Wie ein spezialisierter Insurance Copilot auf Basis von Gen KI österreichische Versicherer, Makler und Contact Center produktiver macht â mit praxisnahen Use Cases.
Insurance Copilot: Wie Gen KI österreichische Makler stÀrkt
Die ProduktivitĂ€t in der Versicherungsberatung ist im Keller: Interne Analysen vieler HĂ€user in DACH zeigen, dass Berater:innen bis zu 3â4 Stunden pro Tag mit Suchen, Nachlesen und Dokumentieren verbringen â statt mit Kund:innen. Gleichzeitig steigen SchadenaufwĂ€nde durch Naturkatastrophen, Inflation und immer strengere Regulierung. FĂŒr österreichische Versicherungen ist das eine toxische Kombination.
Genau an diesem Punkt setzt ein neues Werkzeug an: spezialisierte âInsurance Copilotsâ auf Basis generativer KI, wie sie Plattformen Ă la Zelros einfĂŒhren. Sie versprechen, Makler, AuĂendienst und Contact Center im Alltag so zu unterstĂŒtzen, dass Beratung schneller, prĂ€ziser und deutlich persönlicher wird.
In diesem Beitrag aus unserer Serie âKI fĂŒr österreichische Versicherungen: InsurTechâ zeige ich, was hinter einem Insurance Copilot steckt, welche Funktionen fĂŒr den heimischen Markt wirklich relevant sind und wie Sie damit ganz konkret AbschlĂŒsse, Schadenbearbeitung und Kundenzufriedenheit verbessern können.
Was ein Insurance Copilot im Alltag tatsÀchlich leistet
Ein Insurance Copilot ist im Kern eine KI-Assistenz, die speziell fĂŒr VersicherungsgeschĂ€ft, Produkte und Prozesse trainiert ist â kein generischer Chatbot. Er sitzt direkt in den bestehenden Systemen (Maklerportal, CRM, Bestandssystem, Schadenplattform) und unterstĂŒtzt dort, wo heute die meiste Zeit verloren geht.
Die wichtigsten Aufgaben auf einen Blick:
- Echtzeit-EntscheidungsunterstĂŒtzung in BeratungsgesprĂ€chen
- Suche und Zusammenfassung von Informationen aus VertrÀgen, Bedingungen, E-Mails und internen LeitfÀden
- Personalisierte Empfehlungen fĂŒr Produkte, Tarife und âNext Best Actionâ
- UnterstĂŒtzung bei Dokumentation und Kommunikation (E-Mails, GesprĂ€chsnotizen, Beschwerdeantworten)
Der groĂe Unterschied zu klassischen Wissensdatenbanken: Der Copilot kombiniert strukturierte Daten (Vertragsdaten, SchĂ€den, PrĂ€mien, Risikoklassen) mit unstrukturierten Daten (PDF-Bedingungen, E-Mails, GesprĂ€chsnotizen, Protokolle) und erzeugt daraus in Sekunden konkrete Antworten â inklusive HandlungsvorschlĂ€gen.
Echtzeit-KI im BeratungsgesprÀch: Strukturierte + unstrukturierte Daten nutzen
Der stĂ€rkste Hebel fĂŒr österreichische Versicherer liegt in der Gen KI EntscheidungsunterstĂŒtzung in Echtzeit. Hier spielen Insurance Copilots wie der von Zelros ihre StĂ€rken aus.
Kontextualisierte Antworten statt âgenerischer KI-Chatâ
Ein typisches Szenario aus einer Wiener Filiale:
Eine Kundin ruft an, weil sie wissen möchte, ob ihr EâBike im Rahmen der Haushaltsversicherung ausreichend abgesichert ist â und ob es eine bessere Variante gibt.
