Digitale Holzbau-Power: ALLPLAN & MiTek im Zusammenspiel

KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0By 3L3C

ALLPLAN und MiTek verbinden BIM, Holzbau und Vorfertigung zu einem durchgängigen Prozess – Basis für seriellen, nachhaltigen Holzbau und die Baustelle 4.0.

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Digitale Holzbau-Power: ALLPLAN & MiTek im Zusammenspiel

Most Bauunternehmen scheitern im Holzbau nicht am guten Willen, sondern an der Komplexität der Prozesse. Vom ersten Entwurf über Statik und Detailplanung bis zur Fertigung vergehen oft Monate – und jeder Medienbruch kostet Zeit, Geld und Nerven.

Die Partnerschaft von ALLPLAN und MiTek ist genau an diesem Punkt spannend. Sie verbindet BIM-Planung, Holzbau-Statik und automatisierte Vorfertigung zu einem durchgängigen digitalen Prozess. Und sie passt perfekt in die Entwicklung hin zur Baustelle 4.0, auf der KI, BIM und Automatisierung immer enger verzahnt werden.

In diesem Beitrag aus der Reihe „KI in der deutschen Bauindustrie: Baustelle 4.0“ schauen wir uns an, was hinter der Kooperation steckt, wie der gemeinsame BIM-Prozess für den Holzbau konkret aussieht – und wie Bauunternehmen damit Produktivität steigern, Kosten senken und nachhaltiger bauen können.


1. Warum der serielle Holzbau jetzt einen digitalen Schub braucht

Der Kernpunkt: Serieller Holzbau funktioniert wirtschaftlich nur mit durchgängig digitalen Prozessen.

Deutschland und Österreich brauchen Tausende neue Wohnungen, gleichzeitig steigen Materialkosten, Fachkräfte fehlen und Nachhaltigkeitsanforderungen werden schärfer. Holz- und Hybridbau gelten zu Recht als Schlüssel, um:

  • CO₂ zu binden statt nur zu emittieren,
  • Bauzeiten drastisch zu verkürzen,
  • urbane Nachverdichtung wirtschaftlich zu realisieren,
  • und modulare, flexible Gebäudestrukturen zu schaffen.

Das Problem: Viele Holzbauprojekte werden noch immer mit einem Flickenteppich aus CAD-Tools, Excel-Listen, manuellen Schnittstellen und E-Mail-Abstimmungen organisiert. Genau dort entstehen:

  • hohe Planungsaufwände,
  • Fehler durch Medienbrüche,
  • verspätete Kollisions- und Plausibilitätsprüfungen,
  • und Verzögerungen in der Fertigung.

Die Kooperation von ALLPLAN (BIM-Plattform) und MiTek (u. a. Holzbaulösung Pamir für Nagelplattenbinder und Holzstrukturen) adressiert genau diese Schwachstellen. Ziel ist ein End-to-End-Workflow vom BIM-Modell bis zur Maschine in der Fertigung – also echtes „File-to-Factory“.


2. Was die Partnerschaft ALLPLAN x MiTek konkret leistet

Kurz gesagt: ALLPLAN + Pamir = integrierter BIM-Prozess für den Holzbau, ergänzt um Kollaboration über Bimplus.

Die zentrale Idee

Aus der Pressemitteilung wird klar: Die Kooperation zielt auf eine durchgängige digitale Kette vom Entwurf bis zur Vorfertigung ab – speziell für Holzbauprojekte mit hohem Vorfertigungsgrad und Nagelplattenbindern.

  • ALLPLAN: BIM-Lösung für Architektur, Tragwerksplanung, Infrastruktur und Bauausführung.
  • MiTek Pamir: Holzbausoftware mit Schwerpunkt auf Dach- und Deckenkonstruktionen, Nagelplattenbindern, Statik, Detaillierung und Fertigungsdaten.
  • Bimplus: Kollaborationsplattform für Fachkoordination und Modellabgleich.

Diese Kombination deckt alle Disziplinen des Holzbaus ab:

  • architektonische Konzeption im städtebaulichen Kontext,
  • tragwerksplanerische Durcharbeitung,
  • holzbauspezifische Statik und Bemessung,
  • Detail- und Fertigungsplanung,
  • automatisierte Übergabe an Maschinen in der Vorfertigung.

Warum das für Baustelle 4.0 relevant ist

Der Weg zur Baustelle 4.0 führt über:

  • konsistente Datenmodelle (BIM),
  • Automatisierung (File-to-Factory),
  • und datenbasierte Entscheidungen (zunehmend unterstützt durch KI).

Der gemeinsame Workflow von ALLPLAN und MiTek schafft genau diese Grundlage. KI-Module – etwa für automatische Bauteilklassifikation, Optimierung von Holzquerschnitten oder Terminprognosen – können später viel einfacher ansetzen, wenn ein sauberes, durchgängig strukturiertes BIM-Modell vorhanden ist.


