Wie KI-Namen Vertrauen schaffen – von ChatGPT bis Nano Banana

KI in der deutschen Modebranche: Nachhaltigkeit und Innovation••By 3L3C

Wie ChatGPT, Gemini & Co. zu ihren Namen kamen – und wie Sie dieses Wissen nutzen, um KI-Projekte in der Modebranche vertrauenswürdig zu benennen.

kĂĽnstliche intelligenzbrandingmodebranchemarketingstrategiechatgptgeminimidjourney
Share:

Warum KI-Namen heute ĂĽber Vertrauen entscheiden

Die meisten Unternehmen unterschätzen, wie viel Macht in einem Namen steckt. ChatGPT, Gemini, Nano Banana – alle kennen die Tools, kaum jemand kennt die Story dahinter. Und genau diese Geschichten zeigen, wie eng Naming, Markenpositionierung und Vertrauen in KI zusammenhängen.

Für Marketing- und Vertriebs-Teams, gerade in der deutschen Modebranche, ist das keine nette Spielerei, sondern bares Geld wert. Denn ob Kund:innen einer KI-gestützten Empfehlung im Fashion‑Onlineshop vertrauen, hängt auch daran, wie „greifbar“ sich Tool- und Kampagnennamen anfühlen. Ein Name kann nach kalter Maschine klingen – oder nach hilfreichem Assistenten.

In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie bekannte KI-Tools wie ChatGPT, Gemini, Claude, Midjourney oder Nano Banana zu ihren Namen kamen – und was Sie daraus für Branding, Kampagnennamen und KI-basierte Mode-Marketing-Strategien mitnehmen können.


1. Was KI-Namen mit Markenstrategie zu tun haben

Gute KI-Namen funktionieren wie gute Modemarken: Sie tragen eine Geschichte in sich, erzeugen Bilder im Kopf und setzen einen klaren Erwartungsrahmen.

Drei Funktionen erfĂĽllen starke KI-Namen fast immer:

  1. Funktion klarmachen – wie bei ChatGPT oder Copilot.
  2. Emotion bzw. Bild erzeugen – wie bei Midjourney oder Sora.
  3. Vertrauen und Kompetenz signalisieren – wie bei Claude oder Gemini.

Für KI im Marketing – etwa für ein System zur Trendvorhersage in der Mode, personalisierte Outfits oder Supply-Chain-Optimierung – ist dieser Dreiklang entscheidend. Kund:innen geben Daten preis und lassen sich von Algorithmen beraten. Wenn der Name technisch, sperrig oder kalt klingt, bremst das die Akzeptanz.

Praxisbeispiel Modebranche:

  • Ein Recommendation-Engine im Shop, die „Outfit-Optimizer v3.2“ heiĂźt, wirkt wie ein internes IT-Tool.
  • Nennen Sie dieselbe KI „Stilberater“ oder „Studio Advisor“, steigt die Chance, dass Kund:innen sie testen – selbst wenn der Algorithmus identisch ist.

Die Namensgeschichten der großen KI-Player zeigen sehr gut, welche Richtung jeweils gewählt wurde – bewusst oder aus Zeitdruck.


2. Von ChatGPT bis Nano Banana: Was hinter den Namen steckt

ChatGPT: Funktion vor Emotion – und trotzdem ikonisch

ChatGPT war ursprünglich als „Chat with GPT‑3.5“ geplant. Einen Tag vor Release entschied das Team, den Namen zu kürzen. Heute wirkt das offensichtlich – damals war es eine spontane, aber goldrichtige Korrektur.

Der Name besteht aus:

  • Chat – klarer Hinweis: Es geht um Unterhaltung, Dialog, Messaging.
  • GPT – „Generative Pre‑Trained Transformer“, technisch, aber inzwischen ein GĂĽtesiegel.

Das Spannende aus Markenperspektive:

  • Der Name ist funktional, nicht charmant – und trotzdem zur Marke geworden.
  • Die Klarheit („Chat mit einem generativen Modell“) war wichtiger als eine kreative Metapher.

Für Unternehmen heißt das: Ein klarer, verständlicher Name schlägt den „kreativen“ Zungenbrecher. Gerade wenn Sie KI in Ihren Kundendialog integrieren – z.B. einen Mode-Chatbot auf Ihrer Website – sollte die Funktion erkennbar sein. „Style-Chat“ oder „Fit-Chat“ sind oft besser als ein abstrakter Fantasiename.