Der Copilot kann in diesem Moment:
- die aktuelle Polizze und Deckungsbausteine lesen,
- relevante Passagen aus den AVB und Sonderbedingungen extrahieren,
- erkennen, ob bereits SchÀden oder AuffÀlligkeiten im Bestand vorhanden sind,
- auf Basis interner Regeln Upgrade-Optionen und passende Produkte vorschlagen.
Statt âKI sagt: EâBikes sind oft versichertâ erhĂ€lt die Beraterin eine konkrete, auf diese Kundin bezogene Antwort:
âDas EâBike ist derzeit bis 2.000 ⏠mit Selbstbehalt von 300 ⏠gegen Diebstahl in der Haushaltsversicherung inkludiert. Aufgrund der Nutzung (Pendlerin, urban) ist das Paket âHaushalt Plus MobilitĂ€tâ eine passende Option. Empfohlene Formulierung fĂŒr den Upsell âŠâ
Laufend aktuelles Fachwissen
In der Versicherungsbranche ist Wissen nur so gut wie sein AktualitÀtsgrad. Tarife Àndern sich, Regulatorik (IDD, ESG, FMA-Rundschreiben) wird nachgeschÀrft, neue Produkte kommen dazu.
Ein spezialisierter Insurance Copilot:
- aktualisiert sein Wissen automatisch, sobald neue Produktunterlagen, Rundschreiben oder Pricing-Modelle eingespielt werden,
- zeigt transparent an, aus welchen Dokumenten eine Antwort stammt,
- verhindert, dass Berater:innen mit veralteten Info-Sheets arbeiten.
Gerade mit Blick auf die FMA- und IDD-Vorgaben zur GeeignetheitsprĂŒfung und Beratungsdokumentation ist das ein wesentlicher Compliance-Vorteil.
Zentrale Schnittstelle statt Tool-Wildwuchs
Viele österreichische Versicherer kĂ€mpfen mit einem Zoo aus Systemen: BestandsfĂŒhrung, CRM, Tarifierung, Schaden, DMS, EâMail, manchmal noch ein separates Maklerportal.
Der Copilot sitzt als zentrale Intelligenzschicht darĂŒber und verbindet:
- Drittanbieter-Daten (BonitÀt, Geo-Risiko, Wetter, Unternehmenregister)
- interne Systeme (Vertrag, Schaden, Provisionsabrechnung)
- Dokumentenarchive (Polizzen, AVB, Protokolle)
FĂŒr Makler und Agenturen heiĂt das: eine Anlaufstelle, statt fĂŒnf Masken parallel offen zu haben.
Marketplace & Use Cases: Wie Gen KI die Skills von Agenten ausbaut
Ein weiterer spannender Aspekt sind vorkonfigurierte Use Cases, wie sie z.B. der Zelros Marketplace anbietet. Dahinter steckt die Idee, dass Versicherer nicht bei null starten mĂŒssen, sondern erprobte Szenarien nutzen und anpassen können.
Typische Einsatzfelder fĂŒr österreichische Versicherer
-
Risikobewertung verbessern
- KI analysiert Kundendaten, Branchenrisiko, regionale Wetter-/Katastrophendaten.
- Berater erhĂ€lt eine verstĂ€ndliche Risikozusammenfassung plus Vorschlag fĂŒr Deckungssummen und Obliegenheiten.
-
Schadenbearbeitung beschleunigen
- Copilot erstellt Echtzeit-Zusammenfassungen von Telefonaten (Voice-to-Text),
- schlĂ€gt fehlende Angaben vor (âNĂ€chste sinnvolle Frageâ),
- empfiehlt die nĂ€chste Prozessaktion (RĂŒckfrage, Gutachter, Sofortzahlung).
-
Betrugserkennung unterstĂŒtzen
- KI erkennt ungewöhnliche Muster im Vergleich zu Àhnlichen FÀllen,
- liefert der Sachbearbeitung konkrete Hinweise, worauf zu achten ist (z.B. Netzwerke, SchadenhÀufigkeit, auffÀllige Dokumente).
