Neuauflage des Fermacell-/Hardie-Kompendiums: Brandschutz, Hybridbau und serielle Sanierung als Basis für effiziente Planung und Baustelle 4.0 im Holzbau.
Warum ein Holzbau-Kompendium plötzlich spannend ist
Die deutsche Holzbaubranche steht gerade unter massivem Druck: strengere Brandschutzanforderungen, serielle Sanierung, Hybridbau, steigende Anforderungen an Nachweise – und parallel der Ruf nach mehr Produktivität durch Digitalisierung und KI auf der Baustelle. Wer hier noch mit veralteten Detailblättern oder „Bauchgefühl“ plant, produziert Nachträge statt Mehrwert.
Genau an dieser Stelle setzt die Neuauflage von „Planung und Verarbeitung – Fermacell und Hardie Produkte im Holzbau“ von James Hardie Europe an. Auf überarbeiteter Normenbasis, mit mehr als 200 Änderungen, bündelt das Kompendium das aktuelle Wissen zu Fermacell- und Hardie-Lösungen im Holzbau – von Brandschutz über Hybridbau bis serielle Sanierung.
Das Spannende daran: Diese Art von strukturiertem Fachwissen ist die ideale Grundlage, um KI-gestützte Planung, digitale Detailkataloge und automatisierte Nachweisführung in der „Baustelle 4.0“ wirklich praxistauglich zu machen. Was im österreichischen Einzelhandel bereits bei Bestandsmanagement und Preisoptimierung Standard ist, beginnt im Holzbau gerade erst: datengetriebte, automatisierbare Entscheidungen.
In diesem Beitrag geht es darum,
- was die neue Ausgabe konkret bietet,
- wo die größten Mehrwerte für Planer, Holzbauunternehmen und Fertighaushersteller liegen,
- und wie sich dieses strukturierte Know-how perspektivisch mit KI und digitalen Workflows verbinden lässt.
1. Was die Neuauflage des Fermacell-/Hardie-Kompendiums wirklich bringt
Die neue Ausgabe ist mehr als ein aktualisiertes Datenblatt-Sammelsurium. Sie ist faktisch ein Standardwerk für den modernen Holzbau mit James-Hardie-Produkten.
Kernelemente der Überarbeitung:
- Über 200 Anpassungen und Neuerungen
- Aktualisierte Normenbezüge und bauordnungsrechtliche Vorgaben
- Ergänzte und überarbeitete technische Informationen
- Zahlreiche Detailzeichnungen und praxisnahe Beispiele
Damit adressiert das Kompendium genau die Punkte, an denen es im Alltag häufig klemmt:
- Unsicherheit bei Nachweisen im mehrgeschossigen Holzbau
- unterschiedliche Lesart bauordnungsrechtlicher Anforderungen
- fehlende oder veraltete Details für Hybridkonstruktionen
- Lücken bei erdberührten Bauteilen und Anschlussdetails
Die Realität auf der Baustelle ist klar: Wer im Februar 2026 noch mit Detailständen von 2017 plant, riskiert Mehrkosten bei der Ausführung, Diskussionen mit der Baubehörde und unnötige Haftungsrisiken. Ein aktuelles, einheitliches Kompendium reduziert genau diese Reibungsverluste.
2. Fokus Brandschutz: Elf Seiten, die über Projektfreigabe oder -stopp entscheiden
Wenn ein Holzbauprojekt stockt, liegt es selten an der Statik – meistens am Brandschutz. Genau deshalb wurde das Kapitel im Kompendium konsequent überarbeitet.
MHolzBauRL und praxisnahe Lösungen
Das Kompendium enthält auf 11 Seiten die aktuelle Fassung der Musterholzbaurichtlinie (MHolzBauRL) – ergänzt um direkt anwendbare Lösungen mit Fermacell- und Hardie-Systemen.
Abgedeckt werden unter anderem:
- Mehrgeschossiger Holzbau mit definierten Aufbauten
- Gebäudeschlusswände und Brandwände
- Nachweisführungen für Bauteile und Anschlüsse
- Konstruktive Zeichnungen für typische Detailpunkte
Das ist aus zwei Gründen ein großer Schritt:
- Planungssicherheit: Statt abstrakten Richtlinientexten stehen direkt zuordenbare Aufbauten mit konkreten Produkten zur Verfügung.
- Standardisierung: Wiederkehrende Lösungen können im Büro- oder Unternehmensstandard verankert werden – ein Muss, um anschließend KI-gestützte Konfigurationen oder Assistenzsysteme aufzubauen.
