Dynamische Hotelpreise: Wie KI Ihren Umsatz hebt

KI im österreichischen Tourismus: Gästeerleben der Zukunft••By 3L3C

Dynamische, KI-gestützte Hotelpreise steigern RevPAR und Auslastung. So setzen österreichische Hotels intelligente Preisstrategien praxisnah um.

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Warum dynamische Preisgestaltung Hotels in Österreich jetzt verändert

Im Herbst 2024 hat die Österreich Werbung berichtet, dass sich die Vorausbuchungsfenster weiter verkürzt haben und Kurzfrist-Buchungen über OTAs in manchen Destinationen bereits über 40 % ausmachen. Viele Häuser in Wien, Salzburg oder Innsbruck kennen das: An einem Wochenende ist das Haus unerwartet voll, am nächsten bleiben Zimmer leer – bei identischem Preis.

Genau hier setzt dynamische Preisgestaltung im Hotel an. Richtig umgesetzt, ist sie kein „Yield-Zaubertrick“, sondern ein klares System: KI-gestützte Algorithmen passen Ihre Preise laufend an Nachfrage, Belegung und Wettbewerb an – vollautomatisch, aber innerhalb Ihrer Regeln. Das zahlt direkt auf die Ziele der Serie „KI im österreichischen Tourismus: Gästeerleben der Zukunft“ ein: mehr Umsatz, effizientere Prozesse und am Ende ein besseres Gästeerlebnis.

In diesem Beitrag zeige ich, wie dynamische Preisgestaltung funktioniert, welche Rolle KI spielt, wo der Unterschied zu statischen Raten liegt – und wie Sie in einem österreichischen Hotel oder einer Ferienregion konkret starten können.


Was ist dynamische Preisgestaltung im Hotel – in der Praxis?

Dynamische Preisgestaltung bedeutet: Ihr Zimmerpreis ist nie „fertig“, sondern reagiert laufend auf Markt- und Buchungsdaten. Das System arbeitet ähnlich wie Flugtarife:

  • Steigt die Nachfrage, steigen die Preise.
  • Bricht die Nachfrage ein, sinken die Preise, bevor Zimmer leer bleiben.
  • Sonderereignisse (Festspiele, Kongresse, Sportevents) werden automatisch eingepreist.

Die Basis ist ein Revenue Management System (RMS), das an Ihr PMS (Property Management System) angebunden ist. Dieses RMS analysiert u. a.:

  • Historische Daten: Buchungen, Stornos, No‑Shows, frĂĽhere Raten
  • Aktuelle Daten: Pickup, Pace, aktuelle Belegung, Mitbewerberpreise
  • Zukunftssignale: Events, Flug- und Zugverbindungen, Ferien, Wetter, OTA-Suchvolumen

Aus all diesen Faktoren berechnet ein Algorithmus den optimalen Preis pro Tag, oft sogar pro Zimmertyp – und spielt ihn automatisch auf Ihre Kanäle aus.

Kurz gesagt: Dynamische Preise holen aus jeder Nacht den wirtschaftlich sinnvollsten Wert heraus, statt auf einem starren „Listenpreis“ sitzenzubleiben.


Wie KI‑gestützte Revenue-Systeme arbeiten

KI macht den Unterschied zwischen BauchgefĂĽhl und belastbarem System. Ein modernes RMS mit Machine Learning funktioniert so:

  1. Daten einsammeln
    Das System zieht Daten aus PMS, Channel Manager, OTAs, Mitbewerber-Rate-Shopping, Eventkalendern usw.

  2. Muster erkennen
    Die KI findet Zusammenhänge: Wie verhalten sich Gäste bei Regen in einem Alpen-Skigebiet? Wie verändert ein neues Festival in Wien das Buchungsverhalten? Wie reagieren unterschiedliche Segmente auf Preisänderungen?

  3. Nachfrage prognostizieren
    Auf Basis dieser Muster erstellt das System Forecasts – meistens bis zu 365 oder sogar 730 Tage im Voraus.

