Avanti 2026 verbindet 2D-PDF, 3D-BIM, Open BIM, GAEB und E-Rechnung in einem AVA-System – und legt damit die Basis für echte KI-Anwendungen auf der Baustelle.
Avanti 2026: Was sich wirklich auf Ihrer Baustelle ändert
95 % der deutschen Bauprojekte arbeiten immer noch parallel mit BIM-Modellen und klassischen 2D-PDF-Plänen. Genau an dieser Realität scheitern viele „Baustelle 4.0“-Konzepte – sie sind zu theoretisch, zu wenig alltagstauglich.
Avanti 2026 geht einen anderen Weg: Die neue Version der AVA-Software von Softtech will nicht nur BIM können, sondern auch den ganz normalen Mischbetrieb aus 2D, 3D, GAEB, E-Rechnung und Mängelmanagement sauber abbilden. Und genau das ist für Bauunternehmen, Planungsbüros und öffentliche Auftraggeber im Jahr 2026 entscheidend.
In dieser Ausgabe der Reihe „KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0“ schauen wir uns an, warum Avanti 2026 für BIM, Open BIM und integrierte Projektabwicklung (IPA) spannend ist – und wie Sie damit den Boden für echte KI-Anwendungen im Kosten- und Projektmanagement legen.
1. Warum Avanti 2026 für Baustelle 4.0 wichtig ist
Avanti 2026 ist mehr als ein normales Update einer AVA-Software. Die Version adressiert drei Probleme, mit denen fast jedes Büro kämpft:
- Medienbrüche zwischen 2D-Plänen, 3D-Modell, LV und Abrechnung
- Insellösungen ohne echte Open-BIM-Fähigkeit
- Dokumentationschaos bei Mängeln, Rechnungen und Nachweisen
Die neue Version setzt genau dort an:
- Ein komplett neuer BIM-Viewer macht die Arbeit mit IFC-Modellen alltagstauglicher.
- Eine direkte Brücke zur browserbasierten Mengenermittlung Grava connect verbindet 2D-PDF-Plan und 3D-BIM-Modell.
- Ein integriertes Mängelmanagement verknüpft Mängel mit LV, Raum, Bauteil und Zahlungsfreigabe.
- Unterstützung von X-Rechnung, ZUGFeRD und Vorbereitung auf GAEB DA XML 3.3 sichert die Zukunftsfähigkeit in Richtung E-Rechnung und digitaler Vergabe.
Für viele KI-Anwendungen im Bau – etwa automatisierte Mengenermittlung, Kostenprognosen oder Risikoanalysen – ist genau diese saubere, durchgängige Datenbasis der entscheidende erste Schritt.
2. 2D-/3D-BIM in einem System: IFC-Viewer & Grava connect
Entscheidend für die Praxis ist, ob eine Software den Hybrid-Alltag aus 2D und 3D wirklich unterstützt. Avanti 2026 tut genau das.
Neuer BIM-Viewer für IFC-Modelle
Der komplett überarbeitete BIM-Viewer in Avanti 2026 ist auf IFC-Modelle ausgerichtet und damit klar im Open-BIM-Lager verortet. Für Planungsbüros und Auftraggeber bedeutet das:
- Herstellerunabhängigkeit: IFC-Modelle aus verschiedenen CAD-Systemen können genutzt werden.
- Direkter Bezug zu Mengen und Kosten: Bauteile aus dem Modell lassen sich mit Positionen im LV verknüpfen.
- Bessere Visualisierung: Fachplaner, Bauleiter, Controlling und Bauherren sehen dasselbe Modell und sprechen über dieselben Objekte.
Zusätzlich steht ein Plugin für die aktuelle Revit-Version 2026 bereit. Wer im Hochbau in Deutschland plant, kommt an Revit kaum vorbei – die direkte Anbindung reduziert manuellen Export-/Import-Aufwand.
Grava connect: Wenn der PDF-Plan nicht verschwindet – sondern eingebunden wird
Der PDF-Plan ist in Deutschland noch lange nicht tot – und das ist völlig in Ordnung. Avanti 2026 akzeptiert diesen Realitätstest und bindet PDFs aktiv in den Workflow ein:
- Im Webbrowser können Anwender in Grava connect Mengen direkt aus importierten PDF-Plänen markieren.
- Diese Mengen werden vollständig in Avanti eingelesen.
