Sidoun Kiava zeigt, wie KI-gestützte AVA Ausschreibungstexte automatisiert, Büros entlastet und ein zentraler Baustein der Baustelle 4.0 wird.
Sidoun Kiava: Wie KI die AVA-Arbeit wirklich verändert
Die meisten Planungsbüros verlieren jeden Monat Dutzende Stunden mit Ausschreibungstexten, Nachträgen und ständigem Formatieren von Leistungsverzeichnissen. Nicht, weil sie es wollen, sondern weil VOB, Normen und interne Standards keine andere Wahl lassen – bisher.
Genau hier setzt Sidoun Kiava an: eine AVA-Software, die KI nutzt, um Ausschreibungen automatisch zu formulieren und an das Büro-Layout anzupassen. Für die Reihe „KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0“ ist Kiava ein Paradebeispiel dafür, wie KI aus „Baustelle Administration“ wieder „Baustelle Architektur und Ingenieurbau“ macht.
In diesem Beitrag geht es darum, was Kiava konkret kann, wie sich KI-gestützte AVA in den Büroalltag integriert, welche wirtschaftlichen Effekte realistisch sind – und worauf Sie beim Einstieg achten sollten, wenn Sie 2026 nicht mehr mit Copy & Paste um Zeit und Marge kämpfen wollen.
Was macht Sidoun Kiava anders als klassische AVA-Software?
Sidoun Kiava kombiniert klassische AVA-Funktionalität mit einer spezialisierten BauText-KI, die Ausschreibungstexte automatisch erzeugt und überarbeitet. Statt jede Position manuell zu formulieren, geben Sie Vorgaben vor – den Rest übernimmt die KI.
Konkret bedeutet das:
- Automatische Erstellung von Ausschreibungstexten aus kurzen Stichworten oder Bauteilbeschreibungen
- VOB- und normenkonforme Formulierungen laut Herstellerangaben
- Individueller Schreibstil: Anpassung an das Corporate Wording des Büros
- Konsistentes Layout von Langtexten und Leistungsverzeichnissen
Der Unterschied zu herkömmlicher AVA-Software liegt nicht in den GAEB-Schnittstellen oder Drucklayouts – sondern in der Art, wie Texte entstehen. Statt „Formular mit Pflichtfeldern“ denkt Kiava eher wie ein sehr fleißiger, lernender Werkstudent, der Ihre Standards kennt und sofort schreibt, was Sie brauchen.
Die Grundidee: Architekten und Ingenieure sollen wieder planen statt tippen.
Damit passt Kiava perfekt in den Trend der Baustelle 4.0: digitale Werkzeuge, die Routinearbeit automatisieren und Kapazität für Entwurf, Koordination und Bauüberwachung schaffen.
Architektur statt Administration: Wie BauText-KI im Alltag arbeitet
Der größte Schmerzpunkt in Planungsbüros ist selten der Entwurf – es sind die vielen Stunden, die im Hintergrund verschwinden: LV-Positionen formulieren, Langtexte harmonisieren, Varianten einpflegen.
Typischer Workflow mit Kiava
Ein realistisches Szenario aus einem Architekturbüro:
- Sie haben ein Projekt mit 10–15 Leistungsbereichen (Hochbau, Ausbau, TGA).
- Die Bauteile und Qualitäten sind im CAD/BIM-Modell oder in einer Bauteilstruktur grob beschrieben.
- Sie geben diese Informationen an Kiava weiter – als Stichpunkte, kurze Beschreibungen oder importierte Strukturen.
- Die BauText-KI generiert daraus vollständige LV-Positionen und Langtexte.
- Sie prüfen, passen an und geben frei – statt zu 100 % neu zu schreiben.
So reduziert sich die Schreibarbeit auf Korrektur und Feinanpassung. Der große Block „weiße Seite“ fällt weg.
Konsistenter Bürostandard statt Text-Sammelsurium
Ein Problem in vielen Büros: Jeder schreibt anders. Mal werden Materialkennwerte ausgeschrieben, mal abgekürzt, mal werden Normen zitiert, mal nicht. Über mehrere Projekte und Jahre entsteht ein Flickenteppich aus Textstilen.
