Intelligente Kameras: Wie KI den Alpen-Tourismus steuert

KI im österreichischen Tourismus: Gästeerleben der Zukunft••By 3L3C

Wie intelligente Kameras mit KI Besucherströme im österreichischen Tourismus steuern, Wartezeiten senken und datenschutzkonform das Gästeerlebnis verbessern.

KI im TourismusBesucherstromanalyseZutrittskontrolleferatelÖsterreich TourismusVideoanalyseGästeerlebnis
Share:

Featured image for Intelligente Kameras: Wie KI den Alpen-Tourismus steuert

Intelligente Sensoren: Warum Kameras plötzlich Tourismussteuerung können

An einem starken Winterwochenende in einem großen Skigebiet in Tirol schwankt die Wartezeit an der Talstation zwischen 3 und 25 Minuten – je nachdem, wann die Skibusse ankommen. Wer es schafft, diese Peaks zu glätten, gewinnt: zufriedenere Gäste, mehr Umsatz pro Kopf und weniger Stress fürs Personal.

Genau hier kommt ein unscheinbarer Held ins Spiel: die vorhandene Videokamera. Mit KI wird sie vom passiven Beobachter zum intelligenten Sensor, der in Echtzeit zählt, misst und steuert. Ein Beispiel dafür ist ferSwarm von feratel in Kooperation mit Swarm Analytics – ursprünglich als Antwort auf COVID-19 entwickelt, heute ein Baustein für den Tourismus der Zukunft.

Für unsere Serie „KI im österreichischen Tourismus: Gästeerleben der Zukunft“ ist dieses Thema zentral: Es zeigt, wie künstliche Intelligenz nicht nur Marketing und Revenue Management verändert, sondern auch ganz praktisch Besucherströme, Sicherheit und Servicequalität in Destinationen steuert.


Was macht aus einer Kamera einen intelligenten Sensor?

Eine „gewöhnliche“ Kamera liefert nur Bilder. Erst die KI-Software dahinter macht daraus auswertbare Daten in Echtzeit. Systeme wie ferSwarm analysieren den Videostream direkt beim Entstehen und extrahieren genau die Informationen, die für den Tourismusbetrieb relevant sind.

Typische Kennzahlen, die eine KI aus Videos gewinnt:

  • Personenzahl in einem definierten Bereich (z.B. Kassenbereich, Liftzugang, Bad-Eingang)
  • Abstandsverhalten (wichtig fĂĽr Sicherheitskonzepte und Crowd Management)
  • Verweildauer in Zonen (z.B. Wartebereiche, Attraktionen)
  • Grobe Klassifizierung (Erwachsene/Kinder, Bewegungsrichtung, Gruppenbildungen)

Der Clou: Die Rohbilder werden nicht gespeichert, sondern „on the fly“ ausgewertet. Übrig bleiben nur anonymisierte Zähl- und Bewegungsdaten. Damit lassen sich Ampeln, Displays, Apps oder Leitsysteme automatisch steuern.

Intelligente Kameras sind im Tourismus die BrĂĽcke zwischen physischer Auslastung vor Ort und digitaler Steuerung im Hintergrund.


Konkrete Einsatzfelder im österreichischen Tourismus

1. Bergbahnen und Skigebiete: Warteschlangen managen statt erdulden

Für Bergbahnen ist KI-basierte Videoanalyse inzwischen ein mächtiges Werkzeug:

  • Zugangskontrolle an Tal- und Bergstationen: Erfasst wird, wie viele Personen tatsächlich im Bereich sind – unabhängig vom Ticketstatus.
  • Dynamisches Leitsystem: Bei zu hoher Dichte schaltet eine Ampel auf Rot, ein Display zeigt „Bitte warten“, parallel können alternative Einstiege empfohlen werden.
  • Betriebssteuerung: Wenn die Warteschlange wächst, kann das Personal zusätzliche Drehkreuze öffnen oder die Förderleistung anpassen.

Praktische Effekte:

  • Deutlich weniger subjektiv empfundene Wartezeit, weil transparent kommuniziert wird
  • Planbarere Personaleinsätze an neuralgischen Punkten
  • Bessere Sicherheits- und Evakuierungsplanung, weil historische Daten verfĂĽgbar sind

2. Thermen, Bäder, Seen: Kapazitäten fair und transparent begrenzen

Gerade in starken Ferienzeiten kämpfen Thermen und Badeseen mit Kapazitätsgrenzen. KI-gestützte Kameras helfen hier in doppelter Hinsicht:

  • Live-Zählung von Gästen in Becken- und Liegebereichen
  • Automatische Anzeige an Eingängen („Maximale Personenanzahl erreicht“) und auf Info-Screens
  • Schnittstelle zu Buchungssystemen, um Kontingente intelligent zu steuern

Damit entsteht ein neues Service-Niveau: Gäste sehen schon vor der Anreise, ob es „grün“, „gelb“ oder „rot“ ist – und planen entsprechend. Das reduziert Frust an der Kassa und verteilt die Nachfrage besser über den Tag.

