ANWR Sport & Lifestyle: Was die Premiere fĂĽr den Handel bedeutet

KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden••By 3L3C

ANWR Sport & Lifestyle zeigt, wie frühe, kuratierte Orderformate Händlern helfen, Sport- und Lifestyle-Sortimente strategisch, nachhaltig und datenbasiert zu planen.

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ANWR Sport & Lifestyle: Was die Premiere fĂĽr den Handel bedeutet

Am 23.11.2025 öffnete in Mainhausen zum ersten Mal ein Format, das viele Händler seit Jahren vermisst haben: eine frühe, fokussierte Orderplattform nur für Sport- und Lifestyle-Schuhe. 47 Marken, über 200 Fachhändler – und eine ANWR, die hinterher von „früh, relevant und voller Synergien“ spricht.

Die Premiere von ANWR Sport & Lifestyle ist nicht einfach nur eine weitere Messe. Sie ist ein Symptom dafür, wie stark sich die deutsche Schuh- und Modebranche gerade neu sortiert: Konsumdruck, Überbestände, Nachhaltigkeitsanforderungen, KI-gestützte Planung – und ein Kunde, der zwischen Sneakern, Outdoor und Lifestyle keinen Unterschied mehr macht, solange Produkt, Marke und Story stimmen.

Dieser Beitrag schaut genauer hin: Was steckt hinter dem neuen Format? Warum ist das Timing so wichtig? Und wie können Händler – gerade in der aktuellen Marktphase – solche Plattformen nutzen, um Sortiment, Margen und Prozesse smarter aufzustellen?


1. Was ANWR Sport & Lifestyle so besonders macht

Die Premiere in Mainhausen lief parallel zur Ordermesse S1 und erweitert das klassische ANWR-Portfolio um eine kuratiere Sport- und Lifestyle-Plattform. Statt „alles und noch mehr“ stehen ganz klar drei Warenschwerpunkte im Vordergrund:

  • Lifestyle-Sneaker
  • Sport & Outdoor
  • Ergänzende Accessoires

Das klingt zunächst unspektakulär, ist aber strategisch klug.

Kuratiert statt Ăśberangebot

Viele Händler kennen das Problem: Zu viele Marken, zu viele Kollektionen, zu viele Showrooms – und am Ende fehlt trotzdem die Klarheit im Sortiment. Eine kuratierte Messe zwingt zu Auswahl:

  • Marken werden gezielt eingeladen und zusammengestellt.
  • Ăśberschneidungen werden reduziert.
  • Händler können schneller erkennen, welche Marken ihre LĂĽcken schlieĂźen.

Mit 47 Sport- und Lifestyle-Marken ist das Format groĂź genug fĂĽr Vielfalt, aber klein genug, um fokussiert zu arbeiten.

Synergien mit der S1

Dass das neue Format parallel zur S1 stattfand, ist mehr als eine Terminfrage. Es schafft Synergien auf mehreren Ebenen:

  • Händler können Schuh-Sortimente und Sport-/Lifestyle-Sortimente direkt aufeinander abstimmen.
  • Teams sparen Reisezeit und -kosten.
  • Daten und EindrĂĽcke lassen sich in einem Rutsch in die Sortimentsplanung ĂĽberfĂĽhren.

Gerade für mittelständische Händler, die nicht mit großen Einkaufsteams unterwegs sind, ist diese Bündelung bares Geld wert.


2. Das frĂĽhe Orderfenster: Risiko oder Wettbewerbsvorteil?

Der vielleicht wichtigste Punkt des neuen Formats ist das frĂĽhe Orderfenster. Sport & Lifestyle in Mainhausen zielt bewusst auf einen Zeitpunkt, an dem viele noch nicht final disponieren.

Das wirkt auf den ersten Blick riskant – ist aber in der aktuellen Marktsituation ein klarer Vorteil.

Warum „früh“ plötzlich sinnvoll ist

Die letzten Jahre waren geprägt von:

  • Ăśberbeständen im Lager
  • kurzfristigen Korrekturen
  • häufigen Rabattaktionen

Händler reagieren darauf oft mit späteren Orders, um flexibler zu bleiben. Das Problem: Wer zu spät kommt,

  • bekommt schlechtere Konditionen,
  • verpasst starke Styles und limitierte Programme,
  • verliert Planungssicherheit in der Flächensteuerung.

Ein frĂĽhes, aber klar fokussiertes Orderfenster wie bei ANWR Sport & Lifestyle erlaubt einen anderen Ansatz:

Zuerst das Grundgerüst der Saison früh und strategisch planen – dann später mit Nachorder und NOS-Programmen feinjustieren.