-
Personalisierte Tarife & Cross-Selling
- Copilot nutzt Kundensegmente, Lebensphase und vorhandene Produkte,
- generiert konkrete Cross- & Upsell-Empfehlungen, die regulatorisch sauber sind.
Gerade im KMU- und Freiberufler-Segment, das in Ăsterreich stark von regionalen Maklern betreut wird, lassen sich so komplexe Deckungskonzepte verstĂ€ndlich aufbereiten.
Next-Best-Question & Next-Best-Action
Besonders spannend ist die Funktion âDynamic Next Best Questionâ:
- Die KI hört (bei Einwilligung) im Call Center mit,
- erkennt anhand der Antworten, welche InformationslĂŒcken noch bestehen,
- schlÀgt der Mitarbeiterin die nÀchste, fachlich sinnvolle Frage vor.
Beispiel in der Kfz-Schadenmeldung:
âFragen Sie nach, ob ein Mietwagen benötigt wird und ob bereits eine Reparaturwerkstatt kontaktiert wurde.â
Dadurch werden Schadenmeldungen vollstĂ€ndiger, RĂŒckfragen sinken und der Kunde hat das GefĂŒhl, strukturiert und sicher durch den Prozess gefĂŒhrt zu werden.
Textbausteine, EâMails und EinwĂ€nde
Generative KI eignet sich hervorragend fĂŒr personalisierte Kommunikation, solange sie eingebettet und kontrolliert ist. Ein Insurance Copilot kann u.a.:
- EâMail-EntwĂŒrfe auf Basis von GesprĂ€chsnotizen erstellen (z.B. Angebotszusendung, Nachfass-Mail),
- Argumentationshilfen liefern, um typische EinwĂ€nde (âzu teuerâ, âbrauche ich nichtâ) sachlich und kundenorientiert zu beantworten,
- juristisch sensible Formulierungen auf Compliance prĂŒfen.
FĂŒr österreichische Kund:innen, die Wert auf verstĂ€ndliche Sprache legen, ist das ein entscheidender Pluspunkt â weg von unverstĂ€ndlichem Versicherungsdeutsch.
7.000+ Empfehlungen: Skalierte Expertise fĂŒr P&C, Leben und KMU
Plattformen wie Zelros bringen out-of-the-box tausende vordefinierte Empfehlungen mit â laut Anbieter ĂŒber 7.000, verteilt ĂŒber Sparten wie Sach/Haftpflicht (P&C), Leben und KMU.
Was bringt das konkret fĂŒr österreichische Versicherungen?
- Schneller Start: Statt jedes Regelwerk in Projekten neu zu modellieren, können Standard-Use-Cases (z.B. Eigenheim, Haushalt, Kfz, Unfall, BerufsunfĂ€higkeit, KMU-BetriebsbĂŒndel) ĂŒbernommen und lokalisiert werden.
- Best Practices eingebaut: Die empfohlenen Produkte und Argumente basieren auf internationalen Erfahrungswerten, die an regionale Vorgaben (österreichisches Recht, Steuerrecht, Sozialversicherung, FMA-Richtlinien) angepasst werden können.
- Proaktive PrĂ€vention: Der Copilot schlĂ€gt nicht nur Produkte, sondern auch PrĂ€ventionsmaĂnahmen vor (z.B. Elementarschutz, Cyber-Hygiene im KMU, SicherheitsmaĂnahmen in der Landwirtschaft) â das zahlt direkt auf Schadenquote und Risikomanagement ein.
FĂŒr kleinere Versicherer und wechselseitige Versicherungsvereine ist das besonders attraktiv: Sie erhalten KI-gestĂŒtzte Expertise, die bisher oft nur groĂen internationalen Gruppen zur VerfĂŒgung stand.
Implementierung in Ăsterreich: Worauf es wirklich ankommt
Die Technologie ist nur die halbe Miete. Entscheidend ist, wie ein Insurance Copilot eingefĂŒhrt wird.
