Lexis+ AI: Wie Kanzleien eine Woche Arbeitszeit zurĂĽckholen

KI für österreichische Rechtsanwälte: LegalTech••By 3L3C

Lexis+ AI verbindet Rechtsrecherche, Legal AI und General AI in einer Plattform. So holen österreichische Kanzleien realistisch bis zu eine Woche Arbeitszeit pro Monat zurück.

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Warum Lexis+ AI gerade jetzt fĂĽr Kanzleien entscheidend ist

Eine durchschnittliche Rechtsanwältin verliert laut NWI‑Studie pro Monat rund eine ganze Arbeitswoche an Fragmentierung, Unterbrechungen, Multitasking und dem Jonglieren verschiedenster Einzeltools. Fünf Tage, in denen keine Mandate gewonnen, keine Honorare geschrieben und keine Strategie entwickelt wird.

Genau hier setzt Lexis+ AI an – und macht das, was viele Kanzleien bisher falsch angehen: Statt noch ein weiteres Tool einzuführen, wird die Arbeit in einer einzigen, integrierten Umgebung gebündelt. Rechtsrecherche, Legal AI und General AI laufen zusammen, ohne Copy-Paste, ohne Medienbruch.

In unserer Serie „KI für österreichische Rechtsanwälte: LegalTech“ geht es darum, wie KI den Kanzleialltag konkret verändert. Dieser Beitrag zeigt, wie Lexis+ AI als erste vollintegrierte Lösung von LexisNexis in Österreich funktioniert, welche Chancen sich für kleine und große Kanzleien ergeben – und worauf Sie bei der Einführung achten sollten.

Was Lexis+ AI eigentlich ausmacht

Lexis+ AI ist keine weitere „Spielwiese für Prompts“, sondern eine Arbeitsumgebung, die drei Komponenten bündelt:

  1. Rechtsrecherche mit der neuen Lösung Lexis+ (Nachfolger von Lexis 360®)
  2. Legal AI auf Basis geprĂĽfter Rechtsliteratur und Inhalte von LexisNexis
  3. General AI (etwa GPT‑Modelle) für kreative und kommunikative Aufgaben

Der Clou: Alles läuft verschlüsselt, datenschutzkonform und in einem geschlossenen Umfeld, das auf die Bedürfnisse von Rechts- und Steuerberatung zugeschnitten ist.

„Wir bringen Harmonie ins Tool-Orchester, und Sie sind der Dirigent“, sagt Susanne Mortimore, CEO LexisNexis Österreich.

Statt zwischen Word, E‑Mail, Datenbank, Chatbot und Browser hin‑ und herzuspringen, arbeiten Sie in einem durchgängigen Workflow. Das reduziert nicht nur Klicks, sondern vor allem kognitive Last – und genau die frisst im Kanzleialltag massiv Zeit.

Protégé: Der persönliche KI‑Assistent für Rechtsprofis

Der sichtbarste Schritt nach vorne ist „Protégé“, der persönliche Assistent innerhalb von Lexis+ AI.

Wie Protégé im Alltag einer Kanzlei hilft

Protégé ist mehr als ein Chatfenster. Die KI passt sich an Fachgebiet, Schreibstil und typische Aufgaben an und schlägt intelligente Folge‑Prompts vor. Das ist entscheidend, weil die meisten Effizienzgewinne nicht durch „bessere Eingabe“ entstehen, sondern durch bessere Folgefragen.

Typische Einsatzszenarien in österreichischen Kanzleien:

  • Erste Einschätzung eines Mandats
    Sie skizzieren den Fall (anonymisiert), Protégé strukturiert die Rechtsfragen, nennt relevante Normen und Entscheidungsfelder und liefert Vorschläge für nächste Rechercheschritte.

  • Drafting von Schriftsätzen und Stellungnahmen
    Auf Basis Ihrer bisherigen Texte und Präferenzen passt Protégé Ton, Struktur und Argumentationsstil an – etwa: „Bitte in der üblichen Schriftsatzstruktur der Kanzlei, sachlich, ohne Floskeln.“

  • Vorbereitung von Mandantenterminen
    Kurzbriefings, Checklisten, Gesprächsleitfäden – innerhalb weniger Minuten generiert, inhaltlich mit der Rechtsrecherche verzahnt.