Sora & Cameo: Wenn Naming rechtlich nach hinten losgeht

Der Video-KI-Name Sora soll vom japanischen Wort für „Himmel“ inspiriert sein – offen kommuniziert wurde das nie. Stattdessen steht Sora inzwischen auch für etwas anderes: Markenrechtsrisiken.

  • Die E‑Book-App „Sora“ fĂĽhlte sich in ihrer Marke verletzt.
  • Das Feature „Cameo“ kollidiert mit dem gleichnamigen Anbieter fĂĽr Promi-VideogrĂĽĂźe.

FĂĽr Ihre KI-Branding-Strategie bedeutet das:

  • Romantische oder metaphorische Namen sind gut – aber Marken- und Namensrecherche ist Pflicht, bevor Sie eine KI-Kampagne live schalten.
  • Besonders in der Modebranche, wo Kooperationen, Lizenzen und internationale Marken eine groĂźe Rolle spielen, ist das Risiko von Kollisionen hoch.

Dall‑E: Die kreative Fusion – perfekt für alles Visuelle

Dall‑E mischt Salvador Dalí mit dem Pixar-Roboter WALL‑E – Surrealismus trifft Maschine. Der Name erzeugt sofort Bilder:

  • Kreativ, kĂĽnstlerisch, ein bisschen verspielt.
  • Gleichzeitig klar im Bereich „Bildgenerierung“ verortet.

Für visuelle KI im Modebereich – etwa KI-generierte Lookbooks, Kampagnenmotive oder virtuelle Models – ist dieser Ansatz ideal:

Ein starker Bildname unterstützt die kreative Positionierung und lädt Designer:innen eher ein, mit der KI zu arbeiten.

In der Praxis könnten Sie z.B. eine interne Bild-KI für Kollektionen „Atelier KI“ oder „Studio Vision“ nennen. Das signalisiert Kreativität statt „Algorithmus-Tool“.

Gemini & Nano Banana: Zwischen Story und Insiderwitz

Gemini war ursprünglich als „Titan“ geplant, benannt nach einem Saturnmond. Am Ende stand der Name für:

  • Die Fusion der Teams von DeepMind und Google Brain (Zwillinge → zusammengefĂĽhrt).
  • Einen Bezug zum NASA-Projekt „Gemini“, das der Vorläufer der Apollo-Missionen war.

Gemini erzählt eine klare Fortschritts-Story: Zwei Welten, ein System, großer Sprung. Für ein KI-System, das alle Google-Produkte durchzieht, ist das konsequent.

Noch spannender wird es bei Nano Banana – dem Spitznamen für „Gemini 2.5 Flash Image“:

  • Um 02:30 Uhr nachts brauchte das Team einen schnellen Platzhalter.
  • Eine Product-Managerin schlug „Nano Banana“ vor – ein interner Witz.
  • Nutzer:innen liebten den Namen, er setzte sich durch.

Was wir daraus lernen:

  • Selbstironische, spielerische Namen können extrem markenstark werden, wenn sie emotional hängen bleiben.
  • Gerade in kreativen Branchen wie Mode hilft ein lockerer Name, BerĂĽhrungsängste mit KI abzubauen.

Stellen Sie sich ein internes KI-Tool zur Materialoptimierung in der Produktion vor, das „EcoEngine-ML“ heißt – oder „Green Stitch“. Letzteres bleibt hängen und passt emotional zur Nachhaltigkeitsstrategie.

Claude, Perplexity, Grok, Copilot, Midjourney: FĂĽnf verschiedene Naming-Strategien

Diese Tools zeigen fĂĽnf unterschiedliche Markenstrategien, die sich direkt auf Marketing und Vertrieb ĂĽbertragen lassen.

Claude: Personalisierung und Autorität

Claude spielt wahrscheinlich auf den Informations-Theoretiker Claude Shannon an – und gleichzeitig auf ein männliches Pendant zu Alexa, Siri & Co.

Effekt:

  • Der Name wirkt menschlich, nahbar, ohne albern zu sein.
  • Er trägt still eine Fachautorität in sich.

Für Modeunternehmen kann ein personalisierter KI-Name wie „Mara“, „Lio“ oder „Greta“ im Shop:

  • Barrieren senken („Sprich mit Greta zu deinem Stil“).
  • Die Humanisierung der KI-Beratung unterstĂĽtzen.

