Viele Hände, digitale Werkzeuge: Bauwende auf dem Klimafestival

KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden••By 3L3C

Klimafestival & Greenterior 2025 zeigen, wie Bauwende, Zirkularität und KI auf der Baustelle zusammengehören – und welche Schritte Unternehmen jetzt gehen sollten.

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Viele Hände, digitale Werkzeuge: Bauwende auf dem Klimafestival

Effizienz, Wandel und Ressourcen – mit diesen drei Schlagworten ist das Klimafestival 2025 in der Station Berlin gestartet. Parallel dazu feiert „Greenterior by BauNetz id“ Premiere und rückt zirkuläre Innenarchitektur in den Fokus. Wer die Stimmung dort aufnimmt, merkt schnell: Die Bauwende passiert nicht irgendwann – sie wird gerade gemacht. Von Architekturbüros, Planungsabteilungen, Bauunternehmen, Industrie, Lehre und zunehmend auch von KI-gestützten Lösungen auf der Baustelle.

Für die deutsche Bauwirtschaft ist das mehr als ein Branchen-Event. Hier werden die Themen verhandelt, die in den nächsten Jahren über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden: klimaneutrales Bauen, zirkuläre Planung, digitale Prozesse und Künstliche Intelligenz in der Bauausführung. Und genau das ist der Punkt: Die meisten Unternehmen unterschätzen noch, wie stark sich diese Felder gegenseitig bedingen.

In diesem Beitrag geht es darum,

  • was das Klimafestival und Greenterior 2025 ĂĽber den Stand der Bauwende verraten,
  • wie KI und digitale Werkzeuge helfen, genau diese Bauwende praktisch umzusetzen,
  • und welche konkreten Schritte PlanungsbĂĽros, Bauunternehmen und Hersteller jetzt gehen sollten, um aus den Impulsen echte Projekte zu machen.

1. Was das Klimafestival 2025 über die Bauwende verrät

Das Klimafestival von Heinze und BauNetz steht 2025 unter dem Motto „Gemeinsam verändern wir die Bauwirtschaft. Nachhaltig.“. Das klingt zunächst nach Claim, ist aber ziemlich treffend: Die Leitplanken Effizienz, Change und Ressourcen ziehen sich durch Keynotes, Panels, Workshops – und durch die Produkte, die in der Station Berlin gezeigt werden.

Zusammenarbeit als Schlüssel – nicht nur beim Entwurf

Gleich in den Eröffnungs-Keynotes machen Tillmann Prinz (Bundesarchitektenkammer), Leslie Quitzow (Bundesstiftung Bauakademie) und Cordula Weimann (Omas for Future) klar:

Klimaneutrales Bauen ist kein Nischenprogramm fĂĽr engagierte BĂĽros, sondern Teamarbeit auf Systemniveau.

Das heiĂźt konkret:

  • Architekt:innen brauchen frĂĽhen Zugang zu belastbaren COâ‚‚- und Materialdaten.
  • Bauunternehmen benötigen Planungsstände, die digital weiterverarbeitbar sind – nicht nur als PDF.
  • Die Industrie muss transparente Produktdaten liefern (Ă–kobilanz, RĂĽckbaubarkeit, Rezyklatanteil etc.).

Ohne digitale Schnittstellen und ohne Daten, die Maschinen verstehen, bleibt Kooperation Papierarbeit. Genau hier kommen BIM, KI-Tools und automatisierte Workflows ins Spiel.

Von der lebenswerten Stadt zum zirkulären Detail

Am zweiten Festivaltag greift das Panel „Die lebenswerte Stadt“ die große Ebene auf: Vertreter:innen von Umweltverbänden, ökologischer Architektur und Forschung diskutieren, wie sich Stadtentwicklung so gestalten lässt, dass sie sowohl ökologisch robust als auch sozial tragfähig ist. Spannend dabei: Es geht nicht mehr nur um Dämmstärken und KfW-Standards, sondern um Fragen wie

  • klimaangepasste Freiräume,
  • kurze Wege und Mischnutzungen,
  • hitzeresiliente Quartiere,
  • und zirkuläre Stoffströme auf Stadtebene.

Am Abschluss-Panel wird es dann sehr konkret: Wiebke Ahues (LXSY), Dietmar Eberle (Baumschlager Eberle) und Nora Sophie Griefahn (Cradle to Cradle) diskutieren, warum zirkuläres Bauen einfacher werden muss. Das ist der entscheidende Punkt: Wenn Zirkularität nur mit Spezialwissen und Einzelkämpfermentalität funktioniert, bleibt sie ein Randphänomen.

Die Realität? Zirkuläres Bauen wird erst dann Massstab, wenn digitale Systeme und KI Bauteile, Materialien und Rückbaupfade erfassen, auswerten und in der Planung verfügbar machen.