Statische Möglichkeiten mit Fermacell-Konstruktionen
Brandschutz allein reicht nicht. Das Kompendium ergänzt den Brandschutzteil um einen Überblick über statische Möglichkeiten mit Fermacell-Konstruktionen. Das erleichtert die Abwägung zwischen:
- Brandwiderstandsklasse
- Tragfähigkeit
- Schallschutz und Aufbauhöhe
- Wirtschaftlichkeit in der Ausführung
Gerade in Holzmodul- oder Elementbauprojekten, in denen wiederkehrende Wand- und Deckentypen über Hunderte von Quadratmetern eingesetzt werden, ist dieser systematische Überblick Gold wert – nicht nur für Tragwerksplaner, sondern auch für Kalkulation und Einkauf.
3. Neue Kapitel: Hybridbau, serielle Sanierung, Brettsperrholz
Die wirklich spannenden Zukunftsthemen stecken in den neu aufgenommenen Kapiteln. Hier zeigt sich, wohin sich der Holzbau – und damit auch die Baustelle 4.0 – in den nächsten Jahren bewegt.
Hybridbau: Das Beste aus zwei Welten strukturiert planen
Im Hybridbau werden Holz mit Beton, Stahl oder Mauerwerk kombiniert. Das reduziert Ressourcen, beschleunigt Abläufe und erlaubt größere Spannweiten.
Das Kompendium bietet dafür:
- einen Detailkatalog „James Hardie im Hybridbau“ (per Hyperlink erreichbar),
- systematische Lösungen für Anschlüsse zwischen Holz und massiven Bauteilen,
- abgestimmte Platten- und Befestigungssysteme.
Für Planungsbüros und ausführende Betriebe bedeutet das:
- schnellere Systementscheidung in frühen Leistungsphasen,
- weniger Schnittstellen-Chaos zwischen unterschiedlichen Gewerken,
- klar dokumentierte Detailstandards, die sich auch in BIM-Objekten und KI-gestützten Planungstools abbilden lassen.
Serielle Sanierung: Holzbau als Sanierungsturbo
Serielle Sanierung ist aktuell eines der wichtigsten Themen in der europäischen Baupolitik – gerade mit Blick auf den klimaneutralen Gebäudebestand.
Das neue Kapitel zur Seriellen Sanierung liefert:
- den Detailkatalog „Serielle Sanierung – effiziente Lösungen und technische Möglichkeiten“,
- konstruktive Lösungen für vorgefertigte Holzbauelemente,
- Hinweise zu Befestigung, Anschlüssen und Schnittstellen.
Serielle Sanierung lebt von Standardisierung, Wiederholbarkeit und datengetriebener Planung. Genau das macht sie auch anschlussfähig an KI-gestützte Konfigurationen:
- Wiederkehrende Fassaden- oder Dachelemente lassen sich als Produktkonfiguratoren abbilden.
- Aus dem Kompendium stammen die Regeln, aus der KI die Variantenbildung für unterschiedliche Bestandsgebäude.
Bauen mit Brettsperrholz (CLT)
Das Bauen mit Brettsperrholz ist im mehrgeschossigen Holzbau längst im Alltag angekommen. Neu ist hier, dass das Kompendium per Hyperlink direkt auf die Unterlage
„Planung und Verarbeitung – Bauen mit Brettsperrholz“
verweist. Aus Sicht einer digitalen, KI-gestützten Planung ist das wichtig: Die Kompatibilität von Systemplatten, Brandschutzschichten, Befestigungen und Fugenlösungen wird aus einem Guss beschrieben.
Wer CLT-Decken, -Wände und Hybridkonstruktionen häufiger einsetzt, kann die dort beschriebenen Aufbauten direkt als BIM-Bauteilbibliothek und später als Regelwerk für KI-Assistenzsysteme nutzen.
4. Technische Updates: Kleine Details, große Wirkung in der Praxis
Mehr als 200 Anpassungen klingen abstrakt. Ein paar Beispiele zeigen, warum sie im Alltag den Unterschied machen.
Aktualisierte Bemessungswerte und Klammerlisten
Zu den konkret genannten Themen gehören:
- Bemessungswerte fᵥ,0,d von beplankten Wandtafeln mit Fermacell-Gipsfaserplatten
- eine aktualisierte Klammerliste für wirtschaftliche Befestigung und Verbindung von Plattenwerkstoffen
Was das bringt:
- Sichere Statik auf dem Stand der Technik
- Optimierung der Befestigungsmittel (z.B. geringerer Verbrauch bei gleichem Sicherheitsniveau)
- Klarheit für Ausschreibung und Einkauf – wichtig bei stark schwankenden Materialpreisen
Wer solche strukturierten Daten in Planungssoftware, Kalkulationstools oder KI-gestützte Bemessungs-Assistenten integriert, reduziert manuelle Fehler und beschleunigt Angebote erheblich.
