Warum Microsoft für KI-Versicherungen Sinn macht

KI für österreichische Versicherungen: InsurTechBy 3L3C

Warum Microsoft als KI‑Plattform für österreichische Versicherer oft der pragmatischste Weg ist – mit konkreten Use Cases und einem klaren 4‑Schritte‑Fahrplan.

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Warum ein starker Tech‑Partner für KI in Versicherungen entscheidend ist

Österreichische Versicherer stehen unter massivem Druck: steigende Regulierungskosten, volatile Risiken, Fachkräftemangel – und gleichzeitig erwarten Kund:innen digitale Services auf dem Niveau von Streaming- und E‑Commerce-Plattformen. Laut aktuellen Branchenstudien rechnen viele Häuser damit, dass 40–60 % der Standardprozesse in Schadenbearbeitung und Risikoprüfung bis 2030 stark automatisiert sein werden.

Das passt direkt in unsere Serie „KI für österreichische Versicherungen: InsurTech“. Denn wer KI für Schadenbearbeitung, Risikobewertung, Betrugserkennung oder personalisierte Tarife wirklich groß ausrollen will, kommt an einer Frage nicht vorbei:

Mit wem bauen wir diese Plattform – selbst, mit Nischenanbietern oder mit einem globalen Cloud‑Player wie Microsoft?

Der Erfahrungsbericht von Zelros – einem auf Versicherungs‑KI spezialisierten Anbieter – liefert eine klare Antwort: Die Entscheidung für Microsoft Azure als technologische Basis war kein Marketinggag, sondern ein strategischer Hebel. Und genau diesen Hebel können österreichische Versicherer ebenfalls nutzen.

In diesem Beitrag zeige ich, was hinter dieser Entscheidung steckt, welche Kriterien wirklich zählen – und wie das konkret auf die Realität von Versicherungen in Österreich übertragbar ist.


1. Was Versicherer bei KI‑Plattformen oft falsch priorisieren

Viele Versicherer starten KI‑Projekte mit dem falschen Fokus: Sie diskutieren Monate über einzelne Modelle, Tools oder Piloten – während grundlegende Entscheidungen zur Plattform aufgeschoben werden. Das rächt sich.

Zelros ist 2016 mit einer klaren Mission gestartet: Daten und KI großflächig für traditionelle Versicherer und Makler nutzbar machen, ohne an Legacy‑Systemen, Regulierung oder Datensilos zu scheitern. In der Analyse ihrer eigenen Reise lassen sich sechs Kriterien ableiten, die für österreichische Versicherer hochrelevant sind.

1.1 Sechs Kriterien, die den Unterschied machen

Zelros hat – bevor auch nur eine Zeile Code geschrieben war – evaluiert, auf welcher Plattform sie ihren Empfehlungskern aufbauen. Die Kriterien sind erstaunlich pragmatisch:

  1. Nicht‑Konkurrenz zum Versicherungsgeschäft
    Ein Cloud‑Provider, der selbst Versicherungsprodukte anbietet oder plant, ist ein strategisches Risiko. Anbieter mit klarem Fokus auf Technologie sind hier im Vorteil.

  2. Vertrauenswürdige Marke
    In einer risikoaversen Branche zählt Reputation. Ein Cloud‑Partner, den Aufsicht, Kunden und interne Gremien kennen, verkürzt Entscheidungswege enorm.

  3. Globale Präsenz, lokale Rechenzentren
    Für international tätige Gruppen, aber auch für österreichische Häuser mit CEE‑Aktivitäten, ist ein Anbieter wichtig, der in mehreren Jurisdiktionen DSGVO‑konform hosten kann.

  4. Konsequente Compliance mit lokalen Regularien
    Versicherungsaufsicht, DSGVO, DORA, IDD – KI‑Projekte scheitern nicht am Modell, sondern an der Governance. Die Plattform muss Audit‑Trails, Rollenmodelle, Verschlüsselung und Datenresidenz „by design“ mitbringen.

