Avanti 2026 verknüpft BIM, PDF-Mengen, Mängelmanagement, GAEB und E-Rechnungen zu durchgängigen Prozessen – ideal für Büros auf dem Weg zur Baustelle 4.0.
Avanti 2026: BIM-AVA, Open BIM und IPA praxistauglich nutzen
Die meisten Büros scheitern nicht an der Idee von BIM, sondern an der Praxis: IFC-Modelle hier, PDF-Pläne dort, Excel-Listen dazwischen – und am Ende sitzt jemand abends um 21:30 Uhr und versucht, Mengen, Kosten und Mängel halbwegs sauber zusammenzubringen.
Genau an dieser Stelle setzt das Major Release Avanti 2026 von Softtech an. Die neue Version der AVA-Software zielt nicht nur auf „mehr BIM“, sondern vor allem auf durchgängige Abläufe zwischen 2D-/3D-BIM, Open BIM, integrierter Projektabwicklung (IPA) und klassischer PDF-Planarbeit. Für Planungsbüros und Bauunternehmen, die ernsthaft Richtung „Baustelle 4.0“ gehen wollen, ist das hochrelevant.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, was Avanti 2026 konkret kann, warum das für deutsche Büros 2026/2027 wichtig wird und wie sich die Neuerungen ganz praktisch im Alltag nutzen lassen.
1. Warum Avanti 2026 genau jetzt ein Thema ist
Avanti 2026 adressiert ein Problem, das fast jedes Büro kennt: digitale Insellösungen. BIM-Modell in Revit, Mengen im PDF, Mängel im Excel, Rechnungen in einem separaten Tool – und dazu steigender Druck durch:
- BIM-Pflicht bei öffentlichen Bauherren (stufenweise ausgeweitet)
- IPA-Ansätze in größeren Projekten
- neue Anforderungen an E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD)
- GAEB-Updates (DA XML 3.3) und striktere Vergabevorgaben
Die Realität: Viele Büros arbeiten weiterhin mit einer Mischung aus 2D-PDF-Plänen, wenigen BIM-Pilotprojekten und klassischer AVA. Genau diese Mischwelt nimmt Avanti 2026 ernst, statt sie theoretisch wegzudiskutieren.
Avanti 2026 ist weniger ein „BIM-Leuchtturm“, sondern eher ein Werkzeugkoffer für den Alltag: 2D, 3D, Open BIM, IPA, E-Rechnung – in einem System zusammengeführt.
2. 2D-/3D-BIM und Open BIM: IFC, Revit & Grava connect
Der größte Hebel des Major Releases liegt klar im BIM-Bereich: überarbeiteter BIM-Viewer, IFC-Fokus, Revit-Plugin und Verzahnung mit Grava connect.
Neuer BIM-Viewer für IFC-Modelle
Der komplett überarbeitete BIM-Viewer in Avanti 2026 macht die Arbeit mit IFC-Modellen deutlich praxistauglicher:
- IFC-Modelle lassen sich komfortabler navigieren und filtern.
- Bauteile können direkt mit Leistungsverzeichnissen und Kostenelementen verknüpft werden.
- Mengen aus dem Modell landen ohne Umwege in der AVA.
Für Open-BIM-Projekte heißt das: Du bist nicht mehr vom CAD-System abhängig. Solange das Fachmodell als IFC kommt, kannst du in Avanti vernünftig damit arbeiten.
Plugin für Revit 2026
Softtech liefert parallel ein Plugin für Revit 2026. Das ist für Büros spannend, die:
- Architektur und TGA in Revit modellieren,
- Mengen und Kosten früh im Entwurf einschätzen wollen,
- ein sauberes Mapping zwischen Modell und AVA brauchen.
Der direkte Draht zwischen Revit und Avanti reduziert Medienbrüche, Tippfehler und doppelte Datenpflege. Für integrierte Projektabwicklung (IPA) ist das ein echter Pluspunkt, weil alle Beteiligten schneller zu belastbaren Kosten kommen.
Verzahnung mit Grava connect: 2D-PDF und 3D-BIM in einem System
Der vielleicht wichtigste Schritt Richtung Praxis: Avanti 2026 verknüpft 3D-BIM und 2D-PDF-Mengenermittlung über die browserbasierte Lösung Grava connect.
Konkret:
- In Grava connect werden Mengen direkt im Browser aus importierten PDF-Plänen markiert.