  4. Preisemfehlungen oder Auto-Pricing
    Das RMS schlägt optimale Raten vor oder stellt – bei aktivierter Automatisierung – die Preise direkt ein. Sie definieren Leitplanken wie Mindest‑ und Maximalraten, Mindestaufenthalte, Rate Fences.

Ein paar konkrete Effekte, die in der Praxis typischerweise erreicht werden (Zahlen aus verschiedenen Marktstudien und Anbieter-Cases, Größenordnung zur Orientierung):

  • +10–30 % höherer RevPAR bei Umstieg von manueller auf KI-gestĂĽtzte Preissteuerung
  • 20–30 Stunden weniger Pricing-Aufwand pro Monat pro Haus
  • SpĂĽrbar höhere Auslastung in schwachen Zeiten und bessere Raten in Spitzenzeiten

Für österreichische Betriebe – vom Boutique-Hotel in Graz bis zur alpinen Ferienanlage – ist das nicht nur ein Umsatzhebel. Es ist auch eine Antwort auf den akuten Fachkräftemangel im Revenue Management.


Dynamische vs. statische Raten: Was viele Häuser unterschätzen

Die meisten Betriebe, die ich sehe, arbeiten mit einer Mischform: offizielle Preisliste, ein paar Saisonzeiten, etwas manuelle Anpassung. Das wirkt flexibel, ist aber in Wahrheit immer noch weitgehend statisch.

Statische Preisgestaltung

  • Feste Raten pro Saison / Wochentag
  • Wenig oder gar keine Anpassung innerhalb der Saison
  • Entscheidungen meist manuell, mit Excel und BauchgefĂĽhl

Vorteile:

  • Planungssicherheit
  • Einfach zu kommunizieren

Nachteile:

  • Sie verschenken Umsatz in Peak-Phasen (z. B. Advent in Wien, KitzbĂĽhel-Rennen).
  • Sie bleiben zu teuer, wenn kurzfristig Nachfrage wegbricht.
  • Sie reagieren zu langsam auf Marktänderungen.

Dynamische Preisgestaltung

  • Raten verändern sich laufend, teils mehrmals täglich
  • Entscheidungen basieren auf Daten, nicht auf BauchgefĂĽhl
  • KI reagiert schneller, als es ein Mensch könnte

Vorteile:

  • Besserer RevPAR, höhere Auslastung
  • Weniger manuelle Arbeit im Team
  • Preise sind marktgerecht und fĂĽr Gäste nachvollziehbar

Nachteile / Herausforderungen:

  • Höherer Erklärungsbedarf intern
  • Saubere Systemlandschaft (PMS, Channel Manager, RMS) nötig
  • Sie brauchen klare Regeln, damit die Automatik zu Ihrer Positionierung passt

Die Realität? Statische Raten sind für ein ganzjährig geöffnetes, OTA-abhängiges Haus kaum noch wettbewerbsfähig. Wer langfristig profitabel sein will, kommt an dynamischem Pricing nicht vorbei.


Konkrete Vorteile: Mehr Umsatz, weniger Leerlauf, besseres Gästeerlebnis

1. Umsatz steigern, ohne „Rabatt-Schlacht“

Dynamische Preisgestaltung heißt nicht „immer billiger sein“. Im Gegenteil: Ein gutes RMS erkennt Nachfrage-Peaks früh und zieht die Raten nach oben, lange bevor Ihr Haus ausverkauft ist.

Typische Situationen in Ă–sterreich:

  • AnkĂĽndigung einer groĂźen Konzerttour in Wien oder Graz
  • Neue Flugverbindung z. B. nach Innsbruck oder Salzburg
  • GroĂźereignisse wie Opernball, Salzburger Festspiele, Hahnenkammrennen

Während statische Systeme oft wochenlang dieselben Raten anzeigen, haben dynamische Systeme längst reagiert – Sie profitieren also direkt von der höheren Zahlungsbereitschaft.