- In Grava connect können die erfassten Bereiche zusätzlich farbig hervorgehoben werden.
Der Clou: Mengen aus dem 3D-Modell und aus 2D-PDF-Plänen fließen in ein gemeinsames System. Damit wird eine typische Sollbruchstelle im BIM-Alltag entschärft.
Warum ist das wichtig für KI und Baustelle 4.0?
Weil erst dann, wenn alle relevanten Mengen konsistent in einem System liegen, KI-Algorithmen verlässlich Kosten berechnen, Varianten vergleichen oder Prognosen für Nachträge und Budgetüberschreitungen liefern können.
3. Mängelmanagement als Schlüssel für IPA und Open BIM
Wer integrierte Projektabwicklung (IPA) ernst nimmt, braucht transparente, geteilte Daten zur Bauqualität. Avanti 2026 legt hier einen wichtigen Baustein.
Zentrales Mängelmanagement mit LV-Bezug
Das neue Mängelmanagement in Avanti 2026 erfasst Mängel zentral und verknüpft sie direkt mit:
- dem Leistungsverzeichnis (LV),
- einem konkreten Raum oder
- einem bestimmten Bauteil.
Damit verschwindet der Mangel nicht mehr in einer separaten Excel-Liste oder einer WhatsApp-Gruppe, sondern ist:
- gewerkeübergreifend für das Projektmanagement sichtbar,
- fest verankert in Leistungsphase 8 (Objektüberwachung) nach HOAI,
- direkt mit Zahlungsfreigabe oder Zurückbehalten verknüpfbar.
Für Bauleiter, Bauherren und Controlling entsteht so erstmals eine geschlossene Kette: von ausgeschriebener Leistung über Ausführung und Mängel bis zur Rechnung.
BCF-Export für CDE-Plattformen
Mängel können zusätzlich im offenen BCF-Format (BIM Collaboration Format) ausgegeben werden. Das BCF-Format ist Standard, um Meldungen zu Bauteilen modellbasiert zu übergeben.
Das bedeutet in der Praxis:
- Mängel lassen sich an Common Data Environments (CDE) verschiedener Hersteller übergeben.
- Alle Projektbeteiligten – vom TGA-Planer über den Rohbauer bis zum Bauherrn – sehen denselben Mangel, inklusive Bezug zum 3D-Modell.
- Die Kollaboration wird modellbasiert statt PDF-basiert.
Gerade für IPA-Projekte, bei denen Planung, Ausführung und Betrieb eng verzahnt sind, ist diese offene, standardbasierte Kommunikation ein Muss.
4. Adressen, E-Rechnungen und GAEB: Digitalisierung, die wirklich zählt
Digitalisierung auf der Baustelle besteht nicht nur aus BIM. Rechnungen, Stammdaten und GAEB-Standards sind genauso relevant – und Avanti 2026 deckt auch diese Ebene ab.
Neue Adressverwaltung auf SQL-Basis
Mit der neuen Adressverwaltung und der Umstellung auf SQL-Datenbanken verbessert Avanti 2026 die Datenhaltung im Hintergrund:
- Schnellere Suchfunktionen bei Stammadressen
- Stabilerer Zugriff bei mehreren Nutzern im Netzwerk
- Bessere Basis für Auswertungen und spätere KI-Anwendungen
Andreas Haffa, Head of Development bei Softtech, bringt es auf den Punkt:
Offene Formate und eine lückenlose kollaborative Zusammenarbeit gewinnen mehr und mehr an Relevanz. Nicht nur bei Großprojekten, sondern ebenso im Mittelstand.
Gerade der Mittelstand braucht robuste, aber einfach nutzbare Datenhaltung – kein überdimensioniertes IT-Projekt.
E-Rechnung: X-Rechnung und ZUGFeRD integriert
Mit dem Export-Assistenten für E-Rechnungen unterstützt Avanti 2026:
- X-Rechnung
- ZUGFeRD
Für Bauunternehmen mit öffentlichen Auftraggebern ist das längst Pflicht. Für Planungs- und Ingenieurbüros steigt der Druck ebenso, da Kommunen, Länder und der Bund ihre Prozesse weiter digitalisieren.