Der große Vorteil: Sie müssen nicht ständig „neu erklären“, sondern arbeiten mit einer digitalen Persona, die Ihre Arbeitsweise kennt und mitdenkt.

Kombination aus Legal AI und General AI

Protégé vereint zwei Welten:

  • Legal AI auf Basis von Rechtsliteratur, Kommentaren, Judikatur und Inhalten von LexisNexis
  • General AI (z.B. GPT‑Modelle) fĂĽr Kreativ‑ und Kommunikationsaufgaben

FĂĽr die Praxis heiĂźt das:

  • FĂĽr juristische Präzision (z.B. Auslegung von Normen, Fundstellen, Argumentationslinien) stĂĽtzt sich die KI auf fachlich geprĂĽfte Inhalte.
  • FĂĽr Sprache, Stil, Struktur, Visualisierung, Ideenfindung nutzt die Plattform die Stärken von General AI.

Das Ergebnis ist eine präzise, aber gleichzeitig flexible Unterstützung, die Sie bei:

  • Vertragsanalyse
  • Erstellung von GutachtenentwĂĽrfen
  • E‑Mail‑Formulierungen an Mandanten
  • Präsentationen und Schulungsunterlagen

gezielt unterstützt – ohne dass Sie zwischen verschiedenen Systemen wechseln müssen.

Neue Rechtsrecherche mit Lexis+: Aus Zwei wird Eins

Der zweite große Baustein ist die neue Recherchelösung Lexis+, die nun fix in Lexis+ AI integriert ist. Wer heute noch zwischen einer klassischen Datenbankoberfläche und einem KI‑Tool hin‑ und herkopiert, verliert Zeit und produziert Fehlerquellen.

Lexis+ bringt insbesondere drei Verbesserungen:

  1. Stärkere Suchtechnologie – semantische Suche versteht Rechtsbegriffe und Zusammenhänge besser als reine Stichwortsuche.
  2. Smarte Navigation – Entscheidungen, Kommentare, Normen und Inhalte werden kontextbezogen angezeigt.
  3. Nahtlose Integration – Rechercheergebnisse können direkt in KI‑gestützte Auswertungen, Zusammenfassungen oder Entwürfe überführt werden.

Für Umsteiger von Lexis 360® bedeutet das:
Die gewohnte inhaltliche Tiefe bleibt erhalten, wird aber mit einer moderneren Suchlogik und KI‑gestützten Workflows verbunden. Medienbrüche weg, Copy‑Paste weg.

Konkreter Workflow: Vom Suchbegriff zum fertigen Entwurf

Ein typischer Ablauf könnte so aussehen:

  1. Suche in Lexis+ nach einer speziellen Konstellation im Arbeitsrecht.
  2. Auswahl relevanter Entscheidungen und Kommentare in der neuen Oberfläche.
  3. Übergabe an Protégé mit der Anweisung:
    „Erstelle eine erste Argumentationslinie für die Arbeitnehmerseite, max. 2 Seiten, mit Verweisen auf die von mir ausgewählten Quellen.“
  4. Prüfung, Anpassung, Ergänzung durch den Rechtsanwalt.

So bleibt die juristische Verantwortung klar beim Menschen, während die KI Vorarbeiten und Strukturierung übernimmt.

Effizienzgewinn: Was heißt „eine Woche zurückgewinnen“ konkret?

LexisNexis formuliert ein klares Ziel: eine Arbeitswoche pro Monat zurückgewinnen. Klingt ambitioniert, ist aber realistisch, wenn man sich typische Zeitfresser in österreichischen Kanzleien ansieht.

Wo Kanzleien heute Zeit verlieren

  • Zerstreute Tools: Word, Outlook, Fachverlag‑Datenbank, interne Wissensdatenbank, ChatGPT im Browser – alles nebeneinander.
  • Copy‑Paste‑Orgien: Textbausteine aus alten Schriftsätzen, Zitate aus Datenbanken, manuelles Formatieren.
  • Wiederholte Standardaufgaben: Erstanalysen, einfache Schreiben, Zusammenfassungen von Entscheidungen.