3. Der durchgängige BIM-Prozess im Holzbau – Schritt für Schritt

Der Prozess sieht in der Praxis so aus: von Allplan über Pamir und Bimplus bis in die Fertigung.

3.1 Entwurf und BIM-Modell in Allplan

Am Anfang steht ein ganzheitliches BIM-Modell in Allplan:

  • Gebäude im städtebaulichen Kontext,
  • Volumetrie, Nutzung, Geschosshöhen,
  • grundlegende Tragstruktur,
  • erste energetische und nachhaltigkeitsrelevante Überlegungen.

Bereits hier können – perspektivisch auch KI-gestützt – Varianten getestet werden:

  • Holzbau vs. Hybridbau,
  • unterschiedliche Raster und Spannweiten,
  • Varianten für serielles Bauen / modulare Grundrisse.

Je strukturierter das Modell, desto einfacher die spätere Übergabe an Pamir.

3.2 Übergabe an Pamir: Holzbauelemente und Statik

Der entscheidende Schritt: Holzbauelemente (Wand, Decke, Dach) werden aus Allplan nach Pamir übergeben.

In Pamir laufen dann hoch automatisiert:

  • statische Berechnungen,
  • Bemessung der Bauteile,
  • Detaillierung (z. B. Anschlüsse, Verbinder),
  • Arbeitsvorbereitung für die Fertigung.

Hier liegt ein großes Rationalisierungspotenzial: Statt manuell Position um Position zu bemessen und zu zeichnen, entsteht ein modellbasierter, regelbasierter Arbeitsablauf. Genau dort können auch KI-Algorithmen in Zukunft unterstützen, etwa indem sie automatisch wirtschaftliche und ressourcenschonende Kombinationen von Holzquerschnitten vorschlagen.

3.3 Koordination der Werkplanung über Bimplus

Die Kollaborationsebene übernimmt Bimplus. Dort:

  • wird das detaillierte Holzbaumodell mit den Modellen der übrigen Fachplaner zusammengeführt,
  • können Kollisionen früh erkannt und gelöst werden,
  • werden Aufgaben über Issues/To-dos verteilt,
  • lassen sich Versionen nachverfolgen.

Für Baustelle 4.0 ist das entscheidend: Nur wenn die Gewerke wirklich über ein gemeinsames Daten- und Kommunikationsfundament arbeiten, können spätere KI-Services zur automatischen Clash-Erkennung, Risikoanalyse oder Baustellenlogistik zuverlässig Ergebnisse liefern.

3.4 File-to-Factory: Automatisierte Vorfertigung

Am Ende steht die automatisierte Vorfertigung der Holzelemente:

  • Produktionsdaten aus Pamir wandern direkt an Abbundmaschinen und Fertigungsanlagen,
  • Listen und Pläne müssen nicht mehr manuell übertragen werden,
  • Fehlerquellen durch doppelte Dateneingaben entfallen.

Die Realität? Viele Betriebe arbeiten heute noch mit PDF-Plänen und händisch gepflegten Stücklisten. Der hier beschriebene Ansatz schafft die Grundlage für:

  • kürzere Durchlaufzeiten,
  • höhere Auslastung der Fertigungsanlagen,
  • stabilere Liefertermine,
  • und geringeren Materialverschnitt – ein zentraler Hebel für nachhaltiges Bauen mit Holz.

4. Vorteile für Architekten, Tragwerksplaner und Holzbauunternehmen

Der Nutzen verteilt sich klar auf verschiedene Rollen – und genau das macht den Ansatz so interessant.

4.1 Architekten und Generalplaner

Architekturbüros profitieren von einem integrierten Planungsworkflow:

  • Ein zentrales BIM-Modell statt unzähliger Zeichnungsstände.
  • Frühe Rückkopplung zu Statik und Fertigbarkeit.
  • Bessere Grundlage für serielles Bauen und modulare Konzepte.

Gerade im Wettbewerb um kostengünstigen Wohnraum in Holzbauweise können Büros damit fundierter kalkulieren, verlässlichere Termine angeben und Risiken reduzieren.

4.2 Tragwerksplaner

Für Tragwerksplaner ist die hohe Datenverfügbarkeit der Schlüssel:

  • Geometrie und Materialinformationen liegen konsistent vor.
  • Detaillösungen – etwa bei Anschlüssen – lassen sich systematisch wiederverwenden.
  • Der Wechsel zwischen Allplan und Pamir erfolgt über strukturierte Datenmodelle.

Das reduziert Routineaufgaben und schafft Raum für das, wofür Tragwerksplaner wirklich bezahlt werden: Optimierung, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit.

4.3 Fertighaus- und Holzbauunternehmen

Fertighaushersteller und Holzbauunternehmen bekommen eine End-to-End-Lösung für ressourcensparendes Bauen mit Holz:

  • Ein durchgängiger Informationsfluss vom Entwurf bis zur Maschine.
  • Deutlich weniger Abstimmungsaufwand zwischen Planung und Werk.
  • Bessere Kalkulationssicherheit und reproduzierbare Prozesse – Basis für serielles Bauen.

