ALLPLAN zeigt auf der BIM World 2024, wie BIM, KI, Nachhaltigkeit und Tragwerksplanung zu durchgängigen Design-to-Build-Workflows werden – mit klaren Vorteilen für Projekte.
BIM World 2024: So verändert ALLPLAN den Design-to-Build-Alltag
Die Zahl ist eindeutig: Laut verschiedenen Marktstudien liegen in Bauprojekten noch immer 20–30 % Produktivitätspotenzial brach – vor allem durch Medienbrüche, Doppelarbeit und schlechte Abstimmung zwischen Planung und Ausführung. Genau hier setzt der aktuelle Schub an BIM- und KI-Lösungen an, der auf der BIM World Munich 2024 sehr deutlich zu sehen sein wird.
ALLPLAN nutzt die Messe in München, um zu zeigen, wie sich Design-to-Build-Workflows von der frühen Planung bis zur Baustelle durchgängig digital abbilden lassen – inklusive Statik, Nachhaltigkeit und Bauen im Bestand. Für österreichische Planungsbüros, Bauunternehmen und Fertigteilwerke ist das kein „nice to have“, sondern ein knallharter Wettbewerbsfaktor: Wer Projekte präzise, transparent und kalkulierbar führt, gewinnt Ausschreibungen und hält Budgets.
In diesem Beitrag geht es deshalb nicht nur darum, was ALLPLAN auf der BIM World 2024 zeigt, sondern vor allem darum, was Sie konkret daraus für Ihre eigenen Projekte ableiten können – vom Architekturbüro über Tragwerksplanung bis hin zur digitalen Baustelle in Österreich.
1. Was hinter modernen Design-to-Build-Workflows wirklich steckt
Design-to-Build bedeutet: Das digitale Modell ist nicht nur hübsche Visualisierung, sondern die Basis für Planung, Statik, Kosten, Fertigteile und Bauausführung. Alles hängt an einem konsistenten Datenmodell.
Die Realität in vielen Büros sieht noch anders aus:
- 2D-Pläne in unterschiedlichen Ständen
- Statikmodelle getrennt vom BIM-Modell
- Kostenberechnung in Excel
- Änderungen werden per E-Mail und Telefon nachgezogen
Die Folge: Fehler, Mehrkosten, Terminprobleme.
ALLPLAN zeigt auf der BIM World, wie sich dieser Flickenteppich auflösen lässt – mit einem integrierten Lösungsportfolio aus ALLPLAN (Planung & Ausführung), FRILO und SCIA (Tragwerksplanung) und ergänzenden Tools für Nachhaltigkeit und Bauen im Bestand. Entscheidend ist nicht die Softwareliste, sondern der Workflow:
- Geometrie & BIM-Modell in ALLPLAN aufbauen
- Tragwerk nach SCIA oder FRILO ĂĽbergeben
- Bewehrung wieder zurĂĽck ins BIM-Modell bringen
- Bauteilmengen, Kosten, COâ‚‚ direkt aus dem Modell ableiten
- Baustellen- und Fertigteilprozesse digital vorbereiten
Wer so arbeitet, reduziert Medienbrüche und hat eine durchgängige Datengrundlage – ein Kernbaustein für echte digitale Baustellen in Österreich.
2. ALLPLAN 2025: Was sich im Tagesgeschäft tatsächlich ändert
ALLPLAN 2025 ist nicht einfach ein „Facelift“, sondern bringt Funktionen, die ganz konkret Zeit sparen und Fehler vermeiden. Drei Themen stechen besonders heraus.
2.1 Schnellere Architekturplanung durch parametrische Werkzeuge
Für Architekturbüros bedeutet jede Variantenstudie normalerweise: viel Fleißarbeit im Modell. ALLPLAN 2025 bringt hier parametrische Werkzeuge, etwa für abgehängte Decken.
Warum das relevant ist:
- Deckenraster ändern sich im Projektverlauf oft
- Haustechnik, Beleuchtung, Akustik – alles hängt an dieser Ebene
- Jede manuelle Anpassung kostet Zeit und ist fehleranfällig
Mit parametrischen Werkzeugen können Sie:
- Deckenformen und -höhen über Parameter steuern
- Aussparungen und Einbauten einfach mitziehen lassen
- Varianten in Minuten statt Stunden abbilden
Gerade bei komplexeren Bürobauten, Hotels oder Bildungsbauten in Österreich kann das mehrere Stunden pro Woche sparen – multipliziert über ein Projektjahr ergibt das schnell einen massiven Produktivitätshebel.
2.2 Automatisierte Bewehrung von Freiformflächen
Im Ingenieurbau wird die Modellierung von Freiformbauteilen – Brücken, Rampen, komplexe Decken – immer häufiger. Die Bewehrungsplanung solcher Geometrien ist traditionell sehr aufwendig.