  5. Vollständiger Tech‑Stack statt Flickenteppich
    Von Data Lake über MLOps bis hin zu API‑Management: Alles selbst zu bauen ist für Versicherer schlicht nicht wirtschaftlich. Eine integrierte Plattform reduziert Schnittstellenrisiken und Projektzeiten.

  6. Höchste Sicherheitsstandards
    Versicherer arbeiten täglich mit sensiblen Kundendaten, Gesundheitsinformationen und finanziellen Details. Ohne nachweisbar robuste Security – inklusive Zertifizierungen – wird kein Aufsichtsrat grünes Licht geben.

Genau diese Liste hat Zelros dazu gebracht, ihre Empfehlungs-Engine auf Microsoft Azure aufzubauen. Für österreichische Versicherer, die vor denselben Entscheidungen stehen, ist diese Checkliste ein guter Reality‑Check.


2. Warum Microsoft für Versicherungs‑KI oft der pragmatischste Weg ist

Aus diesen Kriterien ergab sich für Zelros ein klares Bild: Microsoft ist kein perfekter, aber ein strategisch sinnvoller Partner. Der Punkt ist nicht „Microsoft ist magisch“, sondern: Die Kombination aus Technologie, Governance und Partnerstrategie passt sehr gut zu den Anforderungen der Versicherungsbranche.

2.1 Azure als Fundament für KI in Schaden, Risiko & Betrug

Für typische Anwendungsfälle in österreichischen Häusern ist eine Plattform wie Azure extrem hilfreich:

  • Schadenbearbeitung: Dokumente, Fotos, Gutachten werden mit Services wie Form Recognizer oder Computer Vision automatisch ausgelesen, klassifiziert und in Workflows überführt.
  • Risikobewertung: Daten aus Underwriting-Systemen, externen Datenquellen und Telematik fließen über einen Data Lake zusammen und werden mit ML‑Services analysiert.
  • Betrugserkennung: Graph‑Analysen, Anomalieerkennung und Echtzeit‑Scoring lassen sich auf einer Cloud‑Plattform deutlich schneller und skalierbarer umsetzen als on‑prem.
  • Personalisierte Tarife & Next Best Offer: Recommendation Engines wie bei Zelros liefern Agent:innen und Online‑Strecken kontextbezogene Angebote und Beratungshinweise.

Zelros hat dabei einen spannenden Effekt beobachtet: Alle 6–12 Monate liefert Microsoft eine neue Generation von Basisdiensten – sei es im NLP‑Bereich (z.B. Chatbot‑NLU) oder in der Dokumentenerkennung. Das heißt:

Versicherer profitieren automatisch von technologischen Sprüngen, ohne jedes Mal ihre komplette Architektur neu bauen zu müssen.

2.2 Partnerökosystem statt Insellösung

Ein Punkt, den viele unterschätzen: Microsoft funktioniert stark partnerzentriert. Zelros berichtet, wie intensiv Microsoft KI‑Startups nicht nur technisch, sondern auch kommerziell unterstützt:

  • AI Factory Programme und Co‑Innovation
  • Gemeinsame Marktauftritte bei großen Versicherungs‑RFPs
  • Referenzierung in globalen Programmen und Events

Für österreichische Versicherer heißt das:
Sie können Lösungen wie Zelros nutzen, die tief in Azure integriert sind, und gleichzeitig auf bekannte Services wie LinkedIn oder GitHub im selben Ökosystem setzen – mit einheitlichem Identitäts‑ und Berechtigungsmanagement.


3. Generative KI: Warum die Microsoft‑OpenAI‑Achse für Versicherer spannend ist

Seit 2023 hat sich das Spielfeld noch einmal verschoben: Generative KI ist längst kein Hype‑Thema mehr, sondern trifft das Kerngeschäft der Versicherer – von automatisierten Schadenbriefen bis zu interaktiven Checklisten für Berater:innen.

