KI-Compliance aus Lausanne: Wie die Plattform 360vue von ComplianceRT Banken und Schweizer Handel hilft, Regulierung, Datenschutz und Cybersecurity effizient zu automatisieren.
Wie KI-Compliance Schweizer Handel und Banken entlastet
80–90% der Compliance-Kosten in Finanzinstituten und grösseren Handelsunternehmen entstehen durch manuelle Arbeit: Richtlinien lesen, Excel-Listen pflegen, Nachweise zusammensuchen, Audits vorbereiten. Genau hier setzt die Lausanner Start-up-Lösung 360vue von ComplianceRT an – und zeigt, wie KI-gestützte Compliance in der Schweiz ganz praktisch funktionieren kann.
Für Banken, Vermögensverwalter und grössere Retailer ist 2025 kein gemütliches Jahr: DSG/LPD, GDPR, FINMA-Rundschreiben, ISO 27001, SOC 2, ESG-Reporting und bald der EU AI Act treffen auf einen angespannten Arbeitsmarkt und knappe Margen. Wer Compliance noch mit E-Mails, Word-Vorlagen und Insellösungen organisiert, blockiert Fachkräfte und verbrennt Budget.
Dieser Beitrag zeigt, warum eine Plattform wie 360vue ein gutes Lehrstück dafür ist, wie KI-gestützte Automatisierung in der Schweiz aussehen kann – nicht nur für die Finanzbranche, sondern auch für den Einzelhandel, der mit sehr ähnlichen Anforderungen ringt.
1. Was ComplianceRT mit 360vue konkret bietet
360vue ist eine SaaS-Plattform aus Lausanne, entwickelt im Umfeld der Trust Valley, gehostet in der Schweiz. Ziel: juristische, technische und organisatorische Compliance-Aspekte in einer Oberfläche bündeln und mit KI intelligent steuern.
Die Plattform deckt unter anderem ab:
- Datenschutz: GDPR, Schweizer DSG/LPD
- Informationssicherheit: ISO 27001, SOC 2
- Regulierung neuer Technologien: EU AI Act
- Erweiterbar in Richtung ESG-Themen
Kernfunktionen laut Ankündigung:
- Zentraler Compliance-Hub: Alle relevanten Richtlinien, Policies, Kontrollen, Risiken und Nachweise an einem Ort
- KI-Motor zur Orchestrierung von Governance-, Audit- und Cybersecurity-Prozessen
- Traçabilité / Nachvollziehbarkeit: Wer hat was wann geändert, geprüft oder freigegeben?
- Code-Interpreter: Technische Artefakte wie Konfigurationen oder Skripte können geprüft und in die Compliance-Dokumentation eingeordnet werden
- Cloud-Souveränität: Kompatibel mit souveränen Cloud-Umgebungen, was für Schweizer Finanzinstitute und sensible Handelsdaten entscheidend ist
Der CEO, Sam Sahana, bringt den Anspruch treffend auf den Punkt:
„Unsere Mission besteht darin, Compliance von einer reinen Verwaltungspflicht zu einem strategischen Vorteil zu machen.“
Genau dieses Mindset unterscheidet moderne Compliance-Ansätze von der alten Welt der reinen „Häkchen-Logik“.
2. Warum das für Banken, Vermögensverwalter und den Handel relevant ist
Banken, Vermögensverwalter und Retailer stehen in der Schweiz vor erstaunlich ähnlichen Problemen:
- Hohe Datenvolumen: Transaktionsdaten, Kundendaten, Loyalty-Programme, E-Commerce-Tracking
- Strenge regulatorische Anforderungen: FINMA, DSG, PCI-DSS, AI Act, Geldwäschereibekämpfung, ESG
- Komplexe IT-Landschaften: Legacy-Systeme, Cloud-Services, SaaS-Tools, Zahlungsdienstleister
Parallelen zwischen Finanzbranche und Einzelhandel
Finanzbranche:
- Datenschutz und Bankgeheimnis
- Detaillierte Audit-Trails für jede relevante Änderung
- Hohe Anforderungen an IT-Sicherheit und Business Continuity
Einzelhandel:
- Millionen Kundendatensätze aus Kundenkarten und E-Commerce
- Payment-Compliance (z.B. PCI-DSS), DSG und GDPR
- Zunehmend eigene KI-Modelle für Personalisierung und Bestandsprognosen, die unter den AI Act fallen können
Beide Welten kämpfen mit denselben Pain Points:
- Regeltexte sind komplex – und ändern sich laufend.