2. Schwache Zeiten besser fĂĽllen

In Nebensaisonen oder bei kurzfristigen Nachfragerückgängen kann KI die Preise rechtzeitig senken, gezielt auf bestimmten Kanälen oder für bestimmte Segmente, etwa:

  • FrĂĽhbucher‑ oder Last-Minute-Angebote ĂĽber OTAs
  • GĂĽnstigere Raten in der Woche, stabile Preise am Wochenende
  • Spezielle Pakete fĂĽr Stammgäste oder Corporate-Kunden

Statt pauschalen Rabattaktionen bekommen Sie fein austarierte Preisimpulse, die die Auslastung erhöhen, ohne Ihre Marke zu verramschen.

3. Plötzliche Nachfragespitzen monetarisieren

Ein gutes Beispiel aus der Praxis:
Wird ein groĂźes Sportevent in Tirol verlegt oder kurzfristig neu angesetzt, steigen die Suchanfragen fĂĽr UnterkĂĽnfte in der Region teilweise innerhalb weniger Stunden massiv an.

Ein KI-basiertes RMS reagiert automatisch:

  • erkennt den sprunghaften Anstieg der Suchanfragen / Buchungen
  • vergleicht Ihre Raten mit dem Markt
  • passt Ihre Preise in Echtzeit an den neuen Marktlevel an

Ohne Automatisierung würden Sie diese Chance oft schlicht verpassen – die ersten 20–30 Zimmer wären zu alten, zu niedrigen Raten verkauft.

4. Besseres Verständnis für Ihre Gäste

Dynamische Preise sind immer auch ein Analysewerkzeug. Sie sehen sehr genau:

  • welche Segmente zu welchen Preisen buchen
  • wie lange der durchschnittliche Buchungsvorlauf ist
  • welche Wochenenden oder Events fĂĽr welche Zielgruppen besonders spannend sind

Das hilft nicht nur bei der Preisgestaltung, sondern auch bei:

  • Angebotsentwicklung (Packages, Zusatzleistungen, SPA, Kulinarik)
  • personalisierten Empfehlungen im Sinne von „KI im österreichischen Tourismus“
  • gezieltem Marketing fĂĽr bestimmte Märkte (z. B. Deutschland, CEE, Italien)

Einsatzszenarien: So nutzen österreichische Hotels dynamische Preise

Dynamische Hotelpreise lassen sich viel feiner einsetzen, als nur „teurer in der Hochsaison, billiger im März“.

Saison & Events intelligent kombinieren

Nehmen wir ein 4‑Sterne-Haus in Salzburg:

  • Grundsaisonplan (Sommer, Advent, Zwischensaison)
  • Das RMS erkennt zusätzlich Event-Spitzen: Konzerte, Messen, Kongresse
  • Zu diesen Terminen werden die Basisraten automatisch ĂĽbersteuert

So holen Sie auch in vermeintlich schwachen Zeiten (z. B. ein Kongress im November) hohe Raten heraus.

OTAs gezielt steuern

Viele Betriebe nutzen OTAs reaktiv. Mit dynamischer Preisgestaltung können Sie:

  • kurzfristig auf OTAs leicht gĂĽnstigere Raten anbieten, um LĂĽcken zu fĂĽllen
  • die Direktbuchungsrate ĂĽber Ihre Website gezielt mit exklusiven Vorteilen stärken
  • unterschiedliche Stornobedingungen und Mindestaufenthalte testen

Auf Wetter und externe Faktoren reagieren

Gerade in alpinen Regionen spielt das Wetter eine enorme Rolle:

  • Schneearmer Winter?
    FrĂĽhzeitiges, moderates Absenken der Raten kann die Auslastung retten.
  • Traumprognose fĂĽr ein verlängertes Wochenende?
    Dynamische Preiserhöhung für die letzten verfügbaren Zimmer.

Ein RMS, das Wetter- und Nachfrageprognosen einbezieht, trifft diese Entscheidungen datenbasiert – nicht erst, wenn es zu spät ist.