- Diese Mengen werden vollständig in Avanti eingelesen.
- In Grava connect können die markierten Bereiche zusätzlich farbig hervorgehoben werden.
- In Avanti fließen Mengen aus IFC-Modell und PDF-Plänen in einem System zusammen.
Das ist extrem wertvoll für Büros, die:
- teils mit BIM-Modellen, teils mit klassischen Plänen arbeiten,
- Bestandsgebäude oder kleinere Projekte ohne vollwertiges BIM modellieren,
- trotzdem eine zentrale, konsistente Kostengrundlage wollen.
Die Realität auf deutschen Baustellen ist 2025/2026 eben hybrid – Avanti 2026 akzeptiert das und verbindet beide Welten.
3. Mängelmanagement und BCF: LPH 8 wirklich digital abbilden
Wer einmal eine saubere Schlussrechnung mit umfangreicher Mängelliste abgestimmt hat, weiß: Mängelmanagement frisst Zeit und Nerven, wenn es nicht strukturiert läuft.
Avanti 2026 bringt hier ein neues Mängelmanagement, das deutlich näher an den HOAI-Abläufen liegt.
Zentrale Mängelerfassung mit Bezug zu LV und Bauteil
Mängel werden in Avanti 2026:
- zentral erfasst,
- direkt mit dem Leistungsverzeichnis, dem Raum oder einem konkreten Bauteil verknüpft,
- gewerkeübergreifend fürs Projektmanagement in der Leistungsphase 8 bereitgestellt.
Das hat zwei starke Effekte:
- Der Bezug zur Kostenebene (LV-Position, Einheitspreis, Nachtrag) bleibt erhalten.
- Die Zahlungsfreigabe kann realistisch an den Mängelstand gekoppelt werden.
Statt „Mängelliste in Excel“ und „Rechnung in der AVA“ getrennt zu führen, passiert das in einem System. Für IPA-Teams, die gemeinsam Verantwortung für Qualität und Kosten tragen, ist das Gold wert.
Offenes BCF-Format für CDE-Plattformen
Mängel lassen sich künftig im offenen BCF-Format (BIM Collaboration Format) ausgeben und an unterschiedliche CDE-Plattformen weitergeben.
Vorteile:
- Mängel sind modellbezogen dokumentiert.
- Alle Beteiligten sehen gleiche IDs, Screenshots, Bauteilbezüge.
- Kommunikation bleibt nachvollziehbar und standardisiert.
Für IPA-Projekte, in denen Architekt:innen, Fachplaner:innen, Bauunternehmen und Bauherrschaft gemeinsam auf einer CDE-Plattform arbeiten, ist diese Offenheit ein klares Signal: Avanti will kein geschlossenes Ökosystem, sondern Teil einer kollaborativen Open-BIM-Landschaft sein.
4. Adressverwaltung, E-Rechnung und GAEB 3.3: Alltagsthemen, die Geld sparen
Neben BIM-Funktionen bringt Avanti 2026 einige Features, die erst mal unspektakulär klingen, im Alltag aber massiv Zeit sparen können.
Neue Adressverwaltung auf SQL-Basis
Die Adressverwaltung wurde überarbeitet und auf eine neue SQL-Datenhaltung gestellt. Das ermöglicht:
- schnellere Suchfunktionen für Stammadressen,
- stabilen Zugriff auch bei mehreren gleichzeitigen Nutzern,
- bessere Basis für skalierende Büros und größere Projektteams.
Wer schon einmal in einem gewachsenen System mit doppelten, falschen oder veralteten Adressen gekämpft hat, weiß: Eine gute Adressverwaltung ist keine Nebensache, sondern Grundlage für einen unterbrechungsfreien Workflow.
Assistent für E-Rechnungen: XRechnung und ZUGFeRD
Avanti 2026 erweitert den bestehenden Funktionsumfang für E-Rechnungen um einen Export-Assistenten für:
- XRechnung
- ZUGFeRD
Das ist vor allem relevant, weil:
- die E-Rechnungspflicht in Deutschland schrittweise verschärft wird,
- öffentliche Auftraggeber zwingend XRechnung fordern,
- viele größere private Auftraggeber ebenfalls auf strukturierte E-Rechnungen umstellen.
Wenn AVA und Rechnungsstellung hier sauber zusammenspielen, vermeidest du Rückfragen, Ablehnungen im Vergabeportal und unnötige Verzögerungen im Zahlungsfluss.