3. Innenstädte, Plätze & Events: Besucherströme aktiv lenken

Städte wie Innsbruck, Salzburg oder Graz können intelligente Kameras nutzen, um ihre hochfrequentierten Zonen besser zu managen:

  • Innenstadt-Frequenz in Echtzeit messen, statt nach BauchgefĂĽhl zu handeln
  • FuĂźgängerströme zu Verkehrsknoten, Parkhäusern oder Attraktionen analysieren
  • Bei Events (Adventmärkte, Sommerfeste, SportgroĂźveranstaltungen) Crowd Management professionell aufsetzen

In Verbindung mit Destinations-Apps lassen sich Hinweise ausspielen wie:

  • „In der Altstadt ist es derzeit sehr voll. Tipp: Schlosspark ist entspannt und sonnig.“
  • „Nächster Bus zum See in 7 Minuten, derzeit geringe Auslastung.“

So wird aus reiner Auslastungskontrolle ein echtes Gästeerlebnis-Feature.


Datenschutz: Wie KI-Videoanalyse DSGVO-konform funktioniert

Viele Touristiker sind zu Recht sensibel, wenn es um Kameras und KI geht. Der Vorteil von Lösungen wie ferSwarm: Sie wurden von Beginn an mit Fokus auf Datenschutz und DSGVO-Konformität entwickelt.

Die wichtigsten Prinzipien:

  • Keine dauerhafte Videobild-Speicherung: Der Videostream wird unmittelbar verarbeitet, nur Zählwerte und aggregierte Daten werden behalten.
  • Kein Personenbezug: Es geht nicht darum, wer da ist, sondern wie viele und wie sie sich bewegen.
  • Datenminimierung: Es werden nur solche Pixelbereiche ausgewertet, die fĂĽr Zählung und Bewegung relevant sind.

FĂĽr die Praxis bedeutet das:

  • Die Rechtsgrundlage lässt sich meist ĂĽber berechtigtes Interesse (Sicherheit, Kapazitätsplanung, Gesundheitsschutz) argumentieren.
  • Transparente Hinweisschilder („Videoanalyse zu Sicherheits- und Kapazitätszwecken“) stärken das Vertrauen der Gäste.
  • Auf Anfrage können Sie klar erklären, welche Daten erhoben, wie sie verarbeitet und wie lange sie gespeichert werden.

Wer KI einsetzt, sollte das nicht verstecken, sondern offensiv als Service kommunizieren: „Wir setzen intelligente Sensoren ein, um Ihre Wartezeiten zu verkürzen und sichere Abläufe zu gewährleisten.“


Von COVID-Notlösung zur strategischen KI-Infrastruktur

ferSwarm wurde 2020 als Antwort auf die COVID-19-Herausforderungen vorgestellt: Zutrittskontrolle, Kapazitätslimitierung, Abstandswahrung. Das Spannende: Viele Destinationen merken erst jetzt, wie wertvoll diese Technologie langfristig ist.

Kurzfristiger Nutzen

  • Einhaltung von behördlichen Vorgaben (z.B. maximal zulässige Personenzahl)
  • Entlastung des Personals an Eingängen und kritischen Punkten
  • Sichtbare Signale fĂĽr Gäste: Ampelsysteme, „Bitte warten“, „Abstand halten“

Langfristiger Nutzen

Die eigentliche Kraft steckt in den Daten, die ĂĽber Jahre entstehen:

  • Besucherstromanalysen: Wann kommen wie viele Gäste, ĂĽber welche Zugänge, wie lange bleiben sie?
  • Zielgruppenmuster: Familienzeitfenster vs. Sportler-Zeitfenster, Tagesgäste vs. Nächtigungsgäste
  • Investitionsentscheidungen: Wo lohnt sich ein weiterer Lift, ein neuer Eingang, ein zusätzlicher Parkplatz?

Damit wird die Videokamera zum strategischen Sensor für Destinationsentwicklung. KI im österreichischen Tourismus ist dann nicht nur ein Marketingthema, sondern ein Planungs- und Infrastrukturthema.


