Österreichische Versicherer brauchen KI – und starke Partner. Warum Microsoft‑basierte InsurTechs wie Zelros der pragmatischste Weg zu produktiver KI sind.
Warum Microsoft‑Partnerschaften für KI in Versicherungen entscheidend sind
Österreichische Versicherer investieren 2025 so viel in KI wie noch nie. Laut Branchenumfragen fließt inzwischen deutlich über ein Drittel der IT‑Budgets in Themen wie Schadenautomatisierung, Betrugserkennung und personalisierte Tarife. Trotzdem scheitern viele Projekte – nicht an der Idee, sondern an der Umsetzung: Alt-Systeme, Regulierung, Datenschutz, IT‑Sicherheitsanforderungen und Fachkräftemangel bremsen.
Hier kommt ein Muster ins Spiel, das sich international bewährt hat: spezialisierte InsurTechs, die ihre KI‑Lösungen auf der Cloud‑Infrastruktur eines großen Technologieanbieters aufbauen – allen voran Microsoft Azure. Das Beispiel Zelros zeigt sehr gut, warum genau diese Kombination für Versicherer attraktiv ist und wie sich das auf den österreichischen Markt übertragen lässt.
In diesem Beitrag aus der Reihe „KI für österreichische Versicherungen: InsurTech“ geht es deshalb nicht um bunte Visionen, sondern um eine klare Frage: Wie nutzen österreichische Versicherer KI schnell, sicher und skalierbar – ohne sich in Eigenentwicklungen zu verlieren?
1. Das Grundproblem: Innovation in einer risikoaversen Branche
Die Realität ist simpel: Die meisten Versicherer sind nicht daran gescheitert, Ideen zu finden, sondern daran, sie produktiv zu machen.
Typische Hürden in österreichischen Versicherungsunternehmen
Wer in einer österreichischen Versicherung für Digitalisierung oder KI verantwortlich ist, kennt diese Liste:
- Legacy‑Systeme: Host‑Systeme, monolithische Kernversicherungen, historisch gewachsene Datenlandschaften.
- Strenge Regulierung: Versicherungsaufsicht, DSGVO, lokale Datenschutzanforderungen, interne Compliance‑Regeln.
- Hohe Sicherheitsansprüche: Kundendaten sind hochsensibel, Cyber‑Risiko ist selbst ein Geschäftsrisiko.
- Fachkräftemangel: Data Scientists, Cloud‑Architekten, KI‑Engineers sind schwer zu bekommen und teuer.
- Kulturelle Zurückhaltung: Fehlertoleranz ist gering, Pilotprojekte werden schnell kritisch gesehen.
Gleichzeitig erwarten Kundinnen und Kunden längst digitale Erlebnisse wie im E‑Commerce: schnelle Schadenregulierung, personalisierte Angebote, transparente Tarife – und das am liebsten per Smartphone, rund um die Uhr.
Das Spannungsfeld: Wie bringt man eine risikoaverse Organisation dazu, KI so einzusetzen, dass sie spürbaren Mehrwert liefert, ohne Sicherheit und Regulierung zu opfern?
2. Warum erfolgreiche InsurTechs auf Microsoft Azure setzen
Zelros stand 2016 genau vor dieser Frage: Wie baue ich eine KI‑Plattform für Versicherer, die technisch führend ist, aber zugleich regulatorisch und sicherheitstechnisch akzeptabel bleibt? Die Antwort war eine klare Technologieentscheidung: Microsoft Azure als Fundament.
Die Argumente dahinter sind für österreichische Versicherer direkt relevant.
2.1 Nicht‑Konkurrenz und Vertrauensmarke
Viele Versicherer haben Bauchweh, wenn Tech‑Konzerne parallel eigene Versicherungsangebote aufbauen. Microsoft verfolgt hingegen ein partnerorientiertes Modell: Technologie liefern, nicht selbst Versicherungsprodukte anbieten.
Für einen österreichischen Vorstand ist das ein entscheidender Punkt:
„Wir arbeiten mit einem globalen Tech‑Player zusammen, der unser Geschäft nicht direkt kannibalisiert.“
Zusammen mit der Markenstärke von Microsoft (Vertrauen bei Aufsicht, IT‑Abteilungen und Vorständen) entsteht eine Akzeptanz, die ein reines Start‑up selten allein erreicht.
2.2 Globale Infrastruktur, lokale Compliance
Azure betreibt Rechenzentren in Europa, bietet Datenresidenz‑Optionen, umfangreiche Zertifizierungen und unterstützt regulatorische Anforderungen im Finanzsektor. Für österreichische Versicherer bedeutet das:
- Verarbeitung in EU‑Regionen für sensible Kundendaten
- Standardisierte Zertifikate und Nachweise für Aufsicht und Revisionsabteilungen
- Unterstützung von DSGVO‑Konformität und strengen Sicherheitsstandards
Wer eine KI‑Lösung wie Schaden-Automatisierung, Risikobewertung oder Betrugserkennung einführt, muss diese Fragen in jedem Audit beantworten. Eine Architektur auf Basis von Azure verschafft hier einen klaren Startvorteil.
