlich genau auf diese Interessen einzahlen, werden relevanter wahrgenommen – und performen besser.

Heißt übersetzt: Guter organischer Content und gute Ads wachsen näher zusammen. Wer seine Creatives und Messages an den „Dear Algo“-Wünschen ausrichtet, liefert dem Algorithmus Futter, das sowohl im organischen als auch im Paid-Bereich funktioniert.


Umsetzung: So integrierst du „Dear Algo“ in deine Strategie

Der größte Fehler wäre, „Dear Algo“ nur als witzigen Trend zu sehen. Sinnvoller ist, das Feature gezielt in deine Social-, Content- und KI-Strategie einzubauen.

Schritt 1: Use Cases definieren

Überlege, wo „Dear Algo“ für dein Unternehmen echten Mehrwert erzeugt:

  • Markenaufbau: Positionierung als Account, den man bewusst „anfordert“.
  • Produktkommunikation: Serien, die Nutzungsbeispiele, Tutorials oder Fragen aus der Community aufgreifen.
  • KI-fähiges Marketing: Interne Nutzung der „Dear Algo“-Posts als Trainingsbasis für eigene KI-Modelle (z. B. Prompts für Content-Ideen).

Schritt 2: Content-Formate entwickeln

Mögliche konkrete Formate für Threads:

  • „Algo-antwortet“-Posts: Du greifst einen typischen „Dear Algo“-Wunsch deiner Zielgruppe auf und reagierst mit einem Post oder einer Miniserie.
  • Community-Fragen sammeln: Bitte deine Follower zu formulieren, was sie sich „mehr im Feed“ wünschen, und nutze die Antworten als Content-Fahrplan.
  • KI-Erklärcontent: Erkläre offen, wie du selbst KI im Marketing & Vertrieb einsetzt – das zahlt auf das übergeordnete Thema „KI-gestützte Feeds“ ein.

Schritt 3: KPIs und Erfolgsmessung

Definiere von Anfang an, woran du den Erfolg misst:

  • Organische Reichweite auf Threads (Posts, die auf „Dear Algo“-Signale einzahlen vs. Standardposts)
  • Profilwachstum (Follower, Profilaufrufe, Shares)
  • Community-Engagement (Kommentare, DMs, Reaktionen auf Umfragen)
  • Business-KPIs (Leads, Newsletter-Sign-ups, Demo-Anfragen über Threads-Traffic)

Die Kunst besteht darin, „Dear Algo“ nicht isoliert zu betrachten, sondern in deine Lead- und Funnel-Strategie einzubetten – insbesondere, wenn du Threads als Baustein für KI-gestützte Marketing- und Vertriebsprozesse aufbaust.


Ausblick: Was „Dear Algo“ über die Zukunft von Social Media verrät

„Dear Algo“ zeigt, wohin sich Social Media in den nächsten Jahren bewegen wird: weg vom stummen Scrollen, hin zu Gesprächen mit Algorithmen.

Für Unternehmen bedeutet das:

  • Du brauchst eine klare inhaltliche Kante, damit Nutzer:innen dich bewusst im Feed haben wollen.
  • Du solltest Social Listening nicht mehr nur als Buzzword sehen, sondern als laufendes KI-Briefing durch deine Community.
  • Du wirst an immer mehr Stellen Sprachschnittstellen zu KI sehen – in Ads, im CRM, in Service-Bots und eben im Social Feed.

Wer heute testet, wie sich solche Schnittstellen sinnvoll in Marketing & Vertrieb integrieren lassen, ist 2026 nicht mehr im Experimentiermodus, sondern im Skalierungsmodus.

Wenn du Threads bereits nutzt, lohnt sich jetzt ein ehrlicher Blick: Spiegelt dein Content das wider, was deine Zielgruppe in einem „Dear Algo“-Post formulieren würde? Wenn nicht, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt zum Nachschärfen.