2. Greenterior 2025: Zirkularität im Innenraum – und was das mit Daten zu tun hat

Parallel zum Klimafestival läuft erstmals „Greenterior by BauNetz id“ – ein Sonderformat, das den Blick nach innen richtet: Innenarchitektur, Büro- und Wohnwelten, Hospitality, Retail. Dort diskutieren unter anderem May-Britt Frank-Grosse, Fabian Freytag, Konstantin Thomas und Carola Ebert, wie sich die Designsprache ändert, wenn Zirkularität nicht Ausnahme, sondern Normalfall wird.

Zwischen konservativem Geschmack und zirkulärer Ästhetik

Der Knackpunkt ist gut benannt: „Schön, begehrenswert, im Kreislauf“. Viele Auftraggeber:innen hängen an gewohnten Bildern – Naturstein, makellose Oberflächen, „alles neu“. Zirkuläre Innenräume arbeiten aber mit

  • Re-Use-Komponenten, die Spuren haben dĂĽrfen,
  • sortenreinen Konstruktionen, die im RĂĽckbau trennbar bleiben,
  • modularen Systemen, die sich umbauen statt wegwerfen lassen.

Daraus entsteht zwangsläufig eine andere Ästhetik. Die spannende Frage: Wie machen wir diese Ästhetik marktfähig und verständlich?

Ein Teil der Antwort liegt im Storytelling und in guten Referenzen. Der andere Teil ist technisch: Wenn Planer:innen schnell passende, zirkuläre Produktalternativen finden, Varianten durchrechnen und deren Auswirkungen auf CO₂, Kosten und späteren Rückbau sehen, wird die Entscheidung deutlich einfacher.

Genau hier zahlt sich KI in der Planung aus:

  • KI-gestĂĽtzte Produktdatenbanken können zirkuläre Alternativen automatisch vorschlagen.
  • Algorithmen bewerten Ă–kobilanz, Kosten und VerfĂĽgbarkeit parallel.
  • Planer:innen sehen im BIM-Modell sofort, wie sich ein Produktwechsel auf den gesamten Lebenszyklus auswirkt.

Wer heute Innenräume plant, ohne solche Tools zu testen, verzichtet faktisch auf Effizienz – und vergibt Chancen, Auftraggeber:innen von zirkulären Lösungen zu überzeugen.

3. Baustelle 4.0: Warum KI zum Werkzeug der Bauwende wird

Für die Bauwende in Deutschland reicht es nicht, klimafreundlich zu entwerfen. Entscheidend ist, wie gebaut, dokumentiert und betrieben wird. Genau an dieser Stelle spielt Künstliche Intelligenz auf der Baustelle ihre Stärken aus.

Drei Hebel, an denen KI auf der Baustelle bereits heute wirkt

  1. Produktivität und Termin­sicherheit
    KI-gestĂĽtzte Bauablaufplanung kann

    • Abhängigkeiten zwischen Gewerken erkennen,
    • Verzögerungen frĂĽh vorhersagen,
    • alternative Abfolgen simulieren.

    Projekte, die so arbeiten, reduzieren Pufferzeiten erfahrungsgemäß deutlich. Weniger Leerlauf bedeutet: weniger Ressourcenverschwendung, weniger Nachträge, weniger Hektik.

  2. Ressourcen- und Materialeffizienz
    KI-Tools können aus Planungsdaten, Stücklisten und Lieferinformationen

    • den Materialbedarf genauer prognostizieren,
    • Ăśberbestellungen und Ausschuss reduzieren,
    • alternative Lieferketten vorschlagen (z.B. regionale Anbieter, recycelte Baustoffe).

    Wer Baustoffe zielgenau disponiert, senkt nicht nur Kosten, sondern auch den CO₂-Fußabdruck – von Transporten bis Lagerhaltung.

  3. Qualität, Rückbaubarkeit und Dokumentation
    Digitale Bautagebücher und KI-gestützte Bildauswertung ermöglichen

    • automatische Dokumentation von Bauteilen und Einbauzuständen,
    • Erkennung von Abweichungen zu Planung und Norm,
    • Aufbau eines „Materialpasses“ fĂĽr das Gebäude.

    Dieser Materialpass ist Gold wert, wenn später saniert, erweitert oder zurückgebaut wird. Zirkuläres Bauen funktioniert nur, wenn wir wissen, was wo verbaut ist.

Praxisnah gedacht: So sieht eine KI-gestĂĽtzte Baustelle aus

Stellen wir uns eine typische Sanierung eines Bürogebäudes aus den 1980ern vor:

  • Das BIM-Modell wird im Bestand per Scan-to-BIM erzeugt.
  • Eine KI analysiert Tragstruktur, Ausbau und Haustechnik und markiert Bereiche, die fĂĽr Re-Use oder MaterialrĂĽckgewinnung geeignet sind.
  • Während der AusfĂĽhrung dokumentieren Poliere per Tablet oder Smartphone die Demontage; eine Bilderkennung ordnet Bauteile automatisch Kategorien zu (wiederverwendbar, recycelbar, Entsorgung).
  • Parallel optimiert ein Algorithmus die Lieferlogistik fĂĽr neue, zirkuläre Baustoffe – just-in-time, mit minimalem Lagerbedarf.