Wie Händler das frühe Fenster smart nutzen

Wer das Format in Zukunft besucht, sollte es nicht wie „eine Messe mehr“ betrachten, sondern als Planungsbaustein. Ein möglicher Dreischritt, der sich in der Praxis bewährt:

  1. Vorbereitung mit Zahlen

    • Top-Performer der letzten zwei Saisons im Segment Sneaker, Sport, Outdoor analysieren.
    • Abverkaufsdaten mit KI- oder BI-Tools auswerten (Schwund, Marge, Drehgeschwindigkeit).
    • Klare Budgets pro Warengruppe und Marke definieren.
  2. Auf der Messe: Fokus statt BauchgefĂĽhl

    • Pro Marke nur wenige, aber starke Linien setzen, statt alles mitnehmen.
    • Liefertermine strategisch staffeln (Pre-Saison, Hochphase, Ăśbergang).
    • Nachhaltige Linien und langlebige Basics bewusst stärker einplanen.
  3. Nach der Messe: Szenarien planen

    • Bestellungen in A/B-Szenarien vorbereiten (optimistisch/konservativ).
    • KI-gestĂĽtzte Prognosen nutzen, um Wetter, Feiertagslage und regionale Unterschiede einzubeziehen.
    • Marketing- und Flächenkonzepte direkt mit planen (Storytelling, Aktionsflächen, Schaufenster).

So wird das frühe Orderfenster nicht zur Fessel, sondern zu einem Wettbewerbsvorteil gegenüber später planenden Mitbewerbern.


3. Sport, Lifestyle und Nachhaltigkeit: Was der Kunde 2026 wirklich sehen will

Die Messepremiere setzte bewusst auf Atmosphäre: sportliche Aktionen, Shoe-Customization, Fotoecken, weihnachtliches Abendevent. Klingt nach Rahmenprogramm – ist aber in Wahrheit ein Labor für Kundenbedürfnisse.

Personalisierung: Mehr als nur ein Gimmick

Die Shoe-Customization-Station ist ein ziemlich klares Signal. Konsumenten, gerade Gen Z und junge Millennials, wollen:

  • individuelle Produkte,
  • eine Story zur Marke,
  • Inhalte, die sie auf Social Media teilen können.

Für Händler ergeben sich daraus konkrete Chancen:

  • Limited Editions mit Marken vereinbaren, die nur im eigenen Store erhältlich sind.
  • Customization-Tage im Laden planen: Personalisierung vor Ort, begleitet von Social-Media-Livestreams.
  • Kundendaten sammeln (natĂĽrlich DSGVO-konform) und diese fĂĽr CRM und personalisierte Kampagnen nutzen.

Nachhaltigkeit: Kein Extra, sondern Hygienefaktor

Auch wenn der Messebericht es nicht explizit betont: Im Segment Sport & Outdoor ist Nachhaltigkeit längst Pflichtprogramm. Kunden achten auf:

  • recycelte Materialien,
  • faire Produktion,
  • Transparenz in der Lieferkette.

Händler, die auf der Messe ordern, sollten jede Marke konsequent nach folgenden Punkten abklopfen:

  • Welche Zertifizierungen sind vorhanden?
  • Welche Materialkonzepte werden verfolgt (recycelte Sohlen, vegane Materialien, wassersparende Färbeverfahren)?
  • Gibt es RĂĽcknahme- oder Repair-Programme, die die Lebensdauer der Produkte verlängern?

Aus Händlersicht lohnt es sich, Nachhaltigkeit nicht nur ins Regal zu stellen, sondern sichtbar zu inszenieren:

  • Storytelling auf Produktkarten und Screens im Store
  • eigene „Green Wall“ oder „Sustainable Corner“
  • Aufbereitung der Nachhaltigkeitsthemen in Newsletter, Social Media und Website

Gerade im Rahmen der Kampagne „KI in der deutschen Modebranche: Nachhaltigkeit und Innovation“ wird klar: Daten- und KI-gestützte Sortimentsplanung hilft, nachhaltige Kollektionen nicht nur „gut gemeint“, sondern wirtschaftlich sinnvoll einzusetzen – Abverkaufsquoten statt Lagerleichen.


4. Zweimal jährlich: Wie Händler ihre Jahresplanung neu strukturieren

ANWR kündigt an, das Format künftig zweimal jährlich auszuspielen:

  • im Mai fĂĽr FrĂĽhjahr/Sommer,
  • im November fĂĽr Herbst/Winter.

Damit wird Sport & Lifestyle zu einem fixen Taktgeber im Einkaufsjahr.

