Perplexity zeigt, wie Menschen AI Agents wirklich nutzen. Was heißt das konkret für Marketing- und Vertriebsteams in Deutschland – und für Ihren ROI?
Wie AI Agents Marketing & Vertrieb wirklich verändern
57 Prozent. So groß ist der Anteil der Anfragen, bei denen Menschen AI Agents wie den Comet Assistant von Perplexity für kognitive Arbeit einsetzen – also für Produktivität, Workflows und Lernen. Nicht nur zum Spielen, nicht nur für Gimmicks, sondern für echten Output.
Für Marketing- und Vertriebsteams in Deutschland ist das eine klare Botschaft: KI ist längst Arbeitswerkzeug, nicht Experiment. Wer jetzt versteht, wie Menschen AI Agents nutzen, kann Kampagnen, Prozesse und Teams gezielt darauf ausrichten – und seinen Marketing-ROI deutlich steigern.
In dieser Ausgabe von „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“ schauen wir uns die Perplexity-Analyse an und übersetzen die Ergebnisse in konkrete Handlungsempfehlungen für Marketing und Sales. Es geht darum,
- wo AI Agents heute den meisten Nutzen stiften,
- wie sich Nutzungsverhalten typischerweise entwickelt,
- welche Chancen das speziell fĂĽr Marketing und Vertrieb bietet,
- und wie Sie 2026 praxisnah starten oder skalieren können.
1. Was die Perplexity-Daten ĂĽber echte KI-Nutzung verraten
Die Analyse von Perplexity und Harvard basiert auf dem Browser Comet und dem AI Agent Comet Assistant. Das ist keine Vollerhebung über alle KI-Tools, aber ein sehr guter Realitätscheck, wie Menschen Agents tatsächlich im Alltag nutzen.
Die kurz gefasste Kernaussage:
AI Agents werden vor allem für Produktivität, Workflows und Lernen eingesetzt – nicht für „Spielerei“.
Die Verteilung der Nutzung sieht so aus:
- 36 %: Produktivität & Workflows
- 21 %: Lernen & Recherche
- 20,8 %: Media & Entertainment
- 10,9 %: Shopping & Commerce
- Rest: Travel & Leisure, Job & Career
Für Marketing & Vertrieb bedeutet das: Die stärksten Use Cases liegen dort, wo ohnehin täglich gearbeitet wird – in Dokumenten, Kampagnen, Mails, Reports und Analysen.
2. Produktivität & Workflows: Wo AI Agents heute schon Zeit sparen
Der größte Block in der Perplexity-Analyse sind klassische Arbeitsprozesse. Genau hier liegt der schnellste Hebel für Ihren ROI.
2.1 Typische Agent-Workflows laut Studie
Innerhalb des Bereichs „Workflows“ verteilt sich die Nutzung wie folgt:
- Bearbeiten von Dokumenten & Formularen: 21,5 %
- Account Management: 20,5 %
- Verwaltung von Mails: 15,8 %
- Multimedia Editing: 6,1 %
Das liest sich zunächst abstrakt. Übersetzt auf Marketing & Vertrieb in einem deutschen Unternehmen entstehen daraus sehr konkrete Szenarien.
2.2 Konkrete Beispiele fĂĽr Marketing-Teams
1. Kampagnen-Dokumente und Briefings
Ein AI Agent ĂĽbernimmt:
- Zusammenfassen langer Strategie-Dokumente fĂĽr das Management
- Umformulieren von Kampagnenbriefings fĂĽr verschiedene Stakeholder
- Strukturieren von Kreativ-Briefings aus verstreuten Notizen
2. Operatives Kampagnen-Management (Account Management)
Gerade in Performance-Teams mit mehreren Kanälen:
- Auswertung von Google-Ads-, Meta- oder LinkedIn-Exporten
- Generierung von Kurz-Reports („Was lief diese Woche, was nicht?“)
- Vorschläge für A/B-Tests basierend auf bisherigen Ergebnissen
3. E-Mail-Management
Im B2B-Vertrieb sieht der Alltag oft so aus: volle Inbox, wenig Fokus. Ein AI Agent kann:
- eingehende E-Mails vorsortieren und priorisieren,
- AntwortentwĂĽrfe erstellen (z. B. Follow-ups nach Webinaren),
- wiederkehrende Templates anpassen (Angebotsnachfragen, Terminbestätigungen).