ALLPLAN 2025 setzt hier an mit:
- automatisierter Bewehrung für Freiformflächen
- smarter Verlegung entlang der tatsächlichen Geometrie
- klarer Visualisierung und Kollisionskontrolle
Das reduziert zum einen den Zeichnungsaufwand, zum anderen steigt die Ausführungssicherheit. Fehlerhafte Bewehrungspläne gehören zu den kostspieligsten Problemen auf der Baustelle – jede vermiedene Korrektur spart bares Geld.
2.3 Neue Workflows fĂĽr Tragwerksplanung mit SCIA und FRILO
Mit SCIA Engineer 25 und FRILO 2025 macht ALLPLAN ernst mit dem Anspruch, Statik und BIM enger zu verzahnen.
SCIA Engineer 25 bietet u. a.:
- fortschrittliche Schwingungsanalyse (relevant fĂĽr BrĂĽcken, Decken, leichte Konstruktionen)
- präzise 3D-Windlastgenerierung
- Bewertung von Bauphasen direkt im Modell
FRILO 2025 bringt einen neuen Bewehrungsworkflow zwischen FRILO und ALLPLAN:
- StahlbetonstĂĽtzen modellieren und bemessen
- Bewehrungsinformationen wieder in ALLPLAN ĂĽbernehmen
- konsistente Pläne und Stücklisten erzeugen
Für österreichische Tragwerksplaner ist das spannend, weil viele Büros ohnehin bereits auf Lösungen der Nemetschek Group setzen. Die Möglichkeit, Stützen, Platten oder Träger inklusive Bewehrung konsistent durchzureichen, reduziert doppelte Eingaben massiv.
3. KI im BIM-Prozess: Mehr als nur hĂĽbsche Bilder
Künstliche Intelligenz ist 2024 überall Thema – aber in vielen Büros bleibt sie ein Experiment in der „Spielwiese“. ALLPLAN 2025 zeigt, wie KI-unterstützte Planung im Kerngeschäft ankommt.
3.1 AI-Visualizer: Sekunden statt Stunden fĂĽr Visualisierungen
Der integrierte AI-Visualizer erzeugt auf Basis des BIM-Modells Visualisierungen in Sekunden. Das verändert vor allem zwei Bereiche:
- Entwurfskommunikation: Schnellere Varianten fĂĽr Bauherr:innen, Wettbewerbe, interne Diskussionen
- Entscheidungsfähigkeit: Mehr Szenarien lassen sich prüfen, bevor festgelegt wird
Statt externe Renderjobs zu beauftragen oder intern lange Renderzeiten zu akzeptieren, können Teams Entwurfsideen quasi live visualisieren. Unter dem Strich:
- kĂĽrzere Abstimmungsschleifen
- weniger Missverständnisse
- bessere Entscheidungsqualität
3.2 Wo KI in der Baupraxis wirklich hilft – und wo nicht
Ich bin überzeugt: KI ist dann sinnvoll, wenn sie Routinearbeit reduziert, ohne Fachwissen zu verdrängen. Gute Einsatzfelder im ALLPLAN-Umfeld sind zum Beispiel:
- Vorstrukturierung von Visualisierungen
- Vorschläge für Bauteilvarianten oder Layouts
- UnterstĂĽtzung bei Kollisions-Checks und Mustererkennung
Kritisch wäre es, wenn KI Baunachweise oder Bemessungen „erraten“ würde. Solange KI klar als Assistenz fungiert und der Mensch die Verantwortung behält, kann sie den Alltag enorm entlasten – gerade in Zeiten von Fachkräftemangel in der österreichischen Bauindustrie.
4. Nachhaltigkeit und COâ‚‚-Bilanz direkt im BIM-Modell denken
Wer heute Bauprojekte plant, kommt am Thema Klimaschutz nicht vorbei. Förderungen, Taxonomie, ESG-Anforderungen von Investoren – all das landet am Ende auf dem Schreibtisch von Architekt:innen und Ingenieur:innen.
ALLPLAN zeigt auf der BIM World, wie sich Nachhaltigkeit als fester Bestandteil des BIM-Modells abbilden lässt.
4.1 One Click LCA: Lebenszyklusanalyse ohne Excel-Orgie
Die Integration von One Click LCA ermöglicht es, aus dem BIM-Modell:
- Materialmengen und Bauteile zu ĂĽbernehmen
- COâ‚‚-Emissionen entlang des Lebenszyklus zu bewerten
- Varianten hinsichtlich ihrer Klimawirkung zu vergleichen
Praktischer Nutzen:
- frühe Entwurfsentscheidungen können anhand konkreter CO₂-Zahlen getroffen werden
- Ausschreibungen können Nachhaltigkeitsziele transparenter machen
- Bauherr:innen erhalten nachvollziehbare Nachweise
Gerade in Österreich, wo öffentliche Auftraggeber und große Entwickler immer häufiger Nachhaltigkeitskriterien in Ausschreibungen verankern, ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil.