Kiava setzt genau hier an:
- Der Schreibstil kann zentral definiert werden (Tonfall, Detailtiefe, typische Formulierungen).
- Die KI orientiert sich an bestehenden Bürostandards und lernt mit der Zeit dazu.
- Neue Mitarbeiter müssen nicht mehr jahrelang „Texttradition“ mühsam übernehmen – sie nutzen die gleichen Vorlagen wie alle anderen.
Das Ergebnis: Ein deutlich klareres, professionelles Erscheinungsbild gegenüber Bauherren, Fachplanern und ausführenden Unternehmen.
Wirtschaftlicher Nutzen: Wo sich KI-gestützte AVA wirklich rechnet
Die Frage, die Geschäftsführung und Büroinhaber als erstes stellen: Lohnt sich das wirtschaftlich?
Die nüchterne Antwort: Wenn Ihr Büro regelmäßig Ausschreibungen erstellt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch. Denn AVA-Arbeit ist zeitintensiv, aber schlecht honoriert – genau der Bereich, in dem KI einen spürbaren Hebel hat.
Zeitersparnis in Zahlen
Erfahrungswerte aus Büros, die KI-unterstützte Textgenerierung einsetzen, liegen typischerweise bei:
- 30–50 % weniger Zeit für das Erstellen von Leistungsverzeichnissen mittlerer Größe
- Deutlich weniger Korrekturschleifen, weil Formulierungen konsistent sind
- Schnellere Reaktion auf Planungsänderungen oder Nachtragsangebote
Rechnen wir konservativ:
- 1 Projekt, 80 Stunden klassische AVA-/Textarbeit
- 35 % Zeitersparnis durch Kiava → 28 Stunden
- Stundensatz intern: 75 €
Das ergibt rund 2.100 € Zeitwert pro Projekt. Schon bei wenigen Ausschreibungen im Jahr wird klar: Hier steckt echtes Potenzial, nicht nur „ein bisschen Komfort“.
Mehr Fokus auf Architektur und Ingenieurbau
Der wirtschaftliche Nutzen zeigt sich nicht nur in der Zeile „Personalkosten“, sondern auch in der Qualität der Planung:
- Mehr Zeit für Detailplanung statt für Copy & Paste
- Bessere Koordination mit Fachplanern, weil die Ausschreibung früher steht
- Höhere Wettbewerbsfähigkeit bei komplexen Projekten, weil Ihr Team nicht im Administrativen stecken bleibt
Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Bauwirtschaft ist das ein zentraler Punkt der Baustelle 4.0: KI kompensiert fehlende Kapazität, ohne die Qualitätsansprüche zu senken.
Integration in die digitale Planungslandschaft: BIM, Bau-IT und Baustelle 4.0
Kiava ist keine Insellösung, sondern Teil einer größeren Entwicklung in der Bau-IT: Planung, Ausschreibung, Vergabe und Bauausführung wachsen digital zusammen.
Zusammenspiel mit BIM und CAD
KI-gestützte AVA wie Kiava wirkt besonders stark, wenn BIM-Daten oder strukturierte Bauteilinformationen genutzt werden. Denn je strukturierter die Eingabedaten sind, desto besser kann die KI sinnvolle Texte generieren.
Praktisch heißt das für Ihr Büro:
- Wer bereits BIM nutzt, kann Kiava nutzen, um aus Bauteilmodellen direkt LV-Entwürfe zu erzeugen.
- Wer (noch) nicht BIM-basiert arbeitet, kann mit klar strukturierten Bauteil- und Kostengliederungen ebenfalls starke Effekte erzielen.
Der Übergang von „Modell“ zu „Ausschreibung“ wird so weniger Medienbruch und mehr durchgängiger Prozess.
Ein Baustein der Baustelle 4.0
Innerhalb unserer Serie „KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0“ betrachten wir vier große Felder:
- Projektplanung
- Sicherheitsüberwachung
- BIM-Integration
- Ressourcen- und Kostenmanagement
Sidoun Kiava gehört klar in die Kategorie Projektplanung und Kostenmanagement:
- Es beschleunigt die Ausschreibungsphase.