Zelros betont in seinem Rückblick einen Punkt, den ich für strategisch extrem wichtig halte: Microsoft hat früh und massiv in OpenAI investiert und gleichzeitig Infrastruktur geschaffen, auf der auch spezialisierte Open‑Source‑LLMs sicher betrieben werden können.

3.1 Was heißt das konkret für Versicherer in Österreich?

  • Datenschutzkonforme Nutzung von LLMs
    Modelle können in einer kontrollierten Azure‑Umgebung laufen, bei der Kundendaten nicht in öffentliche Trainingspools zurückfließen.

  • Domänenspezifische Anpassung
    Versicherer können eigene Policenbedingungen, Schadenrichtlinien oder interne Handbücher als Wissensbasis andocken und so fachlich fundierte Antworten erzeugen.

  • Use Cases entlang der gesamten Wertschöpfungskette:

    • Generierung von Schreiben an Kund:innen (z.B. Leistungszusagen, Nachfragen, Ablehnungen) auf Basis strukturierter Daten
    • Unterstützung von Schadenbearbeiter:innen durch automatische Zusammenfassungen langer Akten
    • Berater‑Assistenz im Vertrieb: KI schlägt auf Basis von Kundensituation, Deckungslücken und Produkten die „Next Best Conversation“ vor

Das Entscheidende ist:
Wer bereits heute auf eine Plattform wie Azure setzt, hat einen klaren Startvorteil. Die notwendige Infrastruktur für KI‑Governance, Monitoring und Sicherheit ist schon da.


4. Politik, Regulierung und Cloud: Wie Versicherer den Spagat schaffen

Spätestens hier kommt in österreichischen Häusern die Standardfrage: „Dürfen wir das überhaupt – mit einem US‑Anbieter?“

Zelros beschreibt die Situation sehr treffend: Das Spannungsfeld zwischen Politik, Technologie und Regulierung ist komplex. Trotzdem gibt es einen pragmatischen Weg, der auch für Europa und Österreich funktioniert.

4.1 Europäische Ambitionen, globale Partner

Die Realität ist simpel:
Wer wirklich international konkurrenzfähige KI‑Lösungen aufbauen will, braucht Zugang zu Infrastruktur, Talent und Innovation, die aktuell stark von einigen wenigen globalen Tech‑Playern getrieben wird.

Gleichzeitig gelten für europäische Versicherer – besonders in Österreich mit starker FMA‑Aufsicht – klare Spielregeln:

  • Einhaltung der DSGVO und nationaler Datenschutzgesetze
  • Umsetzung von DORA‑Anforderungen an ICT‑Resilienz
  • Dokumentation von Auslagerungs- und Cloud‑Risiken

Hier punkten Anbieter wie Microsoft mit:

  • EU‑Rechenzentren und Datenresidenzoptionen
  • Umfangreichen Compliance‑Zertifizierungen
  • Standardisierten Vertragswerken für regulierte Branchen

Der entscheidende Punkt:

Es geht nicht darum, „blind“ auf einen US‑Konzern zu setzen, sondern ihn hart zu benchmarken, Governance‑Anforderungen konsequent zu verhandeln – und ihn als Baustein in einer europäischen Erfolgsstrategie zu nutzen.

Genau das tun Player wie Zelros: Sie bleiben europäische Unternehmen, bauen ihre Wertschöpfung – Use Cases, Fachlogik, Beratung – in Europa auf, nutzen aber die technologischen Bausteine von Microsoft.


5. Konkrete Schritte für österreichische Versicherer

Theorie ist schön, aber was heißt das jetzt für Ihr Haus konkret? Hier ein praxisnaher Fahrplan, der sich aus den Erfahrungen von Zelros ableitet und auf die österreichische Landschaft zugeschnitten ist.

