Nachhaltig planen mit BIM: Wie der neue ALLPLAN-Leitfaden hilft, COâ‚‚ zu senken, Ressourcen zu sparen und Projekte fit fĂĽr Baustelle 4.0 und KI zu machen.
Warum klimabewusstes Planen jetzt Chefsache ist
34 % der weltweiten CO₂-Emissionen stammen aus Gebäuden und Bauindustrie, dazu kommt rund die Hälfte des globalen Rohstoffverbrauchs. Wer heute in Deutschland oder Österreich plant und baut, steht damit automatisch im Zentrum der Klimadebatte – ob er will oder nicht.
Die gute Nachricht: Mit BIM, digitalen Workflows und zunehmend KI-gestützten Analysen lässt sich der ökologische Fußabdruck eines Projektes bereits in der frühen Planung massiv beeinflussen. Genau hier setzt das neue E-Book von ALLPLAN an: „Nachhaltig planen mit BIM: Das Erfolgsrezept“. Es liefert Checklisten, Workflows und Beispiele, wie klima- und ressourcenschonende Entscheidungen systematisch in den Projektalltag integriert werden können.
In dieser Folge unserer Reihe „KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0“ schauen wir uns an, was hinter dem Leitfaden steckt, wie BIM und KI gemeinsam wirken – und wie Sie das Thema Nachhaltigkeit von der Pflichtübung zum echten Wettbewerbsvorteil machen.
Klimabewusst planen mit BIM: Worum es im ALLPLAN-Leitfaden geht
Der Kern des ALLPLAN-E-Books ist klar: Nachhaltiges Bauen beginnt lange vor der Baustelle – in den Daten und Modellen der Planung.
„Nachhaltigkeit beginnt lange bevor der erste Ziegel gelegt wird.“ – Eduardo Lazzarotto, ALLPLAN
Das E-Book „Nachhaltig planen mit BIM: Das Erfolgsrezept“ adressiert genau diese frühe Phase – und zeigt, wie digitale Werkzeuge, strukturierte BIM-Modelle und klar definierte Prozesse zu klimabewussten Entscheidungen führen.
Die wichtigsten Inhalte des Leitfadens
Der Leitfaden ist entlang des Gebäudelebenszyklus aufgebaut und bietet:
- Lebenszyklus-Checklisten fĂĽr Neubau und Sanierung
- konkrete BIM-Workflows fĂĽr nachhaltige Entwurfs- und AusfĂĽhrungsplanung
- Beispiele fĂĽr Materialoptimierung und COâ‚‚-Reduktion
- Hinweise zur interdisziplinären Zusammenarbeit mit gemeinsamen Datenmodellen
- praxisnahe Schritt-fĂĽr-Schritt-Anleitungen und Templates
Damit richtet er sich nicht nur an ArchitekturbĂĽros, sondern auch an Tragwerksplaner, TGA-Planer, BIM-Manager, Generalunternehmer und Bauherrenvertreter.
Nachhaltigkeit ĂĽber den gesamten Lebenszyklus denken
Wer klimabewusst planen will, muss den Fokus von der Bauphase auf den kompletten Lebenszyklus verschieben: von der ersten Skizze ĂĽber den Betrieb bis zum RĂĽckbau.
1. Entwurf: Wo die größten Hebel liegen
In der Entwurfsphase werden 70–80 % der späteren ökologischen Wirkung festgelegt – zum Beispiel durch:
- Gebäudeform und Kompaktheit (A/V-Verhältnis, Wärmeverluste)
- Orientierung und Tageslichtnutzung
- Materialwahl (CO₂-Intensität, Recyclingfähigkeit)
- Flächeneffizienz (Grundrisse, Erschließung, technische Zonen)
Mit einem sauberen BIM-Modell und passenden Tools lassen sich diese Entscheidungen frühzeitig simulieren, statt sie erst in der Ausführungsplanung „zu reparieren“.
2. Bauphase: Ressourcen schonen und Prozesse steuern
Digitale Bauprozesse – vom modellbasierten Ausschreiben bis zur Offsite-Planung von Fertigteilen – sind Hebel, um
- Materialverschnitt zu reduzieren,
- Transporte zu optimieren,
- Bauzeiten zu verkĂĽrzen,
- Fehler und Nacharbeiten zu minimieren.