- Es erhöht die Transparenz von Leistungen und Qualitäten.
- Es reduziert Fehler und Lücken in Leistungsverzeichnissen – ein zentraler Kostenfaktor auf der Baustelle.
Damit wirkt Kiava nicht nur im Büro, sondern mittelbar auch auf der Baustelle: klarere LVs bedeuten weniger Streit, weniger Nachträge und einen ruhigeren Bauablauf.
Worauf Sie beim Einstieg in KI-gestützte AVA achten sollten
Der Nutzen ist groß – aber nur, wenn die Einführung professionell läuft. KI ist kein „Knopf, der alles löst“. Sie ist ein Werkzeug, das strukturiert eingeführt werden muss.
1. Textstandards definieren, bevor die KI lernt
Bevor Sie Kiava im gesamten Büro ausrollen, lohnt sich ein kurzer interner Workshop:
- Wie detailliert sollen Langtexte sein?
- Welche Normen und Richtlinien werden grundsätzlich zitiert?
- Welches Sprachniveau wollen Sie (sehr technisch vs. eher erklärend)?
Je klarer diese Standards sind, desto besser kann die KI sie abbilden. Ich habe in Büros gesehen, dass zwei bis drei Tage konsequente Vorarbeit später Monate an Korrekturarbeit sparen.
2. Verantwortliche benennen
Lassen Sie nicht einfach „alle mal ausprobieren“.
Sinnvoller ist:
- 1–2 KI-Verantwortliche im Büro, die Schulungen besuchen und interne Guidelines erstellen
- Eine Testphase mit ausgewählten Projekten
- Klare Rückmeldewege: Was funktioniert gut, welche Formulierungen müssen angepasst werden?
So stellen Sie sicher, dass Kiava nicht als „Spielzeug“, sondern als strategisches Werkzeug wahrgenommen wird.
3. Qualitätskontrolle beibehalten
Auch wenn Sidoun VOB- und normenkonforme Texte verspricht: Fachliche Prüfung bleibt Pflicht.
- Jede automatische Textgenerierung braucht eine verantwortliche Person, die das LV freigibt.
- Spezielle Projektanforderungen (z.B. Denkmalschutz, besondere Nachhaltigkeitsziele) müssen weiter bewusst eingearbeitet werden.
Der richtige Mindset ist: Kiava schreibt den ersten 80-%-Entwurf. Die letzten 20 % Fachlichkeit kommen von Ihnen.
Fazit: Warum sich der Blick auf Sidoun Kiava jetzt lohnt
Sidoun Kiava zeigt sehr konkret, wohin sich KI in der deutschen Bauindustrie entwickelt: weg vom Buzzword, hin zu praxisnahen Werkzeugen, die ein klar definiertes Problem lösen – hier die aufwändige Erstellung von Ausschreibungstexten.
Für Architekten, Bauingenieure und Planungsbüros bedeutet das:
- Weniger Zeitverlust durch manuelle Textarbeit
- Mehr Fokus auf Entwurf, Tragwerksplanung und Koordination
- Bessere Wirtschaftlichkeit von Pauschal- und HOAI-Honoraren
- Konsistente Qualität der Leistungsverzeichnisse über das gesamte Büro hinweg
Wer sich ernsthaft mit Baustelle 4.0 beschäftigt, kommt an KI-gestützter AVA nicht mehr vorbei. Die gute Nachricht: Der Einstieg ist deutlich weniger riskant, als viele denken – vorausgesetzt, Sie definieren Ihre Standards, benennen Verantwortliche und behalten die fachliche Hoheit über Ihre LVs.
Wenn Sie aktuell das Gefühl haben, dass Ihr Team mehr Zeit in Excel, Word und AVA-Masken als in Architektur und Ingenieurbau verbringt, ist das ein ziemlich deutliches Signal. Dann ist jetzt der richtige Moment, sich Lösungen wie Sidoun Kiava genauer anzusehen – bevor Ihre Konkurrenz es tut.