2.3 Kompletter Tech‑Stack statt Flickenteppich
Zelros beschreibt sehr treffend, warum ein kompletter Cloud‑Stack so wertvoll ist:
- Compute, Datenbanken, Storage
- KI‑Services (Computer Vision, NLP, Form Recognizer, Bot‑Frameworks)
- DevOps‑ und Sicherheits‑Werkzeuge
Statt alles selbst zu entwickeln, nutzen InsurTechs Bausteine von Azure und konzentrieren sich auf das, was Versicherern wirklich Mehrwert bringt:
- Produkte wie Lead‑Scoring für Makler,
- Next‑Best‑Offer‑Empfehlungen im Kundenportal,
- oder Priorisierung von Schadenfällen nach Komplexität und Betrugsrisiko.
Die Folge: deutlich kürzere Time‑to‑Market und weniger technische Schulden.
3. Unterschätzter Hebel: Das Microsoft‑Partnerökosystem
Die technischen Gründe sind wichtig, aber der eigentliche Unterschied entsteht häufig durch das Ökosystem.
Zelros hat sehr klar beschrieben, welche unerwarteten Vorteile die Microsoft‑Partnerschaft gebracht hat. Genau diese Mechanismen können auch österreichischen Versicherern nutzen, wenn sie mit Microsoft‑basierten InsurTechs zusammenarbeiten.
3.1 Programme, die KI‑Reife beschleunigen
Microsoft baut seit Jahren Programme, die Partner und Kunden gleichzeitig unterstützen – von Start‑up‑Förderungen bis zu Co‑Innovation mit Großkunden. Für Versicherer bedeutet das konkret:
- Zugang zu Referenzarchitekturen für Versicherungsprozesse (z.B. Schaden, Underwriting).
- Unterstützung bei Sicherheits- und Compliance‑Designs durch Microsoft‑Teams.
- Gemeinsame Pilotprojekte, in denen ein InsurTech seine Lösung auf Azure in der Kundenumgebung demonstriert.
Ergebnis: statt 18‑24 Monaten Eigenentwicklung entstehen funktionsfähige Prototypen in wenigen Monaten.
3.2 „Your success is our success“ – was das praktisch heißt
Microsoft hat seinen Go‑to‑Market klar auf Partnerschaften ausgerichtet. Wenn ein InsurTech wie Zelros bei einer Ausschreibung antritt, tritt Microsoft oft mit als Technologie‑Partner auf – und verleiht dem Projekt Glaubwürdigkeit:
- Vertrauen beim IT‑Vorstand: Azure ist etabliert, Sicherheits‑ und Compliance‑Fachleute kennen die Plattform.
- Skalierungssicherheit: Wenn das Projekt wächst – Azure skaliert mit.
- Langfristige Roadmap: Ein Anbieter, der seit Jahrzehnten am Markt ist, reduziert das Lieferantenrisiko.
Für österreichische Versicherer, die intern oft viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, ist das ein starkes politisches Argument:
„Wir holen uns nicht nur ein Start‑up ins Haus, sondern ein Start‑up plus Microsoft als Technologie‑Rückgrat.“
4. Generative KI in der Praxis: Warum Timing jetzt entscheidend ist
Seit Microsoft massiv in OpenAI und generative KI investiert hat, hat sich das Spielfeld erneut verschoben. Für Versicherer ist das mehr als nur ein Hype-Thema.
4.1 Konkrete Einsatzszenarien für österreichische Versicherer
Auf Azure und in Partnerschaft mit spezialisierten InsurTechs lassen sich heute unter anderem umsetzen:
- Schadenbearbeitung mit KI‑Unterstützung: Formulare, Fotos, Arztberichte werden per Computer Vision und NLP voranalysiert, Schäden vorbewertet, Betrugsindikatoren markiert.
- Risikobewertung & Underwriting: Kombination von klassischen Tarifierungsmodellen mit KI‑gestützten Risikoprofilen, z.B. im KMU‑Segment.
- Betrugserkennung (Fraud Detection): Mustererkennung über große Datenmengen, Verknüpfung von Schäden, Kundenhistorien und externen Datenquellen.
- Personalisierte Tarife: Empfehlung passender Produkte und Deckungen im Kundenportal oder für Vermittler – nicht „one size fits all“, sondern datenbasiert und nachvollziehbar.
Zelros etwa fokussiert stark auf Empfehlungssysteme für Versicherungen – ein Bereich, in dem generative KI und klassische Machine‑Learning‑Modelle ideal zusammenspielen.
4.2 Warum nicht jedes Haus sein eigenes Modell bauen sollte
Viele österreichische Versicherer überlegen aktuell, eigene LLMs zu trainieren oder komplett proprietäre KI‑Stacks aufzubauen. Das kann sinnvoll sein – ist aber teuer und riskant.