4.2 Materialeffizienz als Planungsstandard
Neben dem COâ‚‚-Fokus geht es auch um Materialeffizienz:
- optimierte Querschnitte
- intelligente Bewehrungsverteilung
- Reduktion von Verschnitt im Fertigteilbau
Im Zusammenspiel von ALLPLAN, FRILO und SCIA können statische Reserven sichtbar gemacht und Bauteile präziser dimensioniert werden. Weniger Beton und Stahl bedeutet nicht nur niedrigere Kosten, sondern auch weniger CO₂. Und zwar messbar.
5. Bauen im Bestand: Punktwolken ohne Datenfrust nutzen
Ein Großteil der Bauaktivität in Österreich spielt sich im Bestand ab: Nachverdichtung, Sanierung, Umbau, Aufstockung. Wer hier effizient arbeiten will, muss Laserscans und Punktwolken im Griff haben.
ALLPLAN setzt deshalb im Bereich „Bauen im Bestand“ auf Scalypso4ALLPLAN.
5.1 Direkter Import von Punktwolken
Scalypso4ALLPLAN ermöglicht es, Scandaten ohne Modifikation und in vielen Formaten direkt in ALLPLAN zu nutzen. Das hat mehrere Vorteile:
- keine umständlichen Konvertierungsschritte
- geringeres Risiko von Datenverlust
- schnellere Modellierung auf Basis realer Geometrie
Damit wird die Verbindung von realem Gebäudezustand und digitalem Modell deutlich einfacher. Für österreichische Büros, die Bestandsobjekte erfassen und umbauen, ist das ein echter Beschleuniger.
5.2 Praxisnutzen fĂĽr Planung und AusfĂĽhrung
Konkrete Effekte in Projekten:
- genauere Mengenermittlung im Bestand
- bessere KollisionsprĂĽfung bei neuen Einbauten
- weniger Ăśberraschungen bei der AusfĂĽhrung
Gerade bei Sanierungen in dicht bebauten Lagen – etwa im Wiener Gründerzeitbestand oder innerstädtischen Liegenschaften in Graz und Linz – sind Fehlplanungen extrem teuer. Ein sauber aufbereiteter Scan, direkt im BIM-Prozess nutzbar, reduziert dieses Risiko deutlich.
6. Was österreichische Büros jetzt konkret tun sollten
Die BIM World 2024 zeigt: Design-to-Build, KI-unterstützte Planung, Nachhaltigkeit und Bauen im Bestand wachsen zusammen. Für Unternehmen in der österreichischen Bauindustrie heißt das: Jetzt strategisch entscheiden, wie die eigenen Workflows in 2–3 Jahren aussehen sollen.
Drei konkrete Schritte, die erfahrungsgemäß funktionieren:
-
Pilotprojekt definieren
Kein Großprojekt, sondern ein überschaubares Gebäude oder Infrastrukturvorhaben, an dem Sie:- BIM-Modell + Statik + CO₂-Analyse kombinieren
- Punktwolken im Bestand testen
- KI-Visualisierung in der Bauherrenkommunikation einsetzen
-
Kleines Kernteam aufbauen
3–5 Personen aus Architektur, Statik, Bauausführung oder Fertigteilplanung, die:- Verantwortung für neue Workflows übernehmen
- Schulungen zu ALLPLAN 2025, FRILO, SCIA und Nachhaltigkeit nutzen
- Erfahrungen intern dokumentieren und weitergeben
-
Schnittstellen zur Baustelle denken
Digitalisieren Sie nicht nur die Planung, sondern auch:- Ăśbergabe an Bauleitung und Poliere
- Aufbereitung fĂĽr Fertigteilwerke
- Nutzung von Modellen fĂĽr Mengenermittlung und Bauablauf
Wer diese drei Schritte geht, legt die Basis für echte digitale Baustellen – statt nur einzelne Software-Features „auszuprobieren“.
Fazit: BIM, KI und Nachhaltigkeit als gemeinsamer Erfolgshebel
Die BIM World 2024 macht deutlich: BIM, KI, Tragwerksplanung, Nachhaltigkeit und Bauen im Bestand lassen sich heute in einem durchgängigen Design-to-Build-Workflow verbinden. ALLPLAN positioniert sich mit Version 2025, den neuen FRILO- und SCIA-Lösungen sowie Tools wie One Click LCA und Scalypso4ALLPLAN genau in diesem Schnittfeld.
Für österreichische Architekten, Ingenieure, Fertigteilplaner und Bauunternehmen ist das eine Chance, nicht nur „digitaler“ zu werden, sondern Projektqualität, Termin- und Kostensicherheit messbar zu verbessern. Wer jetzt mit Pilotprojekten startet und ein Kernteam aufbaut, wird in den nächsten Jahren Ausschreibungen gewinnen, an denen andere scheitern.
Die entscheidende Frage ist daher: Welche Ihrer nächsten Projekte eignen sich, um Design-to-Build-Workflows, KI und Nachhaltigkeit konsequent zu testen – und damit den Schritt zur wirklich digitalen Baustelle zu gehen?