Schritt-fĂĽr-Schritt: So steigen Sie in dynamische Preisgestaltung ein

Wer heute noch weitgehend manuell arbeitet, muss nicht alles auf einmal umstellen. Ein pragmatischer Einstieg in drei Phasen hat sich bewährt:

Phase 1: Datenbasis & Regeln klären

  • PMS-Daten bereinigen (Segmentierung, Ratenstruktur, Zimmerkategorien)
  • Klare Positionierung: Budget, Mittelklasse, Premium?
    Daraus leiten sich Mindest- und Maximalraten ab.
  • Grundlegende Regeln definieren:
    Mindestaufenthalte, geschlossene An- und Abreisetage, wichtige Corporate-Deals.

Phase 2: RMS einführen und Beobachtungsmodus nutzen

  • RMS anbinden (ĂĽber offene API an Ihr PMS / Channel Management)
  • System zunächst nur Empfehlungen aussprechen lassen
  • Empfehlungen täglich prĂĽfen: Wo hätte die KI besser entschieden als das Team? Wo mĂĽssen die Regeln nachgeschärft werden?

Phase 3: Teil- oder Vollautomatisierung

  • FĂĽr ausgewählte Perioden (z. B. Nebensaison) Auto-Pricing aktivieren
  • Guardrails setzen: Min-/Max-Raten, Schrittweite der Anpassungen
  • Im Laufe der Zeit mehr Perioden automatisieren, manuelle Eingriffe nur noch bei Sonderfällen

Dieser Weg reduziert das Risiko, nimmt das Team mit und zeigt schnell messbare Ergebnisse bei Umsatz und Auslastung.


Was bedeutet das für das Gästeerleben der Zukunft?

Dynamische Preisgestaltung ist mehr als ein Finanzthema. Sie ist ein Baustein für ein stimmiges Gästeerlebnis:

  • Wer seine Preise im Griff hat, kann in Service, Design und digitale Angebote investieren.
  • KI, die heute Ihre Preise optimiert, kann morgen auch personalisierte Empfehlungen geben: passendes Zimmer, idealer Reisezeitraum, relevante Zusatzleistungen.
  • Ein fairer, marktĂĽblicher Preis zum richtigen Zeitpunkt wird von Gästen eher akzeptiert als starre Preise mit aggressiven Rabattaktionen.

Für die Serie „KI im österreichischen Tourismus: Gästeerleben der Zukunft“ heißt das:
Dynamische Preisgestaltung und KI-basiertes Revenue Management sind das RĂĽckgrat einer wirtschaftlich gesunden Hotellerie. Erst dadurch werden andere KI-Projekte wie Chatbots, smarte Destinationsempfehlungen oder automatisierte Upselling-Strecken langfristig finanzierbar.

Wer jetzt beginnt, seine Preisstrategie zu modernisieren, verschafft sich einen klaren Vorsprung – wirtschaftlich und beim Gästeerlebnis.


Fazit: Jetzt von statischen zu intelligenten Preisen wechseln

Dynamische Preisgestaltung im Hotel ist kein Trend, sondern die logische Antwort auf einen Markt, der schneller und datengetriebener geworden ist. KI‑basierte Revenue-Systeme analysieren historische, aktuelle und zukünftige Nachfragedaten und setzen Raten in Echtzeit so, dass RevPAR und Auslastung steigen, ohne Ihr Produkt zu entwerten.

Für österreichische Hotels bedeutet das konkret:

  • Mehr Umsatz aus derselben Zimmeranzahl
  • Weniger manuelle Arbeit im Revenue Management
  • Bessere Entscheidungsgrundlagen fĂĽr Marketing, Vertrieb und Produktentwicklung

Wenn Sie Teil des „Gästeerleben der Zukunft“ sein wollen, führt an dynamischen, KI-gestützten Preisen kein Weg vorbei. Der nächste logische Schritt ist, Ihre aktuelle Ratenlogik ehrlich zu prüfen und ein erstes RMS-Setup zu testen – idealerweise noch vor der nächsten Hauptsaison.