- Manuelle Excel-Register sind bei wachsender Komplexität nicht mehr beherrschbar.
- Audits binden Tage bis Wochen an Senior-Personal.
Eine KI-gestützte Compliance-Plattform adressiert genau das: Sie macht Regulatorik maschinenlesbar, verknüpft sie mit Prozessen und Systemen und hält den Nachweis automatisch aktuell.
3. Wie KI Compliance-Arbeit ganz konkret automatisiert
Der Mehrwert von KI in der Compliance ist greifbar, wenn man es auf konkrete Use Cases herunterbricht. Hier drei typische Szenarien für Schweizer Banken und Retail-Unternehmen.
3.1 Datenschutz-Register & Verarbeitungsverzeichnis
Problem: Viele Häuser führen das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten (VVT) und das Dateninventar in Word oder Excel. Pflegeaufwand enorm, Konsistenz gering.
Was eine Plattform wie 360vue tut:
- Automatisches Auslesen von Systemlandschaften (z.B. durch Schnittstellen zu CRM, ERP, Shopsystemen)
- KI erstellt Vorschläge für Verarbeitungstätigkeiten und verknüpft sie mit Datenkategorien, Rechtsgrundlagen und Speicherfristen
- Änderungen in Systemen lösen Update-Workflows im VVT aus
Effekt:
- Weniger Copy-Paste-Arbeit
- VVT ist näher an der Realität der IT-Landschaft
- Audits werden schneller und weniger schmerzhaft
3.2 IT-Security-Kontrollen und Cybersecurity
Problem: Security-Kontrollen sind über verschiedene Tools verteilt: SIEM, Endpoint, Identity Management, Cloud-Konsole. Im Audit fehlt die Brücke zu den regulatorischen Anforderungen.
KI-basierter Ansatz:
- Technische Signale (z.B. MFA-Status, Patch-Level, Logging-Umfang) werden automatisch den Controls aus ISO 27001, SOC 2 oder FINMA-Vorgaben zugeordnet
- Die Plattform bewertet Reifegrade und generiert Handlungsempfehlungen
- Ein Code-Interpreter kann z.B. Infrastruktur-as-Code oder Konfigurationen lesen und mit Richtlinien abgleichen
Gerade für Institute mit Multi-Cloud-Setups und Handelsunternehmen mit vielen Standorten ist das Gold wert, weil technische Detailarbeit und regulatorische Sprache damit übereinandergelegt werden.
3.3 Vorbereitung auf den EU AI Act
Der EU AI Act betrifft nicht nur Banken, sondern auch Retailer mit KI-basierten Empfehlungssystemen, dynamischer Preisgestaltung oder Risiko-Bewertungen (z.B. Bonitätsprüfungen).
Eine Plattform wie 360vue kann hier helfen, indem sie:
- KI-Systeme katalogisiert (Zweck, Trainingsdaten, Risiken)
- Anforderungen des AI Act in konkrete Kontrollen und Dokumentationspflichten übersetzt
- Risiko- und Impact-Assessments strukturiert unterstützt
Das ist kein „nice to have“ mehr, sondern eine realistische Vorbereitung darauf, dass 2026/2027 erste ernsthafte Prüfungen und Enforcement-Massnahmen kommen werden.
4. Was Händler vom Beispiel ComplianceRT lernen können
Viele Retailer sehen KI vor allem bei Personalisierung, Bestandsmanagement und Preisoptimierung. Compliance wirkt wie ein lästiges Anhängsel. Aus meiner Sicht ist das ein Fehler.
Hier ein pragmatischer Blick darauf, was der Handel aus 360vue und der Finanzbranche mitnehmen kann.
4.1 Compliance als Enabler für datengetriebenes Retailing
Wer Datenschutz, Datensicherheit und KI-Governance sauber aufsetzt, kann:
- Mehr Daten nutzen, weil Einwilligungen, Rechtsgrundlagen und Speicherfristen klar sind
- Schneller testen, weil Risikoanalysen und Freigabeprozesse standardisiert sind
- Vertrauen bei Kund:innen aufbauen, statt ständig Angst vor Skandalen oder Bussen zu haben
Kurz gesagt: Gute Compliance macht datengetriebenes Retailing skalierbar.
4.2 Vom Excel-Friedhof zur orchestrierten Plattform
Typisches Muster im Handel:
- Ein Excel für Datenschutz-Verarbeitungstätigkeiten
- Ein Tool für IT-Security-Scans
- Ein SharePoint für Policies
- Ein Ticket-System für Incidents
Das funktioniert so lange, bis man KI-Projekte skaliert oder die erste grössere Prüfung ansteht. Hier lohnt der Blick in die Finanzbranche, die sich seit Jahren mit Plattform-Ansätzen für Governance, Risk & Compliance (GRC) beschäftigt.