Das Ergebnis: weniger Container voller Mischabfall, mehr nutzbare Sekundärbaustoffe – und eine sauberer dokumentierte Basis für spätere Umbauten.

4. Was Unternehmen aus Klimafestival & Greenterior konkret mitnehmen sollten

Die Veranstaltungen in Berlin sind ein guter Seismograph. Wer genau hinhört, erkennt klare Handlungsfelder – gerade für Unternehmen, die KI in der Bauwirtschaft sinnvoll einsetzen wollen.

FĂĽr ArchitekturbĂĽros und Planer:innen

  • BIM und Datenstruktur priorisieren: Ohne gut strukturiertes Modell keine sinnvolle KI-UnterstĂĽtzung. Wer 2025 noch ĂĽberwiegend 2D ohne konsistente Bauteildaten plant, baut sich selbst eine Bremse ein.
  • Zirkularität als Standard mitdenken: RĂĽckbaubarkeit, sortenreine FĂĽgung, modulare Systeme gehören in die frĂĽhen Leistungsphasen. KI-Tools können Varianten automatisch durchrechnen – aber nur, wenn die Fragen ĂĽberhaupt gestellt werden.
  • Innenräume strategisch betrachten: Greenterior zeigt, wie stark Innenarchitektur zur Bauwende beiträgt. Re-Use-Möblierungen, flexible Layouts, adaptive Licht- und Akustiksysteme lassen sich hervorragend mit datenbasierten Tools planen.

FĂĽr Bauunternehmen

  • Pilotprojekte fĂĽr KI-basierte Bauablaufplanung aufsetzen: Nicht direkt den GroĂźcampus, sondern 1–2 ĂĽberschaubare Projekte wählen, Erfahrungen sammeln, Prozesse anpassen.
  • Digitale Baustellendokumentation standardisieren: Fotos, Scans, IoT-Sensorik – alles, was Daten erzeugt, wird zur Basis fĂĽr spätere KI-Auswertungen.
  • Mitarbeitende mitnehmen: Vorarbeiter:innen und Bauleiter:innen sind die SchlĂĽsselpersonen. Schulungen, klare Workflows und sichtbare Vorteile (weniger Stress, klarere Abläufe) sind wichtiger als jede Software-Funktion.

FĂĽr Hersteller und Industrie

  • Transparente Produktdaten bereitstellen: Ă–kobilanz, Rezyklatanteil, Demontagehinweise, Lebenszyklusinformationen sollten maschinenlesbar vorliegen. Wer hier gut aufgestellt ist, taucht in KI-gestĂĽtzten Planungstools deutlich öfter als Option auf.
  • Zirkuläre Produktservices entwickeln: RĂĽcknahmeprogramme, Miet- und Leasingmodelle, modulare Serien – alles, was Wiederverwendung und Umbau ermöglicht, passt perfekt zur Richtung, die auf dem Festival diskutiert wird.

5. Nächster Schritt: Von der Inspiration zur Roadmap

Das Klimafestival 2025 und Greenterior zeigen klar, wohin die Reise geht: Die Bauwende wird digital, kollaborativ und datengetrieben. Wer KI als Werkzeug versteht – nicht als Selbstzweck –, kann Effizienz, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit sinnvoll verbinden.

FĂĽr Unternehmen in der deutschen Bauindustrie heiĂźt das konkret:

  • Jetzt anfangen, Datenstrukturen, Prozesse und erste KI-Anwendungen aufzubauen.
  • Zirkuläres Bauen und Innenraumgestaltung nicht als Sonderfall behandeln, sondern in Standardprozesse integrieren.
  • Kooperationen mit PlanungsbĂĽros, Tech-Anbietern und Forschungseinrichtungen suchen, statt alles alleine lösen zu wollen.

Die Frage ist weniger, ob sich Bauwirtschaft und Baustelle 4.0 verändern, sondern wie schnell und mit wem. Wer heute die richtigen Partner sucht und die ersten Pilotprojekte startet, wird in zwei bis drei Jahren nicht nur klimafreundlicher bauen – sondern auch wirtschaftlich deutlich besser dastehen.


Wenn Sie wissen wollen, wie KI-gestützte Lösungen konkret in Ihre Projekte und Abläufe passen, lohnt sich jetzt ein ehrlicher Blick auf Ihre Datenlage, Ihre Prozesse – und die ersten Pilotprojekte, für die sich ein Test wirklich lohnt.