Wie „Magic Recommendations“ das VersicherungsgeschĂ€ft Ă€ndern

KI fĂŒr österreichische Versicherungen: InsurTech‱‱By 3L3C

Wie LLM-basierte „Magic Recommendations“ Beratung, Cross-Selling und AgilitĂ€t in österreichischen Versicherungen deutlich verbessern – mit konkreten Use Cases.

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Warum personalisierte Empfehlungen jetzt zum Muss werden

Österreichische Versicherer spĂŒren es tĂ€glich: Klimarisiken, Inflation und Regulierungsdruck ziehen die Marge zusammen. Parallel erwarten Kund:innen von ihrer Versicherung denselben Service wie von Streaming- oder Shopping-Plattformen – persönlich, schnell, kontextbezogen.

Die meisten HĂ€user reagieren darauf mit mehr Regeln, mehr Formularen, mehr manuellen Checklisten fĂŒr Vertrieb und Service. Das Ergebnis: ĂŒberlastete Agent:innen, inkonsistente Empfehlungen, verpasste Cross‑ und Upselling-Chancen.

Hier kommt ein Ansatz ins Spiel, der sich in der europĂ€ischen Versicherungs- und Bankenwelt gerade durchsetzt: LLM-basierte, „magische“ Empfehlungen, wie sie etwa im Zelros Copilot umgesetzt sind. In dieser Folge unserer Reihe „KI fĂŒr österreichische Versicherungen: InsurTech“ schauen wir uns an, wie dieses Prinzip funktioniert – und wie österreichische Versicherer davon konkret profitieren können.


Was hinter „Magic Recommendations“ wirklich steckt

„Magic Recommendations“ sind KI-gestĂŒtzte VorschlĂ€ge, die Versicherungsagent:innen in Echtzeit passende GesprĂ€chsthemen und Produkte fĂŒr jede Kundensituation liefern.

Im Kern passiert Folgendes:

  • Ein Large Language Model (LLM) analysiert die Kundensituation (Daten, Kontext, GesprĂ€chsverlauf).
  • Es gleicht diese Infos mit einem zertifizierten Content-Katalog aus dem sogenannten Studio ab.
  • Daraus entstehen konkrete Empfehlungen: Fragen, GesprĂ€chseinstiege, Nutzenargumente, Fakten, Statistiken und passende Produktoptionen.

Wichtig: Es handelt sich nicht um starre Verkaufsskripte. Die KI unterstĂŒtzt den Menschen im GesprĂ€ch – sie nimmt ihm nicht die Entscheidung ab.

Beispiel aus dem Alltag einer österreichischen Agentur

Stellen wir uns eine Beraterin in Graz vor:

  • Kundin: 42 Jahre, zwei Kinder (13 und 16), Eigenheim, eine bestehende Haushaltsversicherung.
  • Im System liegen zusĂ€tzlich Hinweise auf hĂ€ufige Online-Bestellungen und regelmĂ€ĂŸige Auslandsreisen.

Die „Magic Recommendations“ könnten in dieser Situation vorschlagen:

  • GesprĂ€chsfragen: „Wie sind Ihre Kinder aktuell bei FreizeitunfĂ€llen und beim E‑Scooter-Fahren abgesichert?“
  • Hinweise: gestiegene Unfallrisiken bei Teenagern, aktuelle Unfallstatistiken.
  • Produktideen: Erweiterung der privaten Unfallversicherung, Cyberversicherung fĂŒr die Familie, Anpassung der Auslandsreise-Deckung.

Das LLM erkennt also: „Kinder 13 und 16 Jahre“ entspricht „Teens“ mit erhöhtem Freizeit- und MobilitĂ€tsrisiko – das ist die erwĂ€hnte Fuzzy-Matching-Logik.


AgilitÀt statt IT-Stau: Warum das gerade jetzt entscheidend ist

Die grĂ¶ĂŸte Schwachstelle vieler österreichischer Versicherer ist nicht fehlende Technologie, sondern fehlende AgilitĂ€t. Neue Kampagnen, Tarifanpassungen oder regulatorische Änderungen landen zuerst im IT-Backlog – und kommen Monate spĂ€ter beim Vertrieb an.