Hier schlägt die Brücke zu Baustelle 4.0: KI-gestützte Terminprognosen, Baufortschrittskontrolle via 3D-Scan oder Drohnen und automatisierte Mengenermittlung greifen auf dasselbe BIM-Datenmodell zurück.
3. Betrieb und Renovierung: Nachhaltigkeit wird messbar
Ein Gebäude ist nicht nach der Abnahme „fertig“. Betriebsphase und spätere Sanierungen bestimmen, wie nachhaltig ein Projekt tatsächlich ist. Ein durchgängiges BIM-Modell unterstützt dabei, etwa:
- Betriebsdaten (Energie, Wartung) strukturiert zu erfassen,
- Sanierungsszenarien zu simulieren,
- RĂĽckbau- und Recyclingstrategien zu planen.
Der ALLPLAN-Leitfaden stellt für jede Phase konkrete Checklisten bereit – ein pragmatisches Werkzeug, um nicht nur gute Vorsätze, sondern belastbare Entscheidungen zu treffen.
BIM als Werkzeug fĂĽr klimabewusste Entscheidungen
BIM ist kein Selbstzweck. Für klimabewusstes Planen in Deutschland und Österreich wird BIM dann wertvoll, wenn es entscheidungsrelevante Informationen liefert – vor allem in Verbindung mit KI.
Intelligente Materialwahl statt BauchgefĂĽhl
Ein typischer Fehler: Materialien werden primär nach Kosten, Verfügbarkeit und gewohntem Detailrepertoire ausgewählt. Die CO₂-Bilanz bleibt eine Fußnote.
Mit einem BIM-Modell können Sie dagegen:
- Materialvarianten direkt im Modell hinterlegen,
- Ă–kobilanzdatenbanken ansprechen,
- COâ‚‚-bewertete Bauteilbibliotheken nutzen,
- Varianten in Minuten statt Tagen vergleichen.
In Kombination mit KI-basierten Auswertungen lassen sich z.B. automatisch jene Bauteile identifizieren, bei denen der Wechsel zu einem alternativen Material besonders viel CO₂ einspart – bei akzeptablen Mehrkosten oder sogar Kostenvorteilen.
Effiziente Grundrisse und Flächen
BIM-Modelle ermöglichen präzise Flächenauswertungen. Aus Sicht der Nachhaltigkeit bedeutet das:
- Überdimensionierte Flure, Technikräume oder Verkehrsflächen frühzeitig erkennen
- Nutzungsflexibilität (Umnutzungen, modulare Grundrisse) durchspielen
- Flächenkennzahlen (BGF, NGF, Mietfläche) transparent machen
Hier können KI-Algorithmen zusätzliche Unterstützung bieten, etwa indem sie aus Vergleichsprojekten effiziente Grundrissmuster vorschlagen oder Flächenkennwerte automatisch mit Benchmarks abgleichen.
FrĂĽhzeitige COâ‚‚-Analysen aus dem BIM-Modell
Der groĂźe Vorteil digitaler Workflows: COâ‚‚-Analysen werden zur Routine, nicht zum Sondergutachten.
Typischer Ablauf:
- Modell in ALLPLAN erstellen und Bauteile strukturiert klassifizieren
- Material- und Mengendaten automatisch auswerten
- Ă–kobilanzwerte verknĂĽpfen (z.B. aus EPDs)
- Varianten (z.B. Holzhybrid vs. Stahlbeton) direkt vergleichen
So wird aus dem reinen Entwurfsmodell eine Entscheidungsplattform fĂĽr Klimaziele, Kosten und Termine.
Baustelle 4.0: Wo KI, BIM und Nachhaltigkeit zusammenlaufen
Im Rahmen der Serie „KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0“ spielt nachhaltiges Planen mit BIM eine zentrale Rolle. Denn viele KI-Anwendungen im Bau funktionieren nur dann zuverlässig, wenn es saubere, strukturierte BIM-Daten gibt.
Drei konkrete Schnittstellen zwischen KI und nachhaltigem Bauen
1. KI-gestĂĽtzte Mengen- und COâ‚‚-Prognosen
Aus einem BIM-Modell können KI-Tools automatisch
- Materialmengen ermitteln,
- Plausibilitätschecks durchführen,
- COâ‚‚-Emissionen nach Bauteilgruppen prognostizieren.
Das reduziert Fehler und beschleunigt Variantenvergleiche – besonders bei großen Wohnquartieren oder Infrastrukturprojekten.