4. Multimedia Editing
Noch ein „kleiner“ Block, aber sehr interessant:
- Transkription und Zusammenfassung von Webinar-Aufzeichnungen
- Umwandlung von Videoinhalten in Social-Media-Posts oder Newsletter-Texte
- Erstellen von Snippet-Ideen, Hooks oder Betreffzeilen aus einem Video-Script
Hier zeigt sich: Viele Teams versuchen, KI mit einem „Big Bang Projekt“ einzuführen, während der eigentliche ROI in der Summe der kleinen, täglichen Workflows liegt.
3. Lernen & Recherche: KI als Wissens- und Analyse-Assistent
Rund 21 % der AI-Agent-Nutzung entfallen auf Learning. Innerhalb dieses Bereichs dominieren laut Perplexity:
- 61,9 % Kurse / strukturiertes Lernen
- 37,9 % Recherche
3.1 Was heiĂźt das fĂĽr Marketing & Vertrieb?
Hier entsteht ein massiver Hebel fĂĽr Onboarding, Weiterbildung und Marktanalyse.
Beispiele aus der Praxis:
- Neue Mitarbeitende im Performance-Team lassen sich von einem Agenten einen strukturierten Lernpfad zu Themen wie „Bidding-Strategien für Google Ads“ oder „Meta Advantage+ Kampagnen“ erstellen.
- Ein B2B-Vertriebsteam nutzt AI Agents, um sich schnell in neue Branchen der Zielkunden einzuarbeiten – inklusive typischer Pain Points, Entscheidungsprozesse und Fachbegriffe.
- Content-Marketing-Teams erstellen per Agent strukturierte Dossiers zu Trendthemen, etwa „KI-gestützte Kundenanalyse im deutschen Mittelstand“.
3.2 Warum dieser Bereich so wertvoll ist
Perplexity berichtet, dass Nutzer, die früh Lern- und Recherche-Aufgaben mit AI Agents erledigen, mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Langzeit-Nutzern werden. Übertragen auf Unternehmen heißt das:
Wenn Ihr Team AI Agents von Anfang an als Wissens- und Lernpartner nutzt, steigt die Chance, dass KI langfristig im Alltag verankert wird – statt nach einem „Pilotprojekt“ wieder zu verschwinden.
Gerade für Marketing- & Vertriebsteams, die ständig mit neuen Tools, Algorithmen und Kanälen konfrontiert sind, ist das ein echter Wettbewerbsvorteil.
4. Shopping, Networking & Entertainment: Verdeckte Chancen fĂĽr Kampagnen
Neben Produktivität und Lernen zeigen die Daten weitere Bereiche, die für Marketing- und Vertriebssstrategien spannend sind.
4.1 AI-gestĂĽtztes Shopping & Commerce (10,9 %)
Etwa 10,9 % der Agent-Nutzung entfallen auf Shopping & Commerce. User suchen und vergleichen Produkte, und durch Features wie „Instant Buy“ mit integriertem Checkout wird der Agent selbst zur Einkaufsoberfläche.
Was heiĂźt das fĂĽr Marketing?
- Produktfeeds und Datenqualität werden noch wichtiger. Wenn ein AI Agent Produkte empfiehlt oder direkt kaufbar macht, müssen Daten sauber, strukturiert und aktuell sein.
- Performance-Marketing verschiebt sich: Nicht nur Suchmaschinen oder Marktplätze sind relevant, sondern auch KI-Oberflächen, in denen Nutzer mit Agenten sprechen.