Warum feste Takte Planung erleichtern

Viele Häuser arbeiten heute noch mit historisch gewachsenen Zyklen: bisschen nach Messen, bisschen nach Gewohnheit, bisschen nach Bauch. Ein klarer, halbjährlicher Fixpunkt erlaubt eine professionellere Struktur:

  • Jahresplanung im Q1: Budgets und strategische Schwerpunkte festlegen.
  • FrĂĽhjahr/Sommer-Feintuning im Mai: letzte Anpassungen, Trendthemen, Saisonhighlights.
  • Herbst/Winter-Fokus im November: frĂĽhzeitig starke Linien setzen, bevor der Markt „dicht“ ist.

Wer parallel KI-gestĂĽtzte Absatzprognosen nutzt, kann auf dieser Basis:

  • Sortimentsbreite und -tiefe pro Warengruppe optimieren,
  • Größenläufe datenbasiert anpassen,
  • Ladenlayout und E-Commerce-Angebot besser aufeinander abstimmen.

Multi-Channel denken: Von der Order bis zum Kundenkontakt

Sport & Lifestyle-Produkte funktionieren selten nur stationär oder nur online. Erfolgreiche Händler planen heute kanalübergreifend:

  • Welche Sneaker-Linien eignen sich besonders fĂĽr Social Ads?
  • Welche Outdoor-Artikel brauchen eine intensive, erklärende Beratung im Store?
  • Welche Accessoires funktionieren gut als Cross-Selling an der Kasse oder im Checkout?

Die Messe kann – richtig vorbereitet – als Content-Quelle dienen:

  • Fotos und Videos von Kollektionen (mit Freigabe) als Teaser fĂĽr kommende Ware.
  • Kurzinterviews mit Markenvertretern zu Trends und Nachhaltigkeit.
  • Einblicke hinter die Kulissen als Story-Format fĂĽr Social Media.

So verwandelt sich der Messebesuch von einer reinen Einkaufsreise in einen Marketing- und Content-Baustein.


5. Praxis-Tipps: So holen Händler 2026 mehr aus Sport & Lifestyle heraus

Die Premiere hat gezeigt, dass das Konzept den Nerv der Branche trifft. Damit es nicht beim guten GefĂĽhl bleibt, braucht es klare To-dos.

Checkliste vor der Messe

  • Datencheck: Abverkaufszahlen, Margen, Drehgeschwindigkeiten der letzten zwei Saisons auswerten.
  • Zielgruppenprofil schärfen: Wer kauft bei Ihnen Sport & Lifestyle – junge Sneaker-Fans, Outdoor-Familien, Active Lifestyle 40+?
  • Budgetrahmen festlegen: pro Warengruppe, Marke und Kanal (Stationär/E-Com).
  • KI-/Analyse-Setup prĂĽfen: Sind Tools vorhanden, die Prognosen und Szenarien liefern können?

Auf der Messe: Strategie statt Aktionismus

  • Pro Termin klares Ziel definieren (SortimentslĂĽcke, Exklusivität, Nachhaltigkeitsausbau).
  • Nachhaltigkeitsfragen standardisieren: ein kurzer Fragenkatalog fĂĽr jede Marke.
  • Sofort Content mitdenken: Fotos, kurze Clips, Notizen fĂĽr spätere Kommunikation.

Nach der Messe: Umsetzung absichern

  • Order mit Szenarien abgleichen: Passt die Menge zu konservativen und optimistischen Umsatzannahmen?
  • Flächen- und Online-Planung ableiten: Welche Produkte kommen in welchen Bereich, mit welcher Story?
  • Marketingfahrplan bauen: Aktionen, Social-Media-Themen, Newsletter-Timings entlang der Liefertermine.

Wer so vorgeht, nutzt Formate wie ANWR Sport & Lifestyle nicht nur als Einkaufsplattform, sondern als strategischen Hebel, um Sortiment, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zusammenzubringen.


Fazit: Warum sich frĂĽhe, kuratierte Formate 2026 lohnen

ANWRs positive Bilanz der Sport- und Lifestyle-Premiere ist mehr als ein freundlicher Pressetext. Das Format zeigt, wohin die Reise geht: weniger Zufall, mehr Kuratierung, klare Takte und datenbasierte Entscheidungen.

Für Händler, die Sport- und Lifestyle-Sortimente stärken wollen, bietet ein frühes, fokussiertes Orderfenster die Chance,

  • Sortiment und Budgets gezielter zu planen,
  • nachhaltige Kollektionen sinnvoll zu integrieren,
  • KI-gestĂĽtzte Planung mit realen Marken- und Produktimpulsen zu verbinden.

Wer 2026 vorne mitspielen will – ob im stationären Handel, im E-Commerce oder hybrid – sollte solche Formate als festen Baustein in der Jahresplanung verankern. Die spannende Frage ist nicht, ob sich das lohnt, sondern wie konsequent Handel und Industrie diese neuen Chancen gemeinsam nutzen.