Die Top 20 Legal-AI-Tools 2025 zeigen klar, wohin deutsche Kanzleien bei KI schauen. Welche Tool-Kategorien sich lohnen – und wie Sie 2025 pragmatisch starten.
Warum Legal-AI-Tools 2025 ganz oben auf der Agenda stehen
37 % mehr Besuche und 77 % mehr ausgehende Klicks in nur zwölf Monaten: Die Zahlen von legal-tech.de zeigen schwarz auf weiß, wie stark das Interesse an KI im Rechtsmarkt explodiert ist. Wer heute in einer deutschen Kanzlei Verantwortung trägt, kommt an Legal AI nicht mehr vorbei – egal ob in der Großkanzlei, Boutique oder Einzelkanzlei.
Das Spannende: Die Nutzer:innen informieren sich nicht nur, sie handeln. Über 31.794 Klicks sind im letzten Jahr von legal-tech.de zu Anbietern gegangen. Genau dort entstehen später Testzugänge, Demos und letztlich Mandateffekte. Für alle, die KI in der eigenen Kanzlei pragmatisch einsetzen wollen, steckt in diesen Daten ein klarer Hinweis: Hier zeigt sich, wohin der Markt wirklich schaut.
In diesem Beitrag aus der Reihe „KI für deutsche Rechtsanwälte: LegalTech Praxis“ schaue ich mit Ihnen auf die Top 20 Legal-AI-Ziele 2025 auf legal-tech.de – und übersetze diese Klickstatistik in praktische Handlungsempfehlungen für Kanzleien: Wo lohnt sich ein genauer Blick? Welche Tool-Kategorien sollten Sie 2025 testen? Und wie nutzen Sie Plattformen wie legal-tech.de strategisch für Ihre eigene Sichtbarkeit?
Was die Top-20-Liste über den Legal-AI-Markt verrät
Die Top-20-Ziele vereinen 22.034 von 31.794 ausgehenden Klicks auf sich – also rund 70 % des gesamten Traffics zu Anbietern. Das ist eine ziemlich klare Marktstimme.
Klar erkennbar sind vier Gruppen von Angeboten:
- Spezialisierte Legal-AI-Tools (z.B. noxtua.ai, libratech.ai, anita.legal, jupus.de)
- Generative KI fĂĽr Jurist:innen (perplexity.ai, claude.ai)
- Etablierte Rechtsdatenbanken und Kanzleisoftware mit KI-Funktionen (beck-online, Wolters Kluwer, RA-MICRO, Otto Schmidt)
- Bildung, Community und Legal-Tech-Weiterbildung (Legal Tech Verband, Fachseminare, Uni Passau, Hochschule Wismar)
Die Realität: Kanzleien suchen 2025 weniger nach „KI im Allgemeinen“, sondern nach sehr konkreten Einsatzszenarien. Wer ein Tool auswählt, will Antworten auf Fragen wie:
- Spart mir das Zeit in der VertragsprĂĽfung?
- Hilft mir das bei der Mandantenkommunikation?
- Bekomme ich bessere, schnellere Rechtsrecherche?
- Wie gut passt das in unsere Arbeitsabläufe und in die BRAO-Welt?
Genau dort setzen die meistgeklickten Anbieter an. Und genau diese Kategorien sollten Sie sich fĂĽr die eigene Kanzlei-Strategie anschauen.
Kategorie 1: Spezialisierte Legal-AI-Tools fĂĽr die juristische Praxis
Spezialisierte Legal-AI-Tools dominieren die Klickliste. Wer 2025 in der Kanzlei wirklich Zeit und Nerven sparen will, fängt sinnvollerweise hier an.
Typische Einsatzfelder in Kanzleien
Bei den stark geklickten Anbietern zeigt sich ein Muster: Es geht um klar umrissene Workflows, etwa
- Vertragsanalyse und VertragsprĂĽfung
- Dokumentenerstellung (Schriftsätze, Standardverträge, Schreiben)
- Fall- und Wissensmanagement
- Kanzleiinterne Automatisierungen (z.B. Intake, Fristen, Standardprozesse)
Das passt zu dem, was ich in vielen Kanzleien sehe: Die größte Wirkung entsteht nicht beim „KI-Spielzeug“ am Rande, sondern bei wiederkehrenden Aufgaben mit hohem manuellem Aufwand.
Wie Sie solche Tools sinnvoll testen
Statt gleich den „großen KI-Rollout“ zu planen, hat sich ein anderes Vorgehen bewährt:
-
Ein Szenario auswählen
Zum Beispiel: „Prüfung von Standard-Mietverträgen“, „AGB-Check“, „Erstellung von Vergleichsvorschlägen“. -
Konkrete Kennzahlen festlegen
- aktuelle Bearbeitungszeit pro Vorgang (z.B. 90 Minuten)
- Zielzeit mit KI-UnterstĂĽtzung (z.B. 45 Minuten)
- Qualitätsmaßstab (z.B. Anzahl nötiger Korrekturen im 4-Augen-Prinzip)
-
Ein Tool 30–60 Tage testen
Beschränken Sie sich bewusst auf ein Tool in einem klaren Use Case. Paralleltests von fünf Plattformen bringen in der Praxis selten klare Ergebnisse. -
Juristische Kontrolle sichern
KI liefert Entwürfe, Vorschläge und Analysen – die letzte Entscheidung bleibt beim Menschen. Das muss in jeder Kanzlei-Richtlinie klar geregelt sein.
