Lexis+ AI nutzt jetzt die Inhalte des Seminar Oberlaa. Erfahren Sie, wie österreichische Steuerberater KI konkret in Recherche, Prüfung und Mandantenarbeit einsetzen können.
Warum Lexis+ AI für Steuerberater jetzt spannend wird
Bei der Tax Tech Konferenz 2025 in Wien ist etwas passiert, das viele Steuerberater:innen in Österreich direkt betrifft: Die Inhalte des Seminar Oberlaa sind jetzt in Lexis+ AI verfügbar. Für alle, die in der Praxis mit österreichischem Steuerrecht arbeiten, ist das ein echter Produktivitäts-Booster.
Die Konferenz hat eines sehr klar gezeigt: Künstliche Intelligenz ersetzt keine Steuerberater:innen, aber sie verändert, wie eine moderne, digitale Kanzlei arbeitet. Wer 2026 noch mit rein manueller Recherche, Copy-Paste aus Word-Vorlagen und zähem Durchforsten von Unterlagen unterwegs ist, wird wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten.
In dieser Ausgabe der Serie „KI für österreichische Steuerberater: Digitale Kanzlei“ geht es deshalb konkret darum, was die Integration von Seminar Oberlaa in Lexis+ AI bedeutet, wie Sie das in der Kanzlei nutzen können – und welche rechtlichen und organisatorischen Punkte Sie im Blick behalten sollten.
Was Lexis+ AI mit Seminar-Oberlaa-Inhalten konkret kann
Lexis+ AI ist eine generative KI-Lösung, die auf die juristischen Inhalte von LexisNexis zugreift – und jetzt eben auch auf die Arbeitsbücher und Materialien des Seminar Oberlaa.
Drei Funktionen, die für Steuerberater wirklich zählen
Im Kern bietet Lexis+ AI drei Funktionen, die den Alltag in der Steuerberatung massiv beschleunigen können:
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Antworten auf Basis fundierter Fachliteratur
Sie formulieren eine Frage im natürlichen Sprachstil (z.B. zu Umgründungen, Verrechnungspreisen oder lohnsteuerlichen Spezialfällen) und erhalten eine strukturierte, zitierfähige Antwort, die auf österreichischer Fachliteratur, Judikatur und nun auch auf Seminar-Oberlaa-Inhalten basiert. -
Entwürfe für Schreiben und Gutachten
Statt bei Null zu beginnen, lassen Sie sich erste Entwürfe für:- Stellungnahmen an das Finanzamt
- Mandanten-Memos
- interne Notizen
- Checklisten vorschlagen und überarbeiten diese dann fachlich.
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Dokumenten- und Textanalyse
Eigene Dokumente – etwa Betriebsprüfungsberichte, Vertragsentwürfe oder komplexe Steuerauslegungen – können hochgeladen und gezielt ausgewertet werden. Die KI markiert relevante Passagen, zieht Kernaussagen heraus und verknüpft diese mit der Rechtslage.
Durch die Integration der Seminar-Oberlaa-Arbeitsbücher gewinnen Sie dabei genau das Know-how, auf das viele österreichische Steuerberater seit Jahren setzen. Der Unterschied: Es ist jetzt durchsuchbar, verknüpft und mit KI auswertbar.
Wie Sie Lexis+ AI in der digitalen Kanzlei sinnvoll einsetzen
Der wahre Mehrwert entsteht nicht durch das bloße „Dabeihaben“ eines KI-Tools, sondern durch einen klaren Einsatzplan in der Kanzlei.
1. KI für Recherche und Argumentation
Die klassische Szene: Ein Mandant ruft an, schildert ein komplexes Gestaltungsmodell, und es bleibt wenig Zeit, um alle Spezialfragen nachzuschlagen.
Mit Lexis+ AI können Sie:
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Schnell eine Erstantwort vorbereiten:
Formulieren Sie die Frage, lassen Sie sich die Kernpunkte samt relevanter Literatur nennen und bauen darauf Ihre fachliche Beurteilung auf. -
Alternative Argumentationslinien prüfen:
Bitten Sie die KI, zu einer Rechtsfrage Pro- und Contra-Argumente zu entwickeln – inklusive Hinweisen auf unterschiedliche Lehrmeinungen, soweit diese in den zugrunde liegenden Werken enthalten sind. -
Seminar-Oberlaa-Wissen gezielt anzapfen:
Wer die Hefte aus dem Seminar Oberlaa kennt, weiß, wie praxisnah sie aufgebaut sind. In Lexis+ AI können Sie dieses Wissen jetzt gezielt filtern, statt seitenweise zu blättern.