Perplexity: Technischer Fachbegriff, positiv umgedeutet

Perplexity stammt von „perplexus“ (verwirrt, verschlungen), ist in der KI aber ein Standardmaß für Sprachmodell-Qualität. Niedrige Perplexity = besseres Textverständnis.

Das Branding setzt auf:

  • Fachkompetenz und Nerd-Credibility.
  • Die Gruppe, die den Begriff kennt – und sich damit identifiziert.

Für B2B-Fashion-Anwendungen – etwa ein Analytics-Tool für Retouren und Nachfrageprognosen – kann diese Strategie funktionieren: Ein technisch klingender Name signalisiert Kraft und Tiefe, solange er für Endkund:innen nicht sichtbar ist.

Grok: Subkultur und Insiderverständnis

Grok kommt aus einem Sci-Fi-Roman und bedeutet laut Oxford im Kern: etwas intuitiv vollständig verstehen. Der Begriff ist bei Hacker:innen und in Tech-Subkulturen etabliert.

Das sendet die Botschaft:

  • „Wir verstehen euch, wir gehören zu euch.“
  • „Dieses Tool ist nicht Mainstream, sondern fĂĽr Leute, die es ernst meinen.“

Übertragen auf Mode: Ein B2B-Tool für Trend-Scouting in Subkulturen könnte von so einem Namen profitieren – besonders, wenn die Marke gezielt Streetwear-, Gaming- oder Szene-Labels anspricht.

Copilot: Klarer Nutzen, klares Versprechen

Microsofts Copilot war erst „Bing Chat“, intern „Sydney“ – und wurde dann sauber in eine Nutzenmetapher überführt: Ein Zweitpilot, der unterstützt, aber nicht übernimmt.

Das ist die vielleicht stärkste Naming-Idee für KI im Alltag:

„Ich ersetze dich nicht – ich helfe dir beim Fliegen.“

Im Kontext Modebranche ist das genau der richtige Frame:

  • „Sourcing Copilot“ fĂĽr den Einkauf,
  • „Styling Copilot“ fĂĽr das Verkaufsteam im Store,
  • „Campaign Copilot“ fĂĽr das Marketing.

So bleibt klar: Die Kreativen und Händler:innen behalten das Steuer.

Midjourney: Philosophischer Tiefgang statt Feature-Nennung

Midjourney stammt aus einem taoistischen Text, den Gründer David Holz liebt. Die Idee: Dinge, die zu „nützlich“ sind, werden zu früh „in mid‑journey“ gefällt. Und gleichzeitig sind wir als Menschheit ständig in der Mitte der Reise – mit großer Vergangenheit und gewaltiger Zukunft.

Der Name ist:

  • Poetisch, offen, assoziativ.
  • Perfekt fĂĽr ein kreatives Werkzeug, das Zwischenräume, Experimente und Prozesse betont.

FĂĽr Mode passt dieser Ansatz hervorragend zu Concept Stores, Avantgarde-Brands oder Nachhaltigkeitsinitiativen.

Beispiel: Ein KI-Projekt zur Zirkularität von Textilien könnte „Second Journey“ heißen – statt „Circularity AI Engine“. Gleiche Funktion, völlig anderes Gefühl.


3. Was heiĂźt das konkret fĂĽr KI-gestĂĽtztes Marketing in der Modebranche?

Die Geschichten dieser KI-Namen liefern ein pragmatisches Framework für Ihre eigene Markenarbeit rund um KI – ob im E‑Commerce, Wholesale oder in der Produktion.

Schritt 1: Rolle der KI im Kundenerlebnis klären

Bevor Sie einen Namen wählen, beantworten Sie intern drei Fragen:

  1. Ist die KI sichtbar oder im Hintergrund?

    • Sichtbar (z.B. Chatbot, Style-Beratung): Name muss einfach, menschlich, vertrauenswĂĽrdig sein.
    • Unsichtbar (z.B. Größenprognose, Lageroptimierung): Name darf technischer und intern bleiben.
  2. Soll die KI als Person, als Werkzeug oder als Partner wahrgenommen werden?

    • Person: Namen wie „Claude“, „Siri“, „Mara“.
    • Werkzeug: „Atelier Vision“, „Fit Engine“.
    • Partner: „Style Copilot“, „Sustainability Navigator“.
  3. Welche Markenwerte muss der Name transportieren?