„Magic Recommendations“ adressieren genau dieses Problem:

  • Die Inhalte werden in einem No-Code-Studio gepflegt (bei Zelros: Zelros Studio).
  • Fachbereiche, Marketing, Produktmanagement und Compliance können Inhalte selbst konfigurieren und freigeben.
  • IT stellt primĂ€r die Integration in CRM, Kernsysteme und Datenquellen bereit, statt jede Business-Regel zu programmieren.

Was das fĂŒr österreichische Versicherer konkret bedeutet

  • Schnellere Reaktion auf Regulatorik: neue Beratungspflichten, ESG-Hinweise oder Informationspflichten können direkt im Studio hinterlegt und sofort in die Empfehlungen eingebaut werden.
  • Klimarisiken adressieren: bei Starkregen‑, Sturm‑ oder HochwasserschĂ€den kann die KI automatisch auf passende PrĂ€ventions- und Deckungsbausteine hinweisen.
  • Inflation berĂŒcksichtigen: Empfehlungen können auf Unterversicherung hinweisen und aktiv Indexanpassungen oder höhere Versicherungssummen anstoßen.

Die Folge: kĂŒrzere Time-to-Market, weniger IT-Aufwand, besser gesteuerter Vertrieb.


So funktionieren LLM-basierte Empfehlungssysteme im Versicherungsumfeld

LLM-basierte Empfehlungssysteme kombinieren datengetriebene Selektion mit natĂŒrlichsprachlicher Aufbereitung. FĂŒr Versicherer ist diese Kombination besonders wertvoll, weil sie komplexe Produkte in verstĂ€ndliche GesprĂ€chsbausteine ĂŒbersetzt.

1. Kontext erfassen

Das System zieht sich strukturierte und unstrukturierte Daten, z. B.:

  • Stammdaten (Alter, Wohnort, Familienstand)
  • Vertragsdaten (bestehende Sparten, Laufzeit, Deckungssummen)
  • Schadenhistorie
  • Kontaktkanal (Filiale, Callcenter, digitaler Self-Service)
  • aktuelle AnlĂ€sse (z. B. Kfz-Neukauf, Immobilienfinanzierung, Geburt eines Kindes)

2. „Fuzzy Matching“ anwenden

Statt nur exakte Regeln zu verwenden („Wenn Alter = 18, dann 
“), erkennt das LLM semantische NĂ€he:

  • „Kinder 13 und 16 Jahre“ ≈ „Teenager mit erhöhtem MobilitĂ€tsrisiko“
  • „Wohnung im Erdgeschoss an der Donau“ ≈ „Hochwasserrisiko“
  • „Einzelfirma, IT-Dienstleistungen“ ≈ „Cyber- und Betriebshaftpflichtrisiko“

So entstehen relevantere Empfehlungen, gerade wenn Daten unvollstÀndig oder uneinheitlich sind.

3. Empfehlungen formulieren

Aus dem zertifizierten Content-Katalog (z. B. im Zelros Studio gepflegt) erzeugt die KI:

  • konkrete Fragen („Haben Sie schon geprĂŒft, ob Ihr GebĂ€ude gegen ElementarschĂ€den versichert ist?“)
  • Argumentationsbausteine („Gerade in Ihrer Region haben sich Starkregenereignisse seit 2010 nahezu verdoppelt.“)
  • ProduktvorschlĂ€ge mit Priorisierung (z. B. zuerst Absicherung existenzieller Risiken, dann Komfortbausteine)

So wird aus „Daten + LLM“ einfache, beratungsfĂ€hige Sprache.


Von starren Business Rules zu „magischen“ Empfehlungen

Viele Versicherer in Österreich arbeiten bereits mit regelbasierten Empfehlungssystemen: Wenn‑Dann-Logik, Scoringmodelle, Triggerkampagnen. Das ist ein wichtiger erster Schritt – aber es stĂ¶ĂŸt schnell an Grenzen.