Wer so vorgeht, bekommt nach wenigen Wochen belastbare Antworten: „Passt das in unseren Kanzleialltag oder nicht?“
Kategorie 2: Generative KI als juristischer Co-Pilot
Dass auch generelle Angebote wie perplexity.ai und claude.ai in den Top 20 landen, zeigt: Viele Jurist:innen suchen sich neben den spezialisierten Legal-AI-Tools einen „Generalisten“ als Co-Pilot.
Diese Tools sind nicht primär für Jurist:innen gebaut, lassen sich aber hervorragend in den Alltag integrieren:
- Strukturierung komplexer Sachverhalte
- Entwurf von Gliederungen für Schriftsätze oder Gutachten
- Zusammenfassung umfangreicher Dokumente
- Vorbereitung von Mandanten-Infos oder Präsentationen
Wie weit darf man generative KI rechtlich nutzen?
Die Kernfragen, die ich immer wieder höre:
-
Darf ich Mandatsdaten eingeben?
Antwort: Nur, wenn die datenschutz- und berufsrechtlichen Anforderungen erfüllt sind (insbesondere Vertraulichkeit, Auftragsverarbeitung, Serverstandorte). Viele Kanzleien arbeiten daher mit lokalen oder speziell gehosteten KI-Lösungen. -
Wie zitierfähig sind KI-Antworten?
KI ersetzt keine Rechtsrecherche in anerkannten Datenbanken. Sie ist ein Ideengeber, kein Beleg. Alles, was Sie gegenĂĽber Gericht oder Mandant vertreten, braucht eine eigene juristische Fundierung. -
Wie verhindere ich „Halluzinationen“?
Durch klare Prompts („Nutze nur folgende Quellen…“), Beschränkung auf summarische Hilfestellungen und immer durch eine kritische human-in-the-loop-Prüfung.
Gut eingesetzt, kann generative KI den Alltag enorm beschleunigen – aber nur, wenn die Kanzlei einen Rahmen definiert, der Datenschutz, Berufsrecht und Qualitätssicherung sauber abdeckt.
Kategorie 3: KI in etablierten Rechtsdatenbanken und Kanzleisoftware
Ein dritter klarer Trend in den Klickzahlen: Kanzleien wollen KI nicht nur als Insel-Lösung, sondern direkt in ihren bestehenden Systemen. Deshalb landen Anbieter wie beck-online, Wolters Kluwer, RA-MICRO oder Otto Schmidt weit vorne.
Warum integrierte Lösungen im Alltag oft gewinnen
Für viele deutsche Kanzleien gilt: Lieber eine etwas weniger spektakuläre, aber nahtlos integrierte KI-Funktion als ein hochspezialisiertes Tool, das nicht in die bestehende Infrastruktur passt.
Typische Mehrwerte solcher integrierten Lösungen:
- KI-gestĂĽtzte Rechtsrecherche direkt in der vertrauten Datenbank
- Vorschläge für Normen, Entscheidungen und Kommentare passend zum eigenen Sachverhalt
- Automatisierte Akten- oder Dokumentenerstellung in der Kanzleisoftware
- Spracherkennung und Diktatfunktionen mit juristischem Vokabular
Für die Praxis bedeutet das: Wenn Ihre Kanzlei bereits mit einem großen System arbeitet, prüfen Sie zuerst, welche KI-Funktionen dort schon vorhanden sind oder 2025 ausgerollt werden. Oft lässt sich mit vorhandenen Lizenzen viel mehr erreichen, als intern bekannt ist.
So priorisieren Sie Ihre KI-Investitionen
Ein pragmatischer Ansatz fĂĽr Kanzleien:
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„Inside first“ prüfen
Welche KI-Funktionen bieten bestehende Rechtsdatenbanken, DMS- oder Kanzleisoftware bereits an? -
LĂĽcken identifizieren
Wo bleiben trotz dieser Funktionen relevante Probleme ungelöst? Z.B. Intake-Prozesse, Standardkommunikation, Vertrags-Prechecks. -
Gezielt ergänzen
FĂĽr genau diese LĂĽcken lohnen sich dann spezialisierte Legal-AI-Tools.
So vermeiden Sie Tool-Wildwuchs und behalten Budgets und Schulungsaufwand im Griff.
Kategorie 4: KI-Kompetenz aufbauen – Weiterbildung statt Blindflug
Ein oft unterschätzter Teil der Top 20: Weiterbildung, Studiengänge und Community-Angebote. Klicks auf Fachseminare, Verbände und Hochschulen zeigen: Die Branche hat verstanden, dass KI-Kompetenz keine „IT-Spezialfrage“ mehr ist, sondern Kernkompetenz für Jurist:innen.