Der pragmatischere Ansatz, den das Beispiel Zelros zeigt:
- Basis‑Infrastruktur & Security: Azure als gesichertes Fundament, inklusive Identity, Monitoring, Verschlüsselung.
- Spezialisierte InsurTech‑Lösung: vorkonfigurierte Use Cases, trainiert auf Versicherungsprozesse.
- Eigenes Fachwissen: Domänen-Know‑how, Produktlogik, Pricing‑Regeln, Governance.
So bleibt die Hoheit über die Fachlogik im Haus, während Technologie‑Komplexität nach außen verlagert wird – bei vollem Zugriff auf moderne generative KI‑Dienste.
5. Politik, Souveränität und US‑Cloud: ein realistischer Blick
Gerade in Europa – und besonders im regulierten Finanzsektor – steht immer wieder die Frage im Raum: „Dürfen wir uns wirklich auf einen US‑Cloud‑Anbieter stützen?“
Die Gründer von Zelros haben dazu eine klare, pragmatische Haltung, die viele Versicherer teilen:
- Es geht nicht darum, Europa und USA gegeneinander auszuspielen.
- Es geht darum, europäische Champions auf Basis starker Technologieplattformen aufzubauen.
- Nichts ist in Stein gemeißelt – Anbieter werden laufend neu bewertet.
Für österreichische Versicherer heißt das:
- Vendor‑Risiko aktiv managen: Architektur konsequent modular halten, Exit‑Szenarien mitdenken.
- Regulatorik proaktiv klären: frühzeitig mit Aufsicht und Datenschutz arbeiten, statt spät zu rechtfertigen.
- Europäische InsurTech‑Partner wählen, die auf globalen Plattformen wie Azure aufbauen – so kombiniert man technologische Stärke mit europäischer Markt- und Regulierungsexpertise.
Genau hier entsteht ein spannender Weg: KI‑Lösungen „Made for Europe“, betrieben auf global skalierbarer Technologie.
6. Wie österreichische Versicherer jetzt konkret vorgehen können
Die Theorie ist klar – entscheidend ist, was Sie im Jahr 2025 praktisch tun.
6.1 Drei Schritte für einen sinnvollen Einstieg
-
Use Cases fokussieren
Statt zehn Initiativen parallel zu starten, ein bis zwei Hebel mit klarem Business Case wählen, z.B.:- Automatisierte Vorprüfung von KFZ‑Schäden
- Next‑Best‑Offer im Maklerportal
- Betrugsscreening bei ausgewählten Sparten
-
InsurTech‑Partner mit Microsoft‑Fundament auswählen
Kriterien sollten sein:- Technologie basiert auf Azure mit EU‑Datenoptionen
- Spezifische Versicherungs-Use‑Cases statt generischer KI‑Plattform
- Referenzen bei europäischen Versicherern
-
Gemeinsamen Pilot mit klaren KPIs starten
- Durchlaufzeiten in der Schadenbearbeitung (z.B. -30 %)
- Erhöhung der Konvertierung im Vertrieb (z.B. +15 % bei Online‑Leads)
- Reduktion manueller Tätigkeiten im Backoffice
6.2 Worauf Sie intern achten sollten
- Frühzeitig IT‑Sicherheit und Datenschutz einbinden – gerade wenn Kundendaten in KI‑Prozesse einfließen.
- Makler, Außendienst und Fachbereiche beteiligen – sie sehen täglich, was wirklich hilft.
- Transparenz der Modelle einfordern – nachvollziehbare Entscheidungen sind in der Versicherung kein „nice to have“.
Wenn diese Punkte stimmen, kann ein Pilotprojekt in wenigen Monaten beweisen, ob eine KI‑Lösung wirklich Mehrwert stiftet – ohne Millionenbudget und ohne Risiko für das Bestandsgeschäft.
Fazit: KI‑Erfolg in Österreich braucht starke Partnerschaften
Der rote Faden durch das Beispiel Zelros ist klar: Die Kombination aus InsurTech‑Spezialisierung und Microsoft‑Technologieplattform ist kein theoretisches Konstrukt, sondern ein erprobter Weg, um KI in einer hochregulierten, risikoaversen Branche produktiv zu machen.
Für österreichische Versicherer, die bei Themen wie Schadenbearbeitung, Risikobewertung, Betrugserkennung und personalisierten Tarifen endlich vom Pilotmodus in den echten Betrieb wechseln wollen, führt an genau solchen Partnerschaften kaum ein Weg vorbei.
Wer jetzt handelt, sich einen Microsoft‑basierten InsurTech‑Partner sucht und mit einem fokussierten Use Case startet, wird 2026 nicht mehr über „KI‑Strategien“ sprechen, sondern über messbare Effekte auf Combined Ratio, Kundenzufriedenheit und Wachstum.
Die Frage ist also weniger ob Sie KI einsetzen, sondern mit wem Sie sie aufbauen. Wenn Sie Verantwortung für Digitalisierung oder Produktentwicklung in einer österreichischen Versicherung tragen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, diese Weichen bewusst zu stellen.