Wenn diese Arbeitsschritte in einer Plattform passieren, mit:

  • integrierter Recherche,
  • KI‑gestĂĽtzter Auswertung und
  • Wiederverwendung von Kontext und Stil,

sind die Einsparungen enorm. Gerade bei Stundensätzen im dreistelligen Bereich ist jede gewonnene Stunde bares Geld – oder bewusst investierte Qualität.

Was Kanzleien mit der gewonnenen Zeit tun sollten

Die spannendere Frage ist: WofĂĽr nutzen Sie die zurĂĽckgewonnene Zeit?

Aus meiner Sicht sind drei Bereiche besonders sinnvoll:

  1. Mehr Zeit fĂĽr Strategie
    Klare Prozessstrategie, bessere Vorbereitung auf Verhandlungen, gezieltere Taktik – das sind Bereiche, in denen menschliche Erfahrung unschlagbar bleibt.

  2. Mandantenkommunikation aufwerten
    Proaktive Updates, verständliche Erklärungen, mehr persönliche Gespräche – genau das, was Mandanten von einer modernen Kanzlei erwarten.

  3. Business Development & Kanzleimanagement
    Positionierung, Website‑Texte, Fachbeiträge, interne Prozesse – KI kann vorbereiten, Sie treffen die Entscheidungen.

Wer KI nur nutzt, um „gleich viel in weniger Zeit“ zu erledigen, verschenkt Potenzial. Sinnvoll ist, die entlasteten Stunden bewusst für höherwertige Tätigkeiten einzuplanen.

Datenschutz, Qualität und Haftung: Die drei großen Sorgen – und wie Lexis+ AI damit umgeht

Bei österreichischen Rechtsanwält:innen landen immer wieder die gleichen Bedenken auf dem Tisch:

  1. „Darf ich das datenschutzrechtlich?“
  2. „Kann ich der KI fachlich trauen?“
  3. „Wer haftet am Ende?“

Lexis+ AI adressiert diese Punkte gezielt.

Datenschutz & Vertraulichkeit

Lexis+ AI läuft in einem geschützten, verschlüsselten Umfeld, mit Fokus auf datenschutzkonformen Einsatz in der Rechts‑ und Steuerberatung. Im Unterschied zu frei zugänglichen Chatbots gehen Eingaben nicht in öffentliche Modelle ein.
Gerade für österreichische Kanzleien, die mit DSGVO‑Sensibilität arbeiten (oft zu Recht sehr vorsichtig), ist das ein zentraler Unterschied.

Fachliche Qualität

Die Kombination aus Legal AI auf Basis geprüfter Inhalte und General AI reduziert das Risiko von „Halluzinationen“ deutlich. Gleichzeitig bleibt eines klar:

KI ist ein Arbeitsinstrument, kein Ersatz fĂĽr juristische PrĂĽfung und Verantwortung.

Praktisch heiĂźt das:

  • Immer Quellen prĂĽfen und bewerten
  • Kritische Passagen gegenchecken
  • KI‑Ergebnisse als Entwurf, nicht als Endprodukt verstehen

Wer das beherzigt, erhöht schlicht die Produktivität pro geprüfter Seite.

Haftung & Berufsrecht

Aus berufsrechtlicher Sicht ändert sich durch KI eines nicht:
Die Letztverantwortung bleibt beim Rechtsanwalt / bei der Rechtsanwältin. KI‑gestützte Arbeit ist wie der Einsatz von Konzipient:innen oder externen Dienstleistern:

  • Sie können delegieren,
  • aber nicht die Verantwortung abgeben.

Der Vorteil: Anders als beim Menschen kann die KI nachweislich immer dieselbe Qualität und denselben Prozess liefern – sofern sie richtig eingesetzt und kontrolliert wird.

Wie Sie als österreichische Kanzlei sinnvoll einsteigen

Die Realität: Viele Kanzleien testen KI spontan, ohne Konzept – und sind dann enttäuscht. Es lohnt sich, strukturiert vorzugehen.