- Personalisierte Beratung wird skalierbar: Statt nur „Kunden kauften auch“, liefern Agents kontextbezogene Empfehlungen („Für ein Airbnb-Wochenende in Berlin, unter 150 Euro, nachhaltig produziert…“).
Wer heute seine Produktdaten, Beschreibungen und FAQ-Inhalte KI-fähig aufbaut, ist morgen im Vorteil, wenn mehr Kunden über AI Agents recherchieren und einkaufen.
4.2 Media, Entertainment & Social (20,8 %)
Rund 20,8 % der Nutzung liegen im Bereich Media & Entertainment. Dahinter stecken Aktivitäten wie:
- Inhalte fĂĽr Social Media planen
- Nachrichten und Trends kuratieren lassen
- personalisierte Empfehlungen (Filme, Musik, Creator)
FĂĽr Marketing-Teams ergeben sich daraus gleich mehrere Hebel:
- Social-Media-Redaktionen können AI Agents zur Content-Planung, Themenfindung und Hook-Optimierung nutzen.
- Brand-Strategen sehen, wie stark personalisierte Empfehlungen Teil des Alltags werden – und können Kampagnen darauf ausrichten.
- Influencer- und Creator-Kooperationen lassen sich datenbasierter planen, weil Agents schon heute dabei helfen, passende Profile zu identifizieren und Inhalte auszuwerten.
4.3 Job, Karriere & Networking
Perplexity zeigt außerdem: AI Agents werden häufig für Job- und Karriere-Themen eingesetzt – etwa für Lebensläufe, LinkedIn-Profile oder Anschreiben.
Ăśbertragen auf Vertrieb & Business Development heiĂźt das:
- Social Selling auf LinkedIn wird noch stärker automatisiert: vom Profiltext bis zur ersten Kontaktaufnahme.
- Gute Outbound-Sequenzen brauchen einen klaren Mehrwert, weil generische Nachrichten immer leichter mit KI erstellt werden können.
Wer hier vorausdenkt, baut auf eine ehrlich wertstiftende Kommunikation statt auf austauschbare Standardansprachen – auch wenn diese von KI „perfekt formuliert“ sind.
5. Wie sich Nutzungsverhalten entwickelt – und was das für Ihre Roadmap bedeutet
Perplexity beschreibt eine interessante Dynamik:
Neue Nutzer starten oft mit „harmlosen“ Anfragen (Reise, Film, Trivia) und wandern dann Schritt für Schritt in Richtung Produktivität und Workflows. Wer einmal erlebt hat, wie ein Agent einen Python-Code debuggt oder einen Finanzreport zusammenfasst, bleibt meist dabei.
Ăśbertragen auf Ihr Unternehmen:
- Anfangs nutzen Mitarbeitende Agents fĂĽr einfache Aufgaben.
- Sobald erste Aha-Momente entstehen (z. B. „Der Agent hat mir 2 Stunden Reportarbeit gespart“), verschiebt sich die Nutzung in Richtung Kernprozesse.
- Genau dort entsteht dann der echte ROI.
Statt also sofort „den einen Killer-Use-Case“ zu suchen, funktioniert ein 3-stufiger Ansatz meist besser:
-
Spielwiese zulassen
Mitarbeitenden Raum geben, mit AI Agents zu experimentieren (Recherche, Inspiration, Reiseplanung etc.). -
Produktiv-Use-Cases identifizieren
Wo wurden bereits Zeitgewinne erzielt? Wo wiederholen sich Muster? Diese Use Cases systematisieren. -
Standardisieren & integrieren
- Richtlinien (Prompts, Datenschutz, Freigaben)
- Integrationen in bestehende Tools (CRM, E-Mail, Projektmanagement)
- Metriken: Zeitersparnis, Qualitätsverbesserung, Kampagnen-Performance
So entsteht keine starre „KI-Strategie auf PowerPoint“, sondern ein lebendiger, an der Realität orientierter KI-Einsatzplan für Marketing & Vertrieb.