5.1 Schritt 1: Strategische Cloud‑Entscheidung treffen

  • Klären Sie auf Vorstandsebene: Welchen Cloud‑Partner sehen wir als langfristige Plattform für Daten & KI?
  • Prüfen Sie dabei konsequent die oben genannten sechs Kriterien (Nicht‑Konkurrenz, Marke, globale Präsenz, Compliance, Tech‑Stack, Sicherheit).
  • Binden Sie CIO, CDO, Chief Risk Officer und Datenschutz von Anfang an ein.

5.2 Schritt 2: KI‑Use‑Cases priorisieren

Setzen Sie nicht bei „Fancy‑Themen“ an, sondern dort, wo schnell Wert entsteht:

  • Schadenbearbeitung: Automatisches Auslesen und Vorsortieren von Dokumenten
  • Betrugserkennung: Scoring von auffälligen Mustern in Kfz‑ oder Haushaltsschäden
  • Risikobewertung: Unterstützung von Underwritern mit KI‑gestützten Risikoprofilen
  • Personalisierte Tarife & Kampagnen: Empfehlungen für Upsell/Cross‑Sell im Bestand

Mein Rat: Starten Sie mit 2–3 klar abgegrenzten Use Cases, die sich innerhalb von 6–9 Monaten in Produktion bringen lassen.

5.3 Schritt 3: Partnerökosystem aufbauen

  • Nutzen Sie spezialisierte InsurTech‑Partner, die bereits auf Ihrer gewählten Plattform (z.B. Azure) aufsetzen – wie im Beispiel Zelros.
  • Kombinieren Sie interne Kompetenzen (Fachwissen, Prozesse, Datenhoheit) mit externer Technologie und Expertise.
  • Vereinbaren Sie gemeinsame Erfolgskriterien: Durchlaufzeiten, Dunkelverarbeitungsquote, Betrugsquote, Conversion‑Rates im Vertrieb.

5.4 Schritt 4: Governance und Ethik ernst nehmen

Gerade im KI‑Kontext in Versicherungen reicht „funktioniert technisch“ nicht.

  • Etablieren Sie ein KI‑Governance‑Board mit Vertretern aus Fachbereichen, IT, Compliance, Datenschutz und Recht.
  • Definieren Sie klare Richtlinien zu Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Bias‑Prävention.
  • Nutzen Sie Plattformfunktionen (Audit‑Logs, Berechtigungssysteme, Modellüberwachung), um Prüfbarkeit für Aufsicht und Revision sicherzustellen.

Mit dieser Basis können Sie das tun, worum es in dieser Serie „KI für österreichische Versicherungen: InsurTech“ eigentlich geht: KI nicht nur auszuprobieren, sondern skalierbar und verantwortungsvoll in das Kerngeschäft zu bringen.


Ausblick: Von der Technologieentscheidung zur Marktführerschaft

Zelros zieht nach fast einem Jahrzehnt Partnerschaft mit Microsoft ein klares Fazit: Die Entscheidung für Azure als Fundament war eine der wichtigsten Weichenstellungen für ihr Wachstum – technisch, kommerziell und strategisch.

Für österreichische Versicherer gilt dasselbe Prinzip:
Nicht jedes Haus muss selbst ein KI‑Pionier sein. Aber jedes Haus muss entscheiden, mit wem es diesen Weg geht – und welche Plattform die Basis bildet.

Wer heute bewusst einen starken Technologiepartner wählt, ein intelligentes Partnerökosystem aufbaut und KI‑Use‑Cases entlang von Schadenbearbeitung, Risikobewertung, Betrugserkennung und personalisierten Tarifen priorisiert, wird in wenigen Jahren spürbar vorne liegen.

Die Frage ist weniger, ob KI die österreichische Versicherungsbranche verändert – das passiert bereits. Spannend ist: Welche Rolle wird Ihr Haus in dieser neuen Landschaft spielen?

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