EBV-konformes Recycling: Wie S8H & WS 1400 Baustelle 4.0 möglich machen

KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0••By 3L3C

EBV-konformes Recycling wird zum Wettbewerbsfaktor. Wie Mesda S8H und Hako WS 1400 Qualität, Wirtschaftlichkeit und Baustelle 4.0 zusammenbringen.

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EBV-Druck auf Baustellen: Wer Recycling nicht im Griff hat, verliert Aufträge

Seit die Ersatzbaustoffverordnung (EBV) gilt, berichten viele Bauunternehmer und Aufbereiter das Gleiche: Das Material ist da, die Technik nicht. Baustellen produzieren riesige Mengen Bauschutt, aber die wenigsten Anlagen schaffen konstant die Materialqualität, die für EBV-konforme Recyclingbaustoffe verlangt wird.

Genau hier setzt die neue Maschinenkombination von Mesda Deutschland und Hako Bau an: Die Grobstücksiebmaschine Mesda S8H und der Leichtstoffabscheider Hako WS 1400 sind so abgestimmt, dass sie nicht nur die Grenzwerte der EBV einhalten, sondern daraus ein skalierbares Geschäftsmodell machen. Und im Kontext von Baustelle 4.0 wird aus klassischer Aufbereitung ein digital steuerbarer Prozess, der sich perfekt in KI-gestützte Bauabläufe einfügt.

In diesem Beitrag zeige ich, warum diese Kombination aktuell interessant ist, wie sie technisch funktioniert, welchen Einfluss sie auf Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit hat – und wie Sie das Ganze in Richtung KI-unterstütztes Baustoff-Recycling weiterdenken können.


Warum EBV-konforme Recyclingbaustoffe jetzt Chefsache sind

EBV-konforme Recyclingbaustoffe sind kein „Nice-to-have“ mehr, sondern Voraussetzung, um künftig in vielen öffentlichen und teilweise auch privaten Projekten mitspielen zu dürfen.

Was die EBV praktisch bedeutet:

  • strengere Grenzwerte fĂĽr Störstoffe wie Kunststoff, Styropor, Holz
  • höhere Anforderungen an Materialreinheit und Dokumentation
  • mehr Kontrollen und damit steigendes Haftungsrisiko

Die meisten Betriebe haben drei zentrale Probleme:

  1. Manuelle Sortierung ist zu teuer und zu unzuverlässig. Menschen übersehen Störstoffe, vor allem bei hohen Durchsätzen.
  2. Alte Aufbereitungstechnik stößt an ihre Grenzen. Windsichtung funktioniert bei vielen Bauabfällen nur bedingt – zu inhomogen, zu windabhängig, zu unpräzise.
  3. Die Wertschöpfung bleibt hinter dem Potenzial zurück. Unsauberes Recyclingmaterial wird als minderwertig verkauft – oder landet doch in der Deponie.

Die Kombination aus Mesda S8H und Hako WS 1400 adressiert genau diese Punkte – und öffnet nebenbei die Tür zu durchgängig digitalisierten und später KI-optimierten Prozessen auf der Baustelle.


S8H + WS 1400: Wie die Maschinenkombination EBV-Anforderungen erfĂĽllt

Der Kern der Lösung ist simpel formuliert: Mechanisch sauberes Vorsieben plus präzise Dichtetrennung im Wasser statt alleiniger Windsichtung.

Schritt 1: GrobstĂĽcksiebung mit der Mesda S8H

Die Mesda S8H ist eine energieeffiziente GrobstĂĽcksiebmaschine mit diesel-elektrischem Hybridantrieb:

  • Diesel-elektrischer Hybrid: 129-kW-Dieselmotor (EU Stufe V) oder externe Stromquelle
  • Durchsatzleistung: bis zu 500 t/h
  • Siebkasten: Zweideck-Sieb, rein elektrisch betrieben (5,0 m x 1,5 m)

Das Sieb ĂĽbernimmt die klassische Vorsortierung:

  • Trennung nach Korngrößen
  • Herausnahme grober Störstoffe
  • definierter Materialstrom fĂĽr die Feinseparation

Durch den elektrischen Antrieb des Siebkastens wird Energie effizienter genutzt, was in Zeiten steigender Energiekosten ein echter Hebel ist.

„Die Kombination der Mesda- und Hako-Maschinen ermöglicht es unseren Kunden, prozesssicher hochwertige Recyclingbaustoffe herzustellen und die Wertschöpfung signifikant zu erhöhen.” – Enrico Kallmeyer, Mesda Deutschland

Schritt 2: Dichtetrennung mit dem Hako WS 1400

Der Hako WS 1400 setzt dort an, wo viele konventionelle Anlagen schwach sind: bei der sauberen Trennung von Leicht- und Störstoffen.

Statt Windsichtung nutzt der WS 1400 Dichtetrennung im Wasser:

  • Leichtstoffe wie Holz, Kunststoff, Styropor schwimmen auf
  • mineralische Bestandteile wie Stein, Beton, Ziegel sinken ab
  • das Ergebnis sind störstofffreie Endprodukte mit hoher Materialreinheit

Technische Pluspunkte fĂĽr den Baustellenalltag:

  • kompakte TransportmaĂźe
  • Hakenlift fĂĽr schnellen Standortwechsel
  • hydraulisch schwenkbares Austragsband fĂĽr flexible Haldenbildung

Die Stromversorgung erfolgt direkt durch die S8H, die Anlagen sind aufeinander abgestimmt und können autark auf der Baustelle betrieben werden. Das reduziert Infrastrukturaufwand und erhöht die Flexibilität im Projektgeschäft.


Wirtschaftlicher Nutzen: Mehr Wertschöpfung pro Tonne Bauschutt

Der technische Ansatz ist das eine. Spannender für Geschäftsführer, Bauleiter und Betreiber von Recyclinganlagen ist die wirtschaftliche Seite.

Höherwertige Produkte statt „Billig-Recycling“

Je sauberer der Recyclingbaustoff, desto höher die Einsatzmöglichkeiten:

  • Einsatz in tragenden und nicht tragenden Schichten im StraĂźen- und Tiefbau
  • Verwendung als qualitätsgesicherter Ersatz fĂĽr Primärrohstoffe
  • bessere Chancen bei Ausschreibungen mit Nachhaltigkeits- und Rezyklatquoten

Wer EBV-konforme Qualität liefern kann, verkauft nicht nur „Recyclingmaterial“, sondern definierte Recyclingbaustoffe mit geprüfter Güte – und erzielt damit in der Regel deutlich bessere Preise.

Stabilere Prozesse, weniger Reklamationen

Störstoffe im Recyclingmaterial führen zu:

  • Ablehnung ganzer Chargen
  • Nacharbeit auf der Baustelle
  • Kosten durch RĂĽcktransport und erneute Aufbereitung

Durch die Kombination aus Siebtechnik und Dichtetrennung wird der Prozess stabiler und vorhersagbarer. Das reduziert Reklamationen und sichert Planbarkeit in Projekten, gerade bei langfristigen Rahmenverträgen.

Mobilität als Wettbewerbsfaktor

Ein entscheidender Vorteil im Sinne von Baustelle 4.0: Die Kombination kommt zur Baustelle, nicht umgekehrt.

  • On-site-Aufbereitung senkt Transportmengen und -kosten
  • weniger Lkw-Fahrten, geringerer COâ‚‚-FuĂźabdruck
  • schnellere Stoffstromkreisläufe direkt im Projekt

Gerade im deutschen Markt, wo Entsorgungskosten hoch und Transportwege oft weit sind, ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil.


Wie sich die Kombination in eine KI-gestützte „Baustelle 4.0“ einfügt

Die Maschinenkombination von Mesda und Hako ist zunächst „klassische“ Maschinentechnik. Der spannende Teil beginnt, wenn Sie sie in ein digitales und perspektivisch KI-gestütztes Gesamtsystem einbinden.

Schritt 1: Datenerfassung und Monitoring

Für KI in der Bauindustrie braucht es zunächst saubere Datenströme. Typische Ansatzpunkte:

  • Sensoren zur Durchsatzmessung (t/h) und Laufzeiten
  • Online-Erfassung von Feuchte, Korngrößenverteilung oder FĂĽllständen
  • Dokumentation von Chargen, Herkunft des Bauschutts und Endproduktqualität

Diese Daten können in einem zentralen Baustellen-Dashboard oder einer Bau-IT-Plattform (BIM-Umgebung, ERP, Baulogistiksystem) zusammenlaufen.

Schritt 2: KI-gestĂĽtzte Prozessoptimierung

Wenn die Daten stehen, lässt sich mit KI-Algorithmen viel gewinnen:

  • Prognose von Materialspitzen: KI erkennt Muster (z.B. Abrissphasen) und schlägt vor, wann S8H/WS 1400 intensiver laufen sollten.
  • Optimierung der Siebparameter: Based on historischen Qualitätsdaten schlägt das System Sieb-Einstellungen oder Wasserstände vor, um Grenzwerte sicher zu treffen.
  • Predictive Maintenance: VerschleiĂź an Siebbelägen, Pumpen, Lagern wird vorab erkannt, Wartungsfenster werden automatisch eingeplant.

So wird aus einer klassischen Aufbereitungsanlage ein selbstlernender Prozess, der stetig effizienter und stabiler läuft.

Schritt 3: Integration in den digitalen Stoffstrom

In einer ausgereiften Baustelle 4.0 ist Recycling nicht isoliert, sondern Teil der Gesamtlogistik:

  • VerknĂĽpfung mit BIM-Modellen: KI errechnet aus dem RĂĽckbauvolumen potenzielle Recyclingmengen und die voraussichtliche Materialqualität.
  • Kopplung mit Container- und Transportlogistik: Containergrößen, Abfahrtszeiten und Zielorte werden automatisch vorgeschlagen.
  • Anbindung an Ausschreibungs- und Nachweisprozesse: EBV-Nachweise werden automatisch generiert und mit Projekt- und Materialdaten verknĂĽpft.

Die Maschinenkombination von Mesda und Hako ist dabei ein wichtiges physisches Element, auf das solche digitalen und KI-basierten Workflows aufsetzen.


Praxisleitfaden: So nähern Sie sich EBV-konformem, digitalen Recycling

Wer jetzt nicht gleich die komplette KI-Strategie aufsetzen will, kann trotzdem sehr pragmatisch starten.

1. Status-Check: Wo stehen Sie heute?

  • Wie hoch ist Ihr aktueller Durchsatz an Bauschutt pro Jahr?
  • Wie oft hatten Sie in den letzten 12 Monaten Probleme mit Materialqualität oder EBV-Nachweisen?
  • Welche Teile Ihres Prozesses sind bereits digital dokumentiert (Waage, Lieferscheine, Analysen, Schichtberichte)?

2. Technikkonzept mit Blick auf Mobilität und Projekte

Stellen Sie sich drei Fragen:

  1. Brauche ich eine stationäre oder mobile Lösung? – Die Kombination S8H/WS 1400 spielt ihre Stärken vor allem in mobilen oder semi-mobilen Szenarien aus.
  2. Welche Materialarten dominieren? – Mischabbruch, Beton, Ziegel? Je nach Schwerpunkt sind unterschiedliche Sieb-Settings sinnvoll.
  3. Wo spart mir mobile Aufbereitung konkret Kosten? – Rechnen Sie realistisch mit Entfernungen, Deponiekosten und Dieselpreisen.

3. Schrittweise Digitalisierung & spätere KI-Nutzung vorbereiten

Sie mĂĽssen nicht morgen mit einem kompletter KI-Suite starten. Aber Sie sollten heute die Grundlagen legen:

  • Standardisierte Datenerfassung: Durchsatz, Ausfallzeiten, Materialqualität immer gleich erfassen.
  • Schnittstellenvision: Denken Sie frĂĽh daran, Maschinen- und Prozessdaten später an eine Bau-IT- oder KI-Plattform anzubinden.
  • Pilotprojekte: Starten Sie mit einem oder zwei Projekten, in denen Sie systematisch Daten sammeln und erste Optimierungen testen.

Wer so vorgeht, kann später relativ leicht KI-Module aufsetzen – etwa zur automatischen Qualitätsprognose oder zur dynamischen Steuerung von S8H und WS 1400.


Ausblick: Recyclingbaustoffe als Kernbaustein der Baustelle 4.0

Die Kombination aus Mesda S8H und Hako WS 1400 zeigt ziemlich klar, wohin die Reise geht: EBV-konformes, wirtschaftliches Recycling direkt auf oder nahe der Baustelle, technisch robust und bereit fĂĽr digitale und KI-gestĂĽtzte Steuerung.

Das ist nicht nur ein Umwelt- oder Image-Thema. Wer frĂĽh in qualitativ hochwertige Aufbereitung investiert,

  • sichert sich Zugang zu anspruchsvollen Ausschreibungen,
  • reduziert Entsorgungs- und Transportkosten,
  • und baut sich eine skalierbare, datenbasierte Wertschöpfung rund um Recyclingbaustoffe auf.

Die Realität ist: Die deutsche Bauindustrie wird ohne KI und Digitalisierung ihre Anforderungen an Kreislaufwirtschaft, Kostenkontrolle und Fachkräftemangel kaum bewältigen. Anlagen wie S8H und WS 1400 sind die physische Basis. Die nächsten Schritte liegen in der Vernetzung, Datennutzung und KI-gestützten Optimierung.

Wenn Sie genau dort ansetzen wollen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Ihre Aufbereitungstechnik und Ihre Datenstrategie gemeinsam zu denken – nicht nacheinander.