2. Standardisierung von Dokumenten
Viele Kanzleien unterschätzen, wie viel Zeit sie mit wiederkehrenden Textbausteinen verlieren. KI kann hier ein sehr stabiles Fundament legen.
Praktische Einsatzideen:
- Standard-Mandanteninfos zu immer gleichen Themen (z.B. Registrierkassen, Reisekosten, Homeoffice) von der KI entwerfen lassen und kanzleispezifisch finalisieren.
- Schriftverkehr mit dem Finanzamt in Entwurfsform erzeugen: Sie geben den Sachverhalt und das Ziel (z.B. Beschwerde, Vorlageantrag, Ergänzungsbeantwortung) vor, die KI liefert einen rohen Entwurf, den Sie fachlich und sprachlich nachschärfen.
- Checklisten für den Innendienst generieren: Zum Beispiel für Unterlagenanforderungen bei bestimmten Mandatstypen oder für interne Qualitätssicherungsprozesse.
3. Unterstützung bei Betriebsprüfungen
Betriebsprüfungen sind immer noch einer der zeitintensivsten Bereiche in der Steuerberatung. KI kann hier helfen, Struktur in den Informationsdschungel zu bringen.
Konkrete Szenarien:
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Analyse von Prüfungsberichten:
Laden Sie den Bericht hoch, lassen Sie sich die zentralen Feststellungen, Risiken und offenen Punkte herausziehen. -
Simulierte Argumentationslinien:
Fragen Sie: „Welche Argumente sprechen aus Sicht des Steuerpflichtigen gegen diese Hinzuschätzung?“ – und gleichen Sie die Vorschläge mit den Seminar-Oberlaa-Inhalten und Ihrer eigenen Erfahrung ab. -
Vorbereitung von Besprechungen mit Prüfer:innen:
Erstellen Sie auf Basis der KI-Zusammenfassung eine Agenda mit strittigen Punkten, damit Besprechungen fokussierter laufen.
Sicherheit, EU AI Act und berufliche Verantwortung
Bei der Tax Tech Konferenz wurde sehr deutlich: Ohne klare Leitplanken ist KI in der Rechts- und Steuerberatung ein Risiko. LexisNexis betont deshalb, dass Lexis+ AI an hohe Sicherheits- und Compliance-Standards gebunden ist und interne Richtlinien bereits an den EU AI Act angelehnt wurden.
Was das für Ihre Kanzlei bedeutet
Auch wenn die technische Plattform sicher gestaltet ist, bleibt eines unverändert: Die Verantwortung liegt bei Ihnen als Berufsangehörige:r.
Daraus folgen mindestens drei Grundregeln:
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KI-Ergebnisse sind Vorschläge, keine Entscheidungen
Jedes Ergebnis von Lexis+ AI ist ein Arbeitsentwurf. Die endgültige rechtliche Bewertung, die Auswahl der Argumente und die Verantwortung für den Rat an den Mandanten bleiben immer beim Steuerberater / bei der Steuerberaterin. -
Datenschutz & Geheimhaltung beachten
- Keine sensiblen Mandantendaten unreflektiert eingeben.
- Interne Richtlinien definieren: Welche Informationen dürfen in KI-Tools verarbeitet werden? Wie wird anonymisiert?
- Mitarbeitende schulen, damit nicht aus Versehen Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse offengelegt werden.
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Transparente Dokumentation
Halten Sie intern fest, wo KI bei der Erarbeitung von Ergebnissen mitgewirkt hat. Nicht, um sich zu rechtfertigen, sondern um im Zweifel nachvollziehen zu können, wie ein Ergebnis entstanden ist.
„Lexis+ AI ist ein unterstützendes Arbeitswerkzeug, das Steuerprofis niemals ersetzen soll. Die finale Entscheidung liegt immer in den Händen der Expert:innen.“
(Vision von LexisNexis Österreich)
Gerade im Lichte des EU AI Acts wird sich mittelfristig durchsetzen: Wer KI benutzt, braucht klare Prozesse und Verantwortlichkeiten. Für eine seriös geführte Steuerkanzlei ist das aber eher organisatorischer Feinschliff als unüberwindbares Hindernis.