2. KI-basierte Termin- und Logistikoptimierung
In Kombination mit Bauzeitenplänen und Logistikdaten kann KI
- Lieferketten optimieren,
- Zwischenlagerflächen minimieren,
- Baustellenverkehr reduzieren.
Weniger Staus, weniger Leerkilometer, weniger Emissionen – gerade auf urbanen Baustellen in Deutschland und Österreich ein spürbarer Vorteil.
3. Sicherheits- und Qualitätsüberwachung
Computer Vision auf Basis von Kameras oder Drohnen kann
- Sicherheitsrisiken erkennen,
- Baufortschritt mit dem BIM-Modell abgleichen,
- Abweichungen und Mängel früh melden.
Indirekt ist das auch ein Nachhaltigkeitsthema: Jede vermiedene Nacharbeit spart Material, Energie und Zeit.
Warum BIM-Reifegrad der erste Schritt ist
Viele Unternehmen wollen „etwas mit KI machen“, stolpern aber über unstrukturierte Daten, uneinheitliche Modelle und fehlende Standards. Der ALLPLAN-Leitfaden adressiert deshalb zunächst saubere BIM-Workflows und Rollenverteilungen.
Meine klare Meinung: Ohne BIM-Basis keine sinnvolle KI im Bau. Wer heute seine BIM-Prozesse fĂĽr klimabewusstes Planen professionalisiert, legt gleichzeitig das Fundament fĂĽr alle weiteren Schritte Richtung Baustelle 4.0.
Wie Sie den ALLPLAN-Leitfaden konkret nutzen können
Theorie ist nett, aber entscheidend ist, was Sie ab morgen anders machen. Der Leitfaden von ALLPLAN ist dafĂĽr ein guter Startpunkt, gerade weil er praxisnah aufgebaut ist.
Schritt 1: E-Book ins Team bringen – nicht in der Ablage parken
Statt das PDF im Projektordner zu verstecken, empfehle ich:
- eine kurze interne Lunch-&-Learn-Session (30–45 Minuten),
- Rollen klären: Wer im Büro ist für Nachhaltigkeit & BIM verantwortlich?
- 2–3 Pilotprojekte benennen, bei denen die Checklisten verbindlich genutzt werden.
Schritt 2: Checklisten in Ihre Standards integrieren
Nutzen Sie die Inhalte des E-Books, um Ihre eigenen Büro- oder Unternehmensstandards zu schärfen:
- Ergänzung des BIM-Abwicklungsplans (BAP) um Nachhaltigkeitskriterien
- Definition von Mindestanforderungen an Bauteilbibliotheken (Material, CO₂, Recyclingfähigkeit)
- Vorgabe, ab welchem LOD/HOAI-Leistungsphase COâ‚‚-Analysen verpflichtend sind
Schritt 3: Kleine KI-Bausteine testen
Sie mĂĽssen nicht sofort die gesamte Baustelle 4.0 umkrempeln. Starten Sie mit KI dort, wo der Nutzen schnell sichtbar ist:
- automatische Klassifikation von Bauteilen im BIM-Modell,
- KI-gestützte Qualitätsprüfung von Modellen (z.B. fehlende Attribute, Normabweichungen),
- Auswertung von Varianten mit einfachen COâ‚‚- und Kostenmodellen.
Je besser Ihre Prozesse mit dem ALLPLAN-Leitfaden funktionieren, desto leichter fallen die nächsten KI-Schritte.
Fazit: Nachhaltig planen mit BIM – und den Anschluss an Baustelle 4.0 sichern
Klimabewusstes Planen ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern wird über Förderungen, ESG-Vorgaben und Bauherrenanforderungen zur harten Projektanforderung. BIM, digitale Workflows und zunehmend KI sind dabei nicht nur Hilfsmittel, sondern die Voraussetzung, um im deutschen und österreichischen Markt langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das E-Book „Nachhaltig planen mit BIM: Das Erfolgsrezept“ von ALLPLAN bietet dafür ein solides Fundament: klare Checklisten entlang des Lebenszyklus, praxisnahe Workflows und einen realistischen Blick auf das, was heute machbar ist.
Wenn Sie Teil der Baustelle 4.0 sein wollen, führt kein Weg daran vorbei, Ihre BIM-Prozesse sowohl klimabewusst als auch KI-fähig aufzusetzen. Die Frage ist weniger, ob Sie diesen Schritt gehen, sondern wie schnell – und mit welchem Vorsprung gegenüber Ihrer Konkurrenz.