    • Nachhaltigkeit,
    • Luxus,
    • Streetwear-AttitĂĽde,
    • Tech-Kompetenz.

Schritt 2: Naming-Routen ableiten – inspiriert von ChatGPT & Co.

Nutzen Sie die beobachteten Strategien als Vorlagen:

  • Funktional wie ChatGPT / Copilot
    → z.B. „Style Chat“, „Supply Copilot“
  • KĂĽnstlerisch wie Dall‑E / Midjourney
    → z.B. „Atelier Echo“, „Pattern Dream“
  • Personifiziert wie Claude
    → z.B. „Lena“, „Rafi“, „Greta“ (vorher Markencheck!)
  • Tech-affin wie Perplexity (fĂĽr interne Tools)
    → z.B. „Demand Matrix“, „Return Metric AI“

Der wichtigste Punkt: Ein Name ist ein Versprechen. Wer „Copilot“ sagt, darf kein übergriffiges Autopilot-Verhalten bauen. Wer „Sora“ (Himmel) sagt, sollte inspirierende Videoqualität liefern.

Schritt 3: Vertrauen aktiv mitkommunizieren

Ein guter Name alleine reicht nicht. Er muss eingebettet sein in eine Transparenz-Story ĂĽber KI:

  • Erklären Sie kurz, was die KI tut und was nicht.
  • Betonen Sie, wie sie zu nachhaltigeren Entscheidungen beiträgt: weniger Ăśberproduktion, bessere Größenauswahl, geringere Retouren.
  • Machen Sie klar, dass Menschen weiter entscheiden – gerade bei Stil und Kollektionen.

So wird aus einem reinen Toolnamen ein Vertrauensanker.


4. Konkrete Ideen: Naming fĂĽr KI-Projekte in Ihrem Modeunternehmen

Zum Abschluss ein paar direkt nutzbare Beispiele, inspiriert von ChatGPT, Gemini & Co. – bewusst ohne Fantasie-Overkill.

Für E‑Commerce & Kundenberatung:

  • „Stilstudio“ – KI-gestĂĽtzte Outfit-Beratung im Shop.
  • „FitGuide“ – Größen- und Passform-Empfehlungen auf Basis von Retourendaten.
  • „Look Copilot“ – Assistenz fĂĽr Verkäufer:innen im Store, die live Vorschläge liefert.

FĂĽr Nachhaltigkeit & Supply Chain:

  • „Green Route“ – KI-Tool zur Routen- und Logistikoptimierung.
  • „Second Journey“ – System fĂĽr Second-Hand-Streams und RĂĽcknahmeprogramme.
  • „Fabric Sense“ – KI-gestĂĽtzte Materialplanung zur Vermeidung von Ăśberproduktion.

FĂĽr Design & Trends:

  • „Trend Atelier“ – KI zur Trendvorhersage aus Social Data.
  • „Pattern Lab“ – Generative KI fĂĽr Prints, inspiriert von Dall‑E/Midjourney.

Wählen Sie bewusst, welche Story im Vordergrund stehen soll: Funktion, Kreativität, Nachhaltigkeit oder Partnerschaft.


Fazit: Wie Sie KI-Namen in echte Markenassets verwandeln

Die Namensgeschichten von ChatGPT, Gemini, Nano Banana, Claude oder Midjourney zeigen: Viele legendäre Namen entstanden aus spontanen Entscheidungen – aber sie funktionieren, weil sie ein klares Bild transportieren. Manche betonen Funktion, andere erzählen eine philosophische Geschichte, wieder andere setzen auf Humor.

Für die deutsche Modebranche, die gerade intensiv mit KI für Trendvorhersage, nachhaltige Produktion und personalisierte Empfehlungen experimentiert, ist das eine große Chance: Wer seine KI-Projekte klar, sympathisch und markenkonform benennt, baut schneller Vertrauen auf – bei Kund:innen, Handelspartnern und den eigenen Teams.

Wenn Sie das nächste Mal ein internes KI-Projekt „Produktions-KI v5“ nennen wollen, stoppen Sie kurz. Fragen Sie sich: Welche Geschichte soll dieser Name erzählen – und wem? Genau an dieser Stelle wird aus einem Tool ein echter Markenbaustein.