Praxisleitfaden: In 5 Schritten zur KI-gestützten Steuerkanzlei
Die Integration von Lexis+ AI mit Seminar-Oberlaa-Inhalten ist ein starkes Werkzeug. Entscheidend ist, wie Sie den Einstieg gestalten. Hier ein pragmatischer Fahrplan, den viele Kanzleien umsetzen können, ohne den Betrieb zu stören.
Schritt 1: Use Cases definieren statt „KI überall“
Starten Sie nicht mit der Frage „Wo könnten wir KI einsetzen?“, sondern mit:
- Wo verlieren wir am meisten Zeit?
- Wo wiederholen sich gleiche Arbeitsschritte ständig?
- Wo entstehen Fehler oder Medienbrüche (Excel, Word, Papier, E-Mail)?
Typische Start-Use-Cases:
- Recherche zu Spezialfragen im Unternehmenssteuerrecht
- Erstentwürfe von Stellungnahmen und Mandantenbriefen
- Erstellung interner Arbeitsanweisungen und Checklisten
Schritt 2: Verantwortliche Person benennen
Benennen Sie eine Person als „KI-Verantwortliche:n“ in der Kanzlei, z.B. eine/n erfahrene/n Berufsanwärter:in oder eine/n Partner:in mit Digitalisierungs-Fokus.
Aufgabe dieser Person:
- Test-Use-Cases auswählen und dokumentieren
- Kolleg:innen schulen und unterstützen
- Feedback sammeln und Prozesse verbessern
Schritt 3: Pilotphase mit klaren Regeln
Führen Sie Lexis+ AI zunächst in einem begrenzten Mandanten- und Themenkreis ein. Legen Sie schriftlich fest:
- Welche Daten eingegeben werden dürfen
- Wie Ergebnisse zu prüfen und zu dokumentieren sind
- Ab wann die KI-Antwort als hinreichend valide gilt, um weiterzuarbeiten
So entsteht Vertrauen – fachlich und organisatorisch.
Schritt 4: Verknüpfung mit bestehender Kanzlei-IT
Die digitale Kanzlei lebt von integrierten Abläufen. Prüfen Sie:
- Wie lassen sich KI-Rechercheergebnisse in Ihr DMS übernehmen?
- Können Sie Standardtexte direkt aus der KI in Ihre Vorlagenbibliothek übernehmen?
- Gibt es Schnittstellen zu Ihrer Kanzleisoftware oder zumindest sinnvolle Workarounds?
Je weniger manuell kopiert und eingefügt werden muss, desto höher ist der Produktivitätsgewinn.
Schritt 5: Kontinuierliche Verbesserung
KI-Einsatz ist kein Einmalprojekt. Planen Sie fixe Review-Termine, z.B. alle 3–6 Monate:
- Welche Use-Cases funktionieren gut?
- Wo trauen sich Mitarbeiter:innen noch nicht, KI zu nutzen?
- Wo kann weiteres Wissen (z.B. neue Oberlaa-Bände) integriert werden?
So entwickelt sich Ihre Kanzlei Schritt für Schritt zu einer echten KI-gestützten Steuerkanzlei – ohne Hauruckaktionen.
Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Die Tax Tech Konferenz 2025 hat etwas deutlich gemacht, was viele in der Praxis spüren: KI in der Steuerberatung ist nicht mehr Theorie, sondern Alltag. Gleichzeitig stehen mit dem EU AI Act, DSGVO und berufsrechtlichen Vorgaben klare Rahmenbedingungen.
Die Integration der Seminar-Oberlaa-Inhalte in Lexis+ AI ist ein Signal: Speziell für den österreichischen Markt steht nun eine Kombination aus
- vertrauter Fachliteratur,
- moderner generativer KI und
- hohen Sicherheitsstandards
zur Verfügung.
Wer jetzt Erfahrung sammelt, baut sich 2026 und 2027 einen deutlichen Effizienz- und Qualitätsvorsprung auf – und kann Mandanten besser erklären, wie KI im Hintergrund arbeitet, ohne ihre Interessen zu gefährden.
Wenn Sie Teil dieser Serie „KI für österreichische Steuerberater: Digitale Kanzlei“ sind, lohnt sich ein ehrlicher Blick in die eigene Kanzlei:
- Wo würden Sie sich wünschen, „eine Stunde mehr am Tag“ zu haben?
- Welche Aufgaben könnten sinnvoll an KI ausgelagert werden, ohne dass die fachliche Verantwortung verloren geht?
Genau dort ist Lexis+ AI mit den Inhalten des Seminar Oberlaa ein starkes Werkzeug, um den nächsten Schritt Richtung wirklich digitaler Kanzlei zu machen.