Für die Baustelle 4.0 ist das ein zentraler Baustein: Wenn Vorfertigung, BIM und zukünftig KI zusammenspielen, wird das Bauen nicht nur schneller, sondern auch planbarer und transparenter.


5. Wie KI diesen Workflow noch stärker machen kann

Die Partnerschaft selbst ist kein KI-Projekt – aber sie schafft die perfekte Grundlage, um künstliche Intelligenz im Holzbau sinnvoll einzusetzen.

5.1 Typische KI-Anwendungsfälle im BIM-Holzbau

Ein paar konkrete Szenarien, die mittelfristig realistisch sind:

  • Automatische Bauteilklassifikation: KI erkennt im BIM-Modell Bauteiltypen, ordnet Normen und Regeln zu und prüft auf Plausibilität.
  • Optimierung von Holzquerschnitten: Auf Basis von Lasten, Spannweiten und Kosten schlägt ein Algorithmus wirtschaftliche, nachhaltige Varianten vor.
  • Termin- und Ressourcenprognosen: Aus Vergangenheitsprojekten lernt ein Modell, welche Bauabschnitte kritisch sind und wo Puffer nötig werden.
  • Qualitätskontrolle in der Fertigung: Bildbasierte KI prüft Bauteile auf Maßhaltigkeit und Beschädigungen.

Ohne durchgängigen digitalen Prozess bleiben solche Anwendungen Spielerei. Mit einem Workflow wie ALLPLAN + Pamir + Bimplus werden sie praktisch umsetzbar.

5.2 Was Unternehmen jetzt vorbereiten sollten

Wer von dieser Entwicklung profitieren will, sollte 2025 nicht warten, bis „die perfekte KI-Lösung“ da ist, sondern jetzt die Hausaufgaben machen:

  1. BIM als Standard etablieren – klare Modellierungsrichtlinien, Verantwortlichkeiten, Datenstrukturen.
  2. Schnittstellen klären – welche Gewerke liefern welche Informationen in welcher Tiefe?
  3. Pilotprojekte im Holzbau definieren – lieber ein sauberes Referenzprojekt als zehn halbe Versuche.
  4. Datenqualität ernst nehmen – KI lernt aus Daten; schlechte Daten bedeuten schlechte Entscheidungen.

Die Kooperation von ALLPLAN und MiTek bietet dafür einen sehr konkreten technischen Rahmen.


6. Was Bauunternehmen und Planer konkret tun können

Die Realität ist: Viele Büros und Betriebe sitzen zwischen allen Stühlen – sie wissen, dass sie digitaler werden müssen, aber der Alltag frisst jede Stunde.

Ein pragmatischer Einstieg in den beschriebenen Holzbau-Workflow kann so aussehen:

  1. Analyse des aktuellen Planungsprozesses

    • Wo entstehen Medienbrüche?
    • Wo werden Daten doppelt eingegeben?
    • Welche Schritte wären prädestiniert für Automatisierung?
  2. Schrittweise Einführung von BIM mit Allplan

    • Start mit einem Pilotprojekt im Wohnbau.
    • Klare Rollenverteilung: BIM-Koordination, Modellierung, Prüfung.
  3. Anbindung an einen Holzbauspezialisten mit Pamir-Erfahrung

    • Kooperation mit einem Partnerunternehmen oder Ausbau eigener Kompetenzen.
  4. Aufsetzen einer Kollaborationsplattform (z. B. Bimplus)

    • Zentrale Stelle für Modelle, Issues, Protokolle.
  5. Auswertung nach Projektende

    • Was hat sich bewährt?
    • Wo konnte Zeit eingespart werden?
    • Welche Daten sind künftig für KI-Anwendungen interessant?

Wer diesen Weg geht, baut nicht nur einzelne Projekte effizienter, sondern legt den Grundstein für eine strategische Digitalisierung in Richtung Baustelle 4.0.


Fazit: Holzbau, BIM und KI – jetzt strategisch zusammendenken

Die Partnerschaft von ALLPLAN und MiTek ist mehr als eine Produktintegration. Sie zeigt, wie serieller Holzbau, BIM und später KI zu einem schlüssigen Gesamtkonzept für die Bauindustrie werden können.

Für Architekten, Tragwerksplaner und Holzbauunternehmen bedeutet das:

  • bessere Steuerbarkeit komplexer Projekte,
  • höhere Effizienz durch automatisierte Abläufe,
  • und eine robuste Datenbasis für künftige KI-Anwendungen auf der Baustelle und in der Fertigung.

Wer heute im Holzbau auf durchgängige digitale Prozesse setzt, sichert sich einen klaren Vorsprung – fachlich, wirtschaftlich und im Wettbewerb um nachhaltige Projekte. Die Frage ist weniger, ob dieser Weg gegangen wird, sondern wie schnell Ihr Unternehmen ihn mitgestaltet.


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