Der Unterschied:

  • Business Rules Recommendations:

    • statisch, mĂŒhsam zu pflegen
    • gut fĂŒr klare, einfache Entscheidungen (z. B. „Kfz-Kasko anbieten, wenn Fahrzeug < 3 Jahre alt“)
    • wenig flexibel bei neuen Produkten oder SonderfĂ€llen
  • Magic Recommendations (LLM-basiert):

    • kombinieren vorhandene Regeln mit sprachlicher Intelligenz und Fuzzy Matching
    • generieren oder wĂ€hlen automatisch passende Inhalte aus einem Katalog
    • ermöglichen deutlich mehr Varianten, ohne alles manuell zu definieren

In der Praxis sieht das so aus: Statt fĂŒr jede Zielgruppe eigene GesprĂ€chsleitfĂ€den zu schreiben, definieren Fachbereiche Bausteine und Botschaften, die die KI dann on the fly passend kombiniert.

Das steigert:

  • QualitĂ€t der Beratung (relevantere, persönlichere GesprĂ€che)
  • Effizienz (weniger Vorbereitungszeit, schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen)
  • Abschlussquoten (gezielte, bedarfsgerechte Angebote statt Produktfeuerwerk)

Zelros Studio als Blaupause: Wie Fachbereiche die Kontrolle behalten

Ein zentrales Element solcher Lösungen ist ein Studio bzw. eine Admin-Konsole, in der Business-User Inhalte steuern können. Im Fall von Zelros heißt das schlicht: Zelros Studio.

Was im Studio passiert

  • Content-Management: Produktbeschreibungen, Argumente, Statistiken, FAQ-Antworten, Risikohinweise.
  • Segmentlogik: Zielgruppen, Personas, Risikoprofile, VertriebskanĂ€le.
  • Regelwerk: Welche Inhalte dĂŒrfen in welchen Kontexten verwendet werden (Compliance, Regulatorik, Vertriebsvorgaben).

Alles ohne Code – dafĂŒr mit klaren OberflĂ€chen, die Fachbereiche verstehen.

Zusammenarbeit ĂŒber Silos hinweg

FĂŒr österreichische Versicherer ist besonders spannend: Marketing, Produkt, Vertrieb, Risikomanagement und IT arbeiten auf derselben Plattform.

  • Marketing legt Kampagnenthemen und TonalitĂ€t fest.
  • Produktmanagement definiert Leistungsinhalte und Grenzen.
  • Compliance prĂŒft Formulierungen und Dokumentationspflichten.
  • Vertrieb testet, welche Empfehlungen im Alltag wirklich funktionieren.

So entsteht ein lebender Empfehlungskatalog, der sich stĂ€ndig anpasst – statt einmal pro Jahr im PDF-Handbuch aktualisiert zu werden.


Konkrete Einsatzszenarien fĂŒr österreichische Versicherer

Damit das greifbar wird, hier einige typische Use Cases entlang der Wertschöpfungskette.

1. Beratung im Außendienst und in Agenturen

  • Vorbereitung auf Kundentermine mit automatisch generierten GesprĂ€chsleitfĂ€den.
  • On-the-spot-Empfehlungen beim GesprĂ€ch auf Basis neu erfasster Informationen.
  • UnterstĂŒtzung neuer Mitarbeiter:innen, die noch kein tiefes Produktwissen haben.

2. Contact Center & BPO

  • Inbound-Calls (z. B. Schadenmeldung) nutzen, um passende PrĂ€ventionsleistungen oder Produktanpassungen vorzuschlagen.
  • Einheitliche QualitĂ€t in ausgelagerten Service-Centern, weil alle die gleichen KI-gestĂŒtzten Hinweise sehen.

3. Digitale KanÀle & Self-Service

  • Im Kundenportal oder in der App werden kontextbezogene Empfehlungen eingeblendet, z. B.: „Sie haben ein neues Auto gemeldet – prĂŒfen Sie jetzt Ihre Kaskodeckung“.
  • Chatbots können dank LLM verstĂ€ndlich und konsistent beraten, statt nur FAQ-Fragen abzubilden.

4. Schaden & PrÀvention

  • Nach bestimmten Schadenereignissen (z. B. Überschwemmung) erhalten Kund:innen automatisierte, aber personalisierte Hinweise auf PrĂ€ventionsmaßnahmen und Anpassungen ihres Schutzes.
  • Sachbearbeiter:innen sehen im Schadenprozess Empfehlungen, um Unterversicherung zu erkennen und anzusprechen – natĂŒrlich mit FingerspitzengefĂŒhl.