1. Kleine, klar umrissene Use Cases definieren

Zum Beispiel:

  • Erstentwurf fĂĽr Mandanteninformationen in einem bestimmten Rechtsgebiet
  • Zusammenfassungen von OGH‑Entscheidungen fĂĽr den internen Newsletter
  • Strukturierung und VorentwĂĽrfe fĂĽr Klageschriften

Wichtig: Nur wenige, aber klar definierte Anwendungsfälle, die Sie dann konsequent mit Lexis+ AI abbilden.

2. Team schulen – und zwar praxisnah

Nur ein Zugang für den „IT‑affinen Konzipienten“ zu kaufen, bringt wenig. Sinnvoll ist:

  • Kurze, fokussierte Workshops (1–2 Stunden)
  • Arbeiten an echten, anonymisierten Kanzleifällen
  • Gemeinsame Definition von Qualitätsstandards („Was akzeptieren wir als KI‑Entwurf, was nicht?“)

3. Erfolg messen

Wenn LexisNexis von „einer Woche pro Monat“ spricht, sollten Sie diese Zeitverschiebung auch sichtbar machen:

  • Wie lange hat eine bestimmte Aufgabe vor Lexis+ AI gedauert?
  • Wie lange dauert sie jetzt – inklusive PrĂĽfung?
  • Wo entstehen Mehrwerte fĂĽr die Mandanten (z.B. schnellere Reaktionszeiten)?

Erst mit Zahlen wird aus „spannender Technologie“ ein wirtschaftlicher Hebel.

Österreich in der ersten Reihe – und was als Nächstes kommt

Susanne Mortimore bringt es auf den Punkt:

„Lexis+ AI ist mehr als eine Plattform – es ist ein Partner, der mitdenkt.“

Durch die internationalen Partnerschaften von LexisNexis mit Microsoft, OpenAI und Harvey und die Kombination mit österreichischer Fachliteratur, Autor:innen und Universitäten ist der hiesige Markt nicht Nachzügler, sondern tatsächlich in der ersten Reihe.

Für unsere Serie „KI für österreichische Rechtsanwälte: LegalTech“ ist Lexis+ AI damit ein gutes Beispiel für den nächsten Reifegrad:
Weg von Insellösungen, hin zu integrierten, KI‑gestützten Kanzleiworkflows – von der Rechtsrecherche über Vertragsanalyse bis zum Kanzleimanagement.

Wer 2026 noch komplett ohne KI arbeitet, sendet ein klares Signal: „Wir arbeiten langsamer und teurer als nötig.“
Wer jetzt strukturiert einsteigt, kann dagegen Produktivität, Qualität und Mandantenzufriedenheit gleichzeitig erhöhen.

Der nächste sinnvolle Schritt?
Wählen Sie einen konkreten Anwendungsfall in Ihrer Kanzlei, testen Sie ihn konsequent mit Lexis+ AI – und entscheiden Sie danach, wie tief Sie KI in Ihre Abläufe einbauen wollen.


FAQ: Häufige Fragen von österreichischen Rechtsanwälten zu Lexis+ AI

Ist Lexis+ AI auch fĂĽr kleine Kanzleien sinnvoll?
Ja. Gerade 1–5‑Personen‑Kanzleien profitieren, weil Routinearbeiten reduziert und Kapazitäten für hochwertige Mandatsarbeit frei werden.

Ersetzt Lexis+ AI meine Konzipient:innen?
Nein. Die Arbeit verschiebt sich: weniger Copy‑Paste, mehr Analyse, Strategie, Qualitätssicherung. Gute Konzipient:innen werden dadurch wertvoller, nicht überflüssig.

Kann ich damit wirklich meine Rechtsrecherche „auslagern“?
Auslagern nicht – aber deutlich beschleunigen. Die Verantwortung für die inhaltliche Beurteilung bleibt bei Ihnen.

Wie schnell sieht man Effekte?
In der Praxis meist innerhalb weniger Wochen – vorausgesetzt, Sie definieren konkrete Use Cases und schulen Ihr Team gezielt.