FĂĽr deutsche Kanzleien bedeutet das konkret:
- Fortbildung gehört in die Arbeitszeit, nicht nur in die Freizeit engagierter Einzelner.
- Associate-Programme sollten KI-Themen strukturiert integrieren.
- Partner:innen brauchen mindestens ein strategisches Verständnis, um Investitionsentscheidungen treffen zu können.
Praxisnah funktionieren vor allem Formate wie:
- kompakte Inhouse-Workshops mit echten Mandatsbeispielen,
- Pilotprojekte mit kleinen Teams (2–4 Personen) über 8–12 Wochen,
- begleitete „KI-Sprechstunden“, in denen Fragen aus dem Alltag besprochen werden.
Wer so arbeitet, verhindert zwei Extreme gleichermaßen: planlosen Aktionismus („Wir kaufen jetzt irgendwas mit KI“) und vollständige Blockade („Wir warten mal ab“).
legal-tech.de als Traffic-Motor – und was das für Kanzleien heißt
Die Zahlen der Plattform zeigen deutlich: legal-tech.de ist längst mehr als ein Blog, sondern ein echter Dreh- und Angelpunkt im Legal-Tech-Ökosystem. Für Anbieter ist das ein Sales-Funnel-Baustein, für Kanzleien eine zuverlässige Orientierungshilfe.
FĂĽr Sie als Kanzlei lassen sich daraus drei praktische SchlĂĽsse ziehen:
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Toolrecherche systematisieren
Nutzen Sie Verzeichnisse und Übersichten bewusst, statt zufällig auf einzelne Anbieter zu stoßen. Definieren Sie Suchkriterien: Rechtsgebiet, Kanzleigröße, On-Premise/Cloud, Integrationsbedarf. -
Erfahrungen anderer einbeziehen
Achten Sie auf Erfahrungsberichte, Best-Practice-Artikel und Eventberichte. Sie sparen sich viele eigene Fehlversuche, wenn Sie sehen, welche Lösungen in ähnlichen Kanzleien bereits funktionieren. -
Eigene Sichtbarkeit aufbauen
Wer selbst KI-gestützte Services anbietet – etwa automatisierte Erstprüfungen oder Mandantenportale – kann Plattformen wie legal-tech.de nutzen, um sichtbar als moderne, KI-kompetente Kanzlei wahrgenommen zu werden.
Spannend ist zudem: legal-tech.de steht aktuell zum Verkauf. Wer als Verlag, Legal-Tech-Anbieter oder Kanzlei-Verbund strategisch denkt, kann sich damit eine bereits etablierte Marke mit wachsendem, qualifiziertem Traffic sichern.
Wie Sie 2025 konkret mit Legal AI in Ihrer Kanzlei starten
Zum Abschluss ein pragmatischer Vorschlag, wie Sie die Erkenntnisse aus den Top-20-Klickzielen in ein konkretes 90-Tage-Vorhaben übersetzen können:
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Zwei bis drei Use Cases auswählen
Zum Beispiel: Vertragsprüfung im Arbeitsrecht, Mietrechtliche Standardfälle, Forderungsmanagement, Wissensmanagement. -
Eine Mischung aus Tool-Typen wählen
- 1 spezialisiertes Legal-AI-Tool
- 1 generatives KI-System als Co-Pilot (in rechtlich sauberem Setup)
- vorhandene KI-Funktionen in Datenbanken/Kanzleisoftware aktiv nutzen
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Pilotteam definieren
2–5 Personen, die Lust haben, Neues auszuprobieren und Feedback zu geben. Idealerweise ein Mix aus Partner:in, Associate und Assistenz/Backoffice. -
Erfolgsmessung festlegen
- Zeitersparnis pro Vorgang
- subjektive Zufriedenheit im Team
- Fehlerquote bzw. Korrekturaufwand
- Auswirkungen auf Mandantenkommunikation (z.B. Reaktionszeiten)
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Nach 90 Tagen Entscheidungen treffen
- Was wird dauerhaft eingefĂĽhrt?
- Wo braucht es ein anderes Tool?
- Welche Kanzlei-Richtlinien (Datenschutz, Qualitätskontrolle, Dokumentation) müssen angepasst werden?
Damit wird KI nicht zum abstrakten Zukunftsthema, sondern zu einem handhabbaren Projekt mit klaren Ergebnissen – genau dort, wo es hingehört: mitten in den Kanzleialltag.
Wer die aktuellen Zahlen von legal-tech.de ernst nimmt, erkennt: Legal AI ist im deutschsprachigen Rechtsmarkt angekommen. Der Fokus verschiebt sich von „Ob?“ zu „Wie genau – und womit?“. Nutzen Sie die nächsten Monate, um gezielt Erfahrungen zu sammeln, statt später hinterherzulaufen. Die Tools sind da, die Mandanten erwarten Professionalität – und der Vorsprung entsteht bei denen, die jetzt praktikabel anfangen, statt theoretisch zu diskutieren.