6. Wer AI Agents nutzt – und wie Marketing & Sales davon profitieren
Perplexity zeigt auch, wer AI Agents besonders intensiv verwendet:
- ~30 %: Digital Technology
- 15,6 %: Studierende
- 10,5 %: Marketing & Sales
Das ist spannend aus zwei GrĂĽnden:
- Marketing & Vertrieb gehören jetzt schon zur Top-Usergruppe. Die Hemmschwelle ist geringer als in manchen anderen Fachbereichen.
- Unterschiedliche Gruppen nutzen KI sehr verschieden:
- Studierende: hauptsächlich für Recherche und Lernen
- Finanzbereich: vor allem fĂĽr Workflow-Optimierung
Für Marketing & Vertrieb lässt sich daraus eine klare Stoßrichtung ableiten:
- Marketing-Teams sollten AI Agents sowohl fĂĽr Content & Kreativprozesse als auch fĂĽr Daten- und Kampagnenanalyse einsetzen.
- Sales-Teams profitieren besonders von Workflow-Optimierung (E-Mails, CRM-Notizen, Angebotsdokumente) und von kundenspezifischer Vorbereitung (Branchenrecherche, Persona-Profile, Einwandbehandlung).
Wer das ernst nimmt, verankert AI nicht nur im „Marketing-Tech-Stack“, sondern in der täglichen Arbeit jedes einzelnen Teammitglieds.
7. Nächste Schritte: So bringen Sie AI Agents gezielt in Marketing & Vertrieb
Die Perplexity-Analyse zeigt sehr klar, wohin die Reise geht: AI Agents werden zum Standardwerkzeug für Wissensarbeit. Für Marketing & Vertrieb ist das eine Chance, die eigene Effektivität deutlich zu steigern.
Ein pragmatischer Fahrplan für die nächsten 3–6 Monate könnte so aussehen:
-
Inventur machen
- Welche wiederkehrenden Tätigkeiten kosten im Team am meisten Zeit?
- Wo entstehen immer wieder Engpässe (Reportings, Freigaben, Content-Erstellung)?
-
3–5 konkrete AI-Agent-Use-Cases definieren
Beispiele:- Wöchentliches Kampagnen-Reporting automatisieren
- Erste EntwĂĽrfe fĂĽr Sales-E-Mails generieren lassen
- Content-Repurposing von Webinaren in Blog, Social, Newsletter
-
Pilotphase mit klaren KPIs starten
- Messgrößen: eingesparte Stunden, Kampagnen-Performance, Lead-Qualität
- Feedback-Schleifen im Team (Was funktioniert, was nicht?)
-
Richtlinien & Schulung aufsetzen
- Datenschutz und Unternehmensstandards definieren
- Gute und schlechte Prompts anhand realer Beispiele durchgehen
- Fachliche Qualitätssicherung: KI-Ergebnisse werden geprüft, nicht blind übernommen
Dieser Beitrag ist Teil der Serie „KI für Marketing & Vertrieb: Der deutsche Leitfaden“. Ziel der gesamten Reihe: Ihnen zu zeigen, wie Sie von KI-gestützter Kundenanalyse, Content-Automatisierung, Predictive Analytics und personalisierten Kampagnen im deutschen Markt konkret profitieren.
Wenn Sie aus der Perplexity-Analyse nur eine Sache mitnehmen, dann diese:
AI Agents bringen den größten Nutzen, wenn sie in Ihre täglichen Marketing- und Vertriebs-Workflows eingebettet sind – nicht als Zusatztool, sondern als fester Teil der Arbeit.
Die Frage für 2026 lautet deshalb weniger „Ob KI im Marketing wichtig wird“, sondern: Wie schnell richten Sie Ihre Prozesse darauf aus?