1. Einsatzfelder fokussieren
Statt âalles auf einmalâ empfehle ich, mit 2â3 klar umrissenen Use Cases zu starten, zum Beispiel:
- Kfz- und Haushaltberatung im Call Center
- Schadenaufnahme bei Naturkatastrophen (z.B. Hochwasser, Sturm)
- Cross-Selling von Unfall- und BerufsunfĂ€higkeitsversicherungen im AuĂendienst
Damit lassen sich schnell messbare Effekte erzielen (z.B. kĂŒrzere GesprĂ€chsdauer, höhere Abschlussquote, weniger RĂŒckfragen in SchadenfĂ€llen).
2. Makler, Agenturen und Innendienst einbeziehen
Der Copilot muss die Sprache der Anwender:innen sprechen. Das heiĂt konkret:
- Workshops mit Maklern, AuĂendienst und Sachbearbeitung,
- Sammlung typischer Fragen, EinwÀnde und Formulierungen,
- gemeinsames Feintuning der Antworten, bevor die KI flÀchig ausgerollt wird.
Wer das ernst nimmt, erhöht die Akzeptanz der KI massiv â und verhindert den Eindruck âneues Tool von obenâ.
3. Datenschutz & FMA-KonformitÀt sicherstellen
Ăsterreichische Versicherer stehen unter genauer Beobachtung, wenn es um Datenschutz und algorithmische Entscheidungen geht.
Wichtige Punkte:
- Datenverarbeitung strikt nach DSGVO und österreichischem Datenschutzrecht,
- klare Regeln, welche Kundendaten der Copilot sehen darf,
- Auditierbarkeit der KI-Entscheidungen (warum wurde welche Empfehlung gegeben?),
- keine vollautomatisierten Ablehnungen ohne menschliche Kontrolle, insbesondere in sensiblen Bereichen wie Leben und Kranken.
Seriöse Anbieter bringen hierfĂŒr Security- und Compliance-Konzepte inklusive ISO-Zertifizierungen und Rollen-/Rechtemanagement mit.
Warum sich ein Insurance Copilot fĂŒr österreichische Versicherer jetzt lohnt
Insurance Copilots verbinden Generative KI, Versicherungs-Know-how und Datenintegration in einem Werkzeug, das Makler, Agenturen und Innendienst tĂ€glich nutzen können. FĂŒr den österreichischen Markt sind vor allem drei Effekte entscheidend:
- ProduktivitĂ€t: Weniger Zeit mit Suchen, mehr Zeit fĂŒr KundengesprĂ€che und Beratung.
- QualitĂ€t & Compliance: Konsistente, aktuelle Antworten, dokumentierte Entscheidungswege und bessere ErfĂŒllung von IDD- und FMA-Anforderungen.
- Kundenerlebnis: SpĂŒrbar schnellere, persönlichere und verstĂ€ndlichere Interaktionen â vom Erstkontakt bis zur Schadenregulierung.
Wer als österreichischer Versicherer oder Maklerbetrieb ohnehin darĂŒber nachdenkt, KI in Schadenbearbeitung, Risikobewertung, Betrugserkennung und personalisierte Tarife einzusetzen, sollte einen Insurance Copilot als zentrale Komponente der eigenen InsurTech-Strategie betrachten â nicht als nettes Zusatztool.
Der nĂ€chste logische Schritt? Identifizieren Sie einen konkreten Pilotbereich (z.B. Kfz-Schaden oder Haushaltsberatung), definieren Sie 3â4 Kennzahlen (Bearbeitungszeit, Erstlösungsquote, NPS, Abschlussrate) und testen Sie, wie weit Sie mit einem spezialisierten Insurance Copilot in 100 Tagen kommen.
Die Erfahrung aus anderen MĂ€rkten zeigt: Wer frĂŒh startet, setzt den Standard, an dem sich der Rest messen lassen muss.