Worauf österreichische Versicherer bei der EinfĂŒhrung achten sollten

Aus Projekten in Europa lassen sich einige Punkte ableiten, die den Unterschied zwischen Pilot und echtem Produktivbetrieb machen.

1. Kuratierter Content schlĂ€gt „freie KI“

LLMs sind mÀchtig, aber im regulierten Umfeld brauchen Versicherer voll kontrollierten Content:

  • Alle Textbausteine stammen aus geprĂŒften Quellen (Fachabteilungen, Compliance).
  • Das LLM darf nur in diesem Rahmen formulieren.
  • Änderungen werden versioniert und freigegeben.

So lassen sich Halluzinationen und rechtliche Risiken vermeiden.

2. Integration in bestehende Systeme

Der Mehrwert entsteht erst, wenn die Empfehlungen dort auftauchen, wo Menschen arbeiten:

  • CRM- und Agentursysteme
  • Callcenter-Software
  • Maklerportale
  • Kundenportale und Apps

Technisch braucht es dafĂŒr saubere Schnittstellen zur BestandsfĂŒhrung und zu Kundendaten, idealerweise ĂŒber eine moderne API-Landschaft.

3. Governance, Datenschutz, Transparenz

Gerade in Österreich mit starker Datenschutzkultur gilt:

  • Datensparsamkeit: Nur notwendige Daten fĂŒr Empfehlungen verwenden.
  • Transparenz: intern klar machen, wie Empfehlungen entstehen und wo Grenzen liegen.
  • Menschen im Lead: KI unterstĂŒtzt, aber trifft keine rechtsverbindlichen Entscheidungen.

NÀchster Schritt: Vom KI-Pilot zur vertrieblichen RealitÀt

Die Erfahrungen aus anderen europĂ€ischen MĂ€rkten zeigen: LLM-basierte Empfehlungssysteme zahlen sich schnell aus, wenn sie sauber umgesetzt werden – höhere Abschlussquoten, mehr Kundenbindung, bessere BeratungsqualitĂ€t.

FĂŒr die österreichische Versicherungsbranche passt das zeitlich gut: Viele HĂ€user arbeiten ohnehin an KI-Roadmaps, Modernisierung der Kernsysteme und InsurTech-Kooperationen. „Magic Recommendations“ sind ein pragmatischer Baustein, um diese Strategien sichtbar im Vertrieb und beim Kunden ankommen zu lassen.

Wer sein KI-Programm nicht nur als Kostenblock, sondern als Umsatz- und Servicehebel positionieren möchte, sollte genau hier ansetzen:

  • Pilotbereich wĂ€hlen (z. B. Haushalts- und Eigenheimversicherung, Kfz oder Unfall in einer Region).
  • Kuratierte Empfehlungskataloge aufbauen (mit Fachbereichen und Compliance).
  • LLM-basierte Empfehlungslösung integrieren (z. B. nach dem Modell von Zelros Copilot und Studio).
  • Wirkung messen: Beratungszeit, Abschlussquote, Cross-Selling, Kundenzufriedenheit.

Die RealitÀt ist einfacher, als viele denken: Mit einem klar begrenzten Scope können Versicherer in wenigen Monaten zeigen, dass KI in der Beratung kein Hype-Thema, sondern ein konkreter Wettbewerbsvorteil ist.


Fazit: Personalisierte KI-Empfehlungen als neuer Standard in Österreich

Personalisierte, LLM-gestĂŒtzte Empfehlungen wie die „Magic Recommendations“ sind kein Zukunftsthema mehr, sondern werden gerade zum neuen Standard fĂŒr Versicherungsberatung in Europa. Sie verbinden AgilitĂ€t, regulatorische Sicherheit und echten Mehrwert fĂŒr Kund:innen.

FĂŒr österreichische Versicherer, die ihr KI-Programm im Sinne von „KI fĂŒr österreichische Versicherungen: InsurTech“ strategisch ausrichten wollen, bieten sie einen idealen Startpunkt: sichtbarer Nutzen im Vertrieb, messbare Effekte auf Umsatz und Service, kontrollierbare Risiken.

Die Frage ist weniger, ob dieser Ansatz kommt, sondern welche HĂ€user ihn zuerst konsequent umsetzen – und sich damit einen Vorsprung auf einem Markt sichern, der immer austauschbarer wirkt.