Wie Sie als Destination oder Betrieb sinnvoll starten

Die Realität: Die meisten Betriebe haben bereits Kameras, Digital Signage oder Infomonitore im Einsatz. Genau das macht Systeme wie ferSwarm so spannend – sie setzen oft auf bestehender Hardware auf.

Schritt 1: Konkreten Use Case definieren

Statt „Wir wollen KI“, sollten Sie mit einer klaren Frage starten, zum Beispiel:

  • „Wo verursachen Menschenansammlungen bei uns Stress?“
  • „Wo hätten wir gerne zuverlässige Zahlen statt BauchgefĂĽhl?“
  • „Wo erleben Gäste Wartezeiten als besonders unangenehm?“

Typische Einstiegs-Szenarien:

  • Talstation eines stark frequentierten Lifts
  • Eingang einer Therme an Spitzentagen
  • Zugang zu einem beliebten Ausflugsziel (Gondel, Aussichtsplattform, Kassa)

Schritt 2: Bestehende Infrastruktur prĂĽfen

  • Welche Kameras gibt es bereits, wo hängen sie, wie ist die Bildqualität?
  • Welche Ausgabekanäle existieren (LED-Wände, Screens, Website, App)?
  • Welche Systeme sind im Einsatz (Ticketing, Zutritt, PMS, CRM)?

Je mehr schon da ist, desto kosteneffizienter wird der Einstieg in KI-basierte Sensorik.

Schritt 3: Pilotprojekt mit klaren Zielen

Ein guter Pilottest läuft z.B. über eine Wintersaison oder eine Sommersaison mit:

  • Einer klaren Kennzahl, die verbessert werden soll (z.B. durchschnittliche Wartezeit an der Talstation um 20 % reduzieren)
  • Konkretem Vorher-Nachher-Vergleich (Befragung, Beschwerdequote, Social-Media-Stimmung)
  • Einem kleinen, aber motivierten Projektteam (Technik, Marketing, Operations)

Schritt 4: Integration in das Gesamt-KI-Konzept der Destination

Damit passt sich das Thema nahtlos in unsere Serie „KI im österreichischen Tourismus: Gästeerleben der Zukunft“ ein. Intelligente Kameras sollten zusammenspielen mit:

  • Personalisierter Kommunikation (z.B. Push-Nachrichten bei hoher Auslastung)
  • Revenue Management (Preise und Kontingente abhängig von Echtzeit-Auslastung)
  • Chatbots und Concierge-Apps, die Gäste aktiv auf ruhigere Zeiten oder Alternativen hinweisen

So entsteht ein konsistentes System, das Nachfrage, Erlebnis und Kapazität intelligent aufeinander abstimmt.


Warum sich der Einstieg in intelligente Sensorik jetzt lohnt

Viele Destinationen stehen gerade vor ähnlichen Fragen: Wie gehen wir mit steigenden Gästezahlen, Klimarisiken und wachsendem Erwartungsdruck um? Die Antwort liegt nicht in noch mehr Infrastruktur, sondern in klügerer Nutzung der vorhandenen Ressourcen.

Intelligente Kameras sind dafĂĽr ein sehr pragmatischer Baustein:

  • Die Hardware ist oft schon vorhanden.
  • Die Software ist erprobt und fĂĽr den Tourismus entwickelt.
  • Die Effekte auf Sicherheit, Service und Effizienz sind schnell sichtbar.

Wer jetzt beginnt, baut sich einen Datenvorsprung auf, der in den nächsten Jahren Gold wert sein wird – sei es für Angebotsentwicklung, Gästeerlebnis oder politische Entscheidungen in der Destination.

Wenn Sie KI nicht nur als Buzzword im Marketing, sondern als Werkzeug im operativen Alltag nutzen wollen, sind intelligente Kameras ein idealer Startpunkt.


Fazit: Gästeerleben aktiv steuern statt reagieren

Die Realität im österreichischen Tourismus: Die Nachfrage ist volatil, die Erwartungen der Gäste hoch, und die Spielräume bei Personal und Flächen sind begrenzt. KI-basierte Videosensorik wie ferSwarm zeigt, dass man diesem Spannungsfeld mit Technologie begegnen kann, die heute schon funktioniert.

  • Kameras werden zu intelligenten Sensoren.
  • Aus Bildern werden Echtzeitdaten.
  • Aus Daten wird ein besser gesteuertes Gästeerlebnis.

Wer seine Destination zukunftsfähig machen will, sollte genau hier ansetzen – nicht nur, um Wartezeiten zu reduzieren, sondern um Gästeerleben der Zukunft aktiv zu gestalten.