Maschinentechnik und erdberührte Bereiche
Ebenfalls aktualisiert wurden:
- Informationen zur Maschinentechnik beim Fermacell-Quellmörtel für die Verfüllung unter Holzbauelementen
- technische Hinweise zur Ausführung in erdberührten Bereichen und bei Kriechkelleranwendungen mit Fermacell Powerpanel H₂O und Powerpanel HD
Das richtet sich sehr direkt an Holzbauunternehmen und ausführende Betriebe. Die Vorteile:
- besser planbare Verarbeitungszeiten und Maschinenauswahl
- weniger Ausführungsmängel im sensiblen erdberührten Bereich
- nachvollziehbare, herstellerkonforme Detailausbildung – ein wichtiger Faktor bei Gewährleistungsfragen
Gerade hier zeigt sich, wie sinnvoll es ist, wenn KI-gestützte Assistenzlösungen auf der Baustelle (z.B. via Tablet) auf saubere, strukturierte Herstellerinformationen zugreifen können, statt auf alte PDFs aus der Projektablage.
5. Vom Kompendium zur Baustelle 4.0 – und was wir vom Handel lernen können
Das Kompendium selbst ist „nur“ ein Fachbuch – der eigentliche Hebel für Baustelle 4.0 entsteht, wenn seine Inhalte digital und intelligent genutzt werden.
Strukturierte Regeln als Futter für KI
KI kann im Bau nur dann sinnvoll unterstützen, wenn sie Zugang zu klaren Regeln und Systemlogiken hat. Genau das bietet die Neuauflage:
- definierte Wand-, Decken- und Fassadenaufbauten
- zugeordnete Brandschutz- und Statikwerte
- klar beschriebene Befestigungsmittel und Anwendungsgrenzen
- systematisierte Kataloge für Hybridbau und serielle Sanierung
Aus diesen Informationen lassen sich perspektivisch:
- Konfigurations-Tools für Standardwände bauen,
- Prüf-Algorithmen für Brandschutz- und Statikvorgaben entwickeln,
- Baustellen-Assistenten aufbauen, die Monteuren konkrete Montagehinweise geben.
Parallele zum österreichischen Einzelhandel
Im österreichischen Einzelhandel werden KI-Systeme heute bereits genutzt, um:
- Bestände artikelgenau zu steuern,
- Preise dynamisch anzupassen,
- Filialen mit Prognosen für Kundenfrequenz und Umsatz zu versorgen.
Die Grundlage sind dort saubere Stammdaten, klare Regeln und einheitliche Prozesse. Genau diese Basis schafft das Fermacell-/Hardie-Kompendium für den Holzbau:
- Produktdaten = Stammdaten
- Detailkataloge = Regelwerk
- anwendungsspezifische Kapitel (HYBRID, CLT, Sanierung) = Szenarien
Wer früh beginnt, diese Informationen in BIM, AVA, Kalkulation und mobile Baustellentools zu integrieren, bereitet den Schritt zu KI-gestützten Workflows im Holzbau ideal vor.
Was Sie jetzt konkret tun sollten
Wer im Holzbau unterwegs ist – ob als Architekt, Tragwerksplaner, Holzbauunternehmer oder Fertighaushersteller – sollte die Neuauflage des Kompendiums nicht als „nice to have“, sondern als Arbeitsinfrastruktur verstehen.
Praktische nächste Schritte:
- Aktuelle Ausgabe beschaffen und im Büro verbindlich einführen.
- Bürostandards abgleichen: Welche Wand- und Deckentypen müssen aktualisiert werden?
- BIM-Bibliotheken und CAD-Details auf Basis der neuen Inhalte überarbeiten.
- In Hybrid- und Sanierungsprojekten prüfen, wo sich die Systemkataloge für serielle Lösungen nutzen lassen.
- Mit IT- und Digitalisierungsverantwortlichen klären, wie das Kompendium in digitale Tools und perspektivisch in KI-Assistenzsysteme einfließen kann.
Wer das jetzt – Ende 2025 – angeht, wird 2026/2027 deutlich entspannter planen, schneller anbieten können und besser vorbereitet sein, wenn Bauherren, Wohnbauträger oder große Handelsunternehmen nach digital integrierbaren Holzbau-Systemlösungen fragen.
Die Baustelle 4.0 beginnt selten mit einer KI-App. Sie beginnt fast immer mit einem aktuellen, klar strukturierten Regelwerk – genau so einem wie „Planung und Verarbeitung – Fermacell und Hardie Produkte im Holzbau“.