Lektion aus 360vue:
- Zentralisieren, bevor man automatisiert.
- KI dann nutzen, um Workflows zu steuern (z.B. automatische Zuordnung von Pflichten, Risiko-Scores, Erinnerungen, Audit-Trails).
4.3 Lokaler Kontext zählt: Schweizer Hosting und Trust Valley
Sowohl für Banken als auch für grössere Händler ist der Standort der Datenhaltung entscheidend. Schweizer Hosting, Integration mit souveränen Cloud-Umgebungen und Verankerung in Ökosystemen wie der Trust Valley sind mehr als Marketing-Schlagworte.
Sie adressieren konkrete Bedenken:
- Datenabflüsse ins Ausland
- Cloud-Act-Risiken
- Anforderungen grosser Finanz- und Retail-Partner, die nur mit lokalen oder streng regulierten Anbietern arbeiten dürfen
Ein Start-up wie ComplianceRT zeigt, dass es in der Schweiz bereits Spezialisten gibt, die diesen Kontext von Anfang an mitdenken.
5. Praktische nächste Schritte für Banken und Retailer
Wer aus dem Beispiel 360vue konkret etwas machen will, kann mit ein paar klaren Schritten starten – unabhängig davon, ob genau diese Plattform am Ende eingesetzt wird oder nicht.
Schritt 1: Compliance-Landkarte erstellen
- Welche Regulierungen betreffen Ihr Haus (DSG, GDPR, FINMA, PCI-DSS, AI Act, ESG usw.)?
- Wo liegen die zentralen Nachweise heute (Tools, Laufwerke, E-Mails)?
- Welche Prozesse sind rein manuell und verursachen den meisten Aufwand?
Ziel: Ein ehrlicher Überblick, wie fragmentiert Ihre Compliance-Landschaft ist.
Schritt 2: KI-taugliche Use Cases priorisieren
Typische Quick Wins:
- Automatisierung des Verzeichnisses der Verarbeitungstätigkeiten
- Zentraler Kontrollkatalog mit automatischer Zuordnung zu Systemen
- Standardisierte Audit-Pakete, die auf Knopfdruck erzeugt werden
Diese Use Cases bringen schnell spürbare Entlastung – und zahlen auf die Governance von KI-Projekten ein.
Schritt 3: Anforderungen an eine Plattform definieren
Sie sollten klar festhalten:
- Hosting-Anforderungen (Schweiz, EU, souveräne Cloud?)
- Notwendige Normen & Frameworks (ISO 27001, SOC 2, NIST, FINMA-Vorgaben etc.)
- Integrationen (Identity Management, SIEM, ERP, CRM, Shopsysteme)
- Gewünschte KI-Funktionen (Automatische Klassifikation, Risikobewertung, Code-Analyse)
Das schärft den Blick dafür, welche Lösungen wirklich passen – und verhindert den nächsten Tool-Zoo.
Ausblick: KI-Compliance als gemeinsamer Nenner für Finanz und Handel
Die Einführung von 360vue durch ComplianceRT ist mehr als eine weitere SaaS-Ankündigung aus der Westschweiz. Sie steht für einen Trend, den wir in dieser Serie „KI in der Schweizer Finanzbranche: Banking & Vermögensverwaltung“ immer wieder sehen:
KI wird dort nachhaltig, wo Governance und Compliance von Anfang an mitgedacht werden.
Für Banken und Vermögensverwalter ist das längst Überlebensfrage. Für den Schweizer Einzelhandel ist es der nächste logische Schritt auf dem Weg zu wirklich datengetriebenen Geschäftsmodellen.
Wer KI in Pricing, Bestandsmanagement oder Kundenanalyse einsetzen will, kommt an sauberer, weitgehend automatisierter Compliance nicht vorbei. Plattformen wie 360vue zeigen, wie das in der Praxis aussehen kann: Schweizer Hosting, KI-Motor im Kern, klare Ausrichtung auf Regulatorik – und damit ein Bauplan, den sich sowohl CFO als auch CISO guten Gewissens anschauen können.
Der sinnvollste nächste Schritt: prüfen, wo bei Ihnen heute noch Compliance in Excel steckt – und wo KI diese Lücken schliessen könnte. Je früher das passiert, desto entspannter werden die nächsten Audit-Saisons.