Vorbereitung auf GAEB DA XML 3.3
Avanti 2026 wird für das neue GAEB-Datenformat GAEB DA XML 3.3 vorbereitet. Für Planungsbüros und Bauunternehmen bedeutet das:
- zukunftssicheren Austausch mit öffentlichen und privaten Auftraggebern,
- bessere Grundlage für strukturierte Vergabeprozesse,
- geringeres Risiko, durch veraltete Software von Ausschreibungen faktisch ausgeschlossen zu werden.
Die Kombination aus E-Rechnung, GAEB-Update und SQL-Datenbasis zeigt: Avanti 2026 denkt über die Modellwelt hinaus und adressiert auch das, was am Ende wirklich zählt – prüfbare, rechtssichere und zügig bezahlte Leistungen.
5. Was Avanti 2026 für „Baustelle 4.0“ und KI im Bau konkret bedeutet
Viele Büros fragen sich gerade, wie sie sich strategisch aufstellen sollen: BIM, KI, IPA, CDE – alles soll gleichzeitig kommen, während der Fachkräftemangel bleibt und Projekte immer komplexer werden.
Avanti 2026 ist kein KI-Tool im engeren Sinn, legt aber wichtige Grundlagen für KI-gestützte Workflows in der Bauplanung und Bauausführung:
- Strukturierte Mengendaten aus IFC und PDF (über Grava connect)
- Sauber verknüpfte Mängeldaten auf LV-/Bauteilebene
- Standardisierte Austauschformate (IFC, BCF, GAEB, XRechnung, ZUGFeRD)
- SQL-Datenbasis als Voraussetzung für Analysen und Auswertungen
Erst wenn Daten strukturiert, konsistent und maschinenlesbar vorliegen, lohnt sich der Einsatz von KI wirklich – etwa für:
- Prognosen zu Kosten- und Terminrisiken,
- automatisierte Plausibilitätsprüfungen von Mengen und Angeboten,
- Benchmarking zwischen Projekten,
- Unterstützung bei Ausschreibungstexten und Variantenvergleichen.
Wer heute in Werkzeuge wie Avanti 2026 investiert, bereitet damit seine Organisation auf genau diese nächsten Schritte vor.
Wie Planungsbüros Avanti 2026 strategisch nutzen können
Ein paar konkrete Ansätze aus der Praxis, wie du mit Avanti 2026 starten kannst:
-
Hybrid-Projekte systematisch aufsetzen
BIM-Modell dort nutzen, wo es vorhanden ist, PDF-Mengen sauber über Grava connect ergänzen – alles im gleichen AVA-System. -
Mängelmanagement an LPH 8 koppeln
Mängel nicht mehr nebenbei in Excel führen, sondern direkt in Avanti erfassen und mit Zahlungsfreigaben verknüpfen. -
E-Rechnung als Standard etablieren
Für alle öffentlichen Projekte und größere private Auftraggeber XRechnung/ZUGFeRD aus Avanti heraus nutzen – weniger Medienbrüche, schnellere Zahlung. -
Projektteams auf Open BIM ausrichten
IFC und BCF konsequent einsetzen, CDE-Plattformen anbinden und damit echte kollaborative Workflows aufbauen.
Fazit: Weniger Insellösungen, mehr durchgängige Prozesse
Avanti 2026 zeigt sehr deutlich, wohin die Reise in der deutschen Bau-IT geht: Weg von Einzellösungen, hin zu durchgängigen, offenen Prozessen, die BIM, PDF, GAEB, E-Rechnung und Mängelmanagement zusammenführen.
Für Planungsbüros, Bauunternehmen und Bauherr:innen, die sich ernsthaft mit BIM, Open BIM und integrierter Projektabwicklung (IPA) beschäftigen, lohnt ein genauer Blick auf dieses Major Release. Entscheidend ist nicht, ob irgendwo „BIM“ draufsteht, sondern ob die Software Impfstoff gegen Medienbrüche liefert – und genau da punktet Avanti 2026.
Wer jetzt den Einstieg in solche integrierten AVA-Lösungen wagt, hat in den nächsten Jahren einen klaren Vorteil: weniger Chaos in der Ausführung, belastbarere Kosten, schnellere Abrechnung – und eine Datenbasis, auf der sich KI und Baustelle 4.0 tatsächlich sinnvoll aufbauen lassen.