Vorteile im Alltag:
- Weniger Medienbruch zwischen AVA und Buchhaltung
- Schnellere Rechnungsprüfung (ideale Basis für automatisierte Workflows)
- Bessere Nachvollziehbarkeit für Controlling und Revision
GAEB DA XML 3.3: Zukunftssicherheit im AVA-Workflow
Avanti 2026 befindet sich in Vorbereitung auf das aktuelle GAEB-Datenformat DA XML 3.3. Für den Alltag bedeutet das:
- Sichere Teilnahme an zukünftigen digitalen Ausschreibungen
- Weniger Probleme beim Austausch mit anderen AVA-Systemen
- Klare Grundlage für automatisierte Kosten- und Mengenprüfung
In Kombination mit strukturierten GAEB-Daten können KI-Systeme später z. B. automatisch Preisabweichungen erkennen, ungewöhnliche Nachtragsmuster identifizieren oder Prognosen für Projektkosten erstellen.
5. Wie Avanti 2026 den Weg für KI im Bau ebnet
Viele warten auf „die“ KI-Lösung für die Baustelle. Die Realität ist: Ohne saubere Daten wird keine KI sinnvoll arbeiten. Avanti 2026 adressiert genau diese Basisarbeit.
Drei konkrete Use Cases in Richtung KI
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KI-gestützte Mengenermittlung und Plausibilitätsprüfung
Wenn Mengen aus 2D-PDF und 3D-BIM zentral in Avanti vorliegen, kann eine KI in Zukunft z. B.:- Abweichungen zwischen Modell und PDF-Plan erkennen,
- typische Fehlerbilder (z. B. vergessene Bauteile) markieren,
- Nachträge frühzeitig prognostizieren.
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Prognose von Kosten und Risiken
Mit strukturierten LV-Daten, GAEB-Standards und E-Rechnungen kann eine KI aus vergangenen Projekten lernen:- Welche Gewerke überschreiten regelmäßig das Budget?
- Welche Positionen sind Nachtrags-Hotspots?
- Wo lohnt sich eine intensivere Ausschreibungsphase?
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Qualitäts- und Mängel-Analytics
Ein zentrales Mängelmanagement mit LV- und Bauteilbezug ist ein Schatz für Analytik:- Wiederkehrende Mängel bei bestimmten Produkten oder Firmen
- Zusammenhänge zwischen Bauzeitdruck und Qualitätsproblemen
- Frühwarnsysteme für kritische Bauabschnitte
Vom Tool zur Strategie: Wie Sie Avanti 2026 sinnvoll einführen
Wer Avanti 2026 nur als „neue Version einer AVA-Software“ sieht, verschenkt Potenzial. Sinnvoll ist ein schrittweiser Ansatz:
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Ist-Stand erfassen
- Wie arbeiten Sie aktuell mit BIM und PDFs?
- Wer nutzt welche Tools (CAD, AVA, CDE, Tabellen)?
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Datenströme definieren
- Wo entstehen Mengen (BIM, PDF, Baustelle)?
- Wo werden sie aktuell „abgeschnitten“ oder manuell übertragen?
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Avanti 2026 als Klammer nutzen
- BIM-Viewer und Grava connect für Mengen
- Zentrales Mängelmanagement ab Leistungsphase 8
- E-Rechnung und GAEB für den Austausch nach außen
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Später KI aufsetzen
- Erst wenn Daten konsistent fließen, lohnt es sich, KI-Module oder externe Analysen ernsthaft zu testen.
Fazit: BIM, Open BIM und IPA pragmatisch statt theoretisch
Avanti 2026 zeigt sehr klar, wie Baustelle 4.0 und KI im Bau praktisch vorbereitet werden können: nicht mit großen Visionen, sondern mit durchgängigen, offenen Daten vom PDF-Plan über das BIM-Modell bis zur E-Rechnung.
Wer heute seine AVA-Prozesse auf Avanti 2026 umstellt – inklusive BIM-Viewer, Grava connect, Mängelmanagement und E-Rechnung – schafft sich eine robuste Datenbasis. Genau diese Basis entscheidet darüber, ob KI in zwei bis drei Jahren in Ihrem Unternehmen wirklich Mehrwert bringt oder nur eine teure Spielerei bleibt.
Die Frage für Bauunternehmen und Planungsbüros lautet daher weniger: „Brauchen wir KI?“ – sondern eher: „Sind unsere Werkzeuge wie Avanti 2026 so aufgesetzt